Fachbereiche: Geschichte (Politik, Sowi, Philosophie) - Sprachen - Biologie (Biochemie) - IT (Technik, Physik) - Wirtschaft - Recht und Blödsinn.
Dieser Universal-Blog ist aus einer Seite für Geschichte, Politik und Realienkunde hervorgegangen und wurde in Richtung Humanwissenschaften weiterentwickelt.
Sprachen: Englisch, Französisch, Spanisch; Latein, (Alt-)Griechisch; Russisch; Chinesisch, Japanisch; Arabisch; Mittelägyptisch; Hindi (Sanskrit) etc.
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Samstag, 8. Februar 2014

GAMEBOY ADVANCE

Der GameBoy Advance


Wir wollen uns hier mit dem Gameboy Advance beschäftigen, der nach unserem Dafürhalten nach seinem Erscheinen im Jahr 2000 neue Massstäbe gesetzt hat. Im Gegensatz zu seinem beliebten, aber grafisch recht schwachen Vorgänger Gameboy bot er eine gute 2D-Grafik, allerdings noch keine gute 3D-Grafik wie sein Nachfolger Nintendo DS. Die Spielebibliothek war auch gut, zumal man auf den meisten GBA noch die alten Gameboyspiele spielen konnten.
Hauptmanko der frühen GBA-Geräte war die fehlende Displaybeleuchtung.

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Der GameBoy Advance (GBA) ist der Nachfolger des Game Boy und des Game Boy Color. Er ist die erste  tragbare Nintendo-Konsole (Handheld), die nicht auf der Technik des ursprünglichen Game Boy basierte.
Seine Markteinführung war 2001. Von den Leistungsmerkmalen ist der GBA mit der stationären Konsole SNES vergleichbar. Im Vergleich zu seinen Vorgängern bietet der GBA ein etwas grösseres Bild und ein Quer- statt Hochformat. Er ist zu allen GameBoy- und GameBoy-Color-Spielen abwärtskompatibel. Bei älteren Spielen ragt allerdings ungefähr die Hälfte des Moduls (Cartridge) aus der Konsole heraus.
Leider ist auf dem Bildschirm die Horizontalführung der Zeilen erkennbar, was moderne Konsolen - seltsamerweise ausser der PSP 3000 - nicht mehr haben.

Gameboy Advance SP

Der GameBoy Advance hat mit dem GameBoy Advance SP (Special/Special Project) 2003/2004 eine grundlegende Überarbeitung des Gehäuses erfahren. Er hatte jetzt serienmässig Displaybeleuchtung und war aufklappbar (Abkehr von bisherigen Formaten). Allerdings ist beim (verbreiteteren) Display AGS-001 nur eine Vordergrundbeleuchtung vorhanden, beim (selteneren) AGS-101 eine Hintergrundbeleuchtung. Die modernere Version kam 2005 heraus, in Deutschland erst 2006. Das AGS-101-Display ist wesentlich besser beleuchtet, allerdings lässt sich das Licht jetzt nicht mehr abspielen und "frisst" Akku-Energie.
Manche Menschen glauben, dass die moderneren Versionen an den neuen Farben "Surf Blue", "Pearl Pink" und "Tribal" erkennbar sind. Das stimmt aber nur manchmal, wie die Autoren dieses Artikels selbst erfahren mussten, deshalb ist eine genaue Kontrolle der Modellnummer unerlässlich.
Statt der handelsüblichen 2 Mignon-Batterien verwendete der GBA SP jetzt einen spez. Lithium-Ionen-Akku.
Technisch ähnelte er sonst dem einfachen GBA. Beide Modelle waren in verschiedenen Farben erhältlich. In beiden fällen sind die Displays auch nicht entspiegelt (hat Anhänger und Gegner).

GameBoy Micro

Als weitere Version gab es noch den GameBoyMicro, der sich aber keiner so grossen Beliebtheit erfreute. Er war (Name!) kleiner, aber nicht unbedingt bedienungsfreundlicher. Ein weiterer Nachteil war, dass er keine GB-Spiele abspielen konnte. Sein Display war dafür aber stärker.

Bei allem Für und Wider wurde der GBA deutlich positiv aufgenommen. Der einzig wirklich eindringliche Kritikpunkt war die fehlende Displaybeleuchtung des ersten GBA. Er ist so auch schon bei mässigen Lichtverhältnissen kaum spielbar, was nach der Jahrtausendwende technisch eigentlich eine Unmöglichkeit war. Findige Spieler behalfen sich mit "Wormlights" (ansteckbares Licht an einem langen Kabel) oder sonstige Methoden der Zusatzbeleuchtung. Richtige Abhilfe erhält man aber nur durch einen wirklichen Mod: Man muss den bestehenden Monitor (AGB-001) durch einen beleuchteten auswechseln, z. B. einen AGS-001 oder besser AGS-101 des GBA SP. Dafür kann man einen bestehenden GameBoy Advance "schlachten" oder sich per Internet (aus Asien) ein neues Display besorgen.

Der GameBoy Advance hat sich über 80 Mio. Mal verkauft.

Technische Daten (GBA):

- Bildschirm:
  TFT-Bildschirm
  40,80 mm * 61,20 mm; 240 * 160 Pixel
  max. 32.768 Farben
- CPU: 16,77 MHz 32 Bit RISC-CPU (ARM7TDMI, ARM-Architektur) und
  8 Bit CISC-CPU (Z80/8080-Derivat)
- RAM: 32 KB I-RAM (1 cycle/32 bit) + 96 KB VRAM (1 - 2 cycles) + 256 KB eRAM (6 cycles/32 bit)
- Audio: Mono-Lautsprecher; Stereo-Kopfhörer
  GBA SP: bei Kopfhörer ist Adapter notwendig!
- Mehrspieler-Modus: möglich; vier Spieler, aber mit GameBoy/GameBoy Color nur zwei;
  für GameBoy-Spiele sind aber GameBoy-Kabel notwendig!  
- Stromversorgung: 2 * 1,5 AA (Mignon);
  GBA SP: Li-Ion.-Akku
- Abmessungen: 8,2 cm hoch * 14,45 cm breit * 2,45 cm tief
  GBA SP: 8,2 cm * 8,46 cm * 2,43 cm
- Gewicht: 140 g
- Steckmodul: 3,45 hoch * 6,0 cm * 0,95 cm; max. 4 GBit (512 MB), max. 256 MBit (32 MB) ab Werk
- Kompatibilität zu allen alten Spielen von GameBoy und GameBoy Color
  (Spiele stehen dann allerdings hervor)

QUELLEN:

Eigenerfahrung
Wikipedia
www.nintendo.com
www.youtube.com/user/scorpius26 (für Backlight-Mod)



Mittwoch, 5. Februar 2014

DIE MURMILLO-SHOW

FEBRUAR 2014

MURMILLO-SHOW: Parodie auf PopTrigger


Sam Schacher: Hi, everyone, I'm Samantha Schacher and this is PopTrigger.
Our guests today...

Bree Essrig:
Grace Helbig:
Brett Erlig:

Sam: Grace, you visited the Canadian Oktoberfest. Why and why in Canada?

Grace: Well, it's the biggest Oktoberfest in North America.

Sam: And what did you see?

Grace: I did drink!

Sam: What?

Grace: Beer, beer and a lot of beer ..... wheat beer!


JANUAR 2014

MURMILLO-SHOW (S 04): Medienkrise - Philosophie - Marxisten

Hallo!


Das ist die Murmillo Show und ich bin Alrik Maiordomus.
Das deutsche Show-System steckt in einer Krise. Gottschalk ist nicht mehr bei Wetten dass, sein Nachfolger Lanz wird ständig kritisiert und jetzt tritt auch noch Schmidt zurück.
Es wird höchste Zeit, dass wir den Laden selber übernehmen, das heisst selber moderieren!
Nur - woher die Witze nehmen?
Emmm...

Schauen wir einfach mal durch die Medien, was passiert ist!
Also Stefan Raab moderierte in den USA und trainierte mit Coco Austin, der Freundin von Rapper Ice-T.
Das ist mir zu niveauvoll!


Aber was macht die Philosophenzunft, ist die höher gestellt?
Der etablierte Fernsehphilosoph Sloterdijk lästert über Richard David Precht, den er einst selbst gefördert hat.
Zitat: “Precht ist vom Handwerk her Journalist und als solcher Popularisator von Beruf. Ob er wirklich, wie das ZDF annimmt, zu einer Verjüngung des Publikums beitragen wird, bezweifle ich allerdings.
Seine Klientel gleicht eher der von André Rieu, den hören auch vor allem Damen über fünfzig in spätidealistischer Stimmung.”
Er selbst wurde aber schon von dem Prominenten Chaosphilosophen Slavoj Zizek kritisiert:
Zitat: "Mein Freund Peter, zum Beispiel, fucking Sloterdeik, ich mag ihn sehr, aber natürlich muss er in den GULAG. Aber er wird ein bisschen besser gestellt dort, vielleicht kann er Koch werden."
In Frankreich gibt derweil Raphael Enthoven den Medienphilosophen. Seine Philosophie im Sender arte ist eher sprunghaft.


Vorbei die Zeiten, als man im Kulturprogramm 15 Minuten eine sich drehende Tasse zeigen konnte und dann kommentierte, ... "da lässt sich noch jemand Zeit!"
Raphael Enthoven ist der Sohn von Jean-Paul Enthoven und der Ex von Justine Lévy sowie der Ex von Carla Bruni, die später den Präsidenten Sarkozy heiratete.


Als Enthoven von Lévy zu Bruni wechselte, geriet diese in eine persönliche Krise und schrieb ein Buch.
Sein Vater gehörte in den 70er-Jahren zu den berühmten Neuen Philosophen, die die marxistischen Alten Philosophen kritisierten, obwohl viele von ihnen selber einmal marxistisch waren.


Dazu passt auch ein neuer Artikel in der Süddeutschen Zeitung, den ich gerade lese: Einer Mutter wurde von der Commerzbank das Konto gekündigt, weil ihr Sohn bei der DKP war.


Erstaunlich: Einerseits verwundert einen die Frechheit der Bank, andererseits die Tatsache, dass es die DKP noch gibt.
Die DKP war mal eine Zeit lang beliebt in bestimmten Intellektuellenkreisen, also Martin Walser, Dieter Bohlen und so.
Obwohl: Wenn man bedenkt, was aus vielen ehemaligen Kommunisten später wurde, wundert einen, dass die Bank so engstirnig ist, so ein Potential zu verschenken!


Auch die erste Rot-Grüne Bundesregierung bestand fast nur aus Ex-Marxisten, die sich dann an der Regierung schnell gewandelt haben und nun in teuren Beraterpositionen arbeiten.
Genaugenommen beweist das nur, dass die Stamokap-These der Jusos aus den 70er-Jahren richtig war: Im Spätkapitalismus arbeiten staatliche und kapitalistische Monopolisten zusammen!

Viel Spass!

Youtube: Medienkrise - Philosophie - Marxisten


MÄRZ

MURMILLO-SHOW (S 02): Unser erstes Playmovideo (Intro)

Hallo!

Ich bin Aulus Murmillo und ich stehe gerade auf einem Lateinbuch, aus dem ich für Schüler übersetze.
Salvete Discipuli!
Und das ist Oderich Balmung, er ist Germane. Momentan arbeitet er sich in das moderne Internet ein und chattet auf dem IRCnet #europa.
Und das ist der Grüne Ritter. Er interessiert sich für Rüstungsdesign. Er sucht auch gerne Internetseiten über die schöne Ophelia('s) Overdose.
Und das ist zwar nicht Ophelia Overdose, aber dafür die bezaubernde Sieglinde aus dem Feenland.
Seid mir gegrüsst!


FEBRUAR

31./01.02.

MURMILLO-SHOW (S 01): Premiere

Hallo Welt! Hier ist die "Murmillo Show"!

Nennen Sie uns auch Radio Murmillo oder Murmillo TV - Hauptsache, Sie schauen zu!
Wir sind eine neue audiovisuelle Präsenz im Internet und künftig empfangbar auf dem Youtube-Kanal Murmillo1.

Zunächst werden wir das Studio und die Empfangsmodi vorstellen.

Wir senden aus einem Waldversteck in den Bergen Südwestdeutschlands. Unser Studio ist klein, aber oho.
Wir haben neben Computern, Spielekonsolen, Radio, TV und Funk auch diverse Diskobeleuchtungen im Studio.

Funk ist auch der Bereich, aus dem wir herkommen. Als es nämlich noch kein Internet gab, haben wir bereits unsere ersten Probesendungen über CB-Funk abgesetzt. Das war auf 27 MHz, also im 11m-Band (Wellenlänge). Heute haben wir auch Zugriff auf das 2m-Band um 149 MHz und auf das 70cm-Band um 433 und 449 MHz. Für Insider sind das die Frequenzbereiche des "Jedermannfunks", auf den jeder Bürger in Deutschland frei zugreifen kann. Auch in den Amateurfunkbereich werden wir noch einsteigen.

Aktiv sind wir darüber hinaus noch in diversen Internet Messengern (wie ICQ, AIM) und im IRC. Besonders der IRC-Kanal #europa (im IRCnet) hat es uns angetan.

In der jetzigen Besetzung entstand unsere Gruppe aber erst nach der Jahrtausendwende im Mannheimer Fechtclub (MFC) 1884 e. V. Wir haben damals dafür gesorgt, dass im Club das Historische Fechten neben dem Sportfechten eine stärkere Basis bekommt. Mit der Zeit machten wir dann mehr und mehr Mittelaltermärkte im Südwesten Deutschlands unsicher.


Parallel dazu begannen wir, uns mit der Theorie des Fechtens zu beschäftigen und stellen bei der Internetrecherche fest, dass wir bei weitem nicht die einzigen mit diesem Gedanken waren. Mit der Zeit entwarfen wir dann Pläne, unsere Projekte auch im Internet darzustellen und es entstanden zunächst der Youtube-Kanal Murmillo1 und dann diverse Blogs.

Wir werden in der Anfangszeit einfach ein paar Videos zur Verfügung stellen, die nicht unbedingt mit Fechten zu tun haben müssen. Wir werden z. B. durch diverse Ortschaften streifen. Will man aber schonmal einen Einblick in unsere bisherige Arbeit bekommen, kann man sich auf dem Youtube-Kanal Murmillo1 umschauen.


Zunächst einmal werfen wir aber einen Blick auf unsere Studiobeleuchtung. Damit können wir unser Aufnahme"studio", das sich in einer halb verkellerten Wohnung befindet, ausleuchten und lichtfluten.
Die 3 waagerechten Strahler im obigen Bild sind allerdings nur auf dem Digitalfoto weiss, in Wirklichkeit sind sie gelb, orange und rot! Würden die Farbtöne auf dem Foto vollendet herauskommen, würde man uns dem Milieu zurechnen...

Wir verfügen aber auch über einige andere Lichteffekte. Dazu gehört auch eine Diskokugel hinter unseren Studiolamellen, die hier zusätzlich vom Monitor angestrahlt werden:




DEZEMBER 2012 und JANUAR 2013

25.12.

MURMILLO-SHOW (S 00): Weihnachtssendung 2012 als Pre Show

Guten Abend, meine Damen und Herren!

Wir haben den 25. Dezember, den ersten Weihnachtstag und in vielen Ländern den Tag, an dem es eigentlich erst Geschenke gibt...
Für Sie, liebe Zuschauer, Zuhörer und Zuleser ist es aber der erste Tag unserer (noch) virtuellen Late Night Show. Die Seiten Murmillo und Novatlan haben nämlich beschlossen, nicht mehr nur Seriöses zu senden. 


Schon als Kinder in der Grundschule haben wir das Lied gesungen "Am 25. Dezember, fum, fum fum, ist der Tag der Christgeburt, der schönste Tag, der schönste Tag! ..." *sing*
Damals haben wir es so gelernt, dass Jesus Christus am 25. geboren sei. Kurze Zeit später wurde er auch schon/noch gekreuzigt, sollte aber bald wiederkommen. Damals habe ich mich auch noch nicht gefragt, wieso wir nach 2000 Jahren immer noch darauf warten müssen.

Was ist Neues passiert?

Berlusconi versucht's nochmal. Nunja, muss man das noch kommentieren? *grins*
Er will anscheinend mit seinen Comebacks sogar Lothar Matthäus überholen.


Wie sind Sie sonst in die Weihnachtsfeiertage geschlittert?

Also ich habe "Der Name der Rose" geguckt, bevor ich zu "Das Schweigen der Lämmer" und anderen Filmen abgeglitten bin.
Der Name der Rose ist bei uns seit der Pubertät ein Filmklassiker. Den hat uns damals ein Geschichtsreferendar empfohlen ..... der Lehrer hinten im Klassenraum war schon etwas skeptischer.
Als ich den Film dann aufzeichnete und einen Tag später beim Mittagessen vor dem Nachmittagssport bei einer Pizza ansah, wusste ich warum: Die Bumszene mit Christian Slater und der Ollen war für damalige Vor-Internet-Verhältnisse ganz gut. Wie hiess die nochmal? - Richtig, Valentina Vargas. Ihr war leider keine grosse Schauspielkarriere vergönnt...


Als ich damals nach dem ersten Gucken - also bis zur Sexszene - im Sportunterricht ankam, fragte ich auch gleich die anderen: Wieso heisst der Film denn "Der Name der Rose?" und keiner konnte es mir beantworten. Erst Jahre später erfuhr ich, dass auch die Olle gemeint war. Theoretisch hätte man auch Berlusconi besetzen können...
Gut an dem Film war übrigens auch das filmmusikalische Geläute im Hintergrund!
Helmut Qualtinger spielte übrigens auch mit. Er soff sich leider kurz nach dem Film zu Tode.
Wer war noch dabei? Ron Perlman z. B., das ist der Mann mit dem Affengesicht! Im Film hinkt er auch so mitreissend ... *hink* *imitier*
Insgesamt spielte da eine bunte Truppe mit.


Den Meister Sean Connery darf man natürlich nicht vergessen. Slater sah immer wie ein Schüler zu ihm auf.


Toll waren damals auch die eingestreuten lateinischen Sätze - für Kenner: Sentenzen. Die lernten wir damals auswendig. Unser eigenes Latein war ja noch schwach auf der Brust.

MANU SUPRA IDOLUM AGE PRIMUM ET SEPTIMUM DE QUATTUOR!

Was noch? Achso, ein Teil der Szenen wurde im Deutschen Kloster Eberbach gespielt.


So, nun weiter. Was kam denn noch? "Das Schweigen der Lämmer" will ich gar nicht kommentieren, sonst gleite ich wieder in das Thema SERIENMÖRDER ab. Ein andermal!


Achso, jetzt: Klamauk mit Eddie Murphy: "Der Prinz aus Zamunda". Gut, den haben wir schon oft gesehen.
Einige gute Witze waren darunter à la - und ich erzähle jetzt die Kurzversion: "Das ist nicht McDonald's, das ist McDowell. McDonald's hat die zwei gelben Bögen und ich ein M, aber ich bezahle genauso wenig!"


Manche Freunde von mir meinten, sie hätten lieber Beverly Hills Cop Irgendwas bringen sollen, oder den Film "Auf der Suche nach dem goldenen Kind" mit dem Wortwitz "Ti-Bett", obwohl er nach Nepal fliegt.
Gut wäre auch der Film, dessen Name ich jetzt vergessen habe, mit dem klassischen Murphy-Spruch: "Was ist ein Schwarzer vor Gericht? - Schuldig!"

Wie dem auch sei - trotzdem frohe Weihnachten!


JULI 2012

RADIO MURMILLO: Durchsage

Moderator von Radio Murmillo (nicht Anonymous!)

Hallo Welt!

Hier spricht Radio Murmillo.
Wir sind vertreten auf Youtube mit dem Kanal Murmillo1.
Auf murmillo1.blogspot.de.
Auf diereichsburg.blogspot.de.
Und im IRCnet auf dem Kanal #europa.
Das ist unser erster Durchgang im Sprachmodus.



Samstag, 1. Februar 2014

NATURWISSENSCHAFT ALS HOBBY (2014)

Allegorische Darstellung der Naturwissenschaften (Stift Admont)


Der normale Weg zum Hobby Naturwissenschaft führt über den Experimentierkasten. Der ist ein Klassiker und wird von verschiedenen Firmen angeboten. Kosmos ist da eine bekannte Marke, früher auch Schuco.

Ergänzende Kenntnisse erhält man dazu von der Schule, aus Büchern (Buchhandlung oder Bibliothek) oder sogar von Hochschulen. Als begleitende Einführung in ein Thema kann man zusätzlich zum Experimentierkasten ruhig ein Schulbuch oder sonstige einführende Lektüre verwenden.

Beim Hobby Naturwissenschaft stellt sich natürlich die Frage, welchen Schwerpunkt man wählt. In einigen Fällen lohnt sich auch die direkte Beobachtung in der Natur, z. B. bei Astronomie oder bei Biologie (ausser Microbiologie). Schon die alten Philosophen in Ägypten, Mesopotamien, Griechenland, Indien oder China haben gerne die Natur beobachtet und Aristoteles hat mit seinen Mitarbeitern Bedeutendes für die begriffliche Systematik geleistet.

Wenn man sowohl Experimentierkasten als auch Einführungsliteratur durch hat, sollte man sich durchaus seine eigene Ausrüstung (Equipment) für den Hausgebrauch zusammenstellen. Das führt nicht nur über die Grundlagen des Kasten hinaus, sondern ist bei einigen Subdisziplinen auch deutlich funktionaler. Ein gutes Beispiel dafür ist die Elektronik: Hier kann man im Kasten immer nur eine Schaltung aufbauen (ausser bei Zusatzplatten) und braucht dafür einige Zeit. Will man aber mehrere Schaltungen parallel "im Repertoire" haben, muss man sich schon Platinen kaufen, die dauerhaft bestückbar sind. Eine Zwischenlösung wären elektronische Steckplatten. Wer klug ist, kauft oder macht sich gleich noch das passende Gehäuse dazu, damit man nicht am Ende ein unübersichtliches Sammelsurium von nur halb einsetzbaren Platinen hat.
In Chemie oder Biologie ist es meist nicht ganz so wichtig, verschiedene Sets parallel zur Verfügung zu haben. Für die Mikroskopie ist aber ein Set von fertigen Präparaten sinnvoll, wenn man nicht immer Lust oder Zeit hat, ein jeweiliges Untersuchungsobjekt auf dem Objektträger zu positionieren und ggf. zu trocknen oder zu färben.

Am Ende entwickelt man sich mit seinem Hobby fast immer auf ein kleines Privatlabor zu.
Und schliesslich kommt auch die Frage des "Wozu?" auf. Bei Naturwissenschaften kann man einmal das Interesse an den Fächern selbst geltend machen. Vielleicht will man auch seine Schule oder Studien mit Experimenten praktisch begleiten. In einigen Fällen kann man aber auch einen konkreten Nutzen für das eigene Alltagsleben ziehen. Man soll hier die Erwartungen aber nicht zu hoch stecken.
Gerade bei elektronischen Experimenten können Produkte herauskommen, die durchaus einen Anwendungs-Gewinn erbringen und SO nicht im Handel erhältlich sind.
In der Elektronik zeigt sich hier eine bidirektionale Beeinflussung: Der Hobbyelektroniker kann seine Apparate im Alltag anwendbar machen, er kann aber gleichzeitig auch die Alltagselektronik in seinem Labor analysieren.


PHYSIK ALS HOBBY...

Das Grossfach Physik unterteilt sich in viele einzelne Fächer. Dazu gehören Mechanik, Optik, Elektronik usw.
Elektronik ist sicher eine der beliebtesten Teildisziplinen der Physik für Hobbybastler.
Bestimmte Bereiche wie Optik werden meist nicht als Eigenfach als Hobby betrieben, sondern als Hilfsfach bsw. für Astronomie oder Biologie.


Platine: oben Bauteile, unten Lötstopplack

ELEKTRONIK ALS HOBBY

Elektronik ist ein heisses Fach. Es ist sprichwörtlich brandaktuell. Und es lässt sich gut vernetzen.
Klassischerweise haben Hobbyelektroniker ihre Werkbank voll mit Werkzeugen, Platinen und elektronischen Bauelementen. Früher verwendete man dafür auch Elektronenröhren.
Heute schlägt man leichter als zuvor eine Brücke zur Mechanik ("Mechatronik") oder zur Informatik.
Elektronische Schaltungen können ihrerseits mechanische Bauteile steuern bzw. sich von ihnen steuern lassen oder sie können von einem Computer aus angesteuert/bedient werden.
Ein besonderes Bonbon ist heute die Robotik. Roboter - und das bedeutet neben Laufroboter auch Flug- und Schwimmroboter - sind immer leichter konstruierbar. Auch diese stellen eine Herausforderung an die Kombination von Elektronik, Informatik und Mechanik dar.

Der klassische Einstieg erfolgt hier aber über einen Elektronikkasten. Hier hat man eine Steckplatte, elektronische Bauelemente und lernt die wichtigsten Schaltungsarten.
Die grundlegenden Bauelemente sind: Widerstände, veränderbare Widerspände (Potentiometer, LDR, NTC/PTC also Heissleiter/Kaltleiter), Kondensatoren, Dioden, Leuchtdioden und Integrierte Schaltkreise.
Häufig sind an der Kastenapparatur selber wichtige Bedien- und Ausgabeelemente wie Schalter, Leuchtdioden und Lautsprecher angebracht. Manchmal haben sie auch eine elektronische Stromanzeige.
In teureren Modellen hat man sogar einen kleinen Bildschirm für ein Oszilloskop oder sogar als TV-Monitor.


Chemiekasten

CHEMIE ALS HOBBY

Der Einstieg in die Chemie ist neben dem Schulunterricht fast immer der Chemiekasten. Später kann man sich dann weitere Chemikalien dazukaufen oder sich bessere Laborgegenstände beschaffen. Die Ausrüstung in handelsüblichen Experimentierkästen ist meist einfach und günstig gehalten.
Chemiekästen verlangen also neben einer Reihe von Chemikalien auch eine Menge an Behältern und Werkzeugen.
Geräte: Reagenzgläser, Glasstäbe, Glasrohre, Pipetten, Trichter, Stopfen (aus Kork und Gummi; Profilabor: Normschliff), Porzellanschale, Bechergläser, Erlenmeyerkolben, manchmal eine kleine Retorte und meistens ein kleiner Brenner als Energiequelle. Meistens ist der Brenner ein Spirtus- oder Trockenspiritusbrenner und kann durch einen besseren Brenner ersetzt werden. Für einige Gefässe werden auch Halter mitgeliefert.
Eine gute Schutzbrille sollte auch nicht fehlen.
Chemikalien: Ammoniumeisencitrat (zitronensaures Eisen), Ammoniumhydroxid (Ammoniaklösung, Salmiakgeist), Backpulver, Calciumhydroxid, Eisenpulver (E.späne), Kaliumferrocyanid (Blutlaugensalz, rot oder gelb), Kaliumpermanganat, Kupfersulfat, Magnesiumstreifen, Malachitpulver, Natriumhydrogencarbonat, Phenolphthalein, Schwefel, Tannin, Wasserstoffperoxid, Salzsäure, Zitronensäure, Weinsäure.
Als Indikatoren werden Schnellteststreifen (Lackmus-Papier) oder seltener Indikatorlösung verwendet.
Etwas exquisiter ist Kongorot-Papier.

In Chemiekästen können keine starken Gifte oder feuergefährliche oder explosive Stoffe verwendet werden. Stoffe der Kategorien "gesundheitsschädlich" oder "reizend", manchmal auch "brandfördernd" oder "ätzend" können oder müssen sogar enthalten sein. Diese treten dann aber oft verdünnt auf.

Was sie enthalten, kann man meistens schon der Packung entnehmen, auch wenn der Text häufig euphemistisch formuliert ist. Man erfährt etwas über die enthaltenen Materialien sowie über Chemietheorie.
Zunächst einmal muss man einen Einblick in das Periodensystem der Elemente erhalten (PSE). Elemente und Elementfamilien werden erläutert. Was sind bsw. Alkalimetalle / Erdalkalimetalle / "Übergangsmetalle" / Metalle / Halogene / Edelgase? Wie ist ein Atom aufgebaut? Was sind chemische Verbindungen (Reinstoff aus Elementen, kein Gemisch)? Was stellen chemische Formeln dar? Wie verlaufen chemische Reaktionen? Was ist eine Redoxreaktion? Wie stelle ich bestimmte Stoffe (z. B. Salzsäure) selber her?
Ein guter Chemiekasten beschäftigt sich mit anorganischer und organischer Chemie gleichermassen.

Ein Hinweis zum Chemikalienversand: Früher bekam man (spätestens ab 18) über den Chemikalienhandel fast alles, was das Chemikerherz begehrte. Nun ist es ja so, dass man mit Chemikalien auch eine Menge Dummheiten machen kann. Und gerade seit der Jahrtausendwende sind dort die Sicherheitsbestimmungen deutlich strikter geworden. Sie sind inzwischen sogar so strikt, dass man manchmal nicht einmal mehr in der Apotheke einfache Reagenzgläser bekommen kann, ohne scheel angesehen zu werden!


Glockentierchen

BIOLOGIE ALS HOBBY

Auch für den Einstieg in die Biologie ist der Schulunterricht sinnvoll. Dazu gibt es auch die einschlägigen Experimentierkästen. In der Biologie kann man schon dadurch viel Erfahrung sammeln, dass man mit offenen Augen durch die Natur geht. Heute ist man durch die Erkenntnisse in der Zellbiologie natürlich weiter. Trotzdem sollte man nicht abfällig auf die "Feld-, Wald- und Wiesenbiologie" herabschauen.
Für die Zellbiologie machen sich Mikroskope ganz gut. Die Mikroskope im Handel sind meistens Lichtmikroskope. An Elektronenmikroskope wird man als Endkonsument nur schwer herankommen.
Im Bereich der Genomanalyse gibt es aber inzwischen schon Hobbybastler, die sich an das System heranmachen. Man spricht auch von "Biohackern".
Exemplarisch sei das Buch "Biohacking: Gentechnik aus der Garage" von Hanno Charisius, Richard Friebe und Sascha Karberg genannt.
Heute ist die Biologie weiter und schaut tief in die Zellen hinein. Dabei wird ihre Verbindung mit der Chemie deutlich sichtbar. Besonders Kenntnisse in der organischen Chemie sind wichtig, weil diese sich mit (langen) Kohlenstoffverbindungen befasst. Der Kohlenstoff kann aufgrund seiner 4 "Verbindungspunkte" lange Ketten, Netze oder Kreisstrukturen von Molekülen bilden. An ihn binden sich dann Wasserstoff-, Sauerstoff, Schwefel, Stickstoff- oder andere Atome.


LITERATUR

Eisner, Werner/Paul Gietz/Axel Justus: elemente Chemie; 2007
Eisner, Werner/Paul Gietz/Axel Justus: elemente Chemie; 2006
Campbell, Neil: Biologie; stetige Neuauflagen
Charisius, Hanno/Richard Friebe/Sascha Karberg: Biohacking. Gentechnik aus der Garage; 2013
-
Was ist Elektronik? diverse Neuauflagen



Dienstag, 28. Januar 2014

THOMAS HOBBES: VON BÜRGERLICHEN GESETZEN (KAP. II, 26)

- IM AUFBAU -

abrogate




EINORDNUNG: LEVIATHAN, II. TEIL

Die rein vernünftigen Gesetze reichen nicht aus, um den Naturzustand des Krieges aller gegen alle zu beenden und den allgemeinen Frieden einzleiten. Die (nur) aus Worten bestehenden Gesetze müssen durch eine allmächtige Instanz, den Leviathan, überwacht und durchgesetzt werden. Bei Zuwiderhandlungen muss der Staat strafen können. Dann besteht bei den Bürgern untereinander kein Anlass der Furcht mehr.
Die eigenen Leidenschaften können verfolgt werden, aber nur innerhalb des durch die Gesetze gegebenen Rahmens.
Durch einen "Gesellschaftsvertrag" verzichten die (künftigen) Bürger freiwillig und unwiderruflich auf "alle Macht". Der Wille aller wird zu einem gemeinsamen Willen vereinigt. Kriegs- und Naturzustand enden.
Individuelle Freiheit und Selbstbestimmungsrecht werden dafür aber abgegeben.
Allerdings: Jeder Mensch verfügt jetzt anstelle seiner bisherigen Freiheit über unbeschränkte rechtliche Autonomie. Die ehemalige Freiheit wurde so zur Rechtsquelle! (revolutionär neuer Gedanke)
Die Autonomie ist die Basis der staatlichen Herrschaft, nicht das Gottesgnadentum oder etwaige ererbte Eigentumsrechte. Der Staat ist ein Rechtsgarant, der die universelle Autonomie des Einzelnen zu einem positiven Recht macht (übersetzt).

Hobbes lässt mehrere Staatsformen als Option offen. Er erwähnt Monarchie, Aristokratie und Demokratie, scheint aber gewisse Sympathien für die Monarchie zu hegen. Eine Gewaltenteilung hält Hobbes für nicht effektiv. Gewalt muss für ihn delegiert werden. Der Wille des Einzelnen (oder Gremiums) an der Spitze des Staates darf nicht geschwächt werden.

Der Vertragsschluss ist für Hobbes ein Konstrukt (Rechtsfigur), um den Übergang von natürlich gegebenen Rechten (z. T. vernunftbasiert) zum Staatszustand zu legitimieren. In der Praxis hält er die Aneignung der Bürger durch einen Eroberer (als Herrscher) für wahrscheinlicher. Erst die allgemeine Angst vor diesem Eroberer gewährleistet Frieden. So ist im übertragenen Sinne doch ein Gesellschaftsvertrag zu Stande gekommen.

Durch diese Autorität kann der Souverän "alle Bürger zum Frieden und zu gegenseitiger Hilfe zwingen".
Seine Macht ist absolut, lebt aber ausserhalb des Rechts. Er steht über der Gerechtigkeit, auch wenn der Staat nicht gesetzlos ist.
Er ist selber nicht  Untertan, Bürger oder Vertragspartner des Gesellschaftsvertrags. Er befindet sich aber nicht mehr im Naturzustand (Naturrecht), der die ruhmsüchtigen Verhaltensweisen der Menschen (laut Hobbes) begründet, weil dieser nun aufgehoben ist. Der Souverän ist Produkt des Gesellschaftsvertrages.
Für den Souverän muss eine dritte Kategorie gefunden werden, da er sich weder im Naturzustand noch innerhalb des Gesellschaftsvertrages befindet.

Dass die Menschen als Bürger nun bei dieser Machtfülle des Herrschers vor Tyrannei und Willkürherrschaft geschützt sind, ist nur dann gesichert, wenn der Souverän "vernünftig" ist. Dieses Gewaltmonopol ist aber trotzdem notwendig, damit der Souverän das Leben seiner Untertanen schützen kann.
Der Souverän kann seine eigene Gewalt sogar auch dann nicht einschränken, wenn er das wollte, weil es die Sicherheit des Staates gefährden würde.
Ein Widerstand der Unterworfenen besteht laut Hobbes nur in bezug auf die Selbsterhaltung.
Jeder Lehrer darf und muss sein eigenes Leben verteidigen. Es kann z. B. ausserhalb eines Krieges in Gefahr geraten (z. B. wenn der Souverän schwach ist) oder sogar durch den Souverän selbst bedroht werden (21).

Durch diesen mächtigen Staat geht die individuelle Freiheit verloren. Sicherheit (leiblich und rechtlich) wird dafür gewonnen.
Es geht statt der von Aristoteles thematisierten "Eudämonie" nur noch um das "nackte Überleben" und das Entrinnen der Gefahren des Naturzustandes. Der Staat dient so nicht dem Streben nach einem "summum bonum" (höchstes Gut), sondern der Vermeidung des "summum malum" (höchstes Übel).
Hobbes geht davon aus, dass durch die Sicherung von Leib und Leben die Verfolgung anderer Bedürfnisse erst rational wird.

Der religiös erzogene Hobbes kleidet die Thesen seines Werkes in mythologische Figuren. Die wichtigsten sind "Leviathan" und "Behemoth".


DAS IUS CIVILE BEI DEN RÖMERN

Ius civile war im Römischen Reich die Gesamtheit aller Rechtsnormen, die ausschliesslich auf die römischen Staatsbürger angewandt wurden.
Es bestand aus dem "Mos maiorum" (als Gewohnheitsrecht), dem "Ius duodecim tabularum" (Zwölftafelgesetz), dem "Ius respondendi" (Recht, auf Rechtsfragen durch rechtsverb. Gutachten zu antworten; vom Kaiser verliehen) und den Plebisziten des Consilium plebis (Plebejerversammlung).

Nicht zum Ius civile gehörten das "Ius honorarium" (durch die Edikte der Magistrate) und das "Ius gentium".

Heute versteht man unter Ius civile das besondere (spezifische) Zivilrecht eines bestimmten Landes. Es existiert als kodifiziertes positives Recht. Das heutige Ius gentium umfasst dagegen die Rechtsnormen, die bei allen Völkern (= der Völkergemeinschaft) in deren jeweiligen Rechtssystemen anzutreffen sind.

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Titelblatt des "Leviathan"
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KAP. 26: ÜBER BÜRGERLICHE GESETZE (RECHTE)

Bürgerliche Gesetze müssen unbedingt befolgt werden. Sie werden dem Bürger vom Staat auferlegt, damit sie Gut und Böse unterscheiden und entsprechend handeln können. Bei ihrer Übertretung setzt sich der Bürger ins Unrecht.

Übersicht:

1. Der Souverän ist der alleinige Gesetzgeber.
2. Der Souverän ist den Bürgerlichen Gesetzen nicht unterworfen. Er erlässt sie selber.
3. Wenn eine Gewohnheit zum Gesetz wird, ist das nur vom Willen des Souveräns abhängig.
4. Natürliche Gesetze und Bürgerliche Gesetze unterscheiden sich deutlich.
    Lediglich die Bürgerlichen Gesetze werden fixiert. Naturgesetze ergeben sich aus der Vernunft.
5. Bei einem neuen Staat ist der Souverän neuer Gesetzgeber.
6. Das Gesetz darf nicht von einzelnen Bürgern geändert werden.
7. Bei einem Gesetz ist seine Absicht wichtig und nicht sein Wortlaut.
8. Nur öffentlich bekannt gemachte Gesetze sind bindend.


Die Naturgesetze müssen nicht bekannt gemacht werden, weil sie sich schon aus der Vernunft ergeben. Die Gesetze müssen aber genuin vom Souverän als Exekutivorgan stammen. Er kann aber auch Stellvertreter benennen.
Erst dann kommen Richter mit ihren Urteilen an die Rei
he. Sie müssen frei von Leidenschaften richten und dürfen sich nicht nur auf Bücher verlassen. Immer gilt jedoch: Gehorche dem Souverän!

Wenn man eine Sünde begeht (oder plant) und gleichzeitig gegen ein Gesetz verstösst, ist das ein Verbrechen. Die Ursachen dafür sind Fehleinschätzungen oder Leidenschaften (modern: Impulse).
Ausnahmetatbestände sind: Todesangst, Unkenntnis, Notlage durch Erpressung.

-> Kap. 27 und 28: Bestrafung

Strafen sollen Bürger abschrecken und dem Souverän unterwerfen. Der Staat halt als letzter noch das Naturrecht (zur Selbsterhaltung) und darf/muss deshalb strafen, aber nur entsprechend der Gesetze.
Auch der Prozess muss verfahrenstechnisch genau geregelt sein. Mögliche Strafen sind Geldstrafen, Leibstrafen, Ehrenstrafen (z. B. Pranger), Haft und Verbannung.  Daneben muss es aber auch "Ansporn" (Motivation) geben.

-

Inhaltsangabe (verkürzt):

Ich meine, dass Gesetze dazu da sind, dass sie von den Bürgern befolgen müssen, weil diese Mitglieder eines Gemeinwesens/Commonweath (egal welches) sind.
Das gilt für die besonderen Gesetze, die Menschen in verschiedenen Ländern studieren, aber auch für das Bürgerliche Gesetz im Allgemeinen. Der Begriff Bürgerliches Gesetz wurde schon in Rom verwendet, weil das Wort "civitas" Bürgerschaft meint und das Gemeinwohl symbolisiert.
Und die Länder, die unter der römischen Regierung waren, werden von diesem Gesetz regiert und erhalten immer noch einen Teil ihrer Gesetzessammlung als "Bürgerrecht".

(...)

1. Der Gesetzgeber in allen Gemeinwesen (Commonwealths) ist nur der Souverän, sei es ein Mensch (Monarchie) oder eine Versammlung von Menschen (Aristokratie oder Demokratie). Er macht das Gesetz als Gesetzgeber.
Die Gemeinschaft überwacht nur die Einhaltung der Rechtsregeln. Sie ist somit auch eine Art Gesetzgeber (Legislator) aber keinesfalls wie die Rechtsperson des Souveräns.

2.  Der Souverän eines Gemeinwesens (Einzelperson/Versammlung) ist nicht den Bürgerlichen Gesetzen unterworfen. Da er Gesetze machen und kassieren kann, kann er diejenigen, die ihn behindern, nach Gutdünken kassieren und neue schaffen.

3. Das Naturrecht und das Bürgerliche Recht
(...)

8. Aus der Tatsache, dass das Gesetz ein Befehl ist und ein Befehl aus einer Erklärung oder einem Willensmanifest des Regierenden besteht, durch die Stimme, schriftliche Anordnung oder ein anderes ausreichendes Argument desselben, können wir verstehen, dass der Befehl des Gemeinwesens nur für diejenigen Gesetz ist, die die Mittel haben, es zu bemerken.
Über natürlichee Narren, Kinder oder Verrückte gibt es kein Gesetz, genauso wenig wie über brutale Bestien. Sie sind auch nicht fähig zur Unterscheidung (Betitelung/"title") von Recht und Unrecht, weil sie nie die Gelegenheit hatten, dessen Inhalt oder Konsequenzen zu verstehen. So konnten sie auch nie die Handlungen irgendeines Souveräns autorisieren.
(...)
So ist jeder Mensch, dem man die Mittel weggenommen hat, ein bestimmtes Gesetz zu beachten, entschuldigt/befreit von seiner Einhaltung.
Wir müssen daher Kategorien/Marken finden, die anzeigen, was das Gesetz ist.
(...)
Und zuerst, wenn es ein Gesetz gibt, das alle Subjekte ohne Ausnahme verpflichtet, und nicht geschrieben und nicht andererweise publiziert ist, dann ist es ein Naturgesetz.
Aus welchem Grund auch immer Menschen Kenntnis/Erkenntnis von Gesetzen erhalten,



http://andre-schuchardt.de/mat/matphil/leviathan/











STEFAN HENTSCHEL



* 30.09.1948 in Chemnitz-Gablenz
+ 18.12.2006 in Hamburg

Stefan Hentschel war ein deutscher Geschäftsmann, Zuhälter und Boxer.

Anhang:
Crime-Pool
Die Banden auf St. Pauli



JUGEND

Stefan Hentschel wurde in der Nachkriegszeit im sächsischen Chemnitz-Gablenz geboren.
Dort wuchs er unter erschwerten Bedingungen in einer ländlichen Umgebung auf. Seine Eltern mussten sich hart vorankämpfen und liessen ihren Frust auch an den Kindern aus. Als sich das DDR-Regime konsoldierte, flohen Hentschels Eltern ohne ihn nach Hamburg. Hentschel wuchs bei seiner Grossmutter auf, zu der er ein Leben lang ein gutes Verhältnis haben sollte und wurde in der Schule als Kind von "Republikflüchtlingen" schickaniert. Man isolierte ihn in der Pause sozial und griff ihn für das Tragen von Nietenhosen (Jeans) an.

Hentschel zeigte früh soziale Auffälligkeiten und lernte zur Selbstverteidigung das Boxen.
Als er neun Jahre alt war, zog er zu seinen Eltern nach Hamburg. Seine Grossmutter zog später nach.
Dort fühlte er sich in der Schule nicht gerade wohl und trieb sich viel in der Natur herum. Dort traf er schon früh den jungen Werner Pinzner, der später einmal als Killer auf ihn angesetzt werden sollte.
Hentschel war in der Schule schlecht in Mathematik und verwüstete in Wutanfällen manchmal Räume. Problematisch erwies sich in der Schule auch sein anfänglicher sächsischer Dialekt, der später hanseatisch überlagert werden sollte.

Hentschel orientierte sich zunächst beruflich in Richtung Kfz-Technik. Sein Vater hielt das für das beste. Innerlich war er aber sehr freiheitsliebend. Später sollte er als Lkw-Fahrer arbeiten und wenig verdienen.
Dann wurde er zur Bundeswehr eingezogen. Einerseits störte es ihn, dass er seine gerade errungene finanzielle Unabhängigkeit schon wieder verlieren sollte, andererseits war die Bundeswehr für ihn eine sportliche Herausforderung. Auch hier reagierte er auf Schikanen mit Gegengewalt. Als ihn ein Vorgesetzter mit Toilettensteinen bewarf und auch seinen Kopf traf, schlug er diesen zusammen.
Gleichzeitig stellten sich hier schon die ersten Weichen für seine spätere Karriere. Als ihn die Kameraden auf seiner Stube, die im Gros aus dem Ruhrgebiet kamen, aufforderten, ihnen einmal die Reeperbahn zu zeigen, fühlte er sich aufgerufen und gab den Kenner. Ihm gefiel die Freiheit des Reeperbahnmilieus, aber er sah die Gefahren nicht.


KONTAKT ZUR REEPERBAHN

Nach der Wehrdienstzeit und einigen kurzen Jobs beschloss Hentschel, sich auf der Reeperbahn niederzulassen und eröffnete ein Boxstudio. Hier bildete sich früh ein Freundeskreis heraus.
Auch privat verlief Hentschels Leben ziemlich sprunghaft. Mit seiner ersten Frau hatte er eine Tochter gezeugt, ist von ihr bald darauf wegen seiner Untreue aber verlassen worden.
Hentschel betrat auch schon die Kiezkneipe "Die Ritze" des Wirtes Hanne Kleine, die schnell so etwas wie ein soziaeler (soziologischer) Netzwerkknoten für das Milieu wurde. Die Ritze entstand durch Umbau eines Wohnhauses und einer Garage und war von Hanne Kleine strategisch geschickt in der Nähe des Grossbordells "Palais d'Amour platziert worden (das keine Schanklizenz besass). Ihre Untergliederund war interessant: Vorne war sie eine gewöhnliche Kneipe mit Pornofilmen auf den Bildschirmen, unten war sie ein Boxstudio und im Hinterzimmer wurden geheime Geschäftsbesprechungen getätigt.
Hier sollte Hentschel aber auch auf seine späteren Gegner treffen. Das Palais d'Amour war neben dem Eros-Center eines der beiden Grosspuffs ("Nuttensilos"), die in den späten 60er-Jahren gebaut worden waren, um die grassierende Strassenprostitution einzudämmen.

Hentschel betrat aber noch ein anderes wichtiges Etablissement: Aufgrund der Einladung eines wohlhabenden Besuchers seines Boxstudios ging Stefan Hentschel mit seinen Boxkumpels in das Edelbordell "Café Cherie", das zum Imperium des "Paten von St. Pauli" Wilfried Schulz gehörte. Dort verliebte er sich in eine der Prostituierten, was wiederum dazu führte, dass sie zu ihm überwechseln wollte. Auf dem Kiez ging das ohne sog. "Abstecke" nicht. Als Ergebnis kam die Dame mit blaugeschlagenem Auge bei Hentschel an und teilte ihm mit, ihr "Macker" Zuhälter wolle ihn sehen und Abstecke haben. Hentschel, der weder zahlen konnte noch wollte, rückte mit seiner ganzen Boxtruppe bei "Luden-Schorsch", ihrem steil geföhnten Zuhälter an. Hentschel gab Anweisung, gleich einmal den Billardtisch vor die Tür zu rücken, damit Schorsch nicht abhauen konnte, gab dem am Tisch sitzenden Zuhälter eine klare Ansage und erwirkte mit Druck die Unterzeichnung der Abtretung seiner Prostituierten. Die Leibwächter Luden-Schorschs trauten sich nicht, einzugreifen. Wären sie mit Pistolen bewaffnet und bereit gewesen, diese einzusetzen, hätte es für Hentschel und seine Anhänger auch Kopfschüsse geben können, wie er später in seiner Autobiographie einräumte.
Dieser extreme Auftritt sprach sich auf der Reeperbahn gleich herum. Auch Wilfried Schulz, der Pate von St. Pauli, bekam davon Wind. Er lud Hentschel ein und bot ihm gleich das Du an. Dann bot er ihm an, bei seinen Geschäften und einer möglichen Boxerkarriere behilflich zu sein. Der Pakt mit dem Milieu war geschlossen.

Hentschel, der schon Jahre lang Kraft trainiert hatte, wollte nun auch offiziell Boxer werden. Ihm fehlte jedoch noch die Schnelligkeit. Sein erster Boxkampf sollte jedoch auch sein letzter werden: Am 21.09.1973 trat er gegen Erwin "Big Ali" Josefa an, ging jedoch schon in der zweiten Runde K. O. Nach dieser Niederlage vor der 6. Minute brauchte Hentschel im Milieu für den Spott nicht zu sorgen. Als Reaktion schlug er mehrere Spötter behandlungsreif, so dass sie mit dem Schubkarren nach Hause gefahren werden mussten.

Nicht nur die Boxkarriere war ausgeträumt, sondern auch das Boxstudio geriet durch Konkurrenzangebote in Schieflage. Deshalb baute Hentschel parallel dazu eine Existenz als Gastronom auf. Sein erster bekannter Laden war das Mic-Mac. Hier trafen sich abends auch Prominente, darunter der Tagesschau-Sprecher Werner Veigl, um einen Absacker zu nehmen. Daneben stieg er in das Geschäft mit Prostitution ein.
Hentschel zeigte also schon hier, dass er durchaus geschäftlichen Erfolgswillen hatte, wusste aber auch, dass sein Status bedroht war und besorgte sich die erste kleine Schusswaffe.



DIE 80ER UND DER KIEZKRIEG

Bei der Wende zu den 80er-Jahren wurde das Leben auf dem Kiez gefährlich. Die Geschäfte waren intensiver geworden: Durch Wirtschaftskrise und AIDS-Angst drohten Verluste, durch Glücksspiel und v. a. durch Drogenhandel lockten dagegen Gewinne. Schon früher wurde auf dem Kiez mit illegalen Aufputschmitteln wie Pervitin und Captagon gehandelt. Jetzt schwappte die Kokainwelle aus den USA nach Europa.
In diesem riskanten "Mischgeschäft" wollten mehrere Gruppierungen mitverdienen. Wilfried Schulz war immer noch im Geschäft aktiv, zog sich aber bald schrittweise zurück. In den 70ern war mit der GMBH eine grosse Bande gegründet worden, die über viele Prostituierte und ein grosses Finanzimperium verfügte. Weitere Gruppen wie die Nutella und die Chikago-Gruppe um das Café Chikago am Hans-Albers-Platz südlich der Reeperbahn gingen in Stellung und meldeten sich zu Wort.
Daneben gab es kleinere Gruppen, Rocker wie die Hells Angels und diverse Jugendbanden wie die Street Boys.

Für Hentschel öffneten sich neue Geschäftswege, aber zuerst wurde er "abgegriffen". Eine Prostituierte, die sich nicht entscheiden konnte, ob sie ihrem Geschäft weiter nachgehen sollte oder nicht und von ihm zusammengeschlagen wurde, zeugte ihn wegen Vergewaltigung an. Das Gericht, dass ihn dafür und auch wegen seiner Partnerschaft mit Wilfried Schulz abstrafen wollte, zog ihn daraufhin aus dem Verkehr. Im ersten Anlauf hatte die Polizei sogar irrtümlich das Haus seines Bruders gestürmt und diesen verhaftet.
Hentschel war über die ungefähr dreijährige Haftstrafe zunächst geknickt, erkannte dann aber seine geschäftlichen Chancen. Als er in eine etwas mildere Strafanstalt verlegt wurde, schmuggelte er in Reinigungskanistern Alkoholika für seine Mithäftlinge. Er liess sich diesen Kurierdienst, für den er extra seine Freunde in der Ritze als Versorger aktivierte, zünftig bezahlen. Und er wurde, anders als sein Noch-Freund Werner Pinzner, der es im Knast mit Haschischschmuggel versuchte, nicht erwischt.

So konnte er, trotz der Demütigung durch den Knastaufenthalt, in dem er sich mit Gewaltverbrechern und Rockern mit tätowiertem Glied herumschlagen musste, nach seiner Freilassung als Sieger fühlen.
Hentschel stieg mit dem selbst verdienten (wenn auch nicht legal) Geld gleich in das Puffgeschäft ein und kaufte sich im Eros-Center ein. Dazu fand er als begabten Geschäftspartner Axel Gantwurzel. Mit diesem stieg er in das "Dick & Doof" ein, das Hentschel aber in "Salon Mademoiselle" umbenannte, weil sein Geschäftspartner dick war und er nicht doof sein wollte. Zu Beginn dieser Partnerschaft vertrieb Hentschel aber Gantwurzels bisherigen Geschäftspartner "Diddi". Der Salon wurde vor der Neueinweihung durch den Kiez-Maler ("Kiez-Rubens") Erwin Ross kostenintensiv neu hergerichtet. Das Geschäft konnte beginnen.
Hentschel wirkte in seinem jugendlichen Charme so anziehend auf die Frauen, dass er mit 4 Frauen in der Tagesschicht anfing und nach kurzer Zeit 27 hatte, die für ihn anschaffen wollten. Die Geschäfte liefen schnell so gut, dass Hentschel auch in das Bel-Ami investieren konnte, wobei er sich aber damit auch in die bald aufkommenden Kiezstreitereien einkaufte. Hentschel hatte noch diverse andere Investitionen und mietete für sich später eine schöne Wohnung in der Annenstrasse.
Das Eros-Center entwickelte sich für Hentschel so eher zu einem freundschaftlichen Terrain, das Palais d'amour war hingegen das Terrain, auf dem sich neben dem Chikago seine Gegner sammelten.

Besonders heikel war, dass sich zu Anfang der 80er-Jahre Kiezauseinandersetzungen zwischen den Banden GMBH, Nutella und später auch Chikago abzeichneten, aber mit der Zeit auch innerhalb der Banden selbst.
Die Allianzbildung war sehr unstet und viele Luden wechselten schnell die Seite.
Stefan Hentschel selbst achtete auf seine Unabhängigkeit, hatte aber eine gewisse Nähe zur späten GMBH.

Im Jahre 1981 wurde bereits Friedrich "Chinesen-Fritz" Schroer in der Ritze erschossen. Ermittler vermuteten, dass er von seinem ebenfalls anwesenden Puffpartner Josef Peter "Wiener Peter" Nusser dorthin gelockt wurde. Nachgewiesen werden konnte das aber nicht. Schroer fiel durch die Schüsse eines in die Ritze tretenden Killers vom Hocker.
Ebenfalls in diese Zeit fallen mehrere Morde an V-Männern, die wohl darauf zurückzuführen waren, dass eine undichte Stelle im Polizeipräsidium (Hans Zühlsdorf?) sie über das Café Cherie an andere Milieuakteure weiterverkaufte.
Im Jahre 1982 wurde es noch schlimmer. Die GMBH verlor ihr M, Michael Luchting. Sein Ego war durch den Kokainkonsum etwas übermütig geworden und in Gran Canaria war er nach dem Versuch, Touristinnen zur Prostitution zu "poussieren", im Gefängnis gelandet und musste mühsam freigekauft werden (Kaution). Und noch vor seiner Beerdigung kam es zu einer Schiesserei im Eros-Center, bei der Jürgen "Angie" Becker und Klaus "SS-Klaus" Breitenreicher von der Nutella starben.
Beim Tod von Michael Luchting ist nicht ganz klar, ob es sich um Mord oder Selbstmord handelte. Er wurde erhängt bei einem Hamburger Hochsitz aufgefunden. Einige Umstände der Tat sind mysteriös. Es wurden zwei seltsam formulierte Briefe des Toten in seinem Auto gefunden, in seine Wohnung wurde eingebrochen und zwei Personen aus seinem Umfeld sind vorher ermordet worden. Als Verdächtige wurden die GMBH selber, Werner Pinzner oder sogar beide genannt.
Bei der Schiesserei wollte die Nutella nach einer vorangegangenen Streiterei unter zwei Huren der GMBH zeigen, "wo der Bertel seinen Most holt". Nachdem sie das Personal im Salon Bel-Ami vor Konsequenzen gewarnt hat, um diese einzuschüchtern, waren die Luden vorbereitet und empfingen die drei Angreifer der Nutella (angeblich warteten noch mehrere als Reserve in der Tiefgarage) mit Pistolen. Diesen Angriff überlebte von der GMBH nur Thomas Born, der sich gerade noch mit einem Bauchschuss und einem Sprung durch die Tür retten und ins Krankenhaus fliehen konnte.
Stefan Hentschel sind keine Verbindungen zum möglichen Luchting-Mord nachzuweisen, obwohl er eine Nähe zur späten GMBH hatte. Zur Tat im Bel-Ami hatte er nur indirekt Bezug, weil er die Bordellbetreiber kannte und selber dort investiert hatte.
Auf jeden Fall war durch diese anfangs durch zufällige Aktionen ausgelöste Eskalation klar, dass wieder eine generelle Neuordnung der Machtverhältnisse am Kiez anstand. Der Kiez-Krieg hatte begonnen.

Auf der Beerdigung in Ohlsdorf, der von vielen Journalisten und selbstverständlich von der Polizei als "Ludenschau" gesehen und abgefilmt wurde, zeigte er sich mit Vertretern der GMBH.
Die GMBH selber stand schon unter einem hohen Fahndungsdruck und war bald gezwungen, sich selbst aufzulösen. Mit solchen Mitteln versuchen Banden, Ermittlungen gegen eine "kriminelle Vereinigung" zuvorzukommen, was strafverschärfend wirken kann. Der Ökonom der GMBH, Gerd Glissmann, gab einige Anteile an Rocker-Gruppen weiter.
Die Bildung einer kriminellen Vereinigung ist eine opferlose Straftat und gegen Organisationsdelikte wie Bandenkriminalität und Terrorismus gerichtet. Unabhängig von solchen Vorwürfen aber versuchen Fahnder Banden wie die genannten über die einzelnen begangenen Delikte wie Körperverletzung und Nötigung zu belangen. Kann man die Banden so nicht direkt packen, versucht man es über Ermittlungen wegen Steuervergehen. 

Die Gruppe um Hentschel setzte sich in etwa wie folgt zusammen: Hentschel verfügte aus der Zeit seines Boxstudios über einen festen Freundeskreis von Boxern und Bodybuildern, der den ganzen Kiezkrieg über ziemlich konstant blieb. Darunter waren Männer mit Spitznamen wie "Goldlocke", "Ditsche" und der Holländer "Henk".
Daneben arbeitete er mit seinem Hauptgeschäftspartner Axel Gantwurzel zusammen.
Als sich die GMBH in der Endphase befand, begann Hentschel darüber hinaus noch eine Zusammenarbeit mit Gerd Glissmann und Uwe Schwensen, einem Halbbruder von Kalle Schwensen, der in der GMBH der Nachfolger des Verstorbenen Michael Luchting war.
Weiterhin arbeitete Hentschel gerne mit "Halbschwarzen" zusammen, die oft Kinder von schwarzen US-GIs waren. Der berühmteste darunter war Waldemar "Neger-Waldi" Dammer, dem im Eros-Center u. a. das Hollywood gehörte. Hentschel hielt sich in seinen ausgiebigen Urlauben auch gerne in Gegenden mit schwarzem Kultureinfluss auf.

Als nächstes stand eine Mordserie auf dem Kiez an, die erst nach einigen Recherchen dem Killer Werner "Mucki" Pinzner zugeschrieben werden konnte. Mit diesem gerade erst aus der Haft entlassenen Mörder wollten Akteure aus dem Feld des Chikago in ihren eigenen Reihen und beim Gegner "für Ordnung sorgen".
Werner Pinzner erledigte mit seinem .38er-Revolver der Marke Arminius spezial (10 Züge Rechtsdrall) mehrere Männer. Wahrscheinlich sind bis heute nicht alle Morde nachweisbar.
Die Spezialanfertigung seiner Waffe stabilisierte zwar die Kugel, hinterliess aber an den Leichen auch die unverwechselbaren Spuren. Daran konnten die Fahnder aber auch erkennen, dass nicht alle Schüsse aus seiner Waffe und wahrscheinlich auch nicht von ihm abgefeuert worden waren. Pinzner hatte Komplizen.
Mindestens Armin Hockauf aus Württemberg und Siegfried "Siggi" Träger aus Franken.
Ein weiteres Zeichen Pinzners waren seine temporär getragenen Handschuhe oder Handmanschetten. Er hatte wahrscheinlich eine Kontaktallergie. Solche Symptome können aber auch durch Stress verstärkt werden.

Die Pinzner-Morde sollen hier nicht mehr einzeln aufgeführt werden. Das ist schon an anderer Stelle detailliert geschehen und dieser Artikel soll nicht zu redundant sein.
Am 07.07.1984 wurde Jehuda Arzi in seinem Wohnungsversteck in Kiel ermordet, ein deutsch-jüdischer Zuhälter mit geschäftlichen Schwerpunkten in Konstanz, Frankfurt und Kiel. Hier machte er mehreren anderen Zuhältern Konkurrenz. Arzi war auch im Drogengeschäft aktiv und erpresste noch seine Familie, weil er enorme Spielschulden hatte. Es kamen also mehrere Dinge zusammen, ihn einzuschüchtern oder gleich zu erledigen. Das übernahmen dann Werner Pinzner und Armin Hockauf.
Am 13.09.1984 wurde Peter Pfeilmeier in seinem Auto erschossen. Pfeilmeier verlor durch Kokainkonsum die Kontrolle über die Geschäfte, beleidigte häufiger die Gäste und wusste zuviel. Er war auch bei einem Überfall auf einen ADAC-Geldboten beteiligt. Die Täter waren wieder Werner Pinzner und Armin Hockauf.
Im November 1984 starb der Zuhälter, Diskobesitzer und Drogenhändler Charly Lienau aus Kiel. Hier wird eine Tatbeteiligung Pinzners diskutiert, gilt aber nicht als sicher. Einer der beiden Täter, die das Fass kauften, in das Lienau nach seiner Hinrichtung eingegossen werden sollte, trug seine Hand in einer Manschette. Die Täter berücksichtigten nicht, wie lange das Material brauchte, um auszuhärten, so dass der Tote im Ölfass in der Alster oben schwamm und von einem Kran aus dem Wasser gehievt werden konnte.
Der nächste Fall war Dietmar "Lackschuh" Traub, der am 14.11.1984 in einem Wald bei München erschossen wurde. Täter waren diesmal Werner Pinzner und Siegfried Träger. Traub hatte durch seinen exzessiven Kokainkonsum ähnlich wie Pfeilmeier die Geschäfte schleifen lassen und zuviel Geld verbraucht. Ausserdem machte er Andeutungen, sich vom Hamburger Kiez zurückzuziehen und verlegte seine Geschäfte wieder stärker in seine Schwäbische Heimat und nach Bayern. Die Kiezianer legten ihm das als Untreue aus.
Er wurde deshalb von den Menschen getötet, mit denen er noch kurz zuvor in Hamburg und auf den Balearen gefeiert hatte. Möglicherweise hat Traub etwas von der Schlinge geahnt, die sich um seinen Hals herum zuzog, vielleicht war es auch nur eine übliche Paranoia bei übermässigem Konsum. Oder beides.

Irgendwann geriet auch Hentschel mit seinem Clan ins Visier der Auftraggeber von Werner Pinzner.
Hentschel war sehr erfolgreich und hatte nicht gerade ein leises Auftreten. Eskalierend hinzu kam noch seine Allianz mit dem Aufstrebenden Zuhälter Waldemar Dammer vom Hollywood im Eros-Center, der aber auch Bordelle im Hammer Deich hatte und noch in andere Richtung expandierte. Auch im Kokain-Geschäft fand er sich ein und knüpfte Kontakte in die USA.
Hentschel stellt die Lage in seiner Autobiographie so dar, dass sich um das "Eis-Café" Chikago (in Wirklichkeit ein Hauptquartier) ein dunkles Imperium aufgebaut hatte, das ihn und seine Freunde als erfolgreiche Geschäftsleute loshaben wollte. Er gibt aber auch an einigen Stellen zu, dass auch seine eigene Gruppe eskalierend gewirkt hat. Eine tiefere eigene Verwicklung in den Kokainhandel streitet Hentschel ab.
Dagobert Lindlau nuanciert die Geschichte in seinem Pinzner-Buch "Der Lohn-Killer" etwas anders.
Hiernach trat die Gruppe um Hentschel mehrfach äusserst aggressiv auf und Hentschel drohte seinen Gegnern an, sie "auf dem Zettel" zu haben. Den Chef des Chikago, Reinhard "Ringo" Klemm, soll er mit belastendem Material unter Druck gesetzt haben, das er bei seinem Anwalt deponiert hatte.

Wie dem auch sei: Im Jahre 1985 stand zwischen der Gruppe um Hentschel und dem Chikago ein Showdown an. Der letzte Anlass gab ein Auftritt im Palais d'Amour, bei dem Hentschel und Waldemar Dammer mit dem Zuhälter Peter Nusser in Streit gerieten und es zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung kam. Dammer nahm den Wiener in die "Hummerzange" und drückte ihn an die Wand, während Hentschel den zur Hilfe kommenden Armin Hockauf mit einem Magenschwinger ausschaltete. Dabei sahen einige Prostituierte zu.
Für Peter Nusser und das mit ihm partiell verbündete Chikago war das Mass voll. Es kam im Frühjahr 1985 zu "Krisensitzungen", an denen viele Luden teilnahmen. Darin wurde beschlossen, dass man Hentschel und Dammer endgültig loswerden müsse. Gegebenenfalls müsse man auch gegen seine Hintermänner einschliesslich Axel Gantwurzel vorgehen. Angeblich soll Pinzner bei einigen dieser Sitzungen dabeigewesen sein und heimlich Tonbandaufnahmen gemacht haben. Die Kassetten sind auf jeden Fall später nicht mehr aufgetaucht. Nachdem man sich Gedanken machte, wie welche Waffe zu besorgen sei und Pinzner seine Zielpersonen wieder lange beschattet hatte, beschloss man nun, Nägel mit Köpfen zu machen. Beim Hit gegen Dietmar Traub hatte sich Pinzner sehr viel Zeit gelassen. Im Notfall standen Killer aus dem Balkan bereit.
Dann fand man für Ostern 1985 doch noch eine passende Gelegenheit. Waldemar Dammer versammelte seine Komplizen in Stefan Hentschels Haus. Es ging dabei um eine Geschäftsbesprechung, wahrscheinlich auch um einen Kokain-Deal mit den USA.
Dazu sollten sich neben Waldemar Dammer Stefan Hentschel und Guido Birke in Dammers Haus einfinden. Für die Gegner des Trios war der Ort ideal für einen Hit. Man musste nur aufpassen, dass Dammers Frau gerade nicht im Haus zugegen war und stellte Pinzner einen "Package-Deal" in Aussicht. Für die drei Personen sollte 60.000 DM erhalten.
Als es dann zum Treffen kam, verliefen die Dinge aber anders als geplant: Stefan Hentschel hatte sich schon vor dem Treffen in den Urlaub verabschiedet. Er wollte sich seiner Freundin widmen. Wahrscheinlich ist er aber auch von Freunden aus dem Milieu gewarnt worden. "Stefan, pass auf, für dich sammeln die auch schon!", soll man ihm gesagt haben. Unklar ist, warum er Dammer dann nicht gewarnt hat. Wahrscheinlich hat er den Plan der Gegenseite nicht ganz durchschaut, da kaum davon auszugehen ist, dass er Dammer gezielt ins Messer laufen lassen wollte.
Vor Ort fehlte auch noch ein anderer Komplize, Guido Birke. Er war angeblich im Stau steckengeblieben.
Die Ehefrau Dammers war gerade beim Bäcker. Es ist unklar, ob sie, ihr Mann oder Pinzner & Co. diesen Versorgungsgang angeregt haben.
Von den drei Zielpersonen des Package-Deals war also nur eine, Waldemar Dammer, anwesend. Dafür trat noch sein Wirtschafter Ralf "Korvetten-Ralf" Kühne auf den Plan.
Pinzner und sein Begleiter Siggi Träger läuteten und betraten das Haus. Dammer hatte es mit vielen US-Devotionalien geschmückt. Dammer wusste nicht, dass Träger, der eigentlich aus Dammers Kreisen stammte aber zwischen den Lagern schwankte, nun seine Schulden von der Gegenseite beglichen bekommen hatte und jetzt als Türöffner diente. Dammer begleitete die beiden die Treppe hinunter, um unten "Geschäftliches" besprechen zu können. Da dauerte es bis zur Eskalation nicht lange.
Ralf Kühne hatte keine Lust, dass Dammer seinen wankelmütigen Kompagnon Träger, der ausserdem dessen Frau poussierte, nun wieder von seinem ehemaligen Mentor aufgenommen werden könnte und in der Hierarchie wohlmöglich noch vor ihm selbst stünde. Es kam sehr schnell zum Streit.

Den entschied Träger für sich, in dem er einen .38er-Revolver zog und Kühne erschoss. Als Dammer, der hinter dem Schreibtisch Platz genommen hatte, aufstehen wollte, erhielt er einen Kopfschuss, von dem er in den Stuhl zurückgedrückt wurde und sich dort noch etwas drehte. Seine geschlossenen Augenlieder liefen durch den inneren Blutdruck dunkel an, so dass es später für die Fahnder so aussehen sollte, als ob er geschminkt worden sei.
Die beiden Hitmen flohen schnell aus dem Haus und wechselten unterwegs noch einmal das Fluchtauto. Ein alternatives Auto war vorausschauend bereitgestellt worden. Als Zeichen, dass der Hit erfolgreich abgelaufen war, sollen sie Joe Marx noch die leeren Hülsen gezeigt haben (vgl. Dagobert Lindlau: Der Lohn-Killer). Die Auftraggeber waren aber nicht begeistert davon, dass nur eine von drei Zielpersonen ausgeschaltet wurde, zahlten dann aber widerwillig etwas mehr als 1/3 der versprochenen Summe.
Angeblich soll Pinzner nach dem Hit, wie er es auch sonst gerne tat, über die Reeperbahn gefahren sein in einer Mischung aus Stolz und Suche nach falschem Alibi.

Stefan Hentschel wusste nun, was auf ihn wartete. Er wusste nur noch nicht, wer auf ihn wartete. Deshalb zermarterte er sich mit seinen Kompagnons das Hirn, wer der Mörder von Dammer gewesen sein konnte.
In der Aufregung über das Thema rief er sogar bei den Auftraggebern an, die damals noch nicht bekannt waren.
Dammer hatte ihm vorher noch gesagt, dass er das Gefühl hatte, beschattet worden zu sein, aber er kannte Pinzner nicht. Er sagte Hentschel: "Du kannst mir in den Schuh scheissen - der wollte mich killen!"
Hentschel, der auch als Risikosucher die Gefahr nicht unterschätzte, beschloss, seine eh schon zahlreichen Urlaube noch einmal zu verlängern. Für die Geschäfte auf St. Pauli erwies sich das jedoch als abträglich und Gantwurzel musste alleine die Stellung halten. Hentschel fuhr bei seinen Reisen nicht nur nach Spanien, sondern auch in die Karibik oder nach Brasilien und liess es sich gutgehen. Einige Freunde meinten auch, er sei auch auf der Flucht vor sich selbst gewesen. Für seine Grossmutter führte er ein Reisetagebuch.
Wenn er dann doch wieder in St. Pauli auftauchte, nahm er überall hin eine Waffe mit. Beim Boxen bandagierte er seine rechte Hand nicht mehr, um schneller ziehen zu können. In seiner Autobiographie vermutete er, dass die Polizei seinen illegalen Waffenbesitz tolerierte, damit das labile Gleichgewicht auf dem Kiez nicht weiter gefährdet würde.

Doch mit der Zeit kam man doch auf den mutmasslichen Killer. Die Luden versuchten genauso wie die Polizei, die Puzzleteile zusammenzulegen. Wer das Rätsel letztlich löste, ist umstritten. Die Polizei, die mit verdeckten Ermittlern immer weiter in das Milieu vorgedrungen war, beanspruchte die Trophäe für sich.
Es wurde spekuliert, dass die "Schmiere", wie man die Polizei im Milieu nannte, nicht nur die Ritze als wichtigen Treffpunkt der Unterwelt im Visier hatte (genauer gesagt ihr Hinterzimmer), sondern auch einen Informanten im Chikago platziert hatte.
Das Milieu selber behauptete, die Polizei zuerst auf den Trichter gebracht zu haben. Die Gruppe informierte die Staatsmacht, der sie immer zu entkommen trachtete.
Pinzner hatte Glück im Unglück, dass ihn die Polizei mit einem Einsatzteam aus dem Verkehr zog. Inzwischen war nämlich das Milieu hinter ihm her, weil weitere Aufträge gegen Kiezkonkurrenten nicht mehr umsetzen wollte, sowieso zuviel wusste und zuviel Drogen nahm. Er selber dachte sogar an Selbstmord.
Als die Polizisten einen Unfall inszenierten und bei Pinzner unter falschem Vorwand klingelten, merkte er irgendwann, dass er gelinkt worden war und wehrte sich noch. Ein Polizist schlug ihm dabei heftig aufs Kinn.
Erst nach langem Gerangel und mit sehr spät eingetroffenen Helfern konnte er dingfest gemacht werden.
Auch andere Kiezianer aus Pinzners Umgebung wurden eingesackt.

Der Polizei war mit dieser Festnahme im Sommer 1986 scheinbar ein grosser Coup gelungen. Die Dammer-Kühne-Morde waren ein gutes Jahr vergangen.
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NACH PINZNERS VERHAFTUNG

Für Hentschel hatten die Probleme gerade erst begonnen. Der auf ihn angesetzte Killer war zwar aus dem Verkehr gezogen, aber seine lange Abwesenheit von St. Pauli hatte seinen Geschäften nicht gut getan. Insgesamt schienen die Geschäfte im Eros-Center nicht mehr rundzulaufen.
Axel Ganztwurzel hatte eine neue Geschäftsidee. Er wollte mit dem "Relax" ein Edelbordell samt Disko eröffnen. Auch wenn seine Geschäftspartner skeptisch waren, so sollte sich diese Idee als Treffer erweisen.
Das Relax besteht heute noch. Nur Hentschel fehlte das nötige Kleingeld, dass er zum Einstand brauchte!

Hentschel musste also umdisponieren und investierte in das Etablissement Base. Hierfür legte er mit einem iranischen Partner zusammen, der allerdings bei diesem Deal der Chef war. Hentschels Freundin warnte ihn noch vor dem Deal, weil sie sein Auftreten für hinterlistig hielt.
Im Jahre 1994 sollte sich zeigen, dass sie recht hatte. Das Base brannte völlig nieder. Genauere Recherchen von Polizei und Feuerwehr ergaben, dass Brandbeschleuniger gelegt wurden. Der Geschäftspartner von Hentschel hatte Versicherungsbetrug begehen wollen. Danach verzog er sich ins Ausland.

Hentschel hatte nicht nur im Geschäftsleben Pech. Den Kiezkrieg der 80er hatte er mit Mühe und Not überlebt und dabei mehrere Mordanschläge überstanden. Über einige hat er wohlmöglich nie gesprochen. Auf ihn soll auch mehrmals geschossen worden sein. Ein besonderer Einschnitt war für ihn eine Verwicklung in einem Lokal, in dem ein Bekannter von ihm seine Begleiterin anmachte. Hentschel reagierte sofort und ohrfeigte den Angreifer. Der reagierte zunächst gar nicht und verhielt sich dann ambivalent. Später jagte er Hentschel aber sein Weizenglas ins Gesicht und zerstörte ihm damit ein Auge. Trotz sofortiger Behandlung im Krankenhaus konnte es nicht mehr gerettet werden. Angebote aus dem Milieu, dem Gegner auch ein Auge "herauszudrücken", lehnte Hentschel nach anfänglichem Überlegen ab.

Hentschel hatte nun das Problem, wieder eine neue Geschäftsidee finden zu müssen. Er ging auf das Arbeitsamt und hatte Angst, dort von Menschen aus dem Milieu gesehen zu werden. Aber sein Alter und seine fehlende Computerqualifikation machten ihm einen Strich durch die Rechnung.
Nachdem er sich in seiner Manier das Leben zunächst schöntrank und schönrauchte, traf er auf einen Geschäftsmann, der ihm möglicherweise helfen konnte: Michael Fuchs (CDU). Fuchs war in Hamburg Politiker und Unternehmer und besass mehrere Pflegeheime. Er bot Hentschel an, für ihn den Reinigungsdienst in diesem Bereich zu führen.

Leider wurde Hentschel auch hier Opfer unglücklicher Umstände. Als ein Betriebswirt den Heimbetrieb auf seine Wirtschaftlichkeit untersuchte, rechnete er aus, dass Hentschel wegrationalisiert werden könnte. Damit verlor dieser wieder seinen Job.

Danach hatte er Schwierigkeiten, wieder auf die Beine zu kommen. Er traf die Spiegel-Journalistin Ariane Barth und schrieb mit ihr seine Autobiographie, die als "Im Rotlicht" erschien. Er sammelte auch ehemalige Bilder und vergrösserte sie für Videoreportagen. Heraus kamen verschiedene TV-Dokus.
Neben Dokus für Spiegel TV ist hier ein Auftritt in "Hamburg St. Pauli - da, wo die Kontraste knallen" zu nennen.

Besonders berühmt wurde Hentschels Auftritt in "Der Boxprinz" von Gerd Kroske aus dem Jahre 2000 (Kinostart 2002). Eigentlich handelte der Film vom Boxer und Wrestler Norbert Grupe, der nach seiner sportlichen Karriere mit dem Hamburger Kiez anbandelte und als stiller Teilhaber ins Eros-Center investierte. Grupe begann seine Karriere unter erschwerten Bedingungen mit seinem Vater in den USA als Wrestler, musste als Deutscher den Bösen spielen und nahm den Kampfnahmen "Prinz Wilhelm von Homburg" an, weil der amerikanisch ausgesprochene Name Grupe wie "groupie" klingt.
Zwischendurch nahm er immer wieder Filmrollen an, schaffte aber nie den Durchbruch. Auf dem Kiez wurde Grupe zwar herumgezeigt, schaffte aber weder den Durchbruch als Zuhälter noch als Drogendealer. Bei einem grösseren Deal lief er einem Zivilfahnder in die Falle. National trat Grupe z. B. im Film Stroszek auf, international in Ghostbusters 2 und Die Hard.
Der Film zeigt Interviews mit dem inzwischen gesundheitlich angeschlagenen in den USA lebenden Grupe, einige seiner Boxkämpfe, darunter den verlorenen Kampf gegen Oscar Bonavena (+ 1976 in einem Drogenkonflikt), nach dem Grupe sich durch die Frage im Aktuellen Sportstudio gestört fühlte und den Interviewer ins Leere laufen liess, kleine Ausschitte aus Filmen mit Grupe und verschiedene Interviews mit ehemaligen Weggefährten und Gegnern.
Darunter sind Stefan Hentschel, Hanne Kleine, Wolli Köhler, Jürgen Blin, der Prostituierten Domenica und dem erfolgreichen Milieuunternehmer Walter Staudinger.
Berühmt ist der Film aber v. a. wegen Hentschel: In mehreren Einstellungen gibt Hentschel in und um die Grosse Freiheit gegenüber Kroske den Erklärer, wobei ihm am Anfang der Grossen Freiheit (Seitenstrasse der Reeperbahn) einige ausländische Mitbürger die Filmszene vermiesen. Darauf haut er mit dem Satz "Hast du 'n Problem oder was? Geh weida!" ohne die Antwort abzuwarten einem der Störer mit einem Schlag mit der offenen rechten Hand fast den Kopf weg und fragt dann: "Noch 'n Problem? Bessa isses!"
Danach ging Hentschel unbeeindruckt weiter, sagte "So, komm weida! Ich hab' hier keinen Bock, mit den Arsch löchern weiter herumzureden!" und grüsste dann frohen Mutes einen ihm bekannten Türsteher "Hallo, Wernaaa!"
Diese Szene wurde danach bei tv total mit Stefan Raab und später international auf Youtube ein Klassiker und ist es bis heute geblieben.

Der Boxprinz (Realistfilm)

Hentschel wirkte auch bei dem Buch "Hamburgs Nachtjargon. Die Sprache auf dem Kiez in St. Pauli" von Klaus Siewert mit. Von dem Gesprächen des Sprachforschers mit ihm existierten auch Tonbandaufnahmen.
Eine erhoffte Karriere als Schauspieler, wie sie Thomas Born mit Einschränkungen gelang, schaffte Hentschel nicht.

Als die Lage dann ökonomisch immer brenzliger wurde, Hentschel seine geliebte Wohnung in der Annenstrasse verlor, auf seine geliebten Fernreisen verzichten musste und statt Luden-Porsche nur noch Fahrrad fuhr, verlor er allmählich seinen Lebensmut. Er kannte noch einige Ehemalige aus der Kiezzeit, ging in einige Kneipen, trank, boxte und kiffte sich auf Zeit die Sorgen weg und äusserte "Abwanderungsgedanken".
Als ihm dann auch noch seine letzte Freundin die Koffer vor die Tür gestellt hat, kündigte er seinen "schwersten Kampf" an, ging in den Boxkeller der Ritze und hängte sich an einem Boxhaken auf. Dort wurde er dann am nächsten Morgen von einer Putzfrau gefunden.
Stefan Hentschel wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf in einer beeindruckenden Zeremonie verabschiedet und seine Urne im Grab seiner Eltern beigesetzt.


LITERATUR:

Barth, Ariane: Diee Reeperbahn. Der Kampf um Hamburgs sündige Meile; 1999
Barth, Ariane: Im Rotlicht. Das explosive Leben des Stefan Hentschel; Berlin 2005
Jüttner, Julia: Die letzte Party des Bordellkönigs; in: Der Spiegel, 28.12. 2006
Jüttner, Julia: Das irre Leben des Paten von St. Pauli; in: Der Spiegel, 28.12. 2006
Jüttner, Julia: Milieu-Studie. Der Kiez und Hentschels Selbstmord; in: Der Spiegel, 15.06.2007


FILM (nach Erscheinungsjahr):

Kroske, Gerd: Der Boxprinz; 2000 (Realistfilm)
Hamburg-St. Pauli - da, wo die Kontraste knallen; 2005 (NDR)
dctp: Tod eines Zuhälters - das exzessive Leben einer Hamburger Kiezlegende; 2007 (Vox)
Spiegel TV: "Ich bin ein göttlicher Zuhälter" - Leben und Sterben einer Kiezlegende; 2008 (Vox)
Als die Killer auf den Kiez kamen; 2011 (NDR)