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Dieser Universal-Blog ist aus einer Seite für Geschichte, Politik und Realienkunde hervorgegangen und hat sich in Richtung Humanwissenschaften weiterentwickelt.
Fachbereiche: Geschichte (Politik, Sowi, Philosophie) - Sprachen - Biologie (Biochemie) - IT (Technik, Physik) - Wirtschaft - Recht und Blödsinn.
Sprachen (Vokabeln): Englisch, Französisch, Spanisch; Latein/Italienisch, Altgriechisch/Neugriechisch; Russisch; Chinesisch, Japanisch, Koreanisch; Arabisch, Hebräisch; Mittelägyptisch; Sanskrit/Hindi; Akkadisch; Schwedisch; keltische Sprachen, Swahili etc.
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Freitag, 14. Februar 2025

GROẞE DENKER UND MACHER - COMPENDIUM

The Thinker Rodin · Free photo on Pixabay
Der Denker/Le Penseur (Auguste Rodin)


Wir haben in diesem Blog schon mehrere Listen über Große Denker aus verschiedenen Wissensbereichen aufgeführt.
 
Darüber hinaus haben wir über viele dieser Denker und ihr Werk Artikel geschrieben und weitere Verweise angegeben, damit man sich intensiver mit ihnen beschäftigen kann.
 
Was wir weniger gemacht haben, ist, eine knackige Zusammenfassung ("Kompendium") der unserer Ansicht nach wichtigsten und prägnantesten Denker aufzustellen.
 
Man denke dabei an das LSR-Projekt von Holger Laska über die Denker LaMettrie - Stirner - Reich. Dieses existiert schon seit den Anfängen des WWW, als es hier noch nicht so voll war und wir haben dessen Seite immer wieder besucht.
 
 
Louis Althusser (1918 - 1990):
  • in seiner Autobiographie "L'avenir dure longtemps" (dt.: Die Zukunft hat Zeit), die mit dem Erwürgen seiner Frau im November 1980 beginnt, versucht Althusser rückblickend seine Autobiographie entlang von Pathologien in der eigenen Familie und Zeitströmungen des 20. Jhd.s zu entwickeln
  • zynisch, aber in einigen Punkten auch erhellend 

Julian Jaynes (1920 - 1997):
  • Jaynes verbindet Psychologie und Geschichte (mindestens diese beiden Fächer)
  • in seiner Theorie, dass das moderne (Ich-)Bewusstsein erst mit der Zeit entstanden ist - und zwar durch den Zusammenbruch der "bikameralen Psyche", versucht er zu zeigen, dass die Menschen vorher ein Zwei-Kammern-Bewusstsein mit einem göttlichen und einem menschlichen Anteil hatten
  • Jaynes wurde für diesen Ansatz leider gemobbt und früh krank

LaMettrie, Julien Offray (1709 - 1751):
  • LaMettrie gilt als Radikalaufklärer, für einige auch als Stiefkind der Aufklärung
  • LaMettrie war (biologischer) Materialist und Atheist und stützte sich als Arzt auf die medizinischen Erkenntnisse seiner Zeit
  • LaMettrie floh ähnlich wie Voltaire aus Frankreich nach Preußen, beide konnten sich aber nicht besonders leiden

Theodore Roszak (1933 - 2011):
  • Roszak war Historiker und beschäftigte sich mit vielen wichtigen Themen, wie z. B. der Gegenkultur/Counter Culture der 1960er-Jahre (der Begriff soll von ihm stammen), den Nebenwirkungen des Computerzeitalters, der amerikanischen Rechten (und ihrer Fraktionen) und der Ökopsychologie
  • daneben schrieb er auch Romane
 
Immanuel Wallerstein (1930 - 2019):
  • Marxist und Weltsystemtheoretiker
  • er versuchte sich in seiner Weltsystemtheorie an einer Makrotheorie zu einer Zeit, in der diesen zunehmend mit Skepsis betrachtet wurden
  • der Dependenztheoretiker Andre Frank schloss sich spät auch den Weltsystemtheoretikern an
  • Wallerstein hat zu Lebzeiten in seinen "Commentaries" auch aufsatzartig das aktuelle Zeitgeschehen kommentiert 
 
Weitere große Denker:
  • Buddha
  • Chomsky, Noam
  • Epikur
  • Hentschel, Stefan 
  • Sokrates
  • Themistokles
  • Thukydides
  • Webb, Gary (1955 - 2004)
 
 

Samstag, 8. Februar 2025

NATASCHA KAMPUSCH

08.02.2025 - 09.08.2025



* 17.02.1988, in Wien
Natascha Kampusch (2019)


Natascha Maria Kampusch ist eine österreichische Autorin und ein Entführungsopfer. Sie arbeitet auch als Moderatorin, Buchautorin und als Schmuckdesignerin.

Medial bekannt wurde Natascha Kampusch dadurch, dass sie 1998 entführt wurde und achteinhalb Jahre später, im Jahre 2006, ihrem Entführer Wolfgang Priklopil entkam (entkommen sein soll).

Es gibt allerdings auch alternative Tattheorien.

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JUGEND UND ENTFÜHRUNG

Natascha Maria Kampusch wurde 1988 in Wien geboren und wuchs in einer spannungsreichen Familie auf. Besonders das Verhältnis zu ihrer Mutter war angespannt.

Die Eltern von Kampusch waren nicht miteinander verheiratet. Ihr Vater war der Bäckermeister Ludwig Koch, ihre Mutter die Schneiderin Brigitta Sirny (geb. Kampusch).
Die Eltern trennten sich, als Natascha noch ein Kind war. Mütterlicherseits hat sie zwei Halbschwestern, die 19 und 20 Jahre älter als sie sind.

Vor ihrer Entführung besuchte Kampusch die 4. Klasse der Volksschule.

Im Jahre 1998 wurde Natascha Kampusch im Alter von zehn Jahren von dem arbeitslosen Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil in Wien mit einem weißen Kleintransporter entführt und anschließend in dessen Haus im Bezirk Gänserndorf (östlich von Wien) gefangen gehalten.

Natascha Kampusch war aber nicht die ganze Zeit räumlich gefangen, sondern lebte mit Priklopil zusammen und ging mit ihm z. B. einkaufen (und wurde dabei auch gesehen).


FREIHEIT UND ERMITTLUNGEN

Im Jahre 2006 soll Kampusch ihrem Entführer Priklopil entkommen sein.
Dieser nahm sich angeblich aus diesem Grund am 23.08.2006 das Leben, indem er sich vor einen Zug warf.

Als Kampusch wieder frei war, löste das ein internationales Medienecho aus. Nach eigenen Angaben hat sie sich selbst befreit. Bei der Polizei machte sie allerdings kurz nach der Befreiung widersprüchliche Aussagen. Ihre ersten Aussagen klangen so, als ob sie nicht die ganze Wahrheit sagen dürfe.

Natascha Kampusch hatte kurz danach Auftritte in den Medien.
Berühmt war v. a. ihr erstes Interview im ORF mit Christoph Feurstein.

Aus Sicht von Polizei und Staatsanwalt war der Sachverhalt klar:
Wolfgang Priklopil hat Natascha Kampusch entführt und sie über 8 Jahre festgehalten. Dann konnte sie fliehen und aus Angst vor Entdeckung und Strafe warf sich Priklopil vor einen Zug.

Aus Sicht von Politik, einigen kritischen Ermittlern und Internet war der Sachverhalt nicht klar:
Man stellte sich v. a. die Frage, ob es neben Wolfgang Priklopil noch einen oder mehrere Mittäter oder Mitwisser gab, z. B. den Geschäftsmann Ernst H. aus Priklopils Bekanntenkreis.
Außerdem wurde die Frage aufgeworfen, ob die Täter einen illegalen Handel mit Erotica betrieben haben und wer dann ihre Kunden waren bzw. gewesen wären.

Im Juni 2010 beging der Ermittler Oberst Franz Kröll angeblich Suizid. Kröll teilte die offiziellen Sichtweisen nicht und sah die Ermittlerung durch Polizeivorgesetzte und Staatsanwälte behindert. Sein Bruder zweifelt an der Todesursache Suizid.

Im Parlament in Wien versuchten v. a. rechte Oppositionsparteien wie FPÖ und BZÖ die Ermittlungen am Laufen zu halten und stellten besonders 2011 viele dringliche parlamentarische Anfragen an Justizminsterin Beatrix Karl (ÖVP).
Anfang 2012 kam ein parlamentarischer Ausschuss in Wien unter dem Vorsitzenden Werner Amon (ÖVP) zu dem Ergebnis, dass der Fall noch nicht abgeschlossen werden dürfe.
Besonders Teile der ÖVP drängte aber auf einen Abschluss, unterstützt von dem konservativen Spitzenbeamten Christian Pilnacek (+ 20.10.2023).


AUFTRITTE IN DEN MEDIEN

Natascha Kampusch zielte derweil eine Medienkarriere an.
Im Jahre 2008 bekam sie sogar eine eigene TV-Talkshow namens "Natascha Kampusch trifft".
Dort sprach sie mit prominenten Gästen wie Niki Lauda.
2010 veröffentlichte sie ihre Autobiographie "3096 Tage". Coautoren waren dabei Heike Gronemeier und Corinna Milborn. Das Buch war sehr erfolgreich und belegte auf einigen Bestsellerlisten Platz 1.
2016 veröffentlichte sie "10 Jahre Freiheit". Coautorin war diesmal Heike Gronemeier.
2019 veröffentlichte sie "Cyberneider - Diskriminierung im Internet" mit Niki Uzelac.
2022 veröffentlichte sie "Stärke zeigen - Bewältigungsstrategien für ein kraftvolles Leben" mit Judith Schneiberg.


ALTERNATIVE TATTHEORIEN

Es gab von Anfang an gewisse Zweifel an der offiziellen Tathergangsbeschreibung. Es ist im Einzelfall schwer herauszufinden, was davon begründete Zweifel und was "krude Verschwörungstheorien" (zumal aus dem Internet) sind.
Es ist aber auffällig, dass auch etablierte Medien aus Österreich und aus Deutschland (z. B. FOCUS, KURIER, Der Spiegel) über alternative Tathergänge spekulieren.

Erstens gibt es Zweifel, ob Natascha Kampusch entführt wurde oder nicht stattdessen aufgrund des angespannten Verhältnisses zu ihrer Mutter entführt werden wollte. Es gibt auch Mischhypothesen, dass sie sich zuerst entführen ließ und dass dies dann aufgrund von Streitigkeiten zu einer echten Entführung wurde.
 
Diese Thesen berufen sich nicht nur auf das angespannte Verhältnis von Natascha Kampusch zu ihrer Mutter, sondern auf die Tatsache, dass Kampusch in den über acht Jahren ihrer Gefangenschaft mit Wolfgang Priklopil zusammen lebte und auch "regulär einkaufen" ging.
Sie war also nicht die ganze Zeit eingesperrt.
Andererseits kann es sich auch um eine innere (psychische) Abhängigkeit gehandelt haben.

Zweitens
gibt es Zweifel, ob Natascha Kampusch nur von einem Mann entführt wurde (oder sich entführen ließ) oder von mehreren. Es gibt mindestens eine Zeugenaussage, die auf zwei Männer hindeutet, nämlich die von Ischtar A.
Denkbar wäre, dass es sich dabei um Wolfgang Priklopil und einen befreundeten Geschäftsmann namens Ernst H. handelte.
Besonders seltsam mutet an, dass es Ernst H. "erlaubt" wurde - mit der falschen Begründung, er habe eine Erlaubnis von seiner Mutter - Gegenstände vom Tatort zu entfernen.
Darunter waren auch Computer mit Datenmaterial und eine Plastiktasche (-sack).
Später wurde berichtet, man habe bei Priklopil nur alte Heimcomputer der 80er-Jahre gefunden, was irrtümlich als Zeichen seiner "seltsamen Persönlichkeit" dargestellt wurde. Man kam nicht auf die Idee, dass modernere Computer vorhanden waren und dann weggeschafft wurden, wie auch Spuren an der Wand angedeutet haben.

Drittens wäre auch denkbar, dass hinter der Entführung ein ganzes Netzwerk stand. 
Zum einen hatte Ernst H. Kontakte zu hohen Männern aus dem Sicherheitsapparat:
Mindestens einem Bundesheer-Milizoffizier und einem hohen Polizeibeamten. Ernst H. hatte in seinem Mobiltelefon auch die Telefonnummer des Milizoffiziers.
Es gab auch Vermutungen über Komplizen aus Südwest- oder Süddeutschland. Und wenn es nicht Mittäter waren, so können es wenigstens Mitwisser gewesen sein.
Die Frage ist auch, ob in der Entführungszeit von Kampusch erotische Aufnahmen gemacht wurden und damit Handel getrieben wurde. Telefonkontakte von Ernst H. deuten auf Kontakte mit Erotica-Händlern hin.
Interessanterweise fanden diese Kontakte auch dann statt, wenn Ernst H. kurz zuvor einen (Warn-?)Anruf aus den Kreisen von Sicherheitsbehörden bekam.
Dies könnte auch darauf hindeuten, dass die Entführer - vielleicht ähnlich wie im Falle von Marc Dutroux in Belgien - Kontakte zu "höheren Stellen" hatten, die dann auch die Strafermittlungen wirksam blockierten.

Viertens wurde auch die Frage aufgeworfen, ob Wolfgang Priklopil wirklich Suizid beging oder nicht stattdessen ermordet wurde, um den wahren Hergang und die Hintergründe der Geschichte zu verschleiern. Es sieht so aus, als habe aufgrund der Flucht von Natascha Kampusch die Nerven verloren. Einige Ermittler meinten, die Leiche Priklopils, der sich angeblich vor einen Zug geworfen habe, habe wie "abgelegt" gewirkt.
Auffällig an der Leiche war, dass Priklopils Körper fast unversehrt war, sein Kopf aber abgetrennt. So ein Bild ergibt sich selten, wenn man vor einen Zug springt.
Auch der Abschiedsbrief von Priklopil wirft Fragen auf: Er ist nicht mit der Hand geschrieben außer der Anrede "Mama", die aber nicht Priklopils Handschrift entspricht (eher der anderer Verdächtiger).
Vernehmungen haben ergeben, dass Priklopil und H. vor Priklopils angeblichen Suizid noch gemeinsam gesprochen haben und gemeinsam im Auto saßen. In diesem wurde später die DNS von noch einem weiteren Mann gefunden.

Fünftens hat nicht nur Wolfgang Priklopil angeblich Suizid begangen, sondern auch der Ermittler Oberst Franz Kröll (im Juni 2010), der die offizielle Tattheorie nicht teilte und den Eindruck hatte, Vorgesetzte in Polizei und Staatsanwaltschaft wollten die Ermittlungen sabotieren.

Die Zweifel basieren nicht nur auf den Phantasien von "Spinnern im Internet".
Man darf nicht vergessen, dass auch Politiker weitere Untersuchungen verlangten.
Zumindest sollte die Reihe von Zweifeln, die es in dieser Causa gibt, ausgeräumt werden.

Anfang 2012 kam - wie oben berichtet - ein parlamentarischer Ausschuss in Wien unter dem Vorsitzenden Werner Amon zu dem Ergebnis, dass der Fall noch nicht abgeschlossen werden dürfe.

Im FOCUS hat Autor Jens Bauszus die Ungereimtheiten im Februar 2012 in 8 Punkten zusammengefasst, die im Wesentlichen mit Darstellungen des Spiegel, des Kurier, Österreich oder 20min.ch übereinstimmen:
  • Die einzige Augenzeugin der Entführung vom 02.03.1998 (Ischtar A., damals 12) behauptete wiederholt und trotz Gegenmeinung der Vernehmer, dass sie einen zweiten Täter gesehen hat. Priklopil habe Kampusch ins Wageninnere gezerrt, während ein anderer Mann habe am Steuer des weißen Kleintransporters gewartet habe.
  • Offiziell benutzte Priklopil bei der Entführung seinen weißen Kastenwagen. Auf seinem Grundstück wurde aber auch eine Fahrtenbuchtasche für ein Salzburger Kennzeichen gefunden. Ist dies ein Hinweis auf eine Mietwagenfirma?
  • Einen Monat nach der Entführung erfuhr ein Polizeihundeführer von einem seltsamen Bewohner in Strasshof, der pädophile Tendenzen gehabt haben soll. Der Hinweis ging unter.
  • Nach der Flucht soll Priklopil am 23.08.2006 vor eine S-Bahn gesprungen sein. Die Polizeifotos zeigen seinen Körper aber weitgehend unverletzt und seinen Kopf (fast) abgetrennt.
  • Der Unternehmer Ernst H. war vermutlich mit Priklopil befreundet, obwohl er seine Kontakte als geschäftlich heruntergespielt hat.
    Als Natascha Kampusch am 23.08.2006 geflohen ist, hat ihn Priklopil aber sofort um Hilfe gebeten.
    Angeblich soll Priklopil bei einer Trunkenheitsfahrt der Polizeikontrolle entkommen sein. Danach sollen beide Männer noch 6 Stunden in H.s Wagen durch Wien gefahren sein, bis sich Priklopil dann vor einen Zug geworfen hat. Bei seiner ersten Vernehmung soll H. gesagt haben: "Hat ers umgebracht?"
    Verdächtigt ist auch, dass der angeblich rein geschäftlich Bekannte nach dem Selbstmord mehrere Sachen aus Priklopils Haus mitgenommen hat, die angeblich nur verliehen worden seien.
    Seltsam ist auch, dass Kampusch selbst H. kontaktiert haben soll: "Ja, wir telefonieren. Eines Tages hat sie mich angerufen."
  • Wenn Priklopil arbeitslos war, wieso hatte er in seinem Haus einen Safe mit Schecks und Belegen für Girokonten und Wertpapierdepots und wieso bekam er Geld von H. überwiesen?
  • Natascha Kampusch soll ihrer viel älteren Halbschwester ins Ohr geflüstert haben:
    "Hast eh nichts von der Schwangerschaft erzählt..."
    Es gibt Gerüchte, die von der FPÖ gepusht wurden, dass Kampusch von ihrem Entführer ein Kind hatte. Angeblich wurden im Verlies eine Haarlocke und ein Buch über Säuglingspflege gefunden.
    Ein weiteres Gerücht besagt, das Kind sei von Priklopil im Garten vergraben worden sein.
    Bei der ersten Hausdurchsuchung 2006 schlugen Leichenspürhunde zwar an, es gab aber keine tieferen Grabungen. Man führte die "Fehlspur" auf modriges Holz zurück.
  • Der Chefermittler Oberst Franz Kröll sagte laut der Zeitung "Österreich" zu einem Journalisten - wenige Wochen vor seinem angeblichen Selbstmord im Juni 2010 in seiner Wohnung in Graz, bei dem er sich als Rechtshänder mit links erschossen haben soll (vgl. den Tod von Lütgendorf):
    „Der Fall hat eine Dimension wie Lucona. Ich bin knapp davor, ihn zu lösen und die Kriminellen zu entlarven“.

Bis heute kam es aber nicht zu einer Gesamtaufklärung der Geschehnisse.


QUELLEN UND LITERATUR

Wikipedia
-
FOCUS:
Bauszus, Jens: Einzeltäter oder Pädophilenring? Die acht größten Ungereimtheiten im Fall Natascha Kampusch; FOCUS; 29.02.2012
KURIER.at:
Kampusch: Politiker bezweifelt Einzeltäter;
Kurier.at; 28.02.2012
RHEINISCHE POST:
Felten, Uwe: Ungereimtheiten im Fall Kampusch. Gab es mehr als einen Entführer?
Rheinische Post; 12.07.2009
DER SPIEGEL:
Fall Kampusch. Entführer täuschte Lösegeld-Erpressung vor;
Der Spiegel (online); 30.08.2006
Jüttner, Julia: Fall Kampusch. Gutachten nährt Zweifel an Suizid des Entführers Priklopil;
Der Spiegel (online); 19.04.2016
20MIN.CH:
Kle: Nach Videoanalyse. Beweise im Kampusch-Verlies verschwunden;
20min.ch; 31.01.2013 (aktualisiert)
-
Grandt, Guido/Udo Schulze: Staatsaffäre Natascha Kampusch: streng vertraulich;
2013 (Verlag Weltenwandel)
Pelz, Martin: Der Fall Natascha Kampusch; Marburg 2010 (Tectum)
Pöchhacker, Walter: Der Fall Natascha: Wenn Polizisten über Leichen gehen;
Detektivagentur Pöchhacker; 2004
Reichard, Peter: Der Entführungsfall Natascha Kampusch: Die ganze beschämende Wahrheit;
2016 (Riva)
Röggla, Kathrin: Die Beteiligten; Theaterstück; 2009
Rzeszut, Johann: Der Tod des Kampusch-Kidnappers: Wahrheitsfindung im Würgegriff;
CreateSpace Independent Publishing Platform, 2016
Sirny-Kampusch, Brigitta: Verzweifelte Jahre. Ein Leben ohne Natascha;
mit Andrea Fehringer und Thomas Köpf; Wien 2007 (Ueberreuter)




Freitag, 3. Januar 2025

JEFFREY EDWARD EPSTEIN (ENGLISH)


Jeffrey Epstein (2006, mugshot)



* 1953-01-20
+ 2019-08-10

Jeffrey Edward Epstein was an American financier, networker and child sex offender.
Epstein had contact to American politicians, businessmen, scientists etc.

Some of his friends or frienemies: Robert Maxwell (Ján Ludvig Hoch), Ghislaine Maxwell, Donald Trump, Bill Clinton, Prince Andrew, Steven Hoffenberg (Towers Financial Corporation), Leon Black (Apollo Global Management), Les Wexner (LBrands Corporation), Alan Dershowitz (law professor, attorney).


-

Epstein was born and raised in New York City in a Jewish family. He grew up in Sea Gate, a gated community at the western brink of Coney Island, Brooklyn. He had one brother, Mark.
His parents pushed him and his brother for high academic standards. There is speculation that for that reason parts of his personality were overdeveloped while others were underdeveloped.
At school Epstein was good at mathematics and science, but also at arts. He visited Lafayette High School at Brooklyn and could skip two classes.

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Sea Gate, Brooklyn

From 1969 to 1971 Epstein visited courses at Cooper Union college in Manhattan without getting a degree. in 1971 he was enrolled at New York University at Courant Institute of mathemetics. Epstein was intelligent but seemed to have problems with institutionalized education. He joint and left training programs.

From 1973 to 1975 Epstein began his professional life as a teacher for mathematics and physics at the famous Dalton School, even without a degree.

Epstein was quite popular at Dalton School but lived a liberal "70s" lifestyle.
He was looking for social contacts with students and also for social contacts with parents - escpecially if they were wealthy and good for his later professional life.
For some reason he had to leave this school.

But Epstein didn't fall far. Around 1976 he entered the banking and finance sector.
He worked at Bear Stearns and later started his own firm. The bosses of Bear Stearns wanted young people with intelligence and hunger for success, but not necessarily with high degrees or rich parents.
It is not quite clear why Epstein left Bear Stearns and if there was trouble because of his business conduct.
In his own firm, he could cultivate an elite social circle based on his business. But he also developed a lifestyle where he procured many woman - some of them underage - for himself and his associates. It is not completely clear when these semi-secret networks started.

schwarz weiß Foto (Kopf bis ca. Bauchnabelhöhe), Anzug und Krawatte, volles lockiges Haar, sitzend auf Couch, Arm über Lehne
Jeffrey Epstein, 1980

In the 1980s or 1990s Jeffrey Epstein got to know Ghislaine Maxwell. It is not exactly clear when. Ghislaine (Noelle Marion) Maxwell was the youngest daughter of media mogul (Ian) Robert Maxwell, born Ján (Ludvík Hyman Binyamin) Hoch (1923-06-10 - 1991-11-05)
Robert Maxwell lost almost his entire family at the holocaust and later started his media business from the British army. Robert Maxwell became super rich but was not accepted in some traditional elite circles.
Robert Maxwell was kind of an antagonist to famous media mogul Rupert Murdoch. The were not only competitors in business but also in politics. Maxwell was the "socialist/Labour guy" and Murdoch the "conservative capitalist guy" - even if Maxwell was en entrepreneur and Murdoch a former communist student!

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Robert Maxwell, 1989

Robert Maxwell (born 10.06.1923) came from a region that was at first part Czechoslovakia and then of Ukraine (then part of Soviet union). For that he had strong ties to former communist Eastern Europe. Around 1989 to 1991 when the Eastern Bloc was collapsing he wanted to rescue the falling system. From his perspective it was suspicious that many vendors and banks all at once wanted their money back they had borrowed/loaned to Eastern Europe.
Maxwell saw a conspiracy he wanted to counter.

But Maxwell couldn't counter.
He fell from his yacht "Ghislaine" (named like his daughter) and died on 1991-11-05. It is not clear how that happened and if it was an accident, suicide or murder.
During this time it became known he had taken large sums of his Corporate empire. He also took a lot of money of his employees pension reserves.
It is not completely clear what role his sons played in it.
And it is not clear if Ghislaine Maxwell then went to Jeffrey Epstein because she needed a new interlocutor or if some of the Maxwell money also went to Epstein like Eric Weinstein suspects.

What is clear is that Jeffrey Epstein expanded his business empire and his political and economic influence. There are also signs of shady dealings, but details are not known.
Parallel to his business empire Epsteins prostitution networks grew, too. It is widely believed that at an early stage of this erotic business he also had the idea of using this for blackmail purposes. Many of his guest rooms were wired.
Investigators and investigative journalists later asked themselves if he did this only for himself or also for intelligence/secret services. There were rumors about contacts to Mossad.
As a matter of fact Epstein could amass a large amount of money. He could afford several luxury mansions and even a private island.

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Epstein's island of Little St. James (U. S. Virgin Islands)

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Epstein with Ghislaine Maxwell at the White House with Pres. Clinton (1993)

Epstein used his contacts in the upscale milieu to hide his business. For some years victims who wanted to report him, were ignored. But at some point Epstein's crimes came to public.

In 2005, police in Palm Beach, Florida, began investigating Epstein after a parent reported
that he had sexually abused her 14-year-old daughter. Federal officials identified 36 girls whom Epstein had allegedly abused.
Epstein pleaded guilty and was convicted in 2008 by a Florida state court of procuring a child for prostitution and of soliciting a prostitute. He was only convicted of these two crimes. This plea deal was very controversial. It was even more controversial Epstein only had to serve almost 13 months in custody and over and beyond could benefit from extensive "work release" (which was not real work release).

For about ten years Epstein got off the hook again.
On 2019-07-06 Epstein was arrested again on federal charges for the sex trafficking of minors in Florida and New York. But there was no further trial.
On 2019-08-10 Epstein died in his jail cell. The medical examiner ruled Epstein's death a suicide by hanging. But there were other theories.
It could have been a suicide or murder:
Epstein's bone fractures and the "red circle" around his neck could also point to murder. It is also suspicious that on the day of Epstein's death as well as on the day of a previous alleged suicide attempt the cameras were down!
Epstein's lawyers have disputed the ruling, and there has been significant public skepticism about the true cause of his death. The internet was full of conspiracy theories.

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Metropolitan Correctional Center (place where Epstein died)


Since Epstein's death precluded the possibility of pursuing criminal charges against him, a judge dismissed all criminal charges on 2019-08-29.

Epsteins worth was over $500 million. He owned many luxury properties and even islands.

Ghislaine Maxwell, who recruited young girls for him, was arrested, charged and convicted  in 2021 on federal charge of sex trafficking and conspiracy for helping Epstein procure girls for child sexual abuse and prostitution.

In summer of 2025 while Donald Trump is President of the United States again the Epstein saga is stirred up in US media again.
People are asking:
Which precisely was Donald Trump's relation to Jeffrey Epstein?
Will Ghislaine Maxwell talk about Epsteins client list to get easing of detention conditions?


SOURCES:

Wikipedia
-
Brown, Julie K.: Perversion of Justice. The Jeffrey Epstein Story; New York 2021
Chaudry, Tahir: Wem diente Jeffrey Epstein? Das System aus Macht, Kontrolle und Erpressung; Neu-Isenburg 2024
Howard, Dylan/Melissa Dylan/James Robertson: Epstein: Dead Men Tell No Tales; New York 2019
Patterson, James/John Connolly/Tim Molloy: Filthy Rich. The true story behind the Jeffrey Epstein sex scandal; 2016
Ransome, Sarah: Silenced No More. Surviving My Journey to Hell and Back; New York 2021
Webb, Whitney: One Nation Under Blackmail: The Sordid Union Between Intelligence and Organized Crime that Gave Rise to Jeffrey Epstein; 2022


FILMS:

Stern, Ricki/Anne Sundberg: Surviving Jeffrey Epstein; USA 2020
Lisa Bryant: Filthy Rich; USA 2020

Dienstag, 31. Dezember 2024

(THE) BATTLE FOR WESNOTH



The Battle for Wesnoth (= Der Kampf um Wesnoth) ist ein freies rundenbasiertes Computer-Stategiespiel, dass im Jahre 2005 unter der GNU GPL veröffentlicht worden ist. Es ist auf fast allen bekannten und weniger bekannten Betriebssystemen außer Android (bisher) verfügbar.

Dem Spieler erscheint eine isometrische Karte mit Sechseckraster. Isometrisch bedeutet 2D/3D bzw. "Dreiviertel-Ansicht", also eine dreidimensional wirkende Ansicht aus der Überblicksperspektive.
Auf der Karte sieht man - ähnlich früher Warcraft-Versionen - eine Landschaft aus Dörfern, Wiesen, Bäumen, Höhlen und Wüstenflächen. Hierauf bewegen sich die Krieger als Pixelanimationen.
Die Akteure sind Menschen, Elfen, Orks usw. (diverse Völker), wie es aus Fantasywelten à la Das Schwarze Auge (DSA), AD&D, Warcraft oder Herr der Ringe bekannt ist.

Das Spiel enthält mehrere epische Kampagnen. Neben den Hauptkampagnen kann man sich auch weitere Kampagnen herunterladen oder selber im Editor entwerfen.

Das Spiel war ursprünglich auf den Einzelspielermodus ausgelegt, besitzt aber auch Mehrspieleroptionen über LAN, Hot-Seat-Modus oder Internet.

The Battle for Wesnoth liegt in vielen Sprachen - auch auf Deutsch - vor.

Unter den Open-Source-Spielen ragt es mit seiner ausgewogenen Spielgestaltung und seiner großen weltweiten Community heraus.


SPIEL

In The Battle of Wesnoth geht es um das Bekämpfen von Gegnern und das Besetzen von Dörfern.
Dadurch erhält man Gold, das gleichzeitig die einzige Ressource im Spiel ist.
Durch Gold kann man sich seine Einheiten ausrüsten oder Reserveeinheiten wieder einberufen (innerhalb einer Kampagne).
Sieger ist man, wenn man eine angegebene Spielmission erfüllt: Sieg über einen oder mehrere Gegner oder andere Runden- oder Kampagnenziele.


KAMPF

Beim Kampf muss man die Vor- und Nachteile der jeweiligen eigenen Einheiten in bezug auf gegnerische Einheiten, Terrain und Tageszeit kennen.

Einheiten gewinnen im Laufe der Zeit Erfahrung und steigen in einem Levelsystem auf.
Die Einheiten besitzen Lebenspunkte (angezeigt), Angriffs- und Trefferwahrscheinlichkeiten. So kann man mögliche Ausgänge der Kampfhandlungen mit Hilfe der Wahrscheinlichkeitsrechnung berechnen.

Die Bewegungspunkte (BP) geben an, um wie viele Felder sich eine Einheit in einer Runde bewegen kann. Alle Werte werden in einer Spielsituation durch Faktoren wie Terrain, Resistenzen und Nachbareinheiten beeinflusst.

Für Anfänger gibt es einen Tutorial.




SUPERTUXKART

SuperTuxKart
Logo von SuperTuxKart (Wikipedia)

17.08.2025



SUPERTUXKART

SuperTuxKart (STK) ist ein freies Arcade-Rennspiel.
Es ist sichtbar Mario Kart nachempfunden. Es gab allerdings schon vorher nicht nur von Nintendo Kart-Spiele. Die Firma Atari hat für den Atari Jaguar z. B. "Atari Karts" herausgebracht, dass optisch durchaus ansprechend gestaltet war, aber im Gameplay Mängel hatte.
(Mario Kart kam zuerst als 2D-Spiel für die SNES heraus und hatte als Mario Kart 64 für die N64 2D/3D-Effekte. Mit Mario Kart Double Dash für den GameCube war es ein vollständiges 3D-Spiel. Ähnliche Spiele gab es für die tragbaren Konsolen DS und 3DS.)

SuperTuxKart ist für viele Betriebssysteme verfügbar. Linux, macOS und Windows sind nur die drei bekanntesten.

Die Veröffentlichung der Version 1,0 erfolgte im April 2019. Damals waren die Hauptentwickler Jörg Henrichs und Marianne Gagnon. Heute wird SuperTuxKart in einem größeren Team weiterentwickelt. 
Basis ist die Programmiersprache C++.

Das Spiel erhält regelmäßige Aktualisierungen und verfügt über eine aktive Community, die viele eigene Karten entwickelt hat. Dafür kann man z. B. das Programm Blender verwenden, wie es auch auf einige Youtube-Kanälen gezeigt wird (z. B. Linux Guides).