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Samstag, 13. Juni 2026

PODCAST: SYSTEMFRAGEN UND IDENTITÄTSFRAGEN



Wir müssen immer wieder feststellen, dass Menschen in politischen, sozialen oder sonstigen Systemen leben, ohne diese selbst bewusst wahrzunehmen.
Und selbst wenn sie sie wahrnehmen, halten sie diese schnell für gut und richtig, ohne sie zu hinterfragen oder sich weitere Gedanken zu machen.

Sie machen sich auch überhaupt keine Gedanken über alternative Systeme.

Wenn man die deutsche Geschichte im 20. Jhd. betrachtet, so hatte das Land fünf oder sechs verschiedene Systeme:
Das Kaiserreich bis zum Ersten Weltkrieg, dann die weiterhin Deutsches Reich genannte Weimarer Republik, das Nazireich und nach dem Zweiten Weltkrieg dann die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik, die 1990 die neue Bundesrepublik Deutschland formten.

Interessant ist, dass diese fünf Systeme völlig andere Weltanschauungen vertraten und im Inneren auch ganz anders strukturiert waren.
Trotzdem hatte jedes dieser Systeme seine Lehrer, Richter, Politiker usw., die so taten, als ob das jeweils herrschende System gut sei.
Das heißt nicht, dass es auch nicht seine guten Seiten hatte, aber viele Menschen machen sich über die Vor- und Nachteile ihres Systems wenig Gedanken.

Bein den Übergängen von einem System zum anderen gibt es manchmal Kriege, manchmal Bürgerkriege, manchmal Revolutionen, Putsche oder was auch immer.

Aber immer wird offiziell so getan, als ob das jeweils neue System etwas Besonderes sei.

Aber war das denn so?
Und gibt es denn neben diesen Brüchen nicht auch Kontinuitäten?

Wo waren denn diejenigen, die z. B. nach 1945 die neuen Deutschlands gefeiert haben, VOR 1945. Waren die denn wirklich alle von ihnen im Widerstand?

Und wieso gibt es Menschen, die es schaffen, in JEDEM System oben auf zu sein?

Interessant ist auch: Was VOR dem Systemwechsel noch illegal war, kann plötzlich NACH dem Wechsel legal sein.
Dieses Kalkül kann aber auch schief gehen: Denn in den Rebellionsjahren 1967 und 1968 glaubten viele Neomarxisten, dass eine baldige Revolution ihre revolutionären Aktionen und Reden legalisieren würde. Aber dazu kam es nicht.



Schauen uns einmal andere Länder an:

1. Frankreich

Im Geschichtsunterricht lernt man, dass 1789 in Frankreich die Französische Revolution stattgefunden hat. Aber war das denn wirklich so ruckartig?
Oder war das nicht in Wirklichkeit ein Prozess mit vielen Schüben?
Und waren überhaupt alle damit einverstanden?

Haben in Frankreich wirklich alle, die ab 1789 die Revolution bejubelt haben, vorher gegen den König Widerstand geleistet?

War es nicht gerade Maximilien de Robespierre, der so viele Gegner der Republik hat köpfen lassen, der selber auf das elitäre Lycée Henri IV. gegangen ist und dort als Schüler noch eine Lobesrede auf den König gehalten hat?

Und hat nicht ausgerechnet die Republik, die die Monarchie bekämpft und den König und seine Frau geköpft hat, die monarchistische Tendenz zur Zentralisierung Frankreichs fortgeführt?

Was wurde überhaupt aus den Gegnern der Revolution? In der Vendée gab es langwierige Aufstände, die erst mit äußerster Brutalität niedergeschlagen werden konnten. Und als Napoleon im Juni 1815 in Waterloo verlor, wurde in Frankreich für rund 15 Jahre die Monarchie wieder hergestellt.

Noch bis ins 20. Jhd. sollten die Gegner der Republik stark bleiben. Anfangs waren es vor allem Monarchisten, dann im frühen 20. Jhd. an den italienischen Faschismus und den deutschen Nationalsozialismus angelehnte antirepublikanische Kräfte.
Auch von der radikalen Linken wurde die Republik immer wieder bekämpft.

Als sich dann nach gescheiterten Parteigründungen auf der Rechten der Front National durchsetzte, der später Rassemblement National genannt wurde, war man sich dort nicht einig, ob man für eine autoritäre neue Republik, für eine restaurierte Monarchie oder für eine Militärdiktatur à la Vichy sein sollte.



2. Die USA

Die USA feiern jedes Jahr am 4. Juli Ihren Unabhängigkeitstag.
Sie nehmen damit Bezug auf den 4. Juli 1776.

Man stellt es so dar, als ob man sich damals die Freiheit vom britischen Joch erkämpft habe. Eigentlich begann der Unabhängigkeitskrieg schon 1775.

Aber haben nicht die vielen Siedler, die sich ab 1775 plötzlich als Amerikaner sahen und nicht mehr als Briten oder Europäer, noch kurz davor in den French and Indian Wars zusammen mit offiziellen britischen Truppen, die man später abfällig Rotröcke nannte, gegen die Franzosen und deren verbündete Indianerstämme gekämpft?
Waren denn nicht diejenigen, die plötzlich voller Hass gegen die Briten und für ihre Unabhängigkeit von London kämpften, vor kurzem selber noch Briten?

Und was ist mit der nicht unerheblichen Zahl der Loyalisten, die Teil von „British America“ bleiben wollten? Man geht von bis zu 30 % der Bevölkerung aus. So genau ist das nicht zu messen, weil sich damals viele Loyalisten nicht offiziell zu ihrer Gesinnung bekennen durften. Einige flohnen nach Boston, dem Machtzentrum der Briten, andere leisteten in abgelegenen Gebieten Widerstand. Nach der Niederlage 1783 flohen viele Loyalisten ins heutige Kanada oder in die Karibik – oder sie passten sich der neuen Lage und dem neuen System an.

Die Motive für den Unabhängigkeitskrieg werden bis heute kontrovers diskutiert.
Ging es um Freiheit von Bevormundung und Besteuerung? Ging es darum, dass man die Indianer noch wirksamer unterdrücken wollte, als es die Britische Regierung zuließ?
Hatte man Sorge, dass die Briten Tendenzen zur Abschaffung der Sklaverei nachgaben?
Und welchen Klassen und Schichten diente eine Unabhängigkeit der USA besonders?
Auffällig ist auch, dass Frankreich die anfangs nicht besonders erfolgreichen amerikanischen Siedler deshalb unterstützte, um sich für die vorhergehende Niederlage in den „French and Indien Wars“, besonders im letzten von 1754 - 1763 zu rächen.



3. Russland

In Russland hat Lenin gegen Ende des Ersten Weltkrieges mit seiner Kommunistischen Partei und seiner Bewegung den Zaren hinweggefegt und am Ende die Zarenfamilie erschießen lassen. Er hat aber auch bürgerliche Revolutionäre und sogar linke Gegner beseitigt. Manche Gegner konnten ins Ausland fliehen.
Der Sieg der Kommunisten ist insofern erstaunlich, weil eine mögliche Revolution lange gar nicht von den anfangs schwachen Kommunisten vermutet wurde, sondern eher von den Narodniki (oft mit Volkstümler übersetzt) oder den Anarchisten.

Zuerst war die Revolution also noch vielfältiger, dann setzten sich die Kommunisten und insbesondere die Bolschewisten durch.

Aber dann hat Lenin das gemacht, was seine Kriegsgegner im Bürgerkrieg, die sogenannten „Weißen“ forderten:
Er hat Russland durch seinen Sieg im Bürgerkrieg wieder geeinigt, zentralisiert und gestärkt.
Lenin stammte übrigens selber aus einer gehobenen Klasse und sprach ein gehobenes Russisch und nicht das der von ihm hofierten Arbeiter und Bauern.

Lenin und seine Verbündeten haben nach dem Gelingen der Revolution in vielen Punkten das Gegenteil von dem gemacht, was sie vorher noch angekündigt hatten:
Aufstände nationaler Minderheiten, die sie anfangs selber begrüßt hatten, ließen sie niederschlagen.
Die Anarchisten, die eine wichtige Rolle in der Revolution gespielt hatten, luden sie zu freundschaftlichen Gesprächen ein, um sie dann dabei zu massakrieren.
Die Ergebnisse des Friedens von Brest-Litowsk annulierten sie, was insbesondere in der Ukraine heute als problematisch gesehen wird.

In der Folge blieb die Sowjetunion zwar bis 1991 nominell sozialistisch, führte de facto aber das 1917 übernommene Russische Reich fort. Wir haben auch hier wieder eine Revolution mit Brüchen und Kontinuitäten.
Als marxistischer Staat kritisierte die Sowjetunion zwar den Kolonialismus und Imperialismus westlicher Mächte, aber interessanterweise nie den eigenen, der das Land erst zum größten Flächenland der Erde geformt hat.



4. Der Iran (Persien)

Im Iran verhält es sich nicht viel anders. Aktuell ist das Land 2026 durch den Krieg wieder in den weltweiten Medien.

Auch im Iran gab es eine Revolution, die ungefähr 1978 und 1979 stattfand, aber auch Vorläufer hatte.

Auch hier muss man fragen:
Waren Ende der 1970er-Jahre wirklich fast alle Iraner eingefleischte Revolutionäre, bis auf diejenigen, die ins Ausland flohen?
Haben nicht viele von ihnen in den Jahren zuvor selber noch dem Schah von Persien zugejubelt?
So z. B. am 15. Oktober 1971, als Mohammad Reza Pahlavi anlässlich der 2500-Jahr-Feier der Iranischen Monarchie in der Ruinenstadt Persepolis eine gigantische historische Parade abhalten ließ.

Die Opposition gegen den Schah war anfangs mehrheitlich links oder linksnationalistisch motiviert und wurde dann von religiösen Kräften gekapert.
Über die Gründe mag man diskutieren: Waren die Religiösen im Auftreten medial stärker? Oder konnte man sich unter den Augen der Geheimpolizei SAVAK besser in einer Moschee oder in einer Religionsschule verstecken als in einem linken Diskussionskreis?

Es ist seltsam, dass Ayatollah Chomeini, der dann als Revolutionsführer die Monarchie stürzte, zwar dem Schah vorwarf, nicht genug zur Bekämpfung der Armut getan zu haben, selber aber in den 1960er-Jahren noch die Weiße Revolution des Schah bekämpft hat, die ja gerade die Armut bekämpfen sollte. Die Weiße Revolution war zwar in sich mit Fehlern besetzt, hatte aber durchaus ihre guten Seiten.
Nicht nur reiche Großgrundbesitzer, sondern auch der reiche Klerus opponierte damals gegen die Weiße Revolution.

Auffällig ist auch, dass es Chomeini und seinen Anhängern viele Propagandalügen gelangen. So hatten religiöse Netzwerke am 19. August 1978 viele Kinos angezündet, die sie als zu westlich ansahen. Dabei starben beim Brand des Cinema Rex in Abadan über 400 Menschen. Diese schoben die Religiösen dem Schah und seiner Geheimpolizei in die Schuhe und konnten so die herbeigesehnte revolutionäre Stimmung weiter anfachen.
Es ist bis heute erstaunlich, dass religiöse Fanatiker hunderte Menschen ihrer eigenen Bevölkerung umbringen können und dafür von derselben Bevölkerung an die Macht gebracht werden.



Conclusio:

Man erkennt an diesen Beispielen leicht, wie volatil nicht nur die Menschheitsgeschichte mit ihren System ist, sondern auch wie volatil sich die Anpassung der Menschen an diese Systeme vollzieht und wie volatil sie ihre vorher noch gefeierte Identität preisgeben.

Samstag, 16. Mai 2026

DIE GLOBALE CHIPHERSTELLUNG (FÜHRENDE HERSTELLER)

Mikrochips sind extrem nachgefragt (www.pixabay.com)


Zu den weltweit führenden Chipherstellern zählen typologisch gesehen:

  • IDMs: Unternehmen, die ihre Chips selbst produzieren
  • Fabless: Unternehmen, die sich auf das Design konzentrieren und die Fertigung auslagern
  • Foundries: Unternehmen, die reine Auftragsfertiger sind 
Hier sind die wichtigsten Akteure, basierend auf Marktkapitalisierung und Umsatzdaten von 2025/2026:
  • NVIDIA (USA): Derzeitiger Marktführer bei KI-Chips und Grafikprozessoren (GPUs).
  • TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Co.) (Taiwan): Der weltweit größte Auftragsfertiger (Foundry) für Halbleiter, der Chips für Firmen wie Apple, Nvidia und AMD herstellt.
  • Broadcom (USA): Führend bei Kommunikationschips und KI-Infrastruktur.
  • Samsung Electronics (Südkorea): Ein Riese, der sowohl Speicherchips (DRAM/NAND) als auch Prozessoren herstellt.
  • AMD (Advanced Micro Devices) (USA): Stark im Bereich Hochleistungsprozessoren (CPUs) und Grafikchips (GPUs).
  • Intel (USA): Einer der größten Integrated Device Manufacturer (IDM), der Prozessoren entwirft und selbst fertigt.
  • Qualcomm (USA): Dominiert bei Mobilfunkprozessoren (Snapdragon) und baut das Geschäft im Automotive-Bereich aus.
  • Micron Technology (USA): Führend bei Speicherchips.

Wichtige Akteure nach Spezialisierung:
  • Fertigung (Foundries): TSMC (Taiwan), UMC (Taiwan), Globalfoundries (USA/Malta), SMIC (China/Cayman Islands).
  • Speicher (Memory): Samsung (Südkorea), SK Hynix (Südkorea), Micron (USA).
  • KI-Hardware: Nvidia, AMD, Cerebras Systems.
  • Ausrüster (Fertigungsmaschinen): ASML (Niederlande), Applied Materials (USA), Carl Zeiss SMT (Deutschland).
Die Branche wird derzeit stark durch den Boom bei Künstlicher Intelligenz und High-Performance-Computing angetrieben. Das führt soweit, dass in den Jahren 2025 und 2026 eine wachsende CPU- und RAM-Knappheit entsteht, die wahrscheinlich noch bis ins Jahr 2027 anhalten wird.

Traditionell trennt man Rechen- und Speicherchips. Diese Trennung verschwimmt aber durch die KI zunehmend. Wir verwenden sie ihr zur Vereinfachung trotzdem:
Geostrategisch lässt sich vereinfacht sagen, dass bei den Rechenchips eine extrem große Abhängigkeit von Taiwan besteht und bei Speicherchips eine große Abhängigkeit von Südkorea und den USA.
Sowohl Taiwan als auch Südkorea liegen in ostasiatischen Spannungsgebieten.

Da SMIC ein chinesisches Unternehmen ist, ist es spätestens seit Beginn der Biden-Regierung (Ende 2020) das Ziel der USA, den Einfluss von dessen Chips zurückzudrängen und auch eine Zusammenarbeit von SMIC mit Ausrüstern wie ASML diplomatisch zu unterbinden.
Die USA haben damals insgesamt fast 700 Unternehmen auf eine "schwarze Liste" gesetzt, davon knapp 300 aus der VR China.

Quellen:
Wikipedia
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pixabay.com
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c't
Technik+Einkauf




Freitag, 15. Mai 2026

PIAT, YANN ANNABELLE

Yann Piat
Yann Piat

Yann Piat war eine rechte französische Politikerin, die wahrscheinlich aufgrund ihres Kampfes gegen Korruption und organisierte Kriminalität im Februar 1994 erschossen wurde.

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Piat war eine rechte französische Politikerin aus einer Militärfamilie. Sie wurde am 12.06.1949 in der Noch-Kolonie Französisch-Indochina geboren. Ihr Vater ist unbekannt.

Piat engagierte sich nach der Unabhängigkeit Indochinas in der französischen Politik und war zunächst für den rechten Front National unter Jean-Marie LePen aktiv und stieg mit seiner Hilfe bis in die Nationalversammlung auf.
Nach einigen Hardcore-Äußerungen von Jean-Marie LePen (u. a. zum Holocaust) wechselte sie vom FN zu den bürgerlichen Rechten der UDF, stieß dort aber auch auf Korruption und Vetternwirtschaft.

Insgesamt war Piat von 1986 - 1994 Abgeordnete in der frz. Nationalversammlung.
1988 wurde sie aus dem FN geworfen oder trat selber aus (je nach Sichtweise).
Piat galt als Nationalistin und als entschiedene Gegnerin krimineller Machenschaften.

Ihre politische Karriere führte sie mit der Zeit in den Süden Frankreichs an die Côte d'Azur. Piat baute sich im Département Var eine Machtbasis auf, die aber nie unumstritten war. 
Sie wollte im Département Var mit Korruption und Mauscheleien aufräumen, besonders im Bausektor. Zwischen Marseille und Nizza war die sog. "Var-Mafia" stark. Piat war auch gegen einen Ausbau des Flughafens Toulon-Hyères.
In Südfrankreich kam zum Einfluss der einheimischen OK (Organisierten Kriminalität) der Einfluss der italienischen OK (Mafia, Camorra usw.) hinzu.

Piat fühlte sich bedroht und wurde es auch. Sie beantragte Polizeischutz, was sich aber bürokratisch hinzog.
Am 25. Februar 1994 wurde sie dann in ihrem Kleinwagen in voller Fahrt erschossen - wahrscheinlich von einem oder zwei Motorradschützen.

Zwei Jahre vorher hatte sie noch einen Brief für den Fall ihres Ablebens hinterlegt. Sie dachte v. a. an einen inszenierten Suizid oder Unfall, nicht an den dann durchgeführten Hit auf der Straße.
Der Text enthält die Formulierung "J'accuse..." (Ich klage an...) und nennt dann Namen.
Er sollte offensichtlich an die berühmte Schrift von Émile Zola erinnern.

In dem Dokument nannte Yann Piat konkret fünf einflussreiche Namen aus Politik, Wirtschaft und der Unterwelt des Départements Var:

  • Maurice Arreckx: Der damalige mächtige Senior und Präsident des Generalrats des Departements Var.
  • Jean-Louis Fargette: Ein berüchtigter Pate der lokalen Unterwelt. Fargette war zwar bereits 1993 im italienischen Exil ermordet worden, aber schon auf seinem Grab fanden sich Racheschwüre gegen Piat, die Nachfolger wie Gérard Finale umgesetzt haben könnten.
  • Bernard Tapie: Der bekannte Geschäftsmann und Politiker, der in der Region geschäftliche Interessen verfolgte.
  • Ferner waren noch zwei weitere lokale Akteure genannt.


Piat sah sich durch ihren Kampf gegen illegale Immobilien-Spekulationen, Geldwäsche und korrupte Vergabeverfahren an der Côte d’Azur massiv bedroht. Die kriminellen Netzwerke waren in- und ausländischer Natur.
Nach Piats Erschießung am 25. Februar 1994 führte der Brief zu einem politischen Erdbeben in Frankreich. Er lenkte den Fokus sofort auf eine politisch-mafiöse Verschwörung.

Es kam zu Festnahmen, die aber im Kern den Anschlag auf Piat selber betrafen. Lucien Ferri soll der/ein Todesschütze gewesen sein. Wahrscheinlich wurde der Hit in der "Macama-Bar" geplant (oder an weiteren Orten).
Hintermänner aus Politik und Wirtschaft wurden zwar verdächtigt, ihnen konnte aber nichts Konkretes nachgewiesen werden.

Investigative Journalisten wurden eingeschüchtert oder starben unter mysteriösen Umständen. Aufzeichnungen verschwanden.


Sonntag, 15. Februar 2026

WELCHE ALTERNATIVEN GIBT ES ZU THE YOUNG TURKS (TYT)?

The Young Turks (TYT) mit Cenk Uygur und Ana Kasparian



TYT (The Young Turks) ist ein mittig-linkes, progressives US-Nachrichtennetzwerk, das 2002 als Radiotalkshow begann und 2005 auch im Internet "auf Sendung ging".
Der Name spielt auf die Bewegung der Jungtürken an und meint hier "Rebellen".

TYT hat sich über die Jahre stark ausgebreitet und ist auch Kooperationen mit ähnlichen medialen Projekten eingegangen.
Gleichzeitig lösten sich einige Moderatoren und Projekte im Streit, z. B. David Rubin nach rechts und Jimmy Dore ins Linkspopulistische.


Aber welche Alternativen gibt es zu TYT?

In den USA gibt es eine Vielzahl von progressiven, linken, linksliberalen und unabhängigen Nachrichtenmedien, die ähnliche inhaltliche Schwerpunkte wie "The Young Turks" (TYT) setzen. Sie kritisieren oft das US-Establishment und beanspruchen eine investigative Brerichterstattung.
 
Hier sind die wichtigsten Alternativen zu TYT in den USA, unterteilt nach Format:
  • The David Pakman Show (David Pakman):
    Eine bekannte progressive Talkshow, die sich auf politische Nachrichten und Interviews konzentriert.
  • The GrayZone:
    The GrayZone ist ein linkes Medienformat mit Max Blumenthal (der im Bundestrag Gregor Gysi schon einmal bis auf's Bad verfolgt hat!).
    Bisweilen wird das Vorgehen von Blumenthal als zu radikal, zu verschwörungstheoretisch und zu anti-imperialistisch/anti-westlich eingeschätzt - und damit als zu pro-russisch und pro-chinesisch.
    Blumenthal ist ein jüdischer Anti-Zionist.
    Neben Max Blumenthal treten u. a. Aaron Maté, Wyatt Reed und Anya Parampil auf.
  • HasanAbi (Hasan Piker):
    Ehemaliger TYT-Host, der mittlerweile einer der größten politischen Streamer auf Twitch ist.
  • The Hill:
    The Hill ist eine einflussreiche Online-Zeitung und Nachrichtenplattform aus Washington D. C., die sich auf US-amerikanische Politik einschließlich genauer Analysen der Vorgänge in Washington (Weißes Haus, Kongress, Lobbyarbeit) konzentriert.
    The Hill ist auch in den Sozialen Medien präsent.
  • The Jimmy Dore Show:
    Jimmy Dore war früher ein enger Freund von Cenk Uygur und gehörte zu dessen TYT-Netzwerk. Dann gingen beide zunehmend getrennte Wege und griffen sich dann medial mehrfach heftig an.
    Jimmy Dore hat sich in Richtung Linkspopulismus entwickelt und übernimmt manchmal auch rechte oder verschwörungstheoretische Ansichten. 
  • Kim Iversen:
    Kim Iversen kommt aus dem Umfeld von TYT und "The Left Media Network", hat aber ihre eigenen Ansätze und steht auch einigen Verschwörungstheorien positiv gegenüber.
     
  • The Lever (David Sirota):
    Ein investigatives Nachrichtenprojekt, das sich stark auf Korruption und die Macht von Konzernen konzentriert (ehemals: The Daily Poster).
  • The Majority Report with Sam Seder (MR):
    Eine beliebte tägliche Sendung, die progressive Ansichten vertritt und oft liberale Perspektiven in Debatten darlegt.
    The Majaroity Report war bis zum Juli 2020 Teil des TYT-Netzwerks.
     
  • MeidasTouch (Meiselas-Brüder):
    Ein sehr erfolgreiches "pro-democracy" Medienunternehmen, das sich auf progressive Kommentare und politische Nachrichten konzentriert.
    Es wurde anfangs während der Covid-19-Quarantäne als Anti-Trump-Projekt von den Meiselas-Brüdern (Ben, Brett und Jordy) gegründet.
  • Secular Talk (Kyle Kulinski):
    Kulinski ist ein progressiver Kommentator, der oft mit TYT verbunden war (Justice Democrats Mitgründer) und eine ähnliche inhaltliche Ausrichtung hat.
  • Useful Idiots:
    Useful Idiots ist ein linker Podcast mit Katie Halper, Aaron Maté und anderen linken Aktivisten. 
  • The Vanguard:
    The Vanguard (Podcast|Channel) ist auf einem Youtube-Kanal und verbreitet sehr linke bis links-populistische Positionen. Die Moderatoren sind Zac & Gavin. Sie treten aktivistisch auf und interviewen gerne Leute aus der linken Szene.
    Die Moderatoren pflegen oft einen polemischen Umgang mit Medienakteuren - auch mit linken, und warnen regelmäßig vor Faschismus.
 
Unabhängige progressive Nachrichtenmedien (Print & Online)
  • Democracy Now!:
    Eine tägliche, unabhängige Nachrichtensendung (Audio und Video), moderiert von Amy Goodman, bekannt für ihre tiefgründige Berichterstattung über Menschenrechte und Politik.
  • The Nation:
    Das älteste Wochenmagazin der USA, das sich auf progressive Politik und Kultur konzentriert.
  • Mother Jones:
    Bekannt für investigativen Journalismus aus progressiver Sicht.
     
  • Jacobin:
    Ein führendes Magazin für sozialistische und linke Perspektiven.
  • The Real News Network (TRNN):
    Ein unabhängiges Mediennetzwerk, das sich auf Probleme der Arbeiterklasse und kritische Politik konzentriert.
  • Truthout:
    Eine Non-Profit-Organisation, die unabhängige Nachrichten zu progressiven Themen liefert.
 
Investigativ-Medien (Unabhängig)
  • ProPublica: Eine sehr angesehene, gemeinnützige Redaktion, die investigativen Journalismus im öffentlichen Interesse betreibt.


QUELLEN:
Wikipedia
KI
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einschlägige Youtube-Kanäle 

 

 

 

 

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Freitag, 9. Januar 2026

PODCAST (MEINUNG|KOMMENTAR): WARUM GREIFEN DIE USA UNTER TRUMP VENEZUELA AN?

Venezuela (Quelle: pixabay.com; 
OpenClipart-Vectors)

Die Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump haben jetzt endgültig in Venezuela militärisch eingegriffen. Schon seit einigen Monaten (mindestens) hat sich eine Eskalation der Spannungen angedeutet.

Dabei wurden am 03.01.2026 Präsident Nicolás Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores gefangengenommen.

Die Reaktionen sind international und in beiden Amerikas unterschiedlich.
Die Reaktionen in Europa sind wie gewohnt bürokratisch.


Otto Skorzeny an der Oder, Februar 1945 (Wikipedia)


Die Aktion zeigt, wie man mit Handstreich-Aktionen im Stile eines Otto Skorzeny (genannt "James Bond der Waffen-SS" oder "Hitlers James Bond") Fakten schaffen kann, während die anderen nur reden. Man denke nur an die Befreiung Mussolinis (Unternehmen Eiche) oder an den gescheiterten Versuch, Josip Broz Tito zu entführen oder zu töten (Unternehmen Rösselsprung).
Heute ist die Ortung von Zielpersonen mit Hilfe der digitalen Kommunikationsnetze für Groß- und Supermächte noch einfacher.



Die Welt in/auf den Händen (Quelle: pixabay.com; stokpic)

Aber warum tut Trump das?

Man könnte natürlich wieder eine idealistische Begründung bemühen und den Kampf für Freiheit und Menschenrechte anführen.
Maduro war in der Tat ein autoritärer Herrscher. Trotzdem glauben selbst naive Menschen nicht mehr an eine Argumentation mit Freedom, Democracy, Human Rights usw.

Man tut stattdessen gut daran, eine realistische Begründung (Macht generell) oder eine materialistische Begründung (wirtschaftliche Macht) zu finden.
Dazu sind einige Punkte anzuführen:

  1. Die USA greifen Venezuela an, weil sie Kontrolle über seine Ölvorkommen wollen.
    Venezuala verfügt über sehr viel Öl (ca. 17 % der weltweiten Reserven) und dazu noch über Ölsorten (z. B. schweres und extra-schweres Rohöl), die die USA haben wollen.
  2. Venezuela verfügt auch über große Erdgasvorkommen
  3. Es geht aber nicht nur um Öl und Erdgas. Das wäre zu einfach.
    Venezuela hat viele weitere Bodenschätze zu bieten, darunter Gold, Bauxit, Eisen, Coltan und Diamanten.
  4. Im Zuge der zunehmenden Elektromobilität geht es nicht mehr nur um Öl, sondern auch um Lithium. Dies findet sich zwar nicht oder kaum in Venezuala, aber durch das Land führen Routen zum weiter südlich liegenden "Lithium-Dreieck" zwischen Bolivien, Chile und Argentinien.
  5. Wichtig ist zu wissen, dass die USA ihre Claims (Macht-/Besitzansprüche) abstecken wollen, bevor China das tun kann und will (Faktor Boden + Faktor Zeit!).
  6. Wichtig ist auch, dass die USA seit Jahren über ein großes Haushaltsdefizit verfügen, das sie nur dadurch halbwegs "austarieren" können, dass sie in ihrer eigenen Währung verschuldet sind und sich bedingt daraus "herausdrucken" können.
    Das geht aber nur so lange, wie der Dollar (und der sog. "Petrodollar") die Leitwährung ist.
    (Anm.: 
    Als
     Petrodollar bezeichnet man (halboffiziell) die US-Dollar-Einnahmen erdölexportierender Länder durch den Verkauf von Rohöl. Der globale Handel wird hauptsächlich in Dollar abgerechnet. Dieses System hat seit den 1970er Jahren die globale Finanzordnung geprägt und die Nachfrage nach dem US-Dollar künstlich erhöht (Weltreservewährung). Erdöl wird pro Barrel (159 Liter) in Dollar notiert, was den ölproduzierenden Nationen enorme Dollarbestände einbringt, die oft in westliche Finanzmärkte reinvestiert werden (Petrodollar-Recycling).
    Schon 1991 war das ein Grund für den US-Angriff auf den Irak: Saddam Hussein hatte nicht nur illegal Kuweit besetzt, sondern auch mit dem Gedanken gespielt, sich seinen Öl-Export in anderer Währung bezahlen zu lassen.
    Bei Muammar al-Gaddafi war es ähnlich.
  7. Ein wichtiger Zusatzpunkt:
    Trump will mit solchen außenpolitischen Erfolgen von seiner verfahrenen Innen- und Wirtschaftspolitik ablenken. 


Risiken dieser Politik:

Diese Politik ist zum einen moralisch fragwürdig - zumal man Russland und China ähnliche "Schweinereien" vorhält.
Sie ist aber auch gefährlich, weil sie ein schlechtes Vorbild abgeben kann: Russland kann sich in seinem Angriff auf die Ukraine bestätigt fühlen und diesen noch intensivieren, China kann sich zu einem Angriff auf oder einer Blockade von Taiwan ermutigt fühlen. Bis spätestens 2049 will die VR Taiwan unter Kontrolle haben (eher früher, bis vielleicht 2030 oder noch früher) und Weltmacht Nr. 1 sein.


Temple of Heaven (Quelle: pixabay.com; j(oe)plenio)


Die Konkurrenzsituation zu China:

China hat längerfristig eigentlich die besseren Karten:

  • es verfügt über mehr Menschen verfügt - rund 1,5 Mrd., die allerdings nicht alle ethnische Han sind
  • Chinesen arbeiten im Schnitt mehr (aber auch dort entsteht eine Freizeitkultur) 
  • es setzt wirtschaftlich sehr auf Produktion und Export und weniger auf "windige Branchen" (Voodoo-Ökonomie) wie IT-Spielereien, Finanz-Abzockerei oder Entertainment wie die USA;
    das soll nicht heißen, dass die US-Wirtschaft nur so aufgebaut ist - nur setzen sich diese Branchen immer mehr gegenüber den produktiven Branchen durch

China hat aber auch einige Nachteile bzw. schlechtere Karten:

  • China ist geostrategisch "eingekreister", während die USA in Nordamerika mit Kanada fast eine "Kontinental-Insel" bilden
  • China hat nicht nur mehr Nachbarn als die USA, sondern wird von diesen auch noch argwöhnisch betrachtet (z. B. Japan, Taiwan, die Philippinen, Vietnam [Krieg erst 1978!], Indien [Krieg 1962]);
    auch mit Russland hat China viele Krieg geführt, derzeit halten beide Länder nur zusammen, um eine US-Übermacht auszubalancieren
  • China versucht, dieser Einkreisung durch die Neue Seidenstraße bzw. BRI (Belt and Road Initiative) seit 2013 entgegenzuwirken
  • China muss außerdem aufpassen, dass es keinen zu starken Geburtenrückgang der Han-Chinesen gibt

 
James Monroe (Quelle: Wikipedia; John Vanderlyn)


Weiteres US-Vorgehen:

... in Mittel- und Südamerika:

Da die Maßnahmen gegenüber Venezuela zu fruchten scheinen, könnte die US-Regierung motiviert sein, ihre Kontrolle über Mittel- und Südamerika weiter zu verstärken.
Im 19. Jhd. sprach man von der Monroe-Doktrin, in der die USA den Anspruch über BEIDE Amerikas erhoben haben und gleichzeitig forderten, dass sich die europäischen Kolonialmächte (v. a. Spanien in Mittel- und Südamerika und England in Nordamerika, aber auch Portugal, Frankreich und die Niederlande) aus der Politik beieder amerikanischer Kontinente heraushalten.
Diese Monroe-Doktrin geht auf eine Rede von Präsident James Monroe von 1823 vor dem Kongress zurück und diente als Entwurf einer langfristigen US-Außenpolitik.
Dies geschah vor dem Hintergrund, dass sich viele europäische Kolonien in Nord- und Südamerika gerade erst von ihren Mutterländern emanzipiert hatten.
Die Monroe-Doktrin formulierte Prinzipien wie "two spheres", "non-intervention" und "non-colonization". Einige ihrer Aussagen waren am Anfang noch recht allgemein, sie wurde aber im Laufe des 19. Jhd.s mehrfach verschärft. Aus kritischer Sicht könnte man sagen, dass ihre anfänglich anti-imperialistische Stoßrichtung (gegen europäischen Imperialismus) selber imperialistisch wurde (v. a. gegenüber Mittel- und Südamerika).
Die heutige Version bzw. Neuauflage nennen einige Kommentatoren scherzhaft Donroe-Doktrin (wegen Donald J. Trump).

... gegenüber Grönland und Dänemark:

Darüber hinaus besteht aber auch die Gefahr, dass Trump seine Kontrollbestrebungen über Grönland intensivieren will, obwohl dies formell zu Dänemark gehört und Dänemark ein NATO-Mitglied ist. Europäische NATO-Mitglieder warnten deshalb auch vor einem Ende der NATO im Falle eines US-Angriffs. Allerdings gab es schon einmal militärische Konflikte zwischen NATO-Mitgliedern: Man denke nur an die Zypern-Krise (1974) zwischen Griechenland und der Türkei, bei der einerseits die griechische Militärdiktatur Zypern direkt kontrollieren wollte, die türkische Seite aber heimlich mit zivilen Landungsschiffen den Nordosten der Insel besetzen ließ.
Dänemark ging allerdings - gelinde gesagt - nicht immer fair mit seiner Kolonie um.
Es geht dabei darum, dass diverse Nordpassagen für zivile und militärische Schiffe kontrolliert werden sollen und die USA besser positionierte Raketenbasen schaffen kann.