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Dieser Universal-Blog ist aus einer Seite für Geschichte, Politik und Realienkunde hervorgegangen und hat sich in Richtung Humanwissenschaften weiterentwickelt.
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Sonntag, 2. August 2026

RYU OTA

02.08.2026

* 16.08.1930
+ 19.05.2009

Proteste der linken Studentenvereinigung "Zengakuren" in Kanda (Tokyo), 1968

Ryu Ota war ein japanischer radikaler Aktivist und Schriftsteller.
Er erlebte als Kind und als Teenager noch den Zweiten Weltkrieg, engagierte sich dann in der legalisierten Kommunistischen Partei Japans (KPJ) und lieferte sich dort als Querkopf Fraktionskämpfe mit anderen Aktivisten. 
In den 1970er-Jahren war er ein führender Kopf der Ainu-Befreiungsbewegung. Die Ainu leben in Japan seit mindestens 14.000 Jahren, die Yayoi-Japaner erst seit rund 2300 Jahren. Die Ainu-Befreiungsbewegung griff damals auch zu gewalttätigen Mitteln, wurde aber schon bald durch innere Zerwürfnisse geschwächt. Trotzdem initiierte sie den bis heute (friedlich) geführten Kampf der Ainu um ihre ethnisch-kulturellen Rechte.
In den 1980er-Jahren schloss sich Ota der damals "modischen" Umweltschutzbewegung an. Und seit den 1990er-Jahren wandte er sich zunehmend nach Rechts und zur Querfront und vertrat das, was man auch Verschwörungstheorien nennt.
Subjektiv kämpfte Ota immer gegen Ungerechtigkeit.


Ota stach nicht nur durch Parteigründungen und Machtkämpfe und als Schriftsteller hervor, sondern er gründete auch diverse Assotiationen und Institute. 

  • The Natural Life Academy (天寿学会, Tenju Gakkai)
  • The Civilization Critic Academy (文明批判学会, Bunmei Hihan Gakkai)
  • The Institute for Historical Revisionism (歴史修正研究所, Rekishi Shūsei Kenkyūjo)
  • The Institute for Universal Strategy (宇宙戦略研究所, Uchū Senryaku Kenkyūjo)
  • The Earth Restoration League (地球維新連盟, Chukyū Ishin Renmei)

Aus kritischer Betrachtung heraus könnte man sagen, dass Otas Hang, sich gegen Unterdrückung zu wehren, der sicher durch seine frühen Kriegserfahrungen geprägt oder verstärkt wurde, dazu führte, dass er immer neue Unterdrücker und Unterdrückungsstrukturen phantasierte, gegen die er dann heroisch kämpfen konnte.


QUELLE UND LITERATUR:

Wikipedia
-
Literatur über die Japanische Linke
insbesondere:  


 

Dienstag, 28. Juli 2026

DAS AUDIOSYSTEM UNTER LINUX

28.07.2026

Audiosysteme: Treibersysteme und Soundserver

Das Audiosystem unter Linux besteht aus mehreren Bausteinen bzw. Teilsystemen.
ALSA, PulseAudio, JACK und PipeWire regeln, wie Töne von Programmen oder Eingabegeräten zur Soundkarte und dann zu Kopfhörern oder Lautsprechern gelangen - und wie umgekehrt Tönen von Mikrophonen zur Soundkarte und sie verarbeitenden Programmen gelangen.

Hier werden kurz vier Audio(teil)systeme vorgestellt:

  • ALSA (Advanced Linux Sound Architecture) [urspr. eine Anspielung auf ELSA?]:
    ALSA ist als Nachfolger von OSS das fundamentale Treibersystem und wirkt direkt am Linux-Kernel. Es spricht nämlich die Hardware (Soundkarte) unmittelbar an.
    ALSA ermöglicht erst die Tonerzeugung, kann aber meist nur eine App zur selben Zeit bedienen. Das Mixen ist aber möglich, auch mit verschiedenen Sampleraten (vgl. dmix-Plugin).
  • PulseAudio:
    PA ist ein Soundserver, der auf ALSA aufsetzt. Er sorgt dafür, dass mehrere Programme gleichzeitig (z. B. Musik im Browser und Hinweistöne) Töne ausgeben können. PA galt lange als Standard, wird aber langsam durch PipeWire abgelöst.
  • JACK (JACK Audio Connection Kit):
    JACK gilt als spezieller Soundserver für Profis. Besonders unter Musikern ist JACK weit verbreitet. Der Server arbeitet mit extrem geringer Latenz (Verzögerung) und verbindet v. a. Musiksoftware frei miteinander. Denken Sie als Einsteiger in die Musikbearbeitung, dass JACK-Komponenten manchmal nachinstalliert werden müssen! JACK gilt auch als etwas schwer zu bedienen.
  • PipeWire:
    PW ist der moderne Ersatz für PulseAudio und JACK. Er vereint beide Welten, braucht weniger Strom, steuert Bluetooth stabiler (an) und verarbeitet neben Audio auch Video.


Freitag, 24. Juli 2026

RC-MODELLBAU

 24.07.2026

 

Ein RC-Autorennen (Quelle: Pixabay; Bicouli)

 

RC-Modellbau  ist der Bau funktionsfähiger und funkferngesteuerter Modelle. RC kommt von "Radio Controlled" und meint (funk)ferngesteuert.


EINLEITUNG

Die im RC-Modellbau eingesetzten ferngesteuerten Objekte können vielfältig sein. Traditionell setzt man Autos, Flugzeuge, Hubschrauber oder Schiffe ein. Seit einigen Jahren sind aber auch Flugdrohnen en vogue. Es ist zu erwarten, dass daneben künftig fast alle Arten von Robotern einsetzbar sein werden, deren Agieren dann auf eine Mischung aus Fremd- und Eigensteuerungen unter Zuhilfenahme Künstlicher Intelligenz basieren wird.

Die Steuerung erfolgt traditionell durch analoge Funkfernsteuerungen. Seit den 2010er-Jahren setzt man verstärkt auf digitale Funkfernsteuerungen. Die benötigte Antennenlänge nimmt meist ab und durch das "Pairing" bei Digitalen Verbindungen kann die Störung durch fremde Signale auf derselben Fequenz weitgehend ausgeschlossen werden.

Auf Nahdistanz (im Kriegsfall zur Abwehr von Störsignalen auch auf lange Distanz) ist auch ein Betrieb per Kabel möglich - traditionell mit Metalladern, moderner aber auch mit Glasfaserkabeln zur optischen Steuerung des Modells.

Noch etwas ist interessant: Durch die verbesserte Leistung von Akkus hat der Einfluss der verbrennergetriebenen Modelle stark abgenommen. Diese Entwicklung ging der Entwicklung bei straßentauglichen Kraftfahrzeugen voraus und hatte einen seismographischen Indikationseffekt.


Akkumulatoren (Quelle: Pixabay)


ENERGIESPEICHER UND ANTRIEB:
z. B. AKKUS (AKKUMULATOREN) UND ELEKTROMOTOREN

Wer sich tiefer mit dem RC-Modellbau beschäftigen will, der kommt an etwas Elektrontechnik-Kenntnissen nicht vorbei. Man kann das grob mit dem früher sehr beliebten CB-Funk oder dem Amateurfunk vergleichen.

Das kommt daher, dass sowohl Energiespeicherung, Antrieb als auch Steuerung meistens auf Elektronik beruhen. 
Die Energie des RC-Modells stammt nämlich meistens aus kleinen, aber leistungsfähigen Akkus. Diese elektrische Energie muss dann in kinetische Energie ("Bewegung") umgesetzt werden, einmal über E-Motoren zum Antrieb und dann über Servos, mit denen z. B. gesteuert wird.


Theoretisch sind aber drei Optionen von Energielieferung möglich:

  • Elektromotoren: beziehen ihre Energie von Akkus (Akkus werden leistungsfähiger)
  • Verbrennermotoren: beziehen ihre Energie aus Brennstoffen;
    ihr Einfluss nimmt aber ab
  • Windantrieb: bezieht seine Energie aus dem Wind;
    dies funktioniert bei Segelflugzeugen (vgl. Thermik, Hangaufwind) und bei Segelbooten, sehr schlecht aber bei Modellen, die sich an Land bewegen sollen
    [starten können Segelflugzeuge mit Seilen, Startwinden oder gar F-Schlepp] 

Es läuft also vieles auf einen E-Antrieb und Akkus als Energielieferanten hinaus.
Die Akkus sehen aber oft anders aus, als handelsübliche Akkus oder Batterien.
Im Handel kann man sich z. B. AA- oder AAA-Akkus kaufen, die äußerlich Batterien ähneln, aber nur 1,2 Volt statt 1,5 Volt Nennspannung bereitstellen.

Im RC-Modellbau sind oft mehrere Akkuzellen durch eine Hülle verbunden, durch die ein gemeinsames Anschlusskabel nach außen führt. Man spricht von einem "Akkupack".
Diese Bauweise hat den Vorteil, dass sie kompakter ist, aber auch den Nachteil, dass Modellbauer spezielle Ladegeräte benötigen.

Lange Zeit verstand man unter Akkus Nickel-Cadmium- oder Nickel-Metallhydrid-Akkus.
Von Kraftfahrzeugen kennt man auch Bleiakkus als "Starterbatterie", die aber trotz ihrer allgemeinen Zuverlässigkeit eine zu hohe Masse besitzen und daher im Modellbau selten zum Einsatz kommen (außer als Gegengewicht, z. B. bei einem Gabelstaplermodell).

Stattdessen nutzt man in den 2020ern die Lithium-Ionen-Akkus, die bei geringem Gewicht und geringer Baugröße ein hohes Speichervolumen und eine hohe Belastbarkeit aufweisen. Beispiele sind: Lithium-Polymer-Akku, Lithium-Eisenphosphat-Akku.
In letzter Zeit wird aber immer wieder Kritik laut, dass Lithium-Akkus gar nicht so umweltverträglich seien, wie lange glauben gemacht wurde. Der Abbau der Rohstoffe - insbesondere des Lithiums selbst - kann der Natur großen Schaden verursachen.
Deshalb wird derzeit (2025 ff) weltweit an lithiumfreien und dennoch leistungsstarken Akkumulatoren geforscht.



Servo (Quelle: Wikipedia)

STEUERUNG

RC-Modelle werden meistens über mobile Sender gesteuert (Ausnahmen: Kabel aus Metall oder Glasfaser), die die Steuerimpulse in mehreren getrennten Kanälen übertragen. Meist wird für jede Modellfunktion ein Kanal oder ein Kanalpaar verwendet.
Modellfunktionen: Lenkung, Leistungssteuerung, Bremse, Gangschaltung usw.

Auf der Seite des Modells wird erstens ein Empfänger benötigt, der durch einen passenden Quarz auf die Senderfrequenz abgestimmt ist und zweitens ein Servo (lat. servus - Sklave; Diener), womit ein Verbund aus Ansteuerungs- und Antriebseinheit (meist Elektromotor und Steuerelektronik) gemeint ist. Es sind auch Alternativen zu Servos wie Pneumatik- oder Hydraulikzylinder o. ä. möglich.
So werden die Steuersignale erstens von der Funkfernsteuerung an den Empfänger des Modells übertragen und dann zweitens über die Servos Veränderungen der Motorleistungen, Radeinschläge, Ruderausschläge oder Leitwerke erreicht. Dies kann rein elektronisch geschehen oder auch elektromechanisch durch das Bewegen eines Kontaktstiftes.
Beim der Steuerung der Lenkung werden elektrische (elektromagnetische) Signale in mechanische Bewegungen umgewandelt, wobei die Kraft durch Lenkhebel auf Lenkstangen übertragen wird.
Bei der Steuerung von Elektromotoren werden die Zeitintervalle, in denen der Elektromotor mit Strom versorgt wird, verlängert und der Motor dreht sich schneller.

Auch bei Verbrennungsmotoren werden übrigens Servos verwendet, z. B. kann ein Gestänge das Vergaserküken öffnen, wodurch dann mehr Luft angesaugt und damit mehr Treibstoff mitgerissen wird. 

Es gibt nun verschiedene Ausführungen von Fernsteuerungsanlagen:

  • Pistolensender: v. a. im Auto und Schiffsmodellbau
  • Handsender: hptsl. für Helikopter und Flächenflugzeuge verwendet.
  • Pultsender: Handsender, bei der ein Pult mit dem Sender umgeschnallt wird und somit nicht mit der Hand gehalten werden muss.

Heutzutage gibt es auch Einflüsse aus der "Gamingszene": Einige Handsender ähneln immer mehr den Gamepads von Videospielen. Dies sieht sicher schnittig aus und passt auch ergonomisch zu den Händen, allerdings ist bei zu kurzen "Steuerknüppeln" (genauer: Kreuzknüppel) präzises Steuern schwer.



RC-Modellauto (Quelle: Pixabay; vicasso)

AUTOMODELLE

Die Automodelle werden in verschiedensten Größen(verhältnissen) gebaut. Englisch spricht man insbesondere bei Nachbauten "realer" Modelle auch von Scale.
Es sind Modelle vom Maßstab 1:83 bis zum Maßstrab 1:4 und noch größer denkbar.
RC-Autos haben Höchstgeschwindigkeiten im Bereich von 15 km/h bis über 100 km/h, in besonderen Fällen sogar bis über 300 km/h.

Für sehr hohe Geschwindigkeiten nimmt man heute besonders leistungsfähige Elektromotoren. Verbrennermotoren haben zwar tendenziell eine stärkere Motorleistung, aber durch ihre geringere Drehzahl meist niedrigere Höchstgeschwindigkeiten. 
Sehr schnelle Modellautos werden dann im Guiness Buch der Rekorde verzeichnet.

Offroad-Fahrzeugtypen (vgl. Wikipedia):

  • Buggys
  • Truggys/Stadium Trucks
  • Monstertrucks
  • Short-Course Trucks
  • Crawler/Trailer
  • Rallycar

Onroad-Fahrzeugtypen (vgl. Wikipedia):

  • Tourenwagen
  • Glattbahn
  • Driftcar
  • Musclecar
  • Oldtimer
  • Gt500

RC-Flugmodell (Pixabay; Quelle: Walter46)



FLUGMODELLE

Im Flugmodellbau gibt es wie bei den Automodellen auch viele verschiedene Modellflugzeugarten. Einmal unterscheiden sie sich in der Größe (engl.: Scale), aber auch in Gewicht, Antrieb und Flugverhalten.


Allgemein Einteilung:

  • RC-Flugmodell mit Verbrennungsmotor
  • RC-Elektroflugmodell
  • RC-Segelflugzeug
  • RC-Multicopter

Spezielle Einteilung:

  • Slowflyer bzw. Park Flyer
  • Nurflügler
  • Shock Flyer
  • Impeller-Flugzeug
  • Jet-Modell
  • Freiflugmodell
  • Hubschrauber
  • Quadrocopter
  • Triocopter
  • Hexacopter
  • Octocopter



RC-Schiffsmodell (Quelle: Pixabay; Bicouli)

SCHIFFSMODELLE 

Auch Schiffsmodelle kann man nach der Art des Antriebs kategorisieren:

  • RC-Schiff mit Verbrennungsmotor
  • RC-Schiff mit Elektromotor
  • RC-Segelschiff
 
Sie können jedoch auch nach Eigenschaften und Einsatzbereich unterteilt werden:
  • RC-Schiff
  • RC-U-Boot
  • RC-Speedboot


COMPUTERSIMULATION

Jeder kennt inzwischen die Vielfalt der Simulationen am Computer. Früher sorgten Flugsimulatoren wie der MS FlightSim, X Plane oder der freie FlightGear für Furore, inzwischen kann man bis zum Auto, Traktor, Boot usw. fast alles simulieren.
Das Nutzen solcher Simulatoren kann auch die Steuerfähigkeiten und das Sachverständnis im RC-Modellbau verbessern.
Es gibt aber auch spezielle RC-Simulatoren, in denen das Steuern von Flugzeugen, Autos oder Schiffen mit einer Funkfernsteuerung simuliert wird.

  • RC-Flugsimulatoren: RealFlight Evolution, Ikarus Aerofly RC 10; FS One (Freeware), Multiflight (Freeware von Multiplex)
  • RC-Fahrsimulatoren: VRC Pro, RC Simulation, RC Revenge (Pro) für PlayStation 1 + 2
  • RC-Schiffssimulationen: Absolute RC Boat Sim, RC Boat Simulator 



QUELLEN UND LITERATUR:

Wikipedia
-
Fachzeitschriften, z. B. FMT, Rotor (Hubschrauber) usw.
eigene Erfahrung

 

Montag, 13. Juli 2026

SIMON "SAM" KLEPPER

12.07.2026



* 29.04.1960
+ 10.10.2000

Simon "Sam" Klepper

Simon "Sam" Klepper war ein holländischer Krimineller. Sein Aufstieg gelang ihn über Jugendbanden (Phase 1), Motorradgangs (OMC) und eine zeitweise Zusammenarbeit mit dem holländischen Gangsterboss Klaas Bruinsma (Phase 2) und über seine Zusammenarbeit mit John Mieremet als Duo "Spic and Span", einem niederländischen Reinigungsmittel (Phase 3). 


KINDHEIT UND JUGEND; ERSTE BANDENKONTAKTE
(Phase 1)

Sam Klepper wurde in Amsterdam in eine klassische, jüdische Arbeiterfamilie geboren. Aufgrund der prekären Situation trieb er sich in der Halbwelt herum und versuchte den sozialen Aufstieg über eine kriminelle Karriere.
Im Amsterdamer Viertel "Kinkerbuurt" schloss sich Klepper Anfangs der 1980er-Jahre mit seinem Jugendfreund John Mieremet und weiteren Kriminellen wie Kees Houtman zur Bande "De Denkers" (Die Denker) zusammen. Die Gruppe hieß so, weil sie bei ihren Aktionen sehr professionell vorging. Mit Banküberfällen und anderen Straftaten nahm die Gang Millionen ein.

Doch diese "Tätigkeiten" reichten Sam Klepper nicht. Sein krimineller Werdegang ging weiter.
Nach seinen Erfahrungen mit Jugendbanden in den frühen 1980ern mit Raub, Diebstahl und illegalem Glückspiel visierte Klepper die Zusammenarbeit mit Top-Mafiagrößen in Amsterdam an und glitt so noch tiefer in die Schwerkriminalität ab.


EINSTIEG IN DAS BRUINSMA-IMPERIUM - GLÜCKSPIEL, PROSTITUTION UND DROGEN
(Phase 2)
Der entscheidende Schritt in die organisierte Kriminalität (Penose bzw. Penoze; von hebr. parnasa - Lebensunterhalt) erfolgte durch den Kontakt zum damaligen „Paten“ von Amsterdam, Klaas Bruinsma. Klepper stieg in dessen kriminelle Organisation ein und übernahm schnell strategische Aufgaben.
Klepper fungierte als:
  • Dieb und Geldeintreiber
  • später als Leiter der Abteilung für illegale Spielautomaten innerhalb von Bruinsmas Kartell;
    Hintergrund war, dass das Bruinsma-Imperium zu groß war und wie eine Firma oder ein großer Sportverein in "Abteilungen" untergliedert werden musste
  • Waffenhändler 
  • Drogenhändler;
    parallel zu seiner Tätigkeit für Bruinsma knüpfte er Kontakte zu großen Drogenschmugglern und Motorsportlern (!) wie Charles Zwolsman (1955 - 2011), wodurch er immer tiefer auch in internationale Netzwerke einstieg
Ein wichtiger Stützpunkt in den späten 80er- und frühen 90er-Jahren war das Edelbordell "Yab-Yum", in dem es aber bei Milieustreitigkeiten auch zu Schießereien kommen konnte. (Später wurde das Yab-Yum zu einem Museum umfunktioniert.)

AUFSTIEG ALS DUO "SPIC & SPAN" (= REINIGER)
(Phase 3)
Als Klaas Bruinsma am 27.06.1991 vor dem Amsterdamer Hilton vom "gewendeten" Polizisten Martin Hoogland erschossen wurde - wohl auch unter Einfluss der sog. Yugo-Mafia, mit der Hoogland in Verbindung stand und gegen die Bruinsma vorher Mordaufträge ausgegeben hat -, betrieb Klepper die kriminellen Geschäfte im Bruinsma-Netzwerk eine Zeit lang weiter.

Es war aber klar, dass er sich wirtschaftlich auf eine neue Grundlage stellen musste. Dabei half ihm seine Freundschaft seit Jugendtagen zu John Mieremet. Klepper und Mieremet machten sich sozusagen selbständig.
Das Duo fungierte inoffiziell unter dem Spitznamen "Spic & Span", einer Reiniger-Marke, was darauf beruhte, dass sie ihre Aufträge - Drogen- und Waffenhandel, aber auch Morde an Gegnern und an Zeugen - extrem sauber erledigten.
Trotzdem wurden sie am 29.08.1991 wegen illegalen Waffenbesitzes festgenommen und später zu einer Haftstrafe von anderthalb Jahren verurteilt. Allerdings zu wenig für Schwerkriminelle.

Klepper hatte aber noch ein anderes Eisen im Feuer:
Er war nicht nur Mitglied des dynamischen Duos "Spic & Span", sondern auch der Amsterdamer Hells Angels. Hier verfügte er über sehr ergiebige kriminelle Kontakte.
 
Die Justiz hatte immer wieder Schwierigkeiten, die "sauberen" Klepper und Mieremet für schwerere Verbrechen dingfest zu machen. Das änderte aber nichts daran, dass das Duo nicht nur von der Justiz gejagt wurde, sondern auch von verfeindeten Kriminellen wie z. B. Willem "Wim" Holleeder.

Sam Klepper und John Mieremet waren als Duo zunächst erfolgreich. Sie handelten mit Drogen und mit Waffen und bauten sich so ein millionenschweres Imperium auf. Unklugerweise wollten sie sich aber auch mit Hilfe von Erpressung bereichern - unter anderem von Willem Holleeder.
Dieser Fehler sollte beide das Leben kosten!


Holleeder seinerseits war bis zu dessen Tod im Juni 1991 ein Konkurrent von Klaas Bruinsma und damit auch von Klepper und Mieremet. Berühmt war Holleeder zunächst über seine Mitgliedschaft in Jugendbanden und dann die Heineken-Entführung vom 09.11.1983.
Obwohl Bruinsma und Holleeder Konkurrenten waren, hielten sie sich oft an denselben Orten auf, wie z. B. dem Amsterdamer Hilton Hotel oder in diversen Cafés und Kneipen.
Erst nach dem Tod von Klaas Bruinsma im Juni 1991 konnte Holleeder sich aufmachen, die Gesamtkontrolle über die Amsterdamer Unterwelt anzustreben und der wirkliche Pate zu werden. Damit gerieten auch Klepper und Mieremet in große Gefahr, denn Holleeder schreckte nicht vor einer Reihe von Mordaufträgen zurück. Man kann sagen: Er räumte auf!
Lange konnte auch Holleeder nichts nachgewiesen werden. Erst 2019 wurde er endgültig verhaftet und aufgrund eines Gesprächsmitschnitts mit seiner Schwester (mit deren Einverständnis!) zu einer lebenslangen Haft verurteilt. 
Sam Klepper wurde im 10.10.2000 auf offener Straße erschossen:
Klepper stand vor seiner Wohnung im Regen, begleitet von seinem serbischen Bodyguard. Ein Killer näherte sich beiden und hatte unter seinem Regenschirm eine Maschinenpistole versteckt, mit der er Klepper erschoss. Dann folgte eine wilde Verfolgungsjagd, in der Kleppers Bodyguard den Täter doch noch erwischen wollte. Nach der Jagd durch mehrere Straßen und einen Markt, bei dem es zu mehreren Schusswechseln kam und ein achtzigjähriger Mann bei seinem Spaziergang schwer verwundet wurde, konnte der Killer zu einem parkenden Auto gelangen und fliehen.

John Mieremet erwischte es am 02.11.2005 in Thailand (im zweiten Anlauf): 
Er war eines der Opfer eines "Dreierschlags":
Zuerst wurde der ehemalige Anwalt (mit Milieukontakten) Evert Hingst auf seinem Nachhauseweg getötet. Dann starb John Mieremet in Thailand in Pattaya vor einem Appartementkomplet. Dann starb Kees Houtman vor seiner Wohnung in Amsterdam-Osdorp.
Zumindest zwischen den ersten beiden Fällen wird eine enge Verbindung vermutet.

Aus späteren Tonmitschnitten geht man davon aus, dass bei solchen Liquidationen Willem Holleeder ein wichtiger Hintermann war.

QUELLEN/LITERATUR:

Wikipedia
-
Astrid Holleeder: Judas. Wie ich meinen Bruderverriet, um das Morden zu beenden; Köln (KiWi) 2018
Bart Middelburg: De Dominee. Opkomst en ondergang van mafiabaas Klaas Bruinsma; Amsterdam/Antwerpen (U LJV) 1992/2004...

 

Mittwoch, 8. Juli 2026