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Dieser Universal-Blog ist aus einer Seite für Geschichte, Politik und Realienkunde hervorgegangen und wurde in Richtung Humanwissenschaften weiterentwickelt.
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Samstag, 20. April 2013

DIE WONDERLAND GANG (DROGENGANGS - GESCHICHTE DES ILLEGALEN DROGENHANDELS

Crime-Pool

Die Wonderland Gang war eine Bande von Drogendealern, die hauptsächlich in der Gegend um Los Angeles in den 70er-Jahren operierte. Die Gruppe war aber auch in andere kriminelle Aktivitäten wie Raub und Einbruch verwickelt. Dabei ging die Wonderland Gang auch gegen konkurrierende Gangs vor. Mit der Zeit stahl man sich die illegale Handelsware lieber, anstatt sie sich mühsam über Verbindungen aus Mexiko oder anderswo zu besorgen.
Angeführt wurde die Wonderland Gang von Ron Launius, einem ehemaligen Vietnam-Veteranen, der wie viele bei seinem Einsatz in Südostasien auf den Geschmack gekommen ist und später Probleme mit der Reintegration in die Gesellschaft hatte. Launius hatte beim Aufbau seiner Handelsnetzwerke schon früh Kontakt zu Bikern, die ihn mehrfach bedrohten, deren Geschäftspolitik er aber ebenso eiskalt erwiderte. Dabei soll es zu vielen Morden gekommen sein.
Später konzentrierte sich die um Launius entstehende Bande stärker auf den Raum um LA selber. Dort war aufgrund der Geschäftswelt und insbesondere aufgrund der blühenden Medienbranche einschließlich Hollywood eine nie enden wollende Nachfrage (Computer waren zu dieser Zeit in Privathaushalten noch wenig verbreitet). Vermutlich hatte die Gang auch Kontakte zum Drogendealer Bill Vlick.
Ihr Hauptquartier wurde das Haus 8763 Wonderland Avenue im Laurel Canyon. Es war von Joy Miller angemietet worden, die ebenfalls zu der Gang gehörte. Miller war durch ihre Scheidung von einem erfolgreichen Anwalt, ihre Drogensucht und Brustkrebs-Behandlungen auf dem absteigenden Ast, verfügte aber über genug Geld und Kontakte, das HQ der Bande aufrecht zu erhalten. Sie lebte jetzt mit ihrem Freund Billy DeVerell und anderen Vertretern der Gruppe in diesem Haus.
Doch die Gang konnte die illegalen Aktivitäten verbunden mit von ihr selbst eskalierten Konflikten mit anderen Banden nicht auf Dauer aufrecht erhalten. 1981 führte diese Eskalationsspirale im Hauptquartier der Wonderland Gang in LA zu einem blutigen Finale.



Die Bandenmitglieder:
→ Unten eine genauere und bebilderte Beschreibung! ←

Hauptakteure:

Ronnie Lee Launius
William Ray "Billy" DeVerell (Deverell)
Joy Audrey Gold Miller
David Clay Lind
Tracy Ray McCourt

Assoziierte:

Susan A. Launius
Barbara Lee Richardson
John Holmes


Die Lage des Drogenmarktes zur damaligen Zeit

Die Drogen der Wahl waren neben Haschisch Kokain, Heroin und synthetische Drogen.
Die Kokain-Welle schwappte in den 1970er-Jahren über Nordamerika. Die Droge war somit eine Spätwirkung der Hippiebewegung (zuerst Cannabis, LSD, Pilze o. ä; dann synthetische Drogen). Eine gewisse Startwirkung hatte der Film Easy Rider von 1969/70. Es war aber anfangs auch so, dass die Haschisch-Schmuggler aus Südamerika einfach nur mal probeweise ein paar Pakete mit Kokain zu ihren Sendungen dazulegten und dann über die explodierende Nachfrage überrascht waren.
Eigentlich war Kokain eine Wiederentdeckung, denn es war seit dem 19. Jhd. in seiner chemischen Zusammensetzung bekannt und schon die Indios kannten die (leichtere) Wirkung der Koka-Pflanze. In den 1970er-Jahren schwappte eine Kokainwelle über die gesamten Vereinigten Staaten.
Die Probleme dieser Entwicklung liegen auf der Hand: Die steigenden Summen beim illegalen Handel heizten die Machtkämpfe an. Illegale können bei Geschäftsstreitigkeiten nicht einfach ein Gericht anrufen und greifen dann leicht zur Waffe, um ihre Geschäftsinteressen durchzusetzen und nicht als Schwächlinge dazustehen. Außerdem waren viele Händler selber Verbraucher und führten einen flamboyanten Lebensstil, der ihren Tag-Nacht-Rhythmus durcheinanderbrachte, ihre Gesundheit angriff und sie launisch machte. Das galt auch und insbesonder für die Wonderland Gang.


John Holmes, Eddie Nash und die Wonderland Gang

Berühmt wurde die Gruppe auch durch ihre Verbindung zum Pornostar John Holmes. Holmes war als "Filmgröße" mit der Zeit abhängig von Kokain geworden, nachdem er - konservativ erzogen - anfangs den Drogenkonsum noch abgelehnt hatte.
Holmes stammte aus einer bigotten Familie mit einem gleichgültig bis autoritären Vater und einer frustriert-christlichen Mutter, die den Laden mit Mühe zusammenhalten wollte. Von seinen Geschwistern wurde er auch unterdrückt. Der Armeedienst in Europa diente ihm als Flucht. Nach der Rückkehr in die Vereinigten Staaten übernahm er mehrere einfache Jobs und begann mit Frau und Haus ein bürgerliches Leben. Um seine Situation zu verbessern, erwog er einen Einstieg in die Pornobranche, die gerade erst dabei war, legalisiert zu werden. Dabei half es ihm, dass er von einem Unternehmer der Branche angesprochen wurde.
Dieser Entschluss - wenn auch aus bürgerlicher Moral heraus fragwürdig - half dem Ehepaar, eine recht wohlhabende Existenz aufzubauen.
Mit der Zeit kamen jedoch auch gewisse Nachteile dieses Lebensstils zu Tage. Der anstrengende Job und das Partyleben führten dazu, dass Holmes Upper und Downer brauchte. Und davon immer mehr...

Einer seiner Hauptversorger wurde mit der Zeit Eddie Nash. Holmes hatte ihn wahrscheinlich Ende 1980 durch Vermittlung von Chris Coxx, dem Besitzer des Nachtclubs Odyssey, kennengelernt.
Nash war als palästinensischer Flüchtling (Adel Nasrallah), dem in den Kriegen um Israel/Palästina noch die Kugeln um die Ohren geflogen waren, in die USA gelangt. Dort hat er sich nach einem kurzen Gastspiel als Filmkomparse in relativ kurzer Zeit vom Hot-Dog-Verkäufer zum Disko- und Nachtclubunternehmer hochgearbeitet und eine beachtliche Entourage aus Showstars und Kriminellen um sich herum versammelt.
Nachdem aber Holmes Sucht so eskalierte, dass auch Eddie Nash nicht mehr für ihn geradestehen wollte, ging er zur berüchtigten Wonderland Gang. Hier versuchte er in dem Machtspiel zwischen den verschiedenen Machtgruppen zu lavieren.

Durch seine nie enden wollende Sucht kam Holmes auch hier nicht aus den Schwierigkeiten heraus. Auch bei der Wonderland Gang eckte er an, weil er immer mehr Stoff wollte. Holmes war für die Gang als Dealer tätig und ließ gerne Stoff und Geld für sich verschwinden.
Gleichzeitig sollen ihn Vertreter der Gang, insbesondere ihr Boss Ron Launius, schlecht behandelt und mehrfach vor Publikum vorgeführt haben. Als er dann auch noch ein wertvolles historisches Revolverpaar der Gruppe zu Geld machte, war das Maß voll.
Holmes wurde massiv unter Druck gesetzt, für die Bande Geld reinzuholen und dachte sich etwas aus. Dabei spielten seine vorherigen Kontakte zu Nash eine Rolle.



Raubüberfall auf Eddie Nash:


Die Wonderland Gang plante zur Verbesserung ihrer Finanzen für die Nacht auf den 29.06.81 einen Überfall auf das Haus von Eddie Nash (Adel Nasrallah), einen Discobesitzer und Drogendealer. Es wurde aufgrund der Drogenprobleme der Gangmitglieder Morgen.
Der aus Palästina stammende Nash (s. o.) hatte sich in kurzer Zeit vom einfachen Ladenbesitzer zum Vergnügungsunternehmer hochgearbeitet.

Es war nicht der erste Angriff auf konkurrierende Banden. Bei diesem Angriff sollte aber der Pornodarsteller und Drogenkonsument John Holmes eine bedeutende Rolle spielen, weil er - der eigentlich Nashs Vertrauter ("brother") war - für die Gang als Türöffner fungieren sollte.
Er gab gegenüber Nash vor, nur an einer Drogenparty im Haus teilnehmen zu wollen und ließ dann beim Verlassen des Hauses die Tür für die Gang offen. Angeblich musste er die Tür mehrmals öffnen, weil sie entweder von alleine wieder zuging oder die drogenabhängige Gang nicht fit genug für den Angriff war. Möglicherweise war Holmes sogar zu dieser Beihilfe erpresst worden, weil er der Wonderland Gang vorher Geld und Wertgegenstände gestohlen hatte.

Nach dem Öffnen der Türe durch John Holmes stürmten Ron Launius, Billy Deverell und David Lind die Wohnung. Tracy Ray McCourt wartete draussen in einem Fluchtauto, einem gestohlenen Ford Granada. Möglicherweise trugen die Angreifer zur Tarnung Polizeiuniformen. Ihre Finger waren mit Pflasterflüssigkeit "getarnt" (erschwert Fingerabdrücke).

Der Angriff verlief äusserst brutal. Holmes war aber wahrscheinlich nicht dabei. Die Überfallenen wurden gefesselt, geschlagen, beleidigt und rassistisch beschimpft. Eddie Nash wurde ein Waffenlauf in den Mund geschoben, sein Leibwächter Gregory Diles wurde durch einen Schuss verletzt. Es blieb unklar, ob aus Absicht oder aus Versehen. Anscheinend haben die Angreifer auch im Haus Drogen konsumiert. Die Beute, die sie schliesslich davontrugen, war äusserst opulent: Kokain, Heroin, Tabletten, Waffen, Geld, Edelsteine.
Man wusste, dass Nash viele Wertsachen gebunkert hatte und erpresste ihn, die Lage der Verstecke preiszugeben. Wahrscheinlich bekam die Gang aber nicht alles.

Doch der Gegenschlag liess nicht lange auf sich warten!


Die Wonderland-Morde:

Eddie Nash hatte keine Probleme, Holmes als Helfer des Überfalls zu identifizieren. Er hatte sich auf der Party zu auffällig benommen und war später noch mit einem Ring aus der Beute gesehen worden. Einige Quellen berichten auch, David Lind, der Holmes nicht mochte, habe Nash einen Hinweis gegeben.
So oder so wollte Nash Holmes jetzt unbedingt haben und ausquetschen. Es  existieren verschiedene Versionen, wie das geschah: Entweder überfielen ihn Nashs Helfer bei einem seiner Besuche in Nashs Haus oder er wurde entführt. Holmes wurde in der Folge gefoltert und "umgedreht".
Einer der Zeugen, der aber erst viele Jahre später aussagte, war Scott Thorson, der Liebhaber des berühmten homosexuellen Pianisten Liberace. (Liberaces Leben wurde mit Michael Douglas und Matt Damon verfilmt; Kinostart 2013).
Holmes sollte jetzt als Helfer gegen die Wonderland Gang dienen, die nämlich ihr Heim gut elektromechanisch und mit Hunden gesichert hatte.

Am 01.07.81 drangen gegen 3 Uhr morgens unbekannte Täter in das Hauptquartier der Wonderland Gang ein. Trotz des späteren Schweigens kann man sich denken, dass es sich bei den Angreifern um Nashs Freunde gehandelt haben musste.
Die Täter verschafften sich durch einen perfiden Trick Zugang zum gesicherten Haus. An der verriegelten Eingangstür, die man konventionell schlecht überwinden konnte, ließen die Täter John Holmes den Vortritt, der an der Tür schellte und von der im vorderen Zimmer ruhenden Barbara Richardson geöffnet bekam. Richardson war als Assoziierte der Gruppe nicht über alle Hintergründe der Sachlage informiert. Doch damit hatte die Wonderland Gang schon verloren - die Täter waren im Haus!

Man geht davon aus, dass an dem Angriff Gregory Diles (Nashs Leibwächter), vielleicht sein Bruder Samuel Diles, John Holmes und eventuell auch Eddie Nash selber beteiligt waren. Aus Andeutungen über die Tat vermutet man jedenfalls, dass es mindestens 3 Täter waren.
Holmes' Rolle bei diesem "Gegenüberfall" ist umstritten. Klar ist aber, dass er dabei war, weil danach ein blutiger Handabdruck (s. u.) von ihm im Haus gefunden wurde.
Aussagen zu seinen Gunsten behaupteten, er habe die Gruppe der Rächer nur zum Ziel geführt. Andere Aussagen stellten ihn jedoch als aktiv an der Tat beteiligten Mittäter dar. Seine damalige Lebensgefährtin sagte Jahre später aus, er sei danach völlig blutüberströmt zu ihr gelangt. Auch sein blutiger linker Handabdruck über dem Bett von Ron Launius deuten in diese Richtung.

Die Täter fackelten auf jeden Fall nicht lange und veranstalteten ein blutiges Gemetzel. Sie waren mit Schlagwaffen und wohl auch mit Schusswaffen bewaffnet. Wenn man von den späteren Untersuchungen am Tatort ausgeht, hatten sie als Hauptwaffe geriffelte Metallrohre, vielleicht aus Stahl oder Blei. Es kann auch sein, dass sie Hämmer oder Baseballschläger einsetzten.

Für fast alle der Hauseinwohner endete der Angriff tödlich:
Barbara Richardson, die in einem Zimmer in Eingangsnähe schlief, war als erstes tot. Sie war nicht am Überfall auf Nashs Anwesen beteiligt.
Ron Launius und Billy DeVerell wurden ebenfalls getötet. Sie waren am Nash-Überfall beteiligt. Joy Miller, die Frau von deVerell und Organisatorin im Hintergrund, erwischte es ebenfalls tödlich.
David Lind überlebte, obwohl er auch am Überfall beteiligt war, weil er angeblich gerade andernorts mit Prostituierten und Drogen zu Gange war. Er sollte 1995 an Heroin sterben.
Tracy McCloud befand sich auch ausser Haus. Er starb 2006.
Bei Lind und McCloud wurde auch spekuliert, ob sie wirklich zufällig nicht am Tatort waren. Lind stand Richardson sehr nahe und so hätte er sie bei einer Furcht vor einem Überfall wahrscheinlich nicht alleine gelassen. Bei McCloud ist es wahrscheinlich, dass er zumindest von einem irgendwann bevorstehenden Überfall etwas ahnte.

Susan Launius war auch im Haus zugegen. Sie hatte sich nach Phasen der Entfremdung kurz zuvor wieder mit Ron Launius versöhnt. Sie überlebte als einzige Person im Haus den Angriff schwer verletzt. Ihr Kopf wurde durch die Hiebe getroffen, dass der gebrochene Schädelknochen die Blutung abklemmte. Von weiteren Mitgliedern im Haus ist nichts bekannt.
Als später die Polizei geholt wurde, waren die Beamten erschrocken ob der Mengen an Blut am Tatort. Einige fühlten sich an die gut 10 Jahre vorher stattgefundenen Morde der Manson Family vom Sommer 1969 erinnert. Zum ersten Mal wurde ein Tatort auch ausgiebig gefilm (Speichermaterial: Band).

Es ist erstaunlich, dass die Nachbarn nicht die Polizei holten. Es muss zu enormen Schreien gekommen sein, wie später durchsickerte. Insbesondere soll Billy DeVerell um Gnade gefleht haben. Entweder die Anwohner wollten sich nicht die Finger verbrennen oder sie glaubten, die Schreie seien Teil des auch sonst recht lauten Auftretens der Hausbewohner.
Interessant ist noch, dass in derselben Nacht noch ein Haus in der Nähe überfallen wurde, nämlich das des dubiosen Bill Vlick.

Von den mutmasslichen Angreifern starb John Holmes 1988 an AIDS, Gregory Diles 1995 an Leberversagen und sein Bruder Samuel Diles 2002.

Die Taten konnten von den Ermittlern in Grundzügen aufgeklärt werden, obwohl sich die Beweislage vor Gericht als problematisch erwies.
David Lind, dessen Freundin bei dem Angriff getötet worden war, machte bei der Polizei umfassende Aussagen, die die Verbindungen zu John Holmes und der Bande um Eddie Nash offenlegten.

Holmes weigerte sich, gegenüber den Ermittlungsbehörden zu dem Fall auszusagen und man musste ihn freilassen. Es war aber klar, dass diese am Ball bleiben würden. Deshalb versuchte Holmes zu fliehen, indem er seine junge Freundin Dawn Schiller mitnahm, sie zwang, als Botin gegenüber Eddie Nash (vor dessen Haus) Schweigegeld einzufordern, und sich dann mit ihr und dem Geld auf den Weg machte. Unterwegs erlebten beide eine kurze schöne Zeit, aber als das Geld wieder knapp wurde, zwang er sie, sich an Urlaubsorten und Hotels zu prostituieren. Irgendwann fielen beide dort zu negativ auf, mussten weiter fliehen und wurden schließlich festgenommen.
Nach fast 5 Monaten auf der Flucht wurde Holmes dann am 04.12.1981 von Tom Lange und Frank Tomlinson in Florida festgenommen und später nach Kalifornien (Los Angeles) ausgeliefert. Im März 1982 kam es zu einem mehrwöchigen Prozesses, bei dem Holmes wegen der vier Morde angeklagt war. Aus Mangel an Beweisen musste aber die Anklage fallengelassen werden. Der Prozess ging dennoch in die Rechtsgeschichte ein, weil es der erste Prozess war, in dem Videomaterial offiziell zugelassen war.



Einige Akteure ("Starring"):

John Holmes: 


John Holmes
  • konservatives Aufwachsen, Konflikt mit Eltern und Geschwistern 
  • Militärdienst als Flucht 
  • nach Rückkehr einfache Jobs 
  • Kontakt zur Erotikindustrie (teilweise noch illegal)
  • rasanter Aufstieg aufgrund seines großen Penis ("Johnny Wadd") 
  • Kontakte zu Drogen trotz der anfänglichen Ablehnung 
  • starke Abhängigkeit; Beschäftigungskriminalität durch Diebstahl (sogar an Flughäfen) und Prostitution 
  • Kontakte ins kriminelle Milieu, u. a. zu Eddie Nash und zur Wonderland Gang

Ron Launius:
Ron Launius
  • bürgerliches Aufwachsen 
  • Militärdienst im Vietnamkrieg, aber auf thailändischer Seite 
  • erwischt beim Schmuggeln von Opium in Leichensäcken 
  • Schwierigkeiten bei der Reintegration nach der Rückkehr 
  • Drogenhandel mit den üblichen Machtkämpfen 
  • als äußerst kaltblütig beschrieben 
  • die Mutter hielt nach der Inspektion der Leiche weiter zu ihm, behauptete, er habe unter kriegsbedingten Krankheiten gelitten

William "Billy" Deverell:


Billy Deverell

  • Deverell war ein Komplize von Ron Launius und Freund von Joy Miller 
  • er hatte Phasen, in denen er das Gangleben genoss und Phasen, in denen er Reue zeigte 
  • dachte über einen Ausstieg nach

Joy Miller:

Joy Miller

  • Joy Miller war einst mit einem erfolgreichen Anwalt verheiratet. 
  • Später stürzte sie durch Scheidung, Drogen und gesundheitliche Probleme ab. 
  • Miller wurden nach einer Brustkrebs-OP beide Brüste amputiert.
  • Miller verfügte über genügend Geld, das Hauptquartier der Wonderland Gang zu mieten. 
  • Aufgrund des lauten Auftretens der Gang musste sie mehrmals die Vermieter beruhigen.


David Lind (bei viel späterem Prozess):
David Lind
  • David Lind war ein Biker und über die dortigen Kontakte in kriminelle Geschäfte verwickelt.
  • So bekam er Kontakte zur Wonderland Gang. 
  • Lind war nicht besonders gut auf John Holmes zu sprechen. 
  • Aufgrund seiner guten Kontakte zu Barbara Richardson verriet er die Angreifer nach ihrem Tod an die Polizei. 
  • Er starb 1995 an Heroin.


Tracy Ray McCourt:
Tracy Ray McCourt

  • Tracy McCourt wirkte in der Wonderland Gang als Händler und Fahrer mit. 
  • Beim Überfall auf das Nash-Anwesen war er der Fluchtfahrer. 
  • Später hatte er Skrupel, dass Nash der Gang auf die Schliche kommen könne. 
  • Nash verfügte über ein gewisses technisches Talent, was ihm Jahre später erlaubte, in die Mobiltelefonbranche einzusteigen.

Susan A. Launius:

Susan Launius

  • Susan Launius war die Frau von Ron Launius. 
  • Beide haben sich mehrfach getrennt. 
  • Der Wiedereinzug in das Haus an der Wonderland Avenue erfolgte unglücklicherweise gerade zu dem Moment, als die Gang um Eddie Nash zuschlagen wollte. 
  • Launius überlebte als einzige den Überfall, war aber schwer verletzt und konnte sich an keine Einzelheiten erinnern.

Barbara Lee Richardson:

Barbara Richardson


  • Barbara Richardson (Name des Vaters: Easton) wuchs zwar in bürgerlichen Verhältnissen auf, hatte aber früh einen Faible für Biker. 
  • Die Ehe der Eltern galt als zerrüttet. 
  • Easton freundete sich mit David Lind an und geriet so in den Umkreis der Wonderland Gang, ohne zu ihrem harten Kern zu gehören. 
  • Richardson nahm Drogen und hatte Tattoos. 
  • Als sie dann noch John Holmes und den hinter ihm wartenden Angreifern von Nash die Tür öffnete, war ihr Schicksal besiegelt.

QUELLEN/LITERATUR:

Wikipedia
Schiller, Dawn/Val Kilmer/Kate Bosworth: The Road Through Wonderland. Surviving John Holmes; 2010



Sonntag, 3. März 2013

VIRGINIA "GINNY" GOOD (DEUTSCH)

Anm.: Wikipedia hat diesen Artikel schon einmal gelöscht. Hier ist er gut gegen Löschnazis geschützt.

-> Sandra Good (Schwester, Manson Family)
-> Manson Family


Virginia "Ginny" Dixon Good ist eine US-amerikanische politische Aktivistin, Psychologin und Kulturikone der Hippiebewegung.

* 05.03.1941
+ 1982

Virginia Good wurde am 5. März 1941 geboren. Sie war die zweite von drei Schwestern. Ihre ältere Schwester hiess Deborah Good, ihre jüngere Schwester Sandra "Sandy" Good. Letztere wurde berühmt durch ihr Wirken für die Manson Family um Charles Manson.


Virginia Good stammte aus einer gut situierten, aber innerlich zerrissenen Bankiersfamilie. Sie besuchte die Point Loma High School und schloss diese 1959 ab.
Das Familienleben der Schwestern war überschattet von der frühen Trennung ihrer Eltern. Der Vater war Banker und galt als sehr ruhige Persönlichkeit. Er verliess die Familie, als Virginia fünf Jahre alt war (wohl 1946, es gibt aber auch andere Angaben). Die Mutter neigte dagegen zu neurotischem Auftreten und kümmerte sich lieber um politische Vorträge als um die Erziehung ihrer Kinder. Die Erziehung oblag im wesentlichen dem lateinamerikanischen Kindermädchen.

Jill Clayburgh (Hanna K, Shy People, Ally McBeal, Nip/Tuc) 

Virginia Good galt als intelligent, aber sehr sprunghaft. Später musste sie deshalb auch in psychiatrische Behandlung gehen. Diese unstete Lebenshaltung zeigte sich auch in wechselnden Ausbildungsstätten, wechselnden Beziehungen und dem Konsum von Alkohol und Drogen. Good besuchte zunächst kurz das Sarah Lawrence College, wo sie Jill Clayburgh kannte und dann das San Francisco State College. Auch dort besuchte sie Veranstaltungen über Psychologie nur unregelmässig und konnte ihren Abschluss erst erhalten, nachdem die Anwälte ihres Vaters Druck gemacht hatten. Virginia Good interessierte sich aber seismographisch für die in den 1960er-Jahren aufkommenden Subkulturen in Kalifornien, die dann zur Hippiebewegung mit weltweiten Auswirkungen führten.

Streik an der SF State im Jahre 1968.

Die meisten Informationen über ihr Leben stammen aus dem biographischen Roman "Ginny Good. (A Mostly True Story)" ihres zeitweiligen Lebensgefährten Gerard Jones. Er behauptet auch, dass sie eine der ersten Personen war, die man "Hippie" nannte. Interessant sind auch Berichte über ihre wiederkehrenden Stimmungsschwankungen - besonders zur Weihnachtszeit - die er auf die Trennung von ihrem Vater zur selben Jahreszeit zurückführte. Auch berichtet er, dass eine ihrer frühen Beziehungen dadurch endete, dass sie ein Baustellenfahrzeug stahl, dafür von einem Polizisten vergewaltigt wurde und dann von ihrem Freund verlassen wurde, als dieser von der Vergewaltigung erfuhr.
Gerard Jones bezieht sich als Quellen neben eigenen Notizen und Erinnerungen auch auf die Hochschulzeitung "The Gater" des San Francisco State College, wo sie mit Text und Bild erwähnt wurde. Ein Photo von Virginia aus Highschool-Tagen kursiert inzwischen im Internet.

MatrixFillmore 2011 auf GoogleMaps.

Virginia Good war auch dafür bekannt, sich mit Bands zu treffen, von denen einige später sehr berühmt werden sollten. Dazu gehörten The Charlatans und Jefferson Airplane. Viele traten im damaligen Pizzaladen The Matrix auf, der später zu einem Musikclub umgebaut wurde. Virginia Good hatte auch Kontakte zu Samuel L. Lewis, der als "Sufi Sam" bekannt war, Dr. Henry Bieler, der sich über gesunde Ernährung ausliess und damit die Hippiebewegung beeinflusste, Hank Harrison, den Manager von The Warlocks/The Grateful Dead und Gründer von LSD-Rescue, auf dessen heute berühmte Tochter Courtney Love sie aufpasste und Ron Silverstein.
Die Schwester von Virginia Good, Sandra Good, ging die Strömungen der Zeit noch radikaler an: Sie schloss sich der Manson Family an, verübte Straftaten und ging ab Mitte der 70er-Jahre wegen Morddrohungen gegen vermeintliche Umweltverschmutzer sogar für rund ein Jahrzehnt ins Gefängnis. Ginny Good berichtete in der Szene von San Francisco des öfteren von den Abenteuern ihrer Schwester Sandy. Die Manson Family galt anfangs als interessantes Projekt der Gegenkultur, bis sich herausstellte, dass die Gruppe für zahlreiche Mordtaten verantwortlich war. Bis heute übt sie aber einen grossen Einfluss aus.


Sandra "Sandy" Good beim Garbage Run für Manson (Mitte)

Doch Virginia Good schaffte es nicht, ihre Begabungen und ihren Einfluss auf Menschen in geordnete Bahnen zu lenken. Immer wieder endeten ihre Beziehungen im Chaos und sie musste sich wegen Stimmungsschwankungen, Alkohol- und Drogenmissbrauch in Behandlung begeben. Wenigstens erhielt sie wie ihre Schwester von ihrem Vater finanzielle Unterstützung.
In einem solchen Chaos endete auch ihre wechselvolle Beziehung zu Gerard Jones, dem späteren Autor ihrer Biographie. Aus diesem Grund ist uns ihr Lebenslauf ab Mitte der 1970er-Jahre nicht so gut bekannt.

Auf jeden Fall endete ihr Leben tragisch: 1982 starb Virginia Good an einer Überdosis Alkohol und Tabletten. Der Autor Gerard Jones meinte, dass sie zwar oft in suizidaler Absicht mit ihrem Leben spielte, es sich bei diesem Tod aber wohl eher um einen Unfall gehandelt haben musste.

ehem. Seite über Ginny Good an der PLHS
(mit Kommentar von Tom Mason)
-

Quellen/Literatur:
Anarchopedia
Gerard Jones: Ginny Good. A Mostly True Story (2004)
www.eviliz.com (Die Autorin verfügt neben dem publizierten Material über weiteres, das durch unsere guten Beziehungen zu ihr hier eingeflossen ist.)

Ginny Good (Highschool Yearbooks; www.eviliz.com)

 
Ginny Good (Highschool Yearbook; www.mansonblog.com/www.eviliz.com)


Samstag, 2. März 2013

LEGO BURG (CASTLE) [Reg. Trade Mark]

Lego: Weltraum (Space)

Die erste Ritterburg wurde auch gelbe Burg genannt.

Die Serie Lego Burg (R) ist 1978 mit den neuen Minifiguren ins Leben gerufen worden. Den Anfang machte eine Ritterburg, die im Volksmund bald "Gelbe Burg" genannt wurde. Viele Anhänger der frühen Lego-Burgen begrüssen, dass es damals noch nicht so viele Fertigteile gab und mehr aus Einzelteilen gebaut wurde.
Allerdings sahen die aus Einzelteilen zusammengesetzten Pferde schon etwas seltsam aus.
Auch gab es zur sog. Gelben Burg wenig Erweiterungen - die sich dann auch nicht einmal durchsetzen konnten.

Von Anfang an gab es verschiedene Stämme, Völker und Reiche. Ein klares Gegenüber gab es aber noch nicht.
Die Wappenschilde waren rot-silber (gespalten), rot-gold (in Vierteln), Pfeilmuster, Malteserkreuz oder Kreuze (gepflastert, wie auf Kartenspielen).
Die ersten Ritter und Soldaten hatten in Grundzügen (z. B. Schild und Helm) schon die Ausrüstung, die später für Lego Burg prägend werden sollte. Allerdings war ihre Behelmung noch grau.

 

Ab 1984 wurden die Burgen dann grau und die Ritterwelt vielfältiger. Lego brachte 2 Clans heraus, die beide zunächst je eine Burg besassen: die Falkenritter (Black Falcons) und die Löwenritter (Crusaders). Beide Clans verfügten über einen für damalige Zeit enormen Fuhrpark. Auch die Ausrüstung wurde besser.
Es ist aber nicht bekannt, dass die beiden Clans verfeindet waren.
Konkurrierende Einheiten: Falkenritter, Löwenritter, Schwarze Ritter


1987 kam ein weiteres Gimmick dazu: Die Waldmänner (bzw. Waldläufer; Forestmen) um Robin Hood.
Diese Serie kam deshalb so gut an, weil sie die Outlaw-Romantik in die Burgenwelt brachte, ohne dass die Waldmänner jetzt böse waren.
Trotz des Esprits blieb die Reihe nicht lange im Lego-Angebot. Ab 1996 gab es für eine kurze Zeit noch eine Nachfolgeserie, Dark Forest.


Nach den Waldläufern trat 1988 ein neuer Ritterclan auf: Die Schwarzen Drachenritter (auch: Schwarze Ritter, Drachenritter; Black Knights). Diese traten gleich mit einer relativ starken Burg, der Schwarzen Drachenburg (Black Monarch's Castle) auf, auf die dann sukzessive etliche Fahrzeuge folgten.


Im Jahre 1992 wird die Reihe Legoland durch Lego System ersetzt. Insofern gehört die folgende Gruppe von 1992 nur noch rudimentär zur alten Reihe und leitet schon zur nächsten über.
Die Wolfsbande (Wolfpack) ist eine Gruppe von Räubern oder Outlaws wie die Waldmänner, verfolgt aber anders als diese keine edlen Motive. Die Gruppe ist nur sehr klein, einzelne Figuren tauchten aber immer mal wieder als Böse auf.


Ab dem Jahre 1993 war es dann wieder Zeit für neue, grössere Franktionen: Der Drachenorden (Drachenmeister; Dragon Masters) trat auf.
Sein Schildmotiv erinnerte an die Schwarzen Drachenritter, aber die Farben waren andere und die Schildform auch.
Verändert hat sich auch die thematische Ausrichtung von naturalistisch zu phantastisch. Zu den gewöhnlichen Rittern, Soldaten und Bürgern kamen Zauberer und Drachen. Damit bildeten sie die Ouverture für eine Reihe von Fabelwesen in Lego Burg.

 

Im Jahre 1995 kommt ein neues Volk in Lego Burg Einzug: Die Königlichen Ritter (Königsritter; Royal Knights).
Die Burg der Königlichen Ritter wirkt sehr imposant. Kritiker bemängeln allerdings, dass die Legoburgen seit 1993 wie Märchenschlösser aussähen und dass es neben dieser Burg keine weiteren grossen Gebäude gäbe.


1996 wurden mit Dark Forest die Waldläufer wieder aufgelegt (s. o.).


1997 wurde auch diese Ritterserie von Lego abgeschlossen: Die Fraktion der Fledermausritter (Fright Knights) um Graf Fledermaus trat auf den Plan. Dieser Clan war nicht sehr gross und nicht besonders beliebt.
Die Fledermausritter besassen neben den herkömmlichen Helmen seltsame Fledermauskappen und die Gebäude und Fahrzeuge bestanden aus skurrilen Formteilen.

 

Zur Jahrtausendwende 2000 wirft Lego im Burgenland seine Ordnung wieder um: In der Serie Knights' Kingdom kämpfen König Leo und der Usurpator Cedric der Bulle um die Macht.
Die Figuren und Gebäude von Knights' Kingdom sind sehr ausdifferenziert, Kritiker kritisieren das aber als zu bunt.

 

Ab 2004 wurde von Knights' Kingdom eine neue Serie aufgelegt: Knights' Kingdom II.
Diesmal geht es wieder um den Kampf Gut gegen Böse, nur kämpft jetzt König Mathias gegen den Schurken Vladek.
Die Farbwahl ist diesmal noch trendiger als sie bisher schon war, was Kritiker auf die Palme brachte!
"Lego goes Power Rangers" u. ä. lauteten die Urteile.
Zu den regulären und schon bunten Minifiguren gab es noch grosse Figuren, die Elemente aus Lego Technic enthielten.


2007 kam es dann in der Castle-Reihe wieder zu einer Besinnung auf alte Tugenden (Lego Burg hiess ja im Englischen von Anfang an Lego Castle). Die Welt ist zwar wieder in Gut und Böse eingeteilt, aber die Darstellung ist insgesamt wieder mittelalterlicher. Trotzdem wurden viele Fabelwesen in die Geschichte integriert: Zwerge, Skelette, Trolle, Orcs.
Besonders mächtig wirkt die Grosse Königsburg (King's Castle Siege).  



2010 schaltete Lego die Kingdoms-Reihe. Wieder ging es um den Kampf Gut gegen Böse. Allerdings folgte die Serie wieder dem Trend, die Burgenwelt realistischer werden zu lassen - auch noch realistischer als in Castle. Es wird aber nicht ganz auf Fantasyelemente (Zauberer, Einhörner) verzichtet.
In Kingdoms kämpfen zwei menschliche Königreiche gegeneinander, das der Löwenritter gegen das der Drachenritter. Die Wappenmotive "Löwe" und "Drache" werden also bei Lego gerne eingesetzt.
Hauptquartiere sind die "Grosse Königsburg" und die "Drachenfestung". Auch schöne Stadtgebäude kommen vor.


Für 2013 ist wieder eine Castle-Reihe zu erwarten. Bis dahin müssen sich die Kunden mit entliehenen Serien wie "Harry Potter" zufrieden geben, die das Thema Burg wenigstens streifen.


Anmerkung: Zusätzlich zu den europäischen Ritterlandschaften gab es 1998 ff mit Ninja noch eine asiatische Reihe.