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Montag, 10. Oktober 2022

WIRTSCHAFT/WISO: III. BERUFSAUSBILDUNG

Wirtschaft


(erstellt: 08.22 f)

QUELLEN:


- Groh, Gisbert/Volker Schröer: KBM, Kap. 3, S. 436
- Hug/Knauer/Lennartz/Speth/Waltermann: BM
- Speth/Hug/Kaier/Waltermann: Volks- und Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen
  (für Wirtschaftsschulen)


WIRTSCHAFS- UND SOZIALKUNDE


III. BERUFSAUSBILDUNG


Ansprechpartner (Kontaktpersonen) der Auszubildenden:

- Ausbildender, Ausbilder
- Vorgesetzte, Kollegen, Auszubildende
- Mitglieder des Betriebsrates; der Jugend- und Auszubildendenvertretung
- Ansprechpartner in Institutionen:
  Kammern (IHK, HWK), Berufsgenossenschaften
- Lehrer, Mitschüler

Meinungsverschiedenheiten (Streitfälle), Schlichtungsausschüsse:

- zuerst:
  persönliches Gespräch (Konfliktgespräch), ggf. mit Ausbildungsberater und Lehrperson
- dann:
  Schlichtungsausschuss (zwingend laut Arbeitsgerichtsgesetz [ArbGG];
  i. d. R. durch Kammern mit Arbeitnehmern und Arbeitgebern [50:50] gebildet)
  = „Ausschuss zur Beilegung von Streitigkeiten zwischen Ausbildenden und Auszubildenden
  aus einem bestehenden Berufsausbildungsverhältnis“
- wird der vom Ausschuss gefällte Spruch nicht innerhalb einer Woche akzeptiert,
  kann binnen zwei Wochen Klage beim zuständigen Arbeitsgericht eingereicht werden
(- bei Streitigkeiten aus einem beendeten Berufsausbildungsverhältnis ist das Arbeitsgerecht
  direkt zuständig)


BERUFSBILDUNGSGESETZ (S. 437)

[Anm.: Die Gesetze werden mit Kurztitel und Abkürzung angegeben.]

 

Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) regelt in Deutschland die betriebliche Berufsausbildung (Duales System), die Fortbildung sowie die berufliche Umschulung (§ 1 Abs. 1). Das Berufsbildungsgesetz bestimmt ferner die Voraussetzungen des Berufsausbildungsverhältnisses.
Art: Bundesgesetz

Rechtsmaterie: Arbeitsrecht, Berufsbildungsrecht

Die Gesetzgebungskompetenz fällt in die konkurrierende Kompetenz zwischen Bund und Ländern. Für dieses Gesetz war 1969 eine Genehmigung der Bundesregierung nach Art. 113 GG (in der Schlussformel des Berufsbildungsgesetzes abgedruckt) notwendig.

Zum 1. April 2005 wurde das Berufsbildungsgesetz grundlegend novelliert. Eine weitere Änderung trat zum 1. Januar 2020 in Kraft.

 

Das Berufsbildungsgesetz regelt:  
- die gesamte Berufsausbildung sowie…
- die Berufsausbildungsvorbereitung
- die berufliche Fortbildung
- die berufliche Umschulung
(wichtig!)

Bestimmungen:
- Berufsausbildungsvertrag
- Pflichten des Ausbildenden und des Auszubildenden
- Probezeit
- Vergütung
- Kündigung
- Zeugnis
- Abschlussprüfung
- Beendigung des Ausbildungsverhältnisses

Vom Berufsbildungsgesetz (BBiG) abweichende Regelungen dürfen nur zugunsten der Auszubildenden vereinbart werden!

Für alle Beschäftigten unter 18 Jahren ist auch das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) zu berücksichtigen („Gesetz zum Schutze der arbeitenden Jugend“).

Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) ist ein deutsches Gesetz zum Schutz von arbeitenden Kindern und Jugendlichen. Es zählt zu den Gesetzen des sozialen Arbeitsschutzes.
(Kind ist man mit Vollendung der Geburt bis < 14 Jahre. Jugendlicher ist man von 14 bis < 18 Jahre.)

Art: Bundesgesetz

Rechtsmaterie: Arbeitsrecht

Das BBiG wird ergänzt durch die jeweilige Ausbildungsordnung (Berufsausbildungsverordnung).

Ausbildungsordnungen legen in Deutschland die bundeseinheitlichen Standards für die betriebliche Ausbildung im Rahmen der dualen Berufsausbildung fest. Die/Eine Ausbildungsordnung regelt die sachliche und zeitliche Gliederung der Ausbildung.

Ausbildungsordnungen werden als Rechtsverordnungen des Bundes im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Die Grundlage für die Ausbildungsordnung ist das Berufsbildungsgesetz (BBiG).  

 

 

 

Auszüge aus dem Berufsbildungsgesetz (BBiG):

Teil 1: Allgemeine Vorschriften

 

§ 1: Ziele und Begriffe der Berufsbildung
§ 2: Lernorte der Berufsbildung

§ 3: Anwendungsbereich

Teil 2: Berufsbildung

 

Kapitel 1: Berufsausbildung


Abschnitt 1: Ordnung der Berufsausbildung; Anerkennungen von Ausbildungsberufen

§ 4: Anerkennung von Ausbildungsberufen
§ 5: Ausbildungsordnung
§ 6: Erprobung neuer Ausbildungs- und Prüfungsformen
§ 7: Anrechnung beruflicher Vorbildung auf die Ausbildungsdauer
§ 7a: Teilzeitberufsausbildung
§ 8: Verkürzung oder Verlängerung der Ausbildungsdauer

§ 9: Regelungsbefugnis
-

Abschnitt 2: Berufsausbildungsverhältnis

§ 10: Vertrag
§ 11: Vertragsniederschrift

§ 12: Nichtige Vereinbarungen

-

§ 13: Verhalten während der Berufsausbildung

         (Azubis: berufliche Handlungsfähigkeit, Ausbildungsziel)

-

§ 14: Berufsausbildung

         (Aubis: Pflichten [kostenlos], Ausbildungsnachweis, nur Ausbildungszweck)

§ 15: Freistellung, Anrechnung

§ 16: Zeugnis
-

§ 17: Vergütungsanspruch und Mindestvergütung
§ 18: Bemessung und Fälligkeit der Vergütung

§ 19: Fortzahlung der Vergütung

-

§ 20: Probezeit
§ 21: Beendigung
§ 22: Kündigung
§ 23: Schadensersatz bei vorzeitiger Beendigung (möglich!)

-

§§ 24 - 26: Sonstige Vorschriften
(Weiterarbeit, Unabdingbarkeit, Andere Vertragsverhältnisse)

(§ 24: Festeinstellung bei Weiterbeschäftigung)
=

§§ 64 - 67: Berufsbildung behinderter Menschen

=

Teil 7:

 

§§ 102 – 106: Übergangs- und Schlussvorschriften

§ 10: Vertrag § 11: Vertrag, Niederschrift § 12: Vertrag, Nichtigkeit

§ 13: Verhalten

§ 14: Berufsausbildung § 15: BA: Freistellung, Anrechnung § 16: Zeugnis

§ 17: Vergütungsanspruch § 18: Vergütung, Bemessung § 19: Vergütung, Fortzahlung

§ 20: Probezeit § 21: Beendigung § 22: Kündigung § 23: Schadensersatz

 

§ 10: Vertrag § 11: Vertrag, Niederschrift § 12: Vertrag, Nichtigkeit

§ 13: Verhalten

§ 14: Berufsausbildung § 15: Berufsausbildung, Freistellung, Anrechnung § 16 Zeugnis

§ 17: Vergütung, Anspruch § 18: Vergütung, Bemessung § 19: Vergütung, Fortzahlung

§ 20: Probezeit § 21: Beendigung § 22: Kündigung § 23: Schadensersatz



Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG):

 

§ 09: Freistellung (für Berufsschulunterricht)

§ 32: Erstuntersuchung

 

 

Arbeitszeitgesetz (ArbZG):

Das deutsche Arbeitszeitgesetz betrifft den öffentlich-rechtlichen Arbeitsschutz. Es begrenzt die höchstzulässige tägliche Arbeitszeit, es setzt Mindestruhepausen während der Arbeitszeit und Mindestruhezeiten zwischen Beendigung und Wiederaufnahme der Arbeit sowie die Arbeitsruhe an Sonn- und Feiertagen fest. Zudem enthält es Schutzvorschriften zur Nachtarbeit. Das Gesetz ist für Arbeitgeber und Arbeitnehmer verbindlich.

 

Art: Bundesgesetz

Rechtsmaterie: Arbeitsrecht

 

BERUFSAUSBILDUNGSVERTRAG (S. 437)

 

Der Ausbildende hat unverzüglich nach Abschluss des Berufsausbildungsvertrages den wesentlichen Inhalt des Vertrages schriftlich niederzulegen (elektron. Form ausgeschlossen!).

Angaben im Vertrag (Vertragsniederschrift):

- Ausbildungsberuf, sachliche und zeitliche Gliederung der Berufsausbildung
- Beginn und Dauer der Berufsausbildung
- Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte
- Dauer der regelmäßigen täglichen Ausbildungszeit
- Dauer der Probezeit und des Urlaubs
- Zahlung und Höhe der Vergütung
- Kündigungsvoraussetzungen
- für das Ausbildungsverhältnis wichtige Regelungen (z. B. Tarifverträge)
- Form des Ausbildungsnachweises

Unterschrift des Vertrages: 2 - 3

- Ausbildender
- Auszubildender
- bei Minderjährigkeit: gesetzliche Vertreter (bei Eltern: beide!)

Der minderjährige Azubi darf (als beschränkt Geschäftsfähiger) ohne Zustimmung des gesetzlichen Vertreters Rechtsgeschäfte im Rahmen seines Arbeitsverhältnisses abschließen. Der Abschluss (und die Kündigung) des Ausbildungsvertrages bedürfen der Zustimmung des gesetzlichen Vertreters.

 

Aubis haben den Azubis und deren gesetzlichen Vertretern unverzüglich eine Ausfertigung der unterzeichneten Niederschrift auszuhändigen!

 

Der Ausbildungsvertrag muss der zuständigen Kammer (IHK, HWK) zur Genehmigung und Eintragung in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse vorgelegt werden.

 

Pflichten des Ausbildenden (Ausbildungsbetrieb):
- Ausbildung entsprechend dem Vertrag (→ Beschäftigung gem. Ausbildungszweck)
- Freistellung für den Berufsschulunterricht (und Überwachung)

- angemessene Vergütung

- Ausstellung eines Zeugnisses

 

Hinweis:

- einfaches Zeugnis: Arbeitgeber; Art und Dauer der Beschäftigung
- qualifiziertes Zeugnis: auf Verlangen des Arbeitnehmers; + Verhalten und Leistung

 

Pflichten des Auszubildenden: 8

 

- sorgfältige Ausführung der Arbeiten

- Befolgung der Anordnungen

- Wahrung von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen

- Beachtung der Betriebsordnung

- pflegliche Behandlung der betrieblichen Einrichtungen
- unverzügliche Mitteilung bei Arbeitsunfähigkeit (z. B. Krankheit)
- Führung eines Ausbildungsnachweises (Berichtsheft; schriftlich oder elektronisch)

- regelmäßiger Besuch der Berufsschule

 

Probezeit:

 

- mindestens einen Monat und höchstens vier Monate

- in dieser Frist kann das Ausbildungsverhältnis jederzeit und ohne Einhaltung einer

  Kündigungsfrist von beiden Seiten gekündigt werden!

 

Vergütung:

 

- Mindestvergütung

- mindestens jährlich ansteigend (!)

- Überstunden sind besonders zu vergüten

- Vergütung zu zahlen auch bei:

  Freistellung (Berufsschulunterricht, Prüfungen) Krankheit (bis 6 Wochen)

 

Kündigung nach der Probezeit:

- nur schriftlich

- wichtiger Grund (Arbeitsverweigerung) ohne Kündigungsfrist

- vom Azubi bei Aufgabe oder Wechsel der Berufsausbildung mit 4 Wochen Kündigungsfrist

 

Bei einer Auflösung des Berufsausbildungsverhältnisses kann es zu Schadensersatzforderungen beider Seiten kommen (bei vermeintlich einseitiger Verantwortung für die Beendigung Ausbildung).

 

Beendigung des Ausbildungsverhältnisses: 3

 

- mit Ablauf der Ausbildungsdauer

- mit Bestehen der Abschlussprüfung (wenn vor Ablauf der Ausbildungszeit)

- nach der nächstmöglichen Wiederholungsprüfung (höchstens 1 Jahr Verlängerung)

 

 

DUALES SYSTEM DER BERUFSAUSBILDUNG (S. 439)

 

Beim Dualen Ausbildungssystem findet die Berufsausbildung grundsätzlich an zwei Lernorten statt (vgl. BBiG):

- Lernort „Betrieb“: betriebliche Berufs(aus)bildung

- Lernort „Schule“: schulische Berufs(aus)bildung (berufsbildende Schulen)

 

 

Kernbegriffe der Ausbildung im Betrieb (vgl. Ausbildungsordnung[en]):

 

Ausbildungsordnungen (Berufsausbildungsverordnungen):
AO sind die Grundlage für die betriebliche Ausbildung (geordnete/einheitliche Berufsausbildung in den Betrieben).

AO gibt es für jeden staatlich anerkannten Ausbildungsberuf.
(Ausbildungsordnungen werden als Rechtsverordnungen des Bundes im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.)

 

z. B. „Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement“

 

Wesentliche Inhalte: 9

 

- staatliche Anerkennung (des Ausbildungsberufs)

- Dauer der Berufsausbildung, hier: 3 Jahre

- Struktur der Berufsausbildung (Pflichtqualifikationen und 2 Wahlqualifikationen)

- Ausbildungsrahmenplan: zu vermittelnde „Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten“;

  Zeitrahmen

- Ausbildungsberufsbild: Pflichtqualifikationen, 2/10 Wahlqualifikationen, FKF

- Ausbildungsplan: im Betrieb von Aubis aufgrund des Ausbildungsrahmenplans festgelegt

- Ausbildungsnachweis: von Azubis schriftlich geführt (während der Ausbildungszeit) und von

  Aubis durchzusehen

- Verkürzung der Ausbildungszeit: gemeinsamer Antrag von Azubi und Aubi

  (bei optimistischer Prognose)

- Abschlussprüfung

 

 

Überstundenregelungen:

 

- Überstunden sind grundsätzlich freiwillig

- Überstunden müssen dem Zweck der Ausbildung dienen

  (Anwesenheitspflicht d. Aubis o. ä.)

- Höchstarbeitszeit für Azubis:

  * Jugendliche: 8 Stunden pro Tag, 40 Stunden pro Woche

  * Erwachsene: 10 Stunden pro Tag, 48 Stunden pro Woche

     (vgl. Arbeitszeitgesetz (ArbZG); in Ausnahmefällen bis zu 60 Std.!)

- Überstunden sind bes. zu vergüten oder mit Freizeit auszugleichen

- gundsätzlich kann Freizeitausgleich gefordert werden!

 

 

Beziehung Ausbildender und Auszubildender:

 

- Einstellung: persönlich geeignet (Ausbildender)

 

- Ausbildung: persönlich und fachlich geeignet (Ausbilder; nicht Ausbildender!)

 

 

Ausbilder:

 

- persönliche Eignung: nicht straffällig, BBiG-Verstöße, Beschäftigungsverbot von Jugendl.

 

- fachliche Eignung:

  * Abschlussprüfung in einer dem Ausbildungsberuf „entsprechenden Fachrichtung“
  (z. B. Industriekaufmann)

  * bestandene Ausbildereignungsprüfung vor der Kammer („AdA-Schein“)

 

 

Ausbildung in der Schule

 

Die Berufsschulpflicht wird von den Ländern geregelt (Beispiele):

?????

- für die Dauer des Ausbildungsverhältnisses

- * , sofern die Ausbildung vor Vollendung des 21. Lebensjahres begonnen wurde

- bis zum Ende des Schuljahres, in dem das 18. Lebensjahr vollendet wird

 

Der Berufsschulunterricht für Azubis unter 18 Jahren:

 

- der Arbeitgeber hat den Jugendlichen für die Teilnahme am Berufsschulunterricht

  freizustellen

- der Jugendliche darf nicht beschäftigt werden…

  * vor einem vor 09.00 Uhr beginnenden Unterricht

  * an einem Berufsschulalltag mit mehr als 5 Unterrichtsstunden (mind. 45 Minuten)

  * in Berufsschulwochen mit Blockunterricht von mind. 25 Std. an 5 Tagen

- auf die Arbeitszeit ist anzurechnen…

  * ein Berufsschultag mit mehr als 5 Unterrichtsstunden, mit 8 Stunden

  * ein zweiter Berufsschultag nur die Unterrichtszeit mit Pausen

  * Berufsschulwochen im Blockunterricht (5 Tage) mit 40 Stunden

- ein Entgeltausfall darf durch den Besuch der Berufsschule nicht entstehen

 

Der Berufsschulunterricht für Azubis über 18 Jahren: ?????
Es gilt das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) statt des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JArbSchG)!

 

- der volljährige Azubi kann selbst entscheiden, ob er die schulische Ausbildung wahrnimmt

  (?)

- er ist für den Berufsschulunterricht freizustellen („Unterricht vor betriebl. Ausbildung“)

- die Freistellung umfasst die gesamte Aufenthaltszeit

  (Berufsschulzeit auf vertragliche Arbeitszeit anrechnen)

- Berufsschule und Arbeitszeit: 8 Stunden pro Tag, 48 Stunden pro Woche

- die Rückkehr in den Betrieb an Berufsschultagen kann (grundsätzlich) verlangt werden

  (außer < 30 Minuten)

 

Die Berufsausbildung in der Berufsschule wird festgelegt durch die zwei aufeinander abgestimmten Pläne:

- Rahmenlehrplan (Ständige KMK)

- Lehrplan (Bundesland)

 

 

JUGENDARBEITSSCHUTZGESETZ (S. 443)

 

Das Jugendarbeitsschutzgesetz gilt für alle Beschäftigten (auch Azubis) unter 18 Jahren:

 

- Beschäftigungsverbot von Kindern (unter 15 Jahre!)

- Beschäftigungsverbot zwischen 20.00 Uhr und 06.00 Uhr
  (Ausnahme: Gastwirtschaften oder Bäckereien usw., über 16)

- Verbot von Samstags-, Sonn- und Feiertagsarbeit

   (Ausnahmen: Einzelhandel, Gaststätten usw.)

- Fünf-Tage-Woche

- Arbeitszeit: max. 8 Stunden/Tag und 40 Stunden/Woche

  (Erwachsene zum Vergleich: 10 – 48) ?????

- Urlaubsregelung:
  * < 16 Jahre: 30 Werktage

  * < 17 Jahre: 27 Werktage

  * < 18 Jahre: 25 Werktage

- Pausenregelung: im Voraus feststehende Ruhepausen von „angemessener“ Dauer

  30 Min. bei > 4,5 Stunden

  60 Min. bei > 6 Stunden

- Teilnahme am Berufsschulunterricht

- Beschäftigung an Berufsschultagen

- Verbot der Akkordarbeit

- gesundheitliche Betreuung

 

Ärztliche Untersuchungen im Rahmen des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JArbSchG):

 

Erstuntersuchung:

 

- ärztliche Untersuchung innerhalb der letzten 14 Monate

- Bescheinigung des Arztes an Arbeitgeber

- sonst keine Einstellung

 

Erste Nachuntersuchung:

 

- ein Jahr nach der ersten Beschäftigung

- Nachuntersuchung darf nicht länger als 3 Monate zurückliegen

- nach 1 Jahr im Verzug schriftliche Aufforderung des Arbeitgebers innerhalb 1 Monats

- der Jugendliche darf nach Ablauf von 14 Monaten nicht weiterbeschäftigt werden

 

 

Sozialversicherung:

 

Für die Auszubildenden gelten die gleichen sozialrechtlichen Vorschriften wie für alle Arbeitnehmer.

 

 

Jugend- und Auszubildendenvertretung

 

In Betrieben mit mindestens 5 Arbeitnehmern, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben (jugendliche Arbeitnehmer) oder die zur Berufsausbildung beschäftigt sind und das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, werden Jugend- und Ausbildungsvertretungen gewählt.
Regelung: Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG), Personalvertretungsgesetz (PersVG).

 

- wählbar sind alle Arbeitnehmer < 25

- Amtszeit: 2 Jahre

- keine Betriebsratsmitglieder in Jugendvertretung!

 

Aufgaben und Rechte:

- Beantragung von Maßnahmen beim Betriebsrat (z. B. Berufsbildung)

- Überwachung und Einhaltung von Gesetzen

- Teilnahme an allen Betriebsratssitzungen (Vertreter!)

- Stimmrecht bei Betriebsratssitzungen (bei „Jugendthemen“)

 

 

Personalförderung und Fortbildung

 

Ziel: lebensbegleitendes Lernen

 

- Initiative des Betriebs: Personalförderung durch Traineeprogramme, Coaching, Mentoring

- Initiative des Azubis: Fort- und Weiterbildung

- Stipendien und Förderprogramme (nationale und internationale Organisationen)

- Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG)

- eigener Betrieb

Montag, 23. August 2021

WILLEM HOLLEEDER

Cor van Hout und Willem Holleeder vor Gericht (1987)

* 29.05.1958 in Amsterdam

Willem Frederik Holleeder ist ein niederländischer Schwerkrimineller, der jahrzehntelang aktiv war und insbesondere durch die Entführung des Brauereimanagers Freddy Heineken 1983 mit Cor van Hout und anderen Mittätern berühmt wurde. Anfang der 1990er-Jahre konnte er nach dem Tod des Paten Klaas Bruinsma weiteren Einfluss in der Unterwelt gewinnen. Holleeder gilt als sehr gerissen und ließ Konkurrenten wie Freunde ermorden. Am Ende stolperte er aber über ein aufgezeichnetes Gespräch mit seiner Schwester Astrid, in dem er viele Straftaten gestand, und erhielt Lebenslänglich.

Klaas Bruinsma



Willem Frederik Holleeder wuchs in einer Familie voller Spannungen auf. Sein Vater Wim Holleeder (1927 - 1990) war sehr autoritär und litt zunehmend an Alkoholproblemen. In den 1950er-Jahren war er Profirennfahrer und arbeitete später für die Heineken-Brauerei. Interessanterweise wuchsen damals viele niederländische Kriminelle in Familien auf, in denen der Vater in der Getränkeindustrie arbeitete (wobei diese Branche generell wichtig ist für die holländische Wirtschaft). Der Vater Holleeders arbeitete z. T. auch als Freddy Heinekens Privatchauffeur.

Holleeder suchte aufgrund der Spannungen in der Familie - ähnlich wie Klaas Bruinsma - Betätigung und Abenteuer außer Haus und schloss sich kriminellen jugendlichen Netzwerken an. Zu seiner Jugendbande gehörten neben Holleeder selbst sein Klassenkamerad Cor van Hout ("Flipper"), Jan Boellaard und Frans Meijer. Van Hout heiratete später sogar Holleeders Schwester Sonja. Die Gruppe war im Kleinkriminellen-Milieu und als Schlägertruppe tätig. Dies ist insbesondere wichtig, da sich auch in den Niederlanden in den 1970er-Jahren eine Hausbesetzerszene entwickelte. Hausbesitzer ließen so Hausbesetzer mit Gewalt räumen. Möglicherweise verübte die Gruppe auch Einbrüche oder Raubüberfälle.

Daneben begannen die Jugendlichen (krumme) Geschäfte im Gaststättengewerbe und gründeten die Firma "Epan B. V.". Die Firma ging aber nach einiger Zeit in Konkurs. Danach vermittelten die Täter illegal Beschäftigte in den Bausektor und stiegen später in den Immobilienhandel ein. Holleeder verdiente sich durch seine Gerissenheit mehrere Spitznamen, einer davon war wegen seines Äußeren "Die Nase".

Ein besonders spektakulärer Coup war am 09.11.1983 die Entführung des Vorstandsvorsitzenden der Heineken-Brauerei Alfred "Freddy" Heineken und dessen Chauffeurs Ab Doderer. Daran waren neben Holleeder mindestens vier Mittäter beteiligt. Die Entführer erhielten 35 Millionen Gulden (ca. 16 Mio. Euro) Lösegeld von der Familie (gegen den Willen der Polizei), von denen ein Teil bis heute noch nicht wieder aufgetaucht ist. Insbesondere der Verbleib von Holleeders Anteil ist unklar.
Es wird vermutet, dass die Täter von den 35 Mio. 15 Mio. unter sich aufteilten (: 5) und 20 Mio. in Maarsbergen (Utrechtse Heuvelrug) vergraben haben.

Nach der Freilassung von Freddy Heineken wurden die Entführer Willem Holleeder, Cor van Hout, Jan Boellaard, Frans Meijer und Martin Erkamps gefasst und verurteilt. Man erkennt eine Kontinuität des "Personals" seit Beginn von Holleeders krimineller Karriere!
Holleeder erhielt elf Jahre, wurde aber bereits 1992 entlassen. Damit kam er gerade zum rechten Zeitpunkt frei, als durch den Tod von Klaas Bruinsma in der holländischen Unterwelt eine "Marktlücke" entstand.
In der Haft hielt Holleeder weiterhin Kontakt zur Organisierten Kriminalität und knüpfte auch neue Beziehungen. Besonders wirksam wurde sein Kontakt zu John Mieremet, der später mit Holleeder hinter dem Mord an Holleeders ursprünglichem Freund Cor van Hout gestanden haben soll (beide als Auftraggeber). Andere Kriminelle waren Yvon Lodewijks, der auch hinter der van-Hout-Ermordung gestanden haben soll und Dennis Stewart.
An Holleeders Verbrecherring sollen an die zwei Dutzend Personen beteiligt gewesen sein.

Holleeder finanzierte sich weiterhin durch kriminelle Geschäfte wie Erpressung. Auch soll er mit dem noch-Verbündeten Cor van Hout sein verbliebenes Geld aus der Heineken-Entführung gewinnbringend angelegt haben. Eines seiner Erpressungsopfer und gleichzeitig sein Geschäftspartner aus der "Oberwelt" war der begabte Banker Willem Endstra. Endstra war Finanzmanager, Immobilienmakler und wahrscheinlich auch an Geldwäsche beteiligt.
Nach der Ermordung von Cor van Hout 2003 (inzwischen Holleeders Schwager!) kam es zu Dissonanzen zwischen Holleeder und Willem Endstra, so dass er 2004 auch ihn ermorden ließ. Gerüchteweise hatte Endstra Kontakte zur Polizei aufgenommen.
Endstra soll gesagt haben, dass Holleeder bis dato hinter 25 Morden stand. Dadurch wurde Endstra zu einer Gefahr für das Milieu. Hinter seiner Ermordung sollen neben Holleeder mehrere Unterweltgrößen gestanden haben. John Mieremet, Yvon Lodewijks und Dino Soerel stehen zur Debatte, aber auch Ali N., C. Özgür und Cleon D. 
Doch in einem wankelmütigen Milieu werden aus Partnern schnell Feinde und so haben wohl Holleeder und Soerel gemeinsam die Ermordung Mieremets geplant. Dieser wurde dann im November 2005 in Thailand erschossen.
Die niederländische Zeitung "De Telegraaf" berichtete im Juli 2006, dass Holleeder und van Hout in den 1980ern sogar statt Freddy Heineken Prinz Bernhard aus dem Königshaus entführen wollten. Die mutmaßliche Quelle dieses Berichts, der Barbesitzer Thomas van der Bijl (Aussage bei der niederländischen Nationalpolizei), war im April 2006 in seiner Bar ermordet worden.

Nachdem diese Taten teilweise aufgedeckt werden konnten, wurde Willem Holleeder 2006 vor Gericht gestellt. Der Prozess galt als "Prozess des Jahrhunderts". Holleeders Anwalt, Bram Moszkowicz wurde ausgetauscht, weil er schon für Endstra tätig war. Ein anderer Anwalt, Bram Zeegers, der gegen Holleeder aussagte, starb an einer Überdosis Drogen.
Schließlich verbüßte Holleeder ab 2007 eine Haftstrafe im Gefängnis Niew Vosseveld und später De Schie. Gegen Ende 2007 musste er sich einer Herzoperation unterziehen. 2008 wurde er während der Haftzeit noch an dem Mord am ex-jugoslawischen Drogendealer Serge Miranovic 2006 verdächtigt.
Die neunjährige Haftstrafe Holleeders wurde aber wie frühere Strafen verkürzt und er kam schon im Januar 2012 vorzeitig wieder frei. Holleeder, der schon oft Polizei wie Unterwelt austricksen konnte, hielt sich jetzt für nahezu unangreifbar, gab lockere Interviews, nahm an der TV-Sendung College Tour teil und schrieb Zeitungskolumnen. Im September 2012 nahm er ein Album namens "Willem is terug (zurück)" mit dem Rapper Lange Frans auf und schrieb dann noch bis März 2013 eine Kolumne für die "Nieuwe Revu". Im Februar 2013 war Holleeder mitbegründer des Motorradclubs "No Surrender MC" und wurde dessen Vizepräsident in Amsterdam.
Der Verbrecher, dem immerhin Mord, Erpressung und andere schwere Delikte in hoher Zahl vorgeworfen wurden, wurde als "Knuffelcrimineel" verharmlost.

Doch solche Allüren führen auch zur Selbstüberschätzung und die Ermittlungsbehörden ließen diesmal nicht locker. Sie überwachten ihn genauer und nahmen ihn schon im Mai 2013 in einer großen Operation mit 450 Angehörigen von Polizei und Armee erneut fest. Es ging erneut um Erpressung und Mordverdacht. Eines der Opfer war Theo Huisman, ein Ex-Präsident des Amsterdamer Chapters der Hells Angels Holland. Schon im Juni 2013 wurde Holleeder wieder entlassen, aber die Polizei blieb an ihm dran.
Holleeder fuhr später wieder in U-Haft ein und beging diesmal einen großen Fehler, obwohl er in seiner jahrzehntelangen Karriere so gerissen war. Er sprach mit seiner Schwester Astrid über sein Leben und seine Taten und drohte ihr schwere Konsequenzen an, falls sie bei der Polizei gegen ihn auspacken würde. Dies ermutigte sie, diese Gespräche 2015 aufzeichnen zu lassen. Die Staatsanwaltschaft war sehr erstaunt, was sie da zu hören bekam.
Holleeder wurde trotzdem wieder freigelassen und fuhr im April 2016 wieder ein. Jetzt bestand der Verdacht, dass er zwei Gangmitglieder der "Curaçao No Limit Soldiers" zu drei Morden anstiften wollte: An seiner Schwester Astrid, an seiner Schwester Sonja und am Zeugen und am Zeugen Peter R. de Vries. Die beiden Gangmitglieder bekamen kalte Füße und zogen später ihre Aussage zurück.
Doch Holleeder hatte selber schon im Gespräch mit seiner Schwester Astrid zuviel gesagt. Wenn man eine Bilanz ziehen will, kann man sagen, dass er in der Tat hinter einem Großteil der Morde an Unterweltgrößen stand, die über Jahre hinweg reihenweise ausgeschaltet wurden!

So konnte Holleeder im Juli 2019 nach einem langjährigen Prozess in "De Bonker" in Amsterdam zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt werden. Seine Proteste vor Gericht nützten ihm jetzt nichts mehr. Das Gericht hatte genug und folgte im Wesentlichen den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Holleeder war jetzt 61 Jahre alt.
Das Ergebnis wird im Folgenden dargestellt.
Holleeder wurde in fünf Mordfällen schuldig gesprochen:
- Sam Klepper: Hells-Angels-Biker, 2000 erschossen
- Cor van Hout: Komplize, 2003 erschossen
- Willem Endstra: Banker und Immobilienmakler, 2004 erschossen
- Kees Houtman: Drogendealer, 2006 erschossen
- Thomas van der Bijl: Barbesitzer und Freund der Familie, 2006 erschossen
Ferner in einem versuchten Mord:
- John Mieremet: Komplize von Sam Klepper, 2002 Mordversuch (2005 erschossen)
Ferner in einem Totschlag:
- Robert ter Haak: beim Angriff auf van Hout tödlich getroffen

Seine Schwester Astrid, die mit der Staatsanwaltschaft zusammengearbeitet hatte, fürchtet seitdem um ihr Leben und musste in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen werden. Eine ähnliche Furcht hat ihre Schwester Sonja.
Astrid, die es als einzige in ihrer Familie zu eine Jurastudium gebracht hatte, kommentierte die Geschehnisse damit, dass jetzt nicht nur ihr Bruder Willem, sondern auch sie lebenslänglich erhalten habe. Sie zeigte sich aber zufrieden, dass nun die fast endlose Serie seiner Gewalttaten vorbei sei und führte die Entwicklung ihres Bruders auf die Gewalt des Vaters und die extreme Kälte innerhalb der Familie zurück. Sie äußerte sich in Interviews und in einem 2016 erschienenen Buch (2018 auf Deutsch) zu dem Thema.


QUELLEN/LITERATUR:

Wikipedia
-
Astrid Holleeder: Judas. Een familiekroniek; Amsterdam (Lebowski) 2016;
   bzw. auf Deutsch: Judas: Wie ich meinen Bruder verriet, um das Morden zu beenden. Eine wahre Geschichte; Köln (Kiepenheuer&Witsch) 2018. 

 

Sonntag, 22. August 2021

DIE SPANNUNGEN ZWISCHEN DEN USA UND DER VR CHINA (BIS 2021)


USA vs. VR China - Die Spannungen nehmen zu.

USA - China



DIE BEZIEHUNGEN USA - VR CHINA NACH DER GRÜNDUNG DER VOLKSREPUBLIK

Die Beziehungen zwischen der Volksrepublik China und den USA gestalteten sich von Anfang an als problematisch. Dies liegt allein schon einmal daran, dass die USA den Sieg der chinesischen Kommunisten im Bürgerkrieg gegen die "nationalrevolutionäre" Kuomintang (und anfangs gegen Warlords) als eigene Niederlage betrachteten und zuerst auch so nicht erwartet hatten. Dieser Sieg, der am Ende des Zweiten Weltkrieges durch Stalins Invasion der Mandschurei eingeleitet wurde, und sich durch das gute Verhältnis der Kommunisten zu Teilen der Landbevölkerung fortsetzte (Mao veränderte hier die marxistische Fokussierung auf die Arbeiterklasse), war so von vielen nicht erwartet worden. Man muss aber noch hinzufügen, dass die Kommunisten eine brutale Hungerpolitik gegen die großen Städte führten und nicht nur viele Überläufer in ihre Reihen aufnahmen, sondern auch ehem. Kollaborateure mit den japanischen Besatzern, was sie in ihrer Propaganda gerne der Kuomintang vorwarfen.
Somit galt die Gründung der Volksrepublik China im Jahre 1949 - früher sprach man von Rotchina - als weiterer Sieg des "Weltkommunismus'" und als riesige Vergrößerung des "roten Blocks".
Die Kuomintang erschoss noch schnell einige Gegner, nahm die Goldreserven in Shanghai an sich und floh auf die Insel Taiwan (vorher auch als Formosa bekannt). Offiziell gründete man dort die Republik China (Republic of China), auch wenn vulgo oft von Taiwan die Rede ist. Ein Teil der Kuomintang floh auch nach Südostasien und leistete dort noch eine Weile Widerstand. Dabei kam es schon vor dem französischen Indochinakrieg und vor dem Vietnamkrieg der 1960er/1970er-Jahre zu einer Kriegsfinanzierung mit Hilfe von Drogen wie Opium (-> Goldenes Dreieck).


DIE VR CHINA UND DIE KOMMUNISTISCHE WELTBEWEGUNG

Heute ist oft vergessen, dass der moderne Kommunismus à la Marx und Lenin im 20. Jhd. durch die Weltkriege zwei große Sprünge mit Territorialerweiterung gemacht hat. Infolge des Ersten Weltkrieges wurde das Russische Reich als Sowjetunion kommunistisch und als Folge des Zweiten Weltkrieges Osteuropa und China. Im Rahmen der sogenannten oder wirklichen Befreiungsbewegungen - der Begriff ist umstritten, weil einige dieser "antiimperialistischen" Bewegungen selber imperialistisch waren - gerieten dann auch Südamerika, Afrika, die arabischen Staaten (in Arabien und Afrika), Südasien und Südostasien ins "rote Visier".
Außerdem waren auch in einigen westlichen und japanischen Metropolen marxistische oder neomarxistische Ansichten bis in die 1980er-Jahre in.

In den USA und in nicht-kommunistischen bis anti-kommunistischen Staaten sah man sich durch eine immer größere rote Gefahr bedroht. Übersehen wurde dabei allerdings, dass es im Kommunistischen Block auch Friktionen gab, die mit der Zeit zunahmen. So brach z. B. nach Josef Stalins Tod ein Konflikt zwischen Stalins Nachfolgern und Mao Zedong aus, weil man sich weder über Richtung noch über Führungsanspruch im Kommunistischen Lager einig war.
Auch zwischen den Kommunisten in China und denen in Vietnam oder N-Korea gab es Widersprüche, die einerseits ideologische, andererseits sogar nationalistische und biologistische Ursprünge hatten.

Die USA sahen die VR China entsprechend zunächst als Feind an und dachten sogar über atomare Einsätze nach. Eine Wende kam dann durch den Vietnamkrieg, in dem insbesondere Richard Nixon und Henry Kissinger Peking von Moskau unter Ausnutzung bestehender Spannungen entfremden und damit den Druck auf Südvietnam und ganz Südostasien nehmen wollten. Südvietnam ging aber dennoch für sie verloren und wurde kommunistisch.

Problematisch für eine Annäherung zwischen den USA und China blieb die Taiwan-Frage. Die VR China wollte Taiwan ihrem Machtbereich einverleiben. Die USA erkannten zwar offiziell die "Ein-China-Politik" an, wollten aber Taiwan auch nicht fallen lassen. Deshalb kam es erst 1979 (nach Maos Tod 1976) zur Anerkennung der VR China.


DIE BEZIEHUNGEN USA - VR CHINA NACH DEN WIRTSCHAFTSREFORMEN AB 1978

Die USA unterstützten auch die wirtschaftliche Reformpolitik in der Volksrepublik unter Deng Xiaoping, ignorierend, dass er anfangs lange auf Maos Seite stand, ein knallharter Machtpolitiker war und nur wirtschaftliche Reformen befürwortete - nicht aber politische!
So war Deng überhaupt kein Freund einer Demokratisierung Chinas zu Lasten der Kommunistischen Partei und es wird auch vermutet, dass er an der nuklearen Proliferation nach Pakistan und Nordkorea und Waffenlieferungen in andere Gebiete beteiligt war. Mit dem ehem. Verbündeten Vietnam führte er 1978 sogar Krieg.
Ein weiteres Problem wurde damals zu wenig wahrgenommen: Durch die wirtschaftliche Modernisierung der VR China wurde das Land zwar aus den blutigen bürgerkriegsänlichen Zuständen während Maos Massenkampagnen herausgerissen, andererseits aber auch ein immer stärkerer wirtschaftlicher (und potenziell politisch-militärischer) Konkurrent für andere Länder einschließlich der USA. Anhänger der Weltsystem-Theorie (vgl. Giovanni Arrighi) wiesen darauf hin!

Aber schauen wir uns die Entwicklung ab 1978 genauer an:
Ab 1978 begann unter Deng Xiaoping die Phase der Reform- und Öffnungspolitikin der VR China, die de facto eine Teilabkehr vom bisherigen planwirtschaftlichen System hin zu einem stärker kapitalistischen Wirtschaftsformen bedeutete. Wir verwenden hier den Begriff "Teilabkehr", weil es unter Forschern umstritten ist, ob China eine totale Trendwende durchgeführt hat oder weiterhin an seinen sozialistischen Idealen festhalten will (vgl. Sebstian Heilmann) und nur einen gewissen "Wirtschaftsturbo" benötigt, um auch politisch mächtiger zu werden.
Wichtig ist aber die Planmäßigkeit der Reformen: Deng sah ab 1978 Reformen in der Landwirtschaft vor und ab ungefähr 1984 auch Reformen in der Industrie. Deng war auch der Meinung, dass durch die Priorisierung der Wirtschaft andere Sphären zu warten hätten - einschließlich des Militärs. Das heißt jedoch nicht, dass er in diesem Bereich nicht an eine Stärkung gedacht hätte.
Durch die genannten Reformen intensivierten sich also die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den USA und der VR China. Eine politische Richtungsänderung in Richtung auf eine pluralistische Gesellschaftsform war damit nicht verbunden. Trotz einzelner Anzeichen der Liberalisierung in einigen Bereichen behielt die KPCh die politische Macht fest in ihrer Hand und verteidigte diese auch mit Waffengewalt gegen Demonstranten im eigenen Land, wie das Tian'anmen-Massaker am 3. und 4. Juni 1989 zeigte, das die US-amerikanisch-chinesischen Beziehungen vorübergehend erheblich belastete. Deng holte zur Niederschlagung dieser Protestbewegung extra ältere Verbündete aus ihrem Altenteil zurück, um noch einmal die für solche Maßnahmen nötige Macht zu erhalten. Auch innerhalb Armee und Partei waren diese Maßnahmen umstritten.
Man muss allerdings auch sehen, dass die Protestbewegung nicht so homogen war, wie es nach außen schien: Unter den Protestierern waren schwärmerische Intellektuelle, Westler, Neo-Maoisten, Nationalisten (es kam zu anti-afrikanischen Ausschreitungen!) und sozial Deklassierte.

In der Republik China (auf Taiwan) ergab sich eine andere Entwicklung. Auch hier kam es zu einer starken wirtschaftlichen Entwicklung - sogar noch früher als in der VR China - und das Land wurde zu den ostasiatischen sogenannten Tigerstaaten gezählt. Parallel dazu kam es etwa ab den 1980er-Jahren zu einer zunehmenden politischen Liberalisierung. Die Einparteienherrschaft der Kuomintang fand ein Ende und andere politische Parteien wurden zugelassen. Die autochthone Bevölkerung Taiwans bekam erstmals ein größeres politisches Mitspracherecht. Bei den Wahlen in Taiwan zeigte sich, dass nicht wenige Taiwaner ein geringes oder kein Interesse an einer Wiedervereinigung mit dem chinesischen Festland hatten. Dies provozierte die Volksrepublik China zu politischen und militärischen Drohgebärden gegenüber der Republik China/Taiwan, was wiederum die Vereinigten Staaten auf den Plan rief, die zwar seit 1979 keine offiziellen diplomatischen Beziehungen zu dieser unterhielten, aber die Entwicklung einer demokratischen Gesellschaft mit Sympathie beobachteten. (Eine ähnliche Demokratisierungswelle gab es damals übrigens auch in Südkorea, dass auch als wirtschaftlicher Tiger galt.)


VERSCHLECHTERUNG DER BEZIEHUNGEN SEIT DEN 1990ER-JAHREN

Zu einer Verschlechterung des Verhältnisses zwischen der Volksrepublik China und den Vereinigten Staaten haben mehrere Faktoren beigetragen:
- wirtschaftliche Liberalisierung der VR China:
  die Liberalisierung schien China zwar zu besänftigen, machte es aber zum Konkurrenten für die USA
  (realpolitisch gesehen bewirkte sie eine Störung im Mächtegleichgewicht)
- in den Meeren östlich und südöstlich der VR China bestehen Territorialkonflikte, die seit den 1990ern immer mehr eskalieren
- China hat auch zu Lande Grenzkonflikte, z. B. mit der Atommacht Indien
- Demokratiedefizite und Menschenrechtsdefizite bzgl. ethn. Minderheiten in der VR China;
  den USA wird aber vorgeworfen, diese zu instrumentalisieren
- konkret das Tienanmen-Massaker

Zu den Territorienkonflikten in den Meeren östlich/südöstlich Chinas:
Verschiedene Staaten erheben hier territoriale Ansprüche auf kleinere, größtenteils unbewohnte Inseln, mit dem Hintergrund, sich die zugehörigen Seegebiete zu sichern. In diesen werden auch Rohstoffvorkommen vermutet. Insbesondere in den frühen 1990er-Jahren erhob Deng Xiaoping erhebliche Ansprüche auf Seewege und Inselgruppen.
Die USA haben weder die Ansprüche Taiwans noch die der Volksrepublik China oder anderer Staaten anerkannt. Sie fordern die Freiheit der Meere und der Schifffahrtswege ein und haben mehrfach Marineeinheiten in die Gewässer entsandt, was wiederum zu chinesischen Protesten führte. Insbesondere Marineverbände mit Flugzeugträgern vor Taiwan gelten als sehr heikel.
Aus Sicht Chinas sind aber solche dem Festland vorgelagerten Inselgruppen vital wichtig, da es für die Volksrepublik als schwierig gilt, einen möglichen Angreifer erst an den Stränden des Festlandes abzufangen.
Auf die zunehmenden Spannungen reagiert die VR China mit rhetorischen Säbelrasseln und praktisch umgesetzten Rüstungsanstrengungen. Insbesondere die Entwicklung von Anti-Schiffs-Raketen wird von den USA als sehr problematisch angesehen. Sie könnten die Dominanz der USA auf dem Sektor der Flugzeugträger brechen - zusammen mit dem Bau eigener Flugzeugträger - und werfen die Frage auf, ob nicht Langstrecken-U-Boote in Zukunft strategisch wichtiger werden.

Wichtig: Angesichts der zunehmend konfrontativen Haltung der USA und der VR China zueinander und der klaren Zielsetzung Chinas, bis allerspätestens 2049 zur Hundertjahrfeier der Volksrepublik die (aus seiner Sicht) Wiedervereinigung des Landes durchgeführt zu haben, muss jedem Beobachter der Lage klar sein, dass beide Länder sich gegenwärtig klar auf einen Großkonflikt zubewegen!


PRÄSIDENTSCHAFT VON DONALD TRUMP (2016 - 2021)

Mit der US-Präsidentschaft Donald Trumps verschärfte sich der Ton zusehends, auch wenn er am Anfang seiner Amtszeit - wie so oft - keine konsistente Politik betrieb und den chin. Präsidenten Xi ausdrücklich lobte. Doch schon im Wahlkampf heizte Trump die Stimmung nicht nur gegen Mexiko sondern auch gegen China an. Man muss auch wissen, dass das Handelsdefizit der USA immens ist. Donald Trump wies im Wahlkampf oft darauf hin.

Der Streit zwischen den USA und China entzündete sich zuerst am Punkt der angeblich zu Lasten der USA unfairen Handelsbeziehungen und dann ab 2019/2020 durch die Auseinandersetzung um die Corona-Krankheit Covid 19 und die noch ungeklärte Frage nach dem Ursprung der Krankheit (chin. Fischmarkt in Wuhan? Labor in der Nähe des Fischmarktes?).
Anfang 2018 brach ein offener Handelskonflikt zwischen den USA und China aus. Die USA warfen China konkret unfaire Handelsbedingungen, eine Missachtung geistigen Eigentums, Technologiediebstahl und Hacking vor.

Mit dem Ausbruch von Covid-19 machte Trump noch stärker Stimmung gegen China und bezeichnete die Krankheit u. a. als "Chinese Virus" und "Kung Flu".
Es kam zu weiteren diplomatischen Verstimmungen und Strafmaßnahmen.

Die US-Navy entsandte im Juli 2020 die Flugzeugträgerkampfgruppen der USS Nimitz und USS Ronald zu sog. Freedom of Navigation-Fahrten in die von China beanspruchten Gebiete im Südchinesischen Meer. Dieses Pochen auf die "Freiheit der Weltmeere" wird aber von US-Kritikern als verkappter US-Imperialismus zur See betrachtet. Kritiker erinnern auch an das Verhalten der noch jungen USA im 19. Jhd., als man gerade in Asien Staaten durch eine sog. "Open Door Policy" gewaltsam für den Handel öffnete.

US-Außenminister Mike Pompeo bezeichnete Chinas Gebietsansprüche als illegal. Die USA ordneten im Juli 2020 die Schließung des chinesischen Konsulats in Houston (Texas) an, weil angeblich Gesetze und Vorschriften der USA von chinesischen Diplomaten missachtet worden seien. Die US-Regierung wirft generell chinesischen Agenten versuchten Datendiebstahl vor. Es konnten offenbar auch Versuche nachgewiesen werden, Forscher und Führungskräfte in den USA als Agenten zu gewinnen. Daraufhin verfügte China die Schließung des US-Konsulats in Chengdu. Aus Sicht von China sind die Beziehungen zu den USA so schlecht wie seit 1979 nicht mehr. Weitere Streitpunkte sind der Umgang Chinas mit den Uig(h)uren und die Proteste in Hongkong (u. a. 2019/2020). Wegen der Uiguren verhängten die USA Sanktionen gegen China, wegen des Vorgehens in Hongkong wurden ebenfalls Maßnahmen ergriffen und beispielsweise die Hongkong Menschenrechts- und Demokratieverordnung vom US-Kongress beschlossen.

Es ist schwer angesichts dieser Eskalation der Streitigkeiten eine objektive Wertung abzugeben.
Sicher ist das Regime in Peking klar auf Expansionskurs und zieht eine zentralistische Generalplanung der Ausweitung seiner Macht einer Demokratisierung vor. Auch die Behandlung ethnischer Minderheiten lässt zu Wünschen übrig.
Andererseits die Position von US-Kritikern auch nicht von der Hand zu weisen, dass das Land seine Forderungen nach "Liberalismus" sehr selektiv äußert und z. B. Freihandel dann fordert, wenn es ihm gerade nützt oder Diktaturen v. a. dann als solche kritisiert, wenn sie seinen Interessen entgegenstehen.
Im Kalten Krieg wurden bspw. in Ländern wie Südkorea oder Indonesien unter Haji M. Suharto Demokratiedefizite nur zurückhaltend kritisiert. Diktatoren wie Saddam Hussein vom Irak oder Manuel Noriega aus Panama wurden auch erst spät und opportunistisch kritisiert.
Ebenso verhält es sich immer wieder mit dem US-Verbündeten Saudi-Arabien. Gleichzeitig wurden problematische Tendenzen wie Drogenhandel oder Islamismus (antikommunistisch!) selektiv mal kritisiert und mal unterstützt.
Wichtig ist auch, dass Spionageaktivitäten unabhängig von Tendenzen in der aktuellen Medienberichterstattungen von vielen Ländern und Bündnissen betrieben werden.


PRÄSIDENTSCHAFT VON JOSEPH BIDEN (2021 - )

Präsident Biden scheint in seiner Amtszeit verbal weniger anecken zu wollen als Donald Trump.
Das heißt aber nicht, dass er in jedem Themenbereich "milder" wäre.
Gegenüber Europa führt er die fordernde Politik Donald Trumps fort, bekennt sich aber klarer zum Atlantischen Bündnis.
Gegenüber China hält er den scharfen Kurs Donald Trumps bei, fordert klar eine Liberalisierung des Landes (insbes. bzgl. Hongkong und den Uighuren) und eine Aufklärung der Ursachen von Covid 19. Ebenso klar sagt er, dass unter seiner Führung China die USA nicht abhängen werde.


QUELLEN:

Wikipedia
(insbes. zu Deng Xiaoping und zur Demokratisierung Taiwans sind Passagen übernommen!)
-
eigene Überlegungen
-
Schriften von Manfred Pohl
Schriften von Peter Scholl-Latour
Schriften von Oskar Weggel
Äußerungen von Sebastian Heilmann

Samstag, 21. August 2021

BIOLOGIE (GARTEN): ERLEBNISBERICHT - ZWEITER GARTEN (AB 2021; INTERN)

Lila Blume mit flachem Foklus
Blütenmotiv, 50mm Obj. (pixabay/pexels/pixolum)


Nach unserem ersten Gartenversuch (extern) in den 2000ern haben wir dieses Jahr, 2021, einen neuen Versuch gestartet. Dieses Mal ist der Garten kleiner, übersichtlicher und hausnäher.

Wir haben aber einige der Erfahrungen aus dem ersten Garten übernommen - einige mussten auch erst wiedererinnert/wiedererlesen werden.

Das Grundkonzept soll insofern weitergeführt werden, als dass Beerenstauden als Nutzpflanzen (v. a. Brombeeren, Himbeeren und Blaubeeren) mit Blütenstauden kombiniert werden. Auch an einige Gewürzkräuter ist gedacht.
Bei den Blütenstauden verlassen wir uns aber nicht mehr so sehr auf eigene Anzucht, weil das zu Komplikationen geführt hat.
An ein richtiges Moorbeet, wie es damals geplant war, ist zwar nicht mehr gedacht, aber wir haben extra Pflanzenkübel für Pflanzen, die die saure Moorbeeterde benötigen.
Unklar ist bis jetzt auch noch, ob nicht wenigstens an einer kleinen Stelle ein angedeutetes Hochbeet angelegt werden soll. Insgesamt soll der Garten aber auf "Normalhöhe" bleiben.

Zur Auflockerung und Nährstoffanreicherung des Bodens verwenden wir Komposterde. Zum Abgrenzen des Beetes gegenüber der Hecke mit ihren Brennnesseln und Wildkräutern verwenden wir eine Mischung aus heimischem Rindenmulch und Pinienrindenmulch.

Japanische (Herbst-)Anemone und Basilikum, dahinter Heidelbeere im Moorbeettopf.
Aster (Herbststaude) und Heidelbeere "Pink Lemonade".
Davor Brombeere "Chester" und Pfennigkraut (Lysimachia).
Zinnie in 3 Farben vor Tomate & Basilikum vor Brombeere Oregon.
Die Sträucher drumherum tragen immer noch Schäden von der Trockenheit 2018.
Nachtaufnahme.
Vordergrund: Staudenmix (Mädchenauge, Margerithe, Bartnelke blühend), [Rosmarin,] Staudenmix (Tagetes, Mininelke blühend).
Zwischenbereich: [Hebe.]
Hintergrund: Echte Minze, Brombeere Chester, Lavendel.
Nachtaufnahme.
Vordergrund: Staudenmix, Löwenmäulchen, Staudenmix (mit Zwerglöwenmäulchen).
Mitte: Kokardenblume (Gaillardia), Brombeere Baby Cakes, Scheinsonnenhut (Echinacea p.).
Hintergrund: Kokardenblume (st. Gelbrand), Lücke/Flammendes Käthchen, Scheinsonnenhut.
Nachtaufnahme.
Dieselbe Situation bei Tag und mit Flammendem Käthchen mittig-hinten.

Vor Lichtquelle: Lobelie, Sonnenhut (Rudbeckia) und Schmuckkörbchen (Cosmos/-ea).
Rechts von Lichtquelle: Himbeeren Rubus idaeus fupi und Rubus idaeus Sumo.


Freitag, 20. August 2021

FREEWARE: WINDOWS (2020/2021)

Windows


Die Freeware-Szene für Windows hat immer noch Ähnlichkeiten im Vergleich zu unseren letzten Tests 2014/2015.
Inzwischen ist es nur so, dass viele der Open-Source-Programme für Linux und BSD auch für Windows erhältlich sind, so dass man sozusagen auf beiden Systeme programmtechnisch mit einem ähnlichen "Look & Feel" arbeiten kann.
Wir selber sind ja in der Zeit der letzten Großtests auf Linux als Primärsystem umgestiegen.
Zum einen wollen wir aber denen helfen, die noch Windows nutzen, zum anderen wollen wir schauen, ob es sich lohnt zu versuchen, ein Windows-Programm auf Linux laufen zu lassen.
 

QUELLEN (FREEWAREBÖRSEN):

- downloads.zdnet.de/ (Downloads)
- download.cnet.com/ (das berühmte CNet)
- www.giga.de/software/ (Giga Software entstand 2013 nach einer Fusion mit dem berühmten Portal Winload.de!)
- www.freeware.de/aktuelle-software/ (der Klassiker)
- https://www.freeware-download.com/
- www.pctipp.ch/ (-> Downloads)
- www.soft-ware.net (nach wie vor gut sortiert und übersichtlich!)


BÜRO

LibreOffice:
- freie Bürosoftware
- nach Streit nach der OpenOffice-Übernahme abgespalten

OpenOffice (Apache):
- freie Bürosoftware
- nach der Abspaltung von LibreOffice blieben einige im Ursprungsboot


MULTIMEDIA

Fake Voice:
- Stimmenverzerrer (hoch - tief, männlich - weiblich, Roboterstimme, Echo usw.)
- Shareware!

LMMS (für Windows):
- Linux MultiMedia Studio
- ein berühmtes Musikstudio für Linux, dass es inzwischen auch für Windows gibt

SoundCloud Cloud Downloader (2):
- Musikbörse

VLC Media Player:
- den VLC Player gibt es nun seit vielen Jahren
- neben vielen Funktionen ist er jetzt auch optisch ansprechend und stationär wie mobil einsetzbar


SPIELE

Open Sonic:
- Sonic the Hedgehog für den PC
- quelloffenes Spiel

Paintball:
- ein spannender Shooter ohne Blut
- quelloffen


TOOLS

CCleaner:
- auch der CCleaner ist schon länger bekannt und kann System und Festplatte bereinigen
- Vorsicht: bei Operationen am offenen Herzen des Computers kann man die Dinge auch verschlimmbessern!
  (Tweak-Tools greifen in die Registry von Windows ein.)

CyberGhost VPN:
- der Datenverkehr wird über die Server des Herstellers umgeleitet (-> VPN)
- die IP kann dadurch verschleiert werden (außer für Spezialisten bei Diensten)

LiLi USB Creator:
- Software für die Erstellung eines USB-Bootsticks
- früher sehr beliebt, aber seit 2015 nicht mehr geupdatet und 2020 offiziell beendet
- vgl. Rufus!

Rufus:
- Software für die Erstellung eines USB-Bootsticks
- relativ positiv-einfaches Programm
- klarer und aktueller als der früher beliebte LiLi USB Creator

UNetbootin:
- Software für die Erstellung eines USB-Bootsticks
- von den einen gelobt, von den anderen als weniger pragmatisch als Programme wie Rufus kritisiert
- eigentl.: Universal Netboot Installer

Wireshark (ehem. Etherreal):
- Netzwerk-Analyse-Tool
- greift Daten an der Netzwerkkarte ab