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Freitag, 18. Januar 2013

KAMPFSPORT & KAMPFKUNST OHNE WAFFEN


Kampf mit Waffen siehe: Fechten

1. Europa


Ringen




Boxen




Kickboxen

File:WKA World Championschips 2011 472.JPG


Sambo

Datei:Sambo Foto 1.jpg


2. Asien


Karate

File:JJS Dojo.jpg


Judo

File:石井と鈴木.jpg

Aikido

File:Shihonage.jpg


Taekwondo

File:WTF Taekwondo 1.jpg


Kung-Fu/Wushu

File:Shi DeRu and Shi DeYang.jpg


Philippinen




Thailand (Muay Thai/Thaiboxen)

File:Muay Thai Boxing.jpg


Indonesien (Pancak Silat; auch mit Waffen)

Datei:Pencak Silat Betawi 1.jpg


3. Afrika


Lutte Traditionelle

File:The match-The Gambia.jpg




Samstag, 5. Januar 2013

KENDO



Kendo (剣術) ist der Begriff für eine versportete japanische Schwertkampfkunst. Kendo heisst "Weg des Schwertes".
Die Kombattanten kämpfen im Wettkampf nicht mit Schwertern aus Metall oder Holz, sondern mit dem Shinai genannten Bambusschwert. Dieses ist sehr leicht und flexibel.
Im Training können aber durchaus Holzschwerter und selten Metallschwerter eingesetzt werden. Ausserdem gibt es zur Muskelstärkung besonders schwere Übungsschwerter aus Holz.
Das Shinai besteht aus gespaltenem Bambus und liegt in unterschiedlichen Griffarten und Schwerpunkten vor. Man unterscheidet besonders zwischen kopflastigen (sehr viele) und grifflastigen Shinais.

Die möglichen Trefferflächen wurden im Kendo sehr eingeschränkt. Man darf nur Hiebe zur Stirn (Men), den Flanken des Bauches (Do) und zu den Unterarm-Handschuhen (Kote) durchführen. Stiche sind nur zur verstärkten Kinnplatte (Tsuki) erlaubt. Manchmal werden auch diese eingeschränkt.

Eine koreanische Spielart des Kendo ist das Kumdo.


Geschichte

Die japanische Geschichte des Schwertkampfes ist sehr lang. Der Begriff "Kendo" stammt aber aus dem 18. Jhd. Und die moderne Form des Kendo entstand im 19. Jhd. und wurde im 20. Jhd. mehrmals modifiziert.

Als Vorläufer gilt Kenjutsu, also die Kunst des Schwertkampfes, in der es aber viele verschiedene Schulen gab. Erste längere Schriften darüber sind aus dem frühen 16. Jhd. bekannt. Besonders der Zen-Mönch Takuan Sóhó und seine Schüler Yagyú Munenori und Miyamoto Musashi waren hier einflussreich. Takuan Soho beeinflusste die Schwertkampflehre mit 3 Aufsätzen. Yagyu Munenori schrieb 1632 "Der Weg des Samurai" (Heihó kaden sho) und 1645 erschien das berühmte "Buch der Fünf Ringe" (Gorin no Sho) von Miyamoto Musashi. Damit waren bis zur Jahrhundertmitte die literarischen Grundlagen gelegt.

Beim Kendo scheint das weichere Bambusschwert Shinai (im Vergleich zu Holz oder Metall) schon im frühen 18. Jhd. erfunden worden zu sein. Ebenso verhält es sich mit einfachen Schutzausrüstungen, die sich immer mehr dem heutigen Bogu annäherten. Diese Innovationen werden Naganuma Shirozaemon zugeschrieben. Um die Jahrhundertmitte entstand das Vier-Segment-Shinai.
Nach dem Ende des Togugawa-Shogunats 1867 wurde Kendo immer weniger von den Samurai und immer stärker von Polizeikräften ausgeübt. Es kam dabei zu einer Systematisierung.
Im Jahre 1911 wurde Kendo in japanischen Schulen als Pflichtfach eingeführt und somit verbreitet. Während heute Kendo überwiegend positiv als körperliches und geistiges Training geschätzt wird, kann man seine Verwendung in damaliger Zeit auch als Militarisierung der Bevölkerung sehen.
Schon 1912 wurde die Dai-Nippon Teikoku Kendó Kata entwickelt, die der heutigen Nihon Kendó Kata ähnelt.
Kendo wurde auch in von Japan besetzten Gebieten wie Korea praktiziert.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Kendo in Japan verboten, weil es den Militarismus gefördert haben soll (in Deutschland gab es z. B. auch Einschränkungen der Kampfkünste). Das Verbot wurde aber 1952 wieder aufgehoben. Es kam zur Gründung des Alljapanischen Kendoverbandes (Zen Nihon Kendó Renmei).
In Japan ist Kendo seitdem wieder auf dem Vormarsch und etablierte sich an Schulen, Hochschulen, Sportvereinen, Firmen und Polizeischulen. Kendo ist neben Judo, Sumo oder Baseball eine der beliebtesten Sportarten in Japan.
In der Folge wurde Kendo auch in anderen Teilen der Welt bekannt. In Deutschland wurde es z. B. Mitte der 60er-Jahre bekannt und etabliert. 1974 fand die erste Europäische Meisterschaft in Grossbritannien (Bletchley) statt.

Literatur:
Meyers Grosses Taschenlexikon
Wikipedia


Freitag, 21. Dezember 2012

THEATERFECHTEN 

Das Theaterfechten (Bühnenfechten, Szenisches Fechten) ist eine von mehreren Fechtweisen. Andere Richtungen wären das Sportfechten, das Historische Fechten und das Akademische Fechten.
Es ist gleichzeitig ein Segment des Bühnenkampfes (Stage Combat), der auch aus waffenlosem Kampf oder dem Kampf mit Feuerwaffen bestehen kann.

Ausbildung und Darstellung: 

Die Ausbildung zum Bühnenfechter kann man bei speziellen Fechtlehrern ("Meistern") an Schauspielschulen absolvieren oder an separaten, meist privaten Institutionen. Inzwischen wird das Theaterfechten auch in einigen regulären (Sport-) Fechtvereinen gelehrt. In Deutschland ist das Theaterfechten aber weniger institutionalisiert als in Frankreich oder in angelsächsischen Ländern.
Die Kunst des Theaterfechten kann man nicht nur auf Theaterbühnen bewundern. Es gibt inzwischen regelrechte Meisterschaften: 
Im September 2006 (15.-17.) fand z. B. in Berlin die Erste Internationale Deutsche Meisterschaft im Szenischen Fechten statt. Weitere folgten 2009 und 2011.
Szenisches Fechten: Meisterschaften

Vergleich mit dem Sportfechten und dem Historischen Fechten:

Das Theaterfechten wir oft mit dem Sportfechten und dem Historischen Fechten verglichen.
Im Sportfechten gibt es 3 Waffen, Florett, Degen und Säbel, von denen jede ihre eigene Trefferfläche (an der Waffe und beim Gegner) zugewiesen bekommt. Die Treffer werden heute elektronisch gewertet.
Die Kämpfe sind spontan und mit geringer Verletzungsgefahr verbunden, verlaufen aber oft sehr unübersichtlich. Das liegt daran, dass beide Gegner mit sehr leichten Waffen gegeneinanderrennen und versuchen, irgendwie einen zählbaren "Stromtreffer" zu landen. Auf eine realistische Trefferwirkung kommt es dabei kaum an.
Hinzu kommt noch das Treffervorrecht bei Florett und Säbel. Dadurch kann nur der aktiv Angreifende einen gültigen Treffer setzen. Mit dieser Regelung soll ein blosses Mitstossen des Angegriffenen vermieden werden, allerdings führt sie auch dazu, dass die Gegner sich blindlings angreifen ohne realistische Furcht vor Treffern.
Beim Historischen Fechten haben wir dagegen eine viel grössere Waffenauswahl. Die Waffen sind meistens schwerer (z. B. Faktor 2) und das Gefecht langsamer. Treffer können nicht mehr elektronisch gezählt werden.
Dadurch sind keine unrealistischen Blitzaktionen möglich, allerdings ist das Fechten gefährlicher. Man muss also sich entweder stärker rüsten oder man deutet Aktionen nur an, verzichtet dann aber auf Realitätsgehalt.

Eigenschaften des Theaterfechtens:

Das Theaterfechten ist wie das Historische Fechten meist langsamer als das Sportfechten, versucht aber generell, Treffer zu vermeiden. Der Angreifer schlägt häufig an ungefährliche Stellen des Gegners oder gleich in die Klingenparade oder aber er sticht zwischen Arm und Rumpf des Gegners oder aussen ins Leere. Im Theater wird dem Hiebfechten gegenüber dem Stichfechten bevorzug, weil es eine grössere Aussenwirkung bei geringerer Verletzungsgefahr hat.
Beim Theaterfechten die meisten Kämpfe durchchoreographiert. Wie beim Historischen Fechten können auch mehrere Fechter gegeneinander antreten und der Fechtbereich ist nicht wie beim Sportfechten auf eine schmale Bahn (Planche) reduziert.
Die Waffen sind entweder dieselben wie im Sportfechten (manchmal leicht modifiziert) oder sie sind schwerer wie im Historischen Fechten. Wenn man leichte Sportwaffen benutzt, dann kommen normalerweise Degen (für Stiche) oder Säbel (Stiche und Hiebe) zum Einsatz. Bisweilen werden als Modifikation bei Sportwaffen breitere Klingen verwendet, die als Handschutz dienende Glocke verziert, der Knauf verstärkt oder die Glocke durch Einschnitte so verändert, dass sie bei Treffern lauter klingt. Auf Pistolengriffe, wie sie im Sportfechten manchmal üblich sind, wird verzichtet. Sie wirken optisch nicht so gut und erschweren das Ziehen der Waffe aus dem Gürtel.

Diskussion über Realitätsgehalt:

Unter Experten ist umstritten, ob das Theaterfechten oder das Sportfechten näher am Historischen Fechten und damit an der Realität liegen. 
Für das Sportfechten spricht, dass das Gefecht ergebnisoffen ist, man keine Angst vor Treffern haben muss und schnörkellos gefochten wird. Für das Theaterfechten spricht, dass die Waffe meist schwerer ist und nicht auf das Ziel "abgekippt" werden kann (z. B. Wurfstich/Wurfhieb), sondern durchgezogen werden muss (ausser man verwendet auch hier Sportwaffen). Das Theaterfechten kennt auch keine Begrenzung der Trefferflächen, es sei denn, man schliesst zur Sicherheit das Gesicht aus.
Besonders theatralisch und damit unrealistisch sind Szenen, in denen ein Held gegen mehrere Gegner kämpft. Hat ein Fechter mehr als einen Gegner, kann er die Angriffe der weiteren Fechter kaum noch parieren. Die Gegner müssten von Blindheit geschlagen sein oder man überrennt den ersten Gegner und bekämpft dann die weiteren in Reihe.
Umstritten ist auch der theatralische Kampf auf mehreren Ebenen: Einerseits ist die Fechtfläche im wirklichen Leben auch selten eben wie eine Planche im Sportfechten, andererseits wirkt das Mehrebenenfechten über Treppen, Tische usw. im Theater inszeniert.
Interessant ist aber, dass beim langsameren Bühnenfechten mehr Paraden möglich sind, als beim Sportfechten: So verwendet man z. B. statt einer Quint in der Kopfparade auch eine Sixt (Klingenspitze nach rechts). Es gibt auch Paradenwechsel, wie die Mühlenparade mit Quint und Sixt. Nur ist letzteres sehr unrealistisch. Ausserdem kommen beim Theaterfechten mehr Paraden (wie auch Hiebe) von unten vor.
Besonders unrealistische Showeinlagen sind das Verspeisen von Hähnchenschlegeln während eines Kampfes oder das gleichzeitige Parieren von mehreren Klingen!

Stile:

Im Theaterfechten kommen Waffen und Fechtstile aus unterschiedlichen Jahrhunderten zum Einsatz. Am beliebtesten ist der Mantel-und-Degen-Stil des 17. und 18. Jhd.s. Dafür nimmt man meistens Degen oder leichtere Säbel. Für Kämpfe unter Kavalleristen kann man auch schwere Säbel verwenden. 
Für frühneuzeitliche Fechtdarstellungen aus dem 16. und 17. Jhd. verwendet man ein Rapier, das wie ein schwerer Degen mit stark verziertem Handschutz aussieht und oft mit einer Zweitwaffe in der linken Hand wie Linkhanddolch (Main Gauche), Handschild (Buckler) oder Mantel eingesetzt wird.
Geht man bis ins Mittelalter zurück, kommen Schwert oder Langschwert zum Einsatz. Einhandschwerter können auch mit Schild zusammen eingesetzt werden.
Antike Kämpfe werden mit dem römischen Kurzschwert Gladius oder der etwas längeren Spatha geführt. Vereinzelt werden Kämpfe - z. B. bei Gladiatoren - auch mit runden (gebogenen) Klingen ausgetragen.
Bei japanischen Darstellungen nimmt man ein Katana, das längere Daito oder eine ähnliche Waffe, bei chinesischen ein Jin oder ein Dao (Krummschwert). 
Bei den unterschiedlichen Stilen können neben Klingenwaffen auch Stöcke oder andere Waffen wie z. B. Bauernwaffen zum Einsatz kommen.



Donnerstag, 6. Dezember 2012

FECHTEN (KAMPFSPORT & KAMPFKUNST MIT NICHT-DISTANZ-WAFFEN)


ANNÄHERUNGEN...


I. FECHTEN ALS SPORT


1. Olympisches Sportfechten (Romanische Schule)

File:Final Trophee Monal 2012 n08.jpg

Das Olympische Sportfechten gilt heute als DAS Fechten schlechthin. Es entstand aber historisch aus einem speziellen Kontext, nämlich der späten Romanischen Fechtschule. Besonders das französische Fechten mit leichten Waffen beeinflusste das Sportfechten sehr.

Gefochten wird mit 3 Waffenarten: Florett, Degen und Säbel. Dabei ist der Säbel die einzige Waffe, mit der neben Stichen auch Hiebe erlaubt sind.
Die Trefferzonen sind unterschiedlich. Beim Florett der Rumpf, beim Degen der ganze Körper ("vom Scheitel bis zur Sohle") und beim Säbel der Körper einschließlich Kopf oberhalb der Gürtellinie. 
Gefochten wird auf einer Planche, was das Fechten fast nur zweidimensional auf Linie ermöglicht.
Die Waffen sind sehr leicht, so dass mit Schutzweste und Maske kaum gefährliche Verletzungen auftreten. Über der Weste werden bei Florett und Säbel noch elektrische Westen zur Trefferanzeige getragen (beim Degen ist das nicht nötig, weil der ganze Körper Trefferfläche ist).
Allerdings wird das Fechten durch die leichten Waffen im Vergleich zum Historischen Fechten unrealistisch schnell.


2. Kendo



Kendo ist der Begriff für eine versportete japanische Schwertkampfkunst.
Die Kombattanten kämpfen im Wettkampf nicht mit Schwertern aus Metall oder Holz, sondern mit dem Shinai genannten Bambusschwert. Dieses ist sehr leicht und flexibel.
Im Training können aber durchaus Holzschwerter und selten Metallschwerter eingesetzt werden. Ausserdem gibt es zur Muskelstärkung besonders schwere Übungsschwerter aus Holz.
Das Shinai besteht aus gespaltenem Bambus und liegt in unterschiedlichen Griffarten und Schwerpunkten vor. Man unterscheidet besonders zwischen kopflastigen (sehr viele) und grifflastigen Shinais.

Die möglichen Trefferflächen wurden im Kendo sehr eingeschränkt. Man darf nur Hiebe zur Stirn, den Flanken des Bauches und zu den Unterarm-Handschuhen durchführen. Stiche sind zur verstärkten Kinnplatte erlaubt. Manchmal werden auch diese eingeschränkt.

Eine koreanische Spielart des Kendo ist das Kumdo.


3. Jogo do Pau





Jogo do Pau ist ein portugiesischer Stockkampf. Früher hat man diese Kunst zur Selbstverteidigung und führ Ehrenhändel benutzt. Vorzüglich wurden für diesen Zweck Langstöcke benutzt. Diese wurden meistens am Ende (und nicht in der Mitte geführt).
Durch die Versportung wird Jogo do Pau mit abgedämpften Stöcken sowie weitreichendem Körperschutz betrieben. Standardmäßig kann man einen 1 m - Stock oder einen 1,50 m-Stock einsetzen.



II. FECHTEN ALS KUNST & HISTORISCHES FECHTEN


1. Deutsche Schule


Fechtbuch v. Joachim Meier

Die Deutsche Fechtschule entstand im Spätmittelalter v. a. im Reichsgebiet und umfasste ein Bündel von Waffen. Die Hauptwaffe war das Langschwert (Langes Schwert), aber sie kannte auch Dolch, Dussak, Einhandschwert, Stock, Langmesser usw. und waffenlose Techniken.
Die Quellen der Deutschen Fechtschule gehen bis auf das 13. Jhd. zurück. Man geht aber davon aus, dass schon frühere Fechtstile einbezogen wurden. Es liegen viele Quellen zu dieser Fechtschule vor, von denen auch oft der Autor bekannt ist.
Sowohl auf dem Schlachtfeld als auch in den privaten Schulen bekam das Fechten bald Konkurrenz durch Fernwaffen wie Langbogen und Armbrust sowie durch die aufkommenden Feuerwaffen.
Die Deutsche Schule blieb aber noch bis ins 17. Jhd. lebendig, in einigen Einflüssen auch länger.
Das älteste bekannte Fechtbuch ist das Towerfechtbuch I. 33. Es ist in lateinischer Sprache geschrieben und enthält Fechtanleitungen mit Einhandschwert und Buckler. Der Autor ist ein unbekannter Mönch.
Bekannte Fechtautoren sind Johannes Liechtenauer (14. Jhd.; schulbildend, aber kein Werk erhalten), Hans Talhoffer (15. Jhd.), Sigmund Ringeck (15. Jhd.), Peter von Danzig (15. Jhd.), Paulus Kal, Johannes Lecküchner (15. Jhd.; Langmesser), Fabian von Auerswald (15./16. Jhd.), Albrecht Dürer (15./16. Jhd.), Paul(us) Hector Mair (16. Jhd.).

File:Hans Talhoffer.jpgFile:Paulus Kal-Buckler.jpgFile:Cgm 582 92r.jpg
Talhoffer (Portrait), Paulus Kal (Cgm 1507), Lecküchner (Cgm 582)



Talhoffer (Tafel 23), Dussakfechten


2. Romanische Schulen (Italien, Spanien Frankreich)



Die Romanischen Fechtschulen sind das Ergebnis des Aufkommens des Stossfechtens. Im ausgehenden Mittelalter und in der beginnenden Neuzeit kamen bessere Methoden der Stahlherstellung auf. Ein anderer Hintergrund der veränderten Fechtweise war die Tatsache, dass es immer bessere Feuerwaffen gab und die Fechtwaffe nur noch Zweit-, Duell- oder Zivilwaffe wurde.
Am Anfang war das Stossschwert vom Bau kaum anders als die mittelalterlichen Hiebschwerter. Doch dann kam das Rapier auf, also eine lange und schwere Stichwaffe, deren Griff schon eher für das Stichfechten ausgerichtet war. Die Hand wurde zunächst durch verzierte Querstangen geschützt, später durch einen Korb mit Stichblatt oder gar durch eine geschlossene Glocke.
Das Rapier war noch sehr schwer und wurde oft noch mit einer Zweitwaffe wie Linkhand-Dolch (Main Gauche), Buckler (Handschild) oder Tuch.
Zuerst kam die Italienische Fechtschule auf, aus der sich dann die Spanische Schule entwickelte. Die Spanier hatten elegantere Griffe und geschmeidigere Klingen konstruiert.
Einen grossen Fortschritt machte die Französische Fechtschule. Die Waffen wurden viel leichter, eleganter und kompakter. Das Fechten wurde geschmeidiger und schneller. Eine Bewaffnung der linken Hand war nun nicht mehr möglich - ja gar nicht mehr sinnvoll!
Da das Fechten jetzt kaum noch militärischen Sinn machte, betrieb man es für zivile Kämpfe, Duelle oder einfach als Show und zu Sportzwecken. Das schnelle Fechten mit leichten Waffen war zwar sehr spannend, die Bewegungen aber manchmal schon unrealistisch spritzig.
Hieraus entwickelte sich dann das Olympische Sportfechten.


3. Kenjutsu

File:Kenjutsu at the Japanese Garden.jpg

Kenjutsu ist die japanische Schwertkampfkunst. Sie hat im eine jahrhundertealte Tradition und trat unter verschiedenen Namen auf.
Das moderne Kendo beruft sich auch auf das Kenjutus, ist aber ein Produkt des 19. und 20. Jhd.s (es sei denn, man setzt beide Begriffe gleich, was in der Literatur auch vorkommen kann).
Im Kenjutsu ist z. B. die Beinarbeit komplexer, während beim Kendo meistens in einseitiger Auslage "gestept" wird.
Bei den Hieben wird darauf geachtet, dass sie nicht nur auf bloßes Berühren aus sind, um einen Punkt zu bekommen, sondern dass ein klarer Schneidehieb erkennbar ist.


4. Bo Jutsu

Bojutsu demo01.jpg

Bo-Jutsu ist der japanische Stockkampf.
Als "typischer Bo" gilt der japanische Langstock, der ca./knapp 2 m lang ist, obwohl Bo an sich eigentlich nur Stock heißt.
Kürzere Stocktypen sind z. B. der Hanbo (unter 1 m) und der Tanbo (Tambo; ca. 60 cm).


5. Kobudo (Überschneidungen mit Bo-Jutsu)

Kata.jpg

Kobudo ist eine japanische Kriegskunst mit einfachen Waffen, sogenannten "Bauernwaffen".
In Gegenden, wo Menschen sich keine teuren Kriegswaffen leisten konnten oder durften, versuchten sie, Werkzeuge zu Waffen umfunktionieren. Diese Vorgehensweise gab es nicht nur in Asien, sondern auch in anderen Weltgegenden wie z. B. Europa.
In Japan war diese Kunst sehr ausgefeilt, besonders in Okinawa. Diese Inselgruppe befand sich in einem kulturellen Übergangsgebiet zwischen China und Japan.
Berühmte Kobudo-Waffen sind Sai (Kriegsgabel), Nunchaku (leichter Kriegsflegel), Kama (Kriegssichel), Tonfa (Winkelschlagstock) und manchmal Tekko (Schlagring). Auch Stöcke gehörten in gewisser Weise zum Kobudo.


6. Kung Fu/Wushu

File:Demonstrating Kung Fu at Daxiangguo Monestary, Kaifeng, Henan.JPG

In  den chinesischen Kampfkünsten spielten Waffen schon immer eine große Rolle. Die Liste der möglichen Waffen ist fast unbegrenzt. Einzelne Kung-Fu-Schulen geben aber bestimmten Waffen den Vorzug, z. B. dem Langstock, dem Schwert/den Schwertern oder den Schmetterlingsmessern (gemeint sind kurze, breite Schwertmesser, keine Balisong-Schmetterlingsmesser).
In den chinesischen Kampfkünsten können auch Kettenwaffen zum Einsatz kommen.


7. Arnis - Escrima - Kali (Philippinische Kampfkünste)



Philippinische Kampfkünste sind wie chinesische oder japanische sehr vielfältig. Sie haben Techniken mit Waffen und Techniken ohne Waffen.
Berühmte Waffen sind die Ratten-Kurzstöcke in Machetenlänge, heute ungefähr knapp 70 cm, oder Messer.


8. Nguni



Kampfkünste gibt es selbstverständlich nicht nur in Europa und Asien.
Auch in Afrika gibt es viele Kampfkünste mit und ohne Waffen oder mit beidem.
Ein Beispiel für afrikanischen Stockkampf ist der Nguni-Stockkampf, benannt nach einem Kampfstil der Nguni-Stämme. Begründer soll der berühmte Zulu-Kämpfer Chaka Zulu gewesen sein.
Gekämpft wird mit zwei unterschiedlich langen Stöcken und/oder einem mit Rindsleder bespanntem Schild.



III. AKADEMISCHES FECHTEN



Das Akademische Fechten hat besonders im deutschsprachigen Raum eine grosse Tradition.

Das Tragen von Waffen galt ursprünglich als besonderes Privileg bestimmter Schichten. Gleichzeitig waren Studenten auf den langen Wegen - es gab selbstredend noch keine Autos - auf die Möglichkeit zur Selbstverteidigung angewiesen.

Deutsche Studenten trugen zunächst die Waffen, sofern es ihnen erlaubt war, die sonst auch üblich waren. Durch die allgemeine Entwicklung hin zum Stichfechten war auch in Studentenkreisen der Degen beliebt.
Im 18. Jhd. war unter ihnen besonders ein kompakter Stoßdegen namens "Pariser" gebräuchlich.
Bei Duellen oder duellähnlichen Vergleichstreffen wurde entsprechend meistens auf Stich gefochten.
Das änderte sich erst zum 19. Jhd. hin, als man wieder zum Hiebfechten zurückkehrte.
Stichfechten hatte den Nachteil, dass man zwar äusserlich nur geringe Wunden davontrug, es aber innerlich zu schweren Blutungen kommen konnte. Besonders der "Lungenfuchser" war sehr gefürchtet, weil er damals kaum adäquat medizinisch behandelt werden konnte. Am gefährlichsten waren natürlich Herztreffer.

Die Entwicklung zum Hiebfechten nahm ihren Anfang wohl in Göttingen, wo man sich nach einem tödlichen Duell nach Alternativen umsah. Es entstand der "Göttinger Hieber". Aus diesem wurden dann die späteren "Schläger" entwickelt, wobei im Westen Korbschläger und im Osten Glockenschläger bevorzugt wurden.
Für schwere Duelle konnte der "akademische Säbel" eingesetzt werden, der eine schwerere und gebogene Klinge besass.
Im allgemeinen verloren aber Duelle ihren ursprünglichen vitalen Charakter und man sprach seit dem 19. Jhd. zunehmend von Mensur(en).





IV. THEATERFECHTEN


Das Theaterfechten (Bühnenfechten, Szenisches Fechten) ist eine von mehreren Fechtweisen neben Sportfechten, Historischem Fechten und Akademischem Fechten. Es findet auf einer Bühne oder im Film in einer Kulisse statt.
Das Theaterfechten ist gleichzeitig ein Segment des Bühnenkampfes (Stage Combat), der auch aus waffenlosem Kampf oder dem Kampf mit Feuerwaffen bestehen kann.

Ausbildung und Darstellung: 

Die Ausbildung zum Theaterfechter/Bühnenfechter kann man bei speziellen Fechtlehrern ("Meistern") an öffentlichen Schauspielschulen oder an privaten Institutionen lernen. In Deutschland ist das Theaterfechten weniger institutionalisiert als in Frankreich oder in angelsächsischen Ländern. Man kann es inzwischen aber auch in einigen Sportfechtvereinen nebenher lernen.
Die Kunst des Theaterfechten kann man nicht nur auf Theaterbühnen und im Film bewundern. Es gibt inzwischen regelrechte Meisterschaften: 
Im September 2006 (15.-17.) fand z. B. in Berlin die Erste Internationale Deutsche Meisterschaft im Szenischen Fechten statt. Weitere folgten 2009 und 2011.
Szenisches Fechten: Meisterschaften

Eigenschaften des Theaterfechtens und Vergleich mit anderen Fechtarten:

Das Theaterfechten wir oft mit dem Sportfechten und dem Historischen Fechten verglichen.
Es enthält in der Tat Elemente aus beidem.
Die Waffen können dieselben sein wie im Sportfechten, also Florett, Degen oder Säbel. Meistens nimmt man der Grösse und Handlichkeit wegen einen Sportdegen oder einen Sportsäbel oder Modifikationen davon. Die können so aussehen, dass man eine breitere Klinge wählt, die Glocke (Handschutz) modifiziert oder einen stärkeren Knauf verwendet. Der Optik wegen gibt man französischen oder italienischen Griffen den modernen Pistolengriffen den Vorzug. Waffen mit Pistolengriffen lassen sich auch nicht so leicht aus dem Gürtel ziehen. Die Glocke kann neben Verzierungen auch Schnitte erhalten, damit die Waffe beim Schlag lauter klingt.
Statt Sportwaffen oder modifizierten Sportwaffen kann man aber auch stumpfe historische Waffen verwenden. Dann hat man eine fast unendlich grosse Auswahl. Auch Stöcke, Defensivwaffen wie Schilde oder Bauernwaffen wie Dreschflegel, Sicheln und Mistgabeln können zum Einsatz kommen.
Die Gefechte sind fast immer abgesprochen (choreographiert). Dafür wurden mit der Zeit regelrechte Notationssysteme entwickelt.
Die Trefferflächen sind natürlich nicht wie im Sportfechten begrenzt, meist vermeidet man aber Stiche zum Gesicht hin. Generell wird den gut sichtbaren Hieben gegenüber dem Stich der Vorzug gegeben. Hiebe werden weit ausholend und gut sichtbar ausgeführt, um pariert zu werden oder an ungefährlichen Stellen zu landen. Wird doch einmal ein Stich gesetzt, dann erfolgt dieser gerne ins Leere zwischen Arm und Rumpf.
Blitzaktionen wie beim Sportfechten, "geworfene" Stiche mit biegsamer Klinge oder gar ein Treffervorrecht gibt es natürlich nicht. Der Kampf findet auch nicht auf einer schmalen Fechtbahn (Planche) statt, sondern auf einer geräumigen Ebene - manchmal sogar mit Höhenunterschieden. Insgesamt wird beim Theaterfechten "barocker" gekämpft, als beim schnörkellosen Sportfechten und die Kämpfe sind abgesprochen und nicht ergebnisoffen.
Besonders theatralisch und damit unrealistisch sind Szenen, in denen ein Held gegen mehrere Gegner kämpft. Hat ein Fechter mehr als einen Gegner, kann er die Angriffe der weiteren Fechter kaum noch parieren. Die Gegner müssten von Blindheit geschlagen sein oder man überrennt den ersten Gegner und bekämpft dann die weiteren in Reihe.
Das Theaterfechten kennt auch Paraden, die im Sportfechten nie oder selten verwendet werden: Die Prim (Parade nach links mit Spitze nach unten), die Sixt (Kopfparade mit Spitze nach rechts) oder die Mühlenparade (Paradenwechsel zwischen Quint und Sixt).
Besonders unrealistische, aber lustige Showeinlagen sind das Verspeisen von Hähnchenschlegeln während eines Kampfes oder das gleichzeitige Parieren von mehreren Klingen!

Stile:

Im Theaterfechten kommen Waffen und Fechtstile aus unterschiedlichen Jahrhunderten zum Einsatz. Am beliebtesten ist der Mantel-und-Degen-Stil des 17. und 18. Jhd.s. Dafür nimmt man meistens Degen oder leichtere Säbel. Für Kämpfe unter Kavalleristen kann man auch schwere Säbel verwenden. 
Für frühneuzeitliche Fechtdarstellungen aus dem 16. und 17. Jhd. verwendet man ein Rapier, das wie ein schwerer Degen mit stark verziertem Handschutz aussieht und oft mit einer Zweitwaffe in der linken Hand wie Linkhanddolch (Main Gauche), Handschild (Buckler) oder Mantel eingesetzt wird.
Geht man bis ins Mittelalter zurück, kommen Schwert oder Langschwert zum Einsatz. Einhandschwerter können auch mit einem Schild zusammen eingesetzt werden.
Antike Kämpfe werden mit dem römischen Kurzschwert Gladius oder der etwas längeren Spatha geführt. Vereinzelt werden Kämpfe - z. B. bei Gladiatoren - auch mit runden (gebogenen) Klingen ausgetragen.
Bei japanischen Darstellungen nimmt man ein Katana, das längere Daito oder eine ähnliche Waffe, bei chinesischen ein Jin oder ein Dao (Krummschwert). 
Bei den unterschiedlichen Stilen können neben Klingenwaffen auch Stöcke oder andere Waffen wie z. B. Bauernwaffen zum Einsatz kommen.


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Samstag, 3. November 2012

BOXEN (FAUSTKAMPF)

Der Begriff Boxen im Sinne von Faustkampf stammt aus dem Englischen und kam dort in der frühen Neuzeit auf.



GESCHICHTE

Faustkampf gab es wie viele andere Arten des Zweikampfes schon seit vielen tausend Jahren und er kam auf verschiedenen Kontinenten vor. Uns liegen u. a. Zeugnisse aus Ägypten, Mesopotamien, Griechenland, China und Indien vor, aber auch aus beiden Amerikas.

In Ägypten kam Boxen schon 3000 v. Chr. vor und breitete sich daraufhin im ganzen ägäischen Raum aus. Ägyptische Darstellungen von Faustkämpfern stammen meistens aus Gräbern.

Figure 4 Relief in Tomb of Kheruef
Boxer und Stockkämpfer aus Theben


Kampfdarstellungen von Beni Hassan (eher Ringen)


Kämpfer von Minia und Sakkara

Auch im minoischen Kulturkreis wurde der Faustkampf gepflegt. Uns liegen einige Darstellungen an Palastwänden vor.


Minoische Faustkämpfer aus Knossos oder Santorini (vor 1600 v. Chr.)


"Boxervase" aus Knossos (ca. 1500 v. Chr.)

In Griechenland wurde der Faustkampf (Pygme) ab 688 v. Chr. auch bei den Olympischen Spielen ausgetragen. Es gab neben Faustkampf noch Ringen (Pale) und Allkampf (Pankration). Die Fäuste wurden dabei - anders als beim Pankration - mit Lederriemen bandagiert. Diese schützten die Fäuste, wie die modernen Handschuhe, wirkten aber gleichzeitig auf den Gegner wirkungsverstärkend und keineswegs wirkungsdämpfend. Pankratiasten kämpften dagegen ohne Bandagen, um besser greifen zu können.
Der Faustkampf kannte kaum Regeln und konnte im Extremfall Stunden dauern. Er endete manchmal auch tödlich, was aber zu einer Betrafung des Totschlägers führte.
Ein mit einem Stock bewaffneter Ringrichter überwachte den Kampf. Der unterlegene Kämpfer konnte den Kampf durch Handzeichen mit ausgestrecktem Finger aufgeben.
Herausragende Leistungen errangen Diagoras von Rhodos und Theagenes von Thasos (Theogenes) im 5. Jhd. v. Chr. Diagoras wurde sogar von Pindar in einer Ode verehrt. Theagenes trat als Faustkämpfer, Pankratiast und noch in weiteren Disziplinen an und errang unzählige Siege. Beide kämpfer errangen ihre Siege bei verschiedenen Spielen.


Darstellungen von Faustkämpfern findet man als Statuen, auf Vasen oder als Wandmalereien. Vasen konnten schwarzfigurig oder rotfigurig sein, wobei rotfigurige Vasenmalereien tendenziell später vorkamen. Die Figuren wurden entweder mit entsprechender Farbe auf den Untergrund aufgetragen oder aber (für Konturen) weggeritzt. Es gab auch weitere Deckfarben wie weiss.
Einen besonderen Quellenwert besitzen Panathenäische Preisamphoren, die als Siegespreis mit Olivenöl aus den Gärten der Akademie verliehen wurden.


Figure 9 tongsFigure 15 Soft Thongs
Figure 13 vase
diverse rotfigurige und schwarzfigurige Darstellungen aus klassischer griechischer Zeit

Die Römer kannten auch den Faustkampf als Kampfsport. Sie wurden dabei von den Griechen und möglicherweise von den Etruskern beeinflusst. Allerdings war es dort manchmal üblich, zur Verstärkung noch Metallteile unter die Faustriemen zu binden. Einige Faustkämpfer hatten auch Fellstücke zum Abwischen des Schweisses eingewickelt.

In Rom hiessen die Boxbandagen "Caesti". Sie sind an verschiedenen Statuen gut zu sehen. Die berühmteste ist wahrscheinlich der "Faustkämpfer vom Quirinal" vom 1. Jhd. v. Chr, eine im späten 19. Jhd. auf dem Quirinal gefundene Bronzestatue wurde. Neben der lebensnahen Darstellung eines erschöpften, sitzenden Faustkämpfers beeindruckt besonders die Verwendung unterschiedlich gefärbter Metalle zur Kennzeichnung von Wunden.
Neben Statuen wurden Boxer auch auf Gemälden oder in Mosaiken dargestellt.


Faustkämpfer vom Quirinal

Figure 19 Entellus and Bull
Mosaik mit Faustkämpferszene aus Vergils Aenaeis (Entellus und Dares)


Sonntag, 29. Juli 2012

GERARD JONES: GINNY GOOD



"Ginny Good" ist eine Biographie (biographischer Roman?) über Virginia "Ginny" Good, eine frühe Protagonistin der Hippiebewegung in Kalifornien. Ihr Verfasser ist Gerard Jones, der in einigen Phasen dieser Zeit mit ihr zusammenlebte. Good wollte von Jones, dass er etwas für sie tut, z. B. Geld verdient oder ein Buch schreibt. Der ökonomisch nur mäßig erfolgreiche Jones entschied sich für letzteres. Die Veröffentlichung seines Buches ließ aber lange auf sich warten - am Ende Jahrzehnte.
Im Jahre 2004 erschien das Buch bei Monkfish Book Publishing und wurde auch über das Internet publiziert. Inzwischen (seit 2015) ist es auch als bebildertes Hörbuch auf Youtube auf Jones' persönlichem Kanal erhältlich.

http://everyonewhosanyone.com/ggcha.html




Ginny Good: Kapitel 1 (andere folgen) [Englisch] 
 

 

Chapter One



Ashland

I'm using everyone's real name. They can all sue me. I hope they do. I could use the excitement. It gets kind of boring living in my eighty-year-old mother's house on the side of a mountain in Ashland, Oregon. She likes having me around, though. She wasn't all that happy being by herself. My dad died...wow, a while ago, going on nine years now. Sometimes it feels like yesterday; other times it feels like he's still alive. We keep finding scrawled notes in his ninth-grade handwriting here and there—like when I change a fuse in the fuse box or my mother digs through the glove compartment looking for a map. Plenty of other people seem to think he's still alive too. They keep sending him mail—brochures from hearing aid companies and long letters on good bond paper explaining to him how he might want to consolidate his debt. Hey, his debt's as consolidated as it gets. It's paid, paid in full—going on nine years now.

I do the things my father used to do: mow the lawn, get the car fixed, put in new light bulbs, change the furnace filter, take the lids off jars that are on too tight for my mother's arthritis. Other than that, I pretty much just play golf. I play golf every day, rain or shine. The rainier, the better—wind, sleet, hail, snow, nothing stops me. I whack the ball, find it, and whack it again. Sometimes I get to feeling a little like King Lear out there, talking to thunder, flipping off gusts of wind. Ha! The other day I held my putter up like a lightening rod, daring the elements to do their worst, but usually I just play golf.

I play golf with anyone who shows up. Ford. Wallace. Bergeron. Johnny Pelosi. Felix. Knapp. Tyrone. Tyrone's a black guy from the Shakespeare Festival. He was the King of France last year. We all play golf at a cheap, hilly little municipal golf course called Oak Knoll. It's out of town a ways, south on Highway 66, toward Emigrant Lake. Standing on the ninth tee, you can see everything for miles around. Pilot Rock's directly in front of you, off in the distance, toward California. Mt. Ashland's a little to the right; Grizzly Peak and Pompadour Bluff are to the left.

The golf course is home to five families of Canadian Geese. Nobody fucks with them. They poo on the greens with impunity. Even the feisty mallards and wood ducks and the seagulls that fly over from Klamath Lake stay out of their way. The five families of Canadian Geese correspond roughly with the five families of the New York Mafia. Well, according to Johnny Pelosi, anyway. He knows all about that sort of thing. Johnny Pelosi isn't his real name. I don't know for a fact that he got it as part of a witness protection program; all I know is you don't want to beat him out of more than a couple of bucks a round unless you want to wake up with your pet parakeet's head in your bed.

It's an eclectic group. Wallace drives a Winnebago. He's also a direct descendent of William Wallace, that Braveheart guy, so you want to watch how much money you beat him out of too. Ford has trouble keeping his trousers on. Bergeron has a twinkle in his eye. Knapp carries beer in a blue cooler in the summer and drinks whisky in the winter. Felix hangs drywall and thinks he's Lee Trevino. We all make up Mexican sounding things to say to him. Felix was one of my dad's buddies at the Elks. My dad used to make up Mexican sounding things to say to him, too.

Besides the five families of Canadian Geese and a few pesticide-resistant burrowing animals, there are flowering bushes and white birches and yellow birches and oak trees with mistletoe in their branches and willow trees. The groundskeepers prune them down to bare nubs in the fall but they always grow back into huge weeping willows by the time summer rolls around again. Then, on top of all that, there's the sky—all different kinds of sky, changing from one minute to the next; dark clouds, white clouds, mist, rainbows, double rainbows, you name it—anything you'd ever want to see in the way of weather.

If none of the guys I usually play golf with shows up, I play golf by myself. Nor do I play golf well. I play golf badly. I've been playing golf badly every day for the last two and a half years. I shot a 76 once, but that was a gigantic fluke. The wind kept changing direction. It was with me on every hole. Calm zephyrs gently guided my 90-compression Titleist straight toward the pin every time I hit the thing. If I'd been any good it would have been a 66. But I'm not any good. That's part of the reason I quit playing golf and decided to write this book, instead—well, that and just to get it the hell over and done with once and for all.

I'm not worried about getting it published. What publisher wants to get sued? No publisher, that's what publisher. I suppose I could get my sister to stick it on the Internet for me. She has a web-design company. One of her clients is the World Elephant Polo Association, which, according to People Magazine, was one of the hot sites of the week awhile back, so you never know. Someone I knew thirty years ago might just be idly browsing the web, stumble across his or her name, and decide to sue me for something. Hey, it could happen—Sandy Good, Donna McKechnie, Gordon Lish—any one of them might just up and sue my ass. I hope one of them does. I hope they all do. I might even throw in some people I didn't know, just to increase my chances—Mia Farrow, maybe, Jill Clayburgh, Elizabeth Clare Prophet, Courtney Love. I sort of did know Courtney Love, actually. She would only have been around two years old at the time, but I'll put her in anyway. Her father brought her over to where Ginny and I were living on Shrader Street in 1966. He needed a babysitter. We were on acid. Her angelic little towhead two-year-old glow lit up the whole room. So, yo, Courtney, sue me, man. Bring it on.

The prospect of some hard working process server showing up at my mother's front door with a summons on behalf of some long forgotten friend or acquaintance just somehow warms the cockles of my heart. Duchess, my mother's little black ragamuffin dog, will bark her fool head off when the process server knocks on the door, but I'll be so glad I'll practically kiss the guy. The summons will tell me that I should get a lawyer, but I won't. Ha! I don't need no stinking lawyer. I'll be my own lawyer. That will be the exciting part.

The last job I had was as a paralegal. I got fired, but I was a paralegal all the same. I'll know how to defend myself if it ever comes to that. That's how I got the money to play golf every day for the last two and a half years, as a matter of fact—by suing the law firm that fired my ass: Shafer, Kirloff, Isaacson and Barish, those dicks. They were what you might call a mid-sized San Francisco labor and employment law firm. It all started out innocently enough. I had run out of money. My whole life I've been running out of money. I knew one of the associates. She recommended me. The partners took her word for it that I wasn't some kind of whacko—and I wasn't. Well, not right away. I was glad to have a job.

When I first started working there, I wasn't sure what a paralegal was supposed to do, exactly, but my predecessor left a pile of stuff on his desk, which gave me clues. Call people on the phone. Make lists. Look up things on Westlaw. Write memos. Come up with chronologies.

I worked there around a year and a half. I liked working there. I got good at it. Everyone loved me; well, almost everyone. By my standards, I made plenty of money. I rode through Chinatown on the crowded California Street bus, jaywalked across Montgomery Street, went into the lofty marble lobby through a chrome-plated revolving door and got free coffee in the company coffee room. I liked getting free coffee. Another thing I've always been is cheap. How do you think I've managed to play golf every day for the last two and a half years on the paltry settlement money I finally managed to squeeze out of those Bozos? By being cheap, that's how.

The partners billed me out at eighty-five bucks an hour. I had my own office. We took up the whole 22nd floor. My window looked out across the red roofs of Chinatown. I ate lunch in the park next to the Transamerica Pyramid—usually with one or another of the secretaries. They were all pretty cute, too. Terri. Stephanie. Tess. Barbara! I flirted with them. They flirted back. I was happy.

In my spare time I wrote thinly disguised fictional stories about the place. That's another thing I've always done—my whole life I've been writing thinly disguised fictional stories about stuff. In the stories I called the place "Sadler, Cristlieb, Altschule and Beckwith" or "SCAB." That's one of the slick things about fiction; you can thinly disguise the things you write about to suit your own clever, ironic purposes.

The reason Shafer, Kirloff, Isaacson and Barish fired my ass was that I tried to organize a union among the support staff. Organizing a union pissed them off. The partners prided themselves on being big time union busters. That was their job. That was what they were paid to do. It would have been hard to charge the kind of money they charged to keep unions out of other businesses if they couldn't keep a union out of their own damn business—hey, don't think we hadn't thought of that.

Organizing a union was intended to piss them off. They had pissed usoff—mainly by making us work longer hours without increasing our pay. I wasn't all that pissed off, myself; I was happy to be getting the money I was getting, but the secretaries were all up in arms. They were the ones who wanted the union in there. I couldn't have cared less. But I'd written some seminar material about how to avoid union organizing and therefore knew a little something about the mechanics.

The first thing you have to do when you're organizing a union is shut up about it. We had surreptitious planning sessions after work. Stephanie and Terri and I all took pictures of each other sitting in Kirloff's office with our feet on his desk, leaning back in his chair, and wearing a baseball hat that said, "Union, Yes!"

I called the local Teamsters Organizing Committee. They said they'd back us up—sure, go for it, they said—and the next day, on behalf of all the cute secretaries, I wrote a memo to the partners informing them that it was our intention to form a duly recognized labor union affiliated with the International Brotherhood of Teamsters.

That got their attention. The partners had a healthy respect for the Teamsters. Gary Barish used to work over there. He'd recently been made managing partner, although it was Rick Shafer who started the company and still really ran the place. Shafer looked like Lenin—Vladamir Ilyich, without the goatee. Barish looked like the guy from the Men's Warehouse. He turned the task of dealing with me and our union organizing efforts over to Walter Reynolds. Wally, he was called. Wally looked like the gray-haired guy on The Nightly Business Report.

With their fear of the Teamsters backing me up, I told the partners all they had to do was increase our pay to compensate for the increased hours. It seemed simple enough to me, not to mention fair and just and reasonable. Barish and Reynolds objected to the "tone" of my memo. That was it. We didn't get our raise.

It took them another couple of months, but the partners finally got the secretaries to give up on the idea of joining a union. Then they sent me a "warning" memo which included a bunch of cockamamie reasons they were going to use as pretexts to fire my ass for so-called "good cause." One of the things the memo mentioned was that I had said, "Gary Barish eats shit," to someone in the elevator. I drafted an answer which pointed out that it wasn't in the elevator, it was in the coffee room, and that, furthermore, it was a fact, Gary Barish did eat shit—not only due to the USDA finding that there's a certain amount of fecal matter in most commercially prepared foods, but in the more traditional meaning of the phrase, as well. My letter started out: "If you're reading this, I've been fired."

I carried it around with me wherever I went so I could whip it out on them when they finally got around to actually giving me the ax. In the meantime, just for practice, I whipped it out on Barbara Kalinowski. She was Wally Reynolds's secretary. Her cubicle was just outside his office. She had overheard some of our more heated conversations and liked the way I stood my ground.

I liked the way Barbara Kalinowski looked, period: green eyes, red hair, big juicy mouth all lipsticked up. She wasn't quite twenty-five but had been on her own since she was fifteen. Her husband produced pornographic movies. She was allowed to have sex with women, but not other men. Her husband was allowed to have sex with other women and didn't want to have sex with men. It didn't seem fair.

We went out for drinks after work one night on the verge of them getting around to finally firing me. She had four or five gin and tonics. I sipped a Glenfiddich on the rocks. She read my letter out loud to me and kept getting all breathless with laughter and cracking up in the middles of sentences.

After we'd taken a cab to my apartment, I went across the street to get her a six-pack of Michelob. When I got back, she was on my bed with no clothes on. She had a single body piercing—a small, tasteful, 24 carat gold clit ring. She had multiple orgasms. I forget how many. Sixteen? Seventeen? Some astronomical number. She must have had some sort of gynecological condition. It wasn't anything I was doing, exactly, she just kept having orgasms, one after another—you barely had to breathe in her direction and, whoops, there she was, having another orgasm. She said it wasn't quite a record, but record or no record, it was all the orgasms I ever wanted any chick I ever had anything to do with to have.

The next day, I was summoned to Gary Barish's office and was told I was being "let go." Fired. Terminated. Given the old heave ho. Shafer was on vacation. Barish and Reynolds did the actual axing of my ass. I whipped out the letter I'd already whipped out on Barbara Kalinowski on them. It had a few gin and tonic stains on the first page. Barish and Reynolds weren't particularly impressed with my Pleistocene understanding of labor law. Oh, well. I signed up for unemployment and wrote a letter to Rick Shafer. He said I should get on with my life. Guys like Shafer always say that. What it means is that they would like you to go away and leave them alone so that they can get on with their own lives.

A few months later, after I turned all our correspondence over to the National Labor Relations Board and filled out a formal complaint, Shafer and Kirloff met me at the Cadillac Bar and Grill and I agreed to take around ten thousand dollars in exchange for dropping the thing. It was kind of anti-climactic. I could have gotten a lot more, but I'd mainly just wanted to prove my point. Then I moved up to my mother's house in Ashland and played golf every day for the last two and a half years.

Barbara Kalinowski came up for a visit last summer. She was in the middle of getting a divorce. We played golf. I introduced her to some of the guys I usually play golf with. She had on a yellow tank top. When we got to Felix, he said, "Ay, Chihuahua." He didn't mean to say it. He couldn't help himself. She's a pretty good golfer, too. I can't think of anything Barbara Kalinowski's not good at.

Later on she and I took a blanket and a flashlight and a bottle of Scotch up to the cemetery where my father's buried. It's called Scenic Hills. It was still around eighty-five, even at night. During the day it had been up to a hundred and six—not quite a record, but close. We passed the Scotch back and forth and shined the flashlight on my dad's tombstone:

"Many Dreams Came True"

That's what the tombstone says. My mother picked it out. It was the truest thing she found among the samples she'd been shown. Under the words, there's a picture of a guy fly fishing beside a lake with snow-capped mountains in the background and fluffy clouds chiseled into the smooth gray granite.

Barbara Kalinowski turned off the flashlight and stretched out on the blanket. There was a sliver of moon and about a billion bright shining stars shimmering in the huge black cemetery sky. She watched the stars for a while. Then she rolled me over onto my back and I watched the stars for a while. There were times when neither of us watched the stars. Then we watched the stars together. It wasn't all that comfortable, even with the blanket. Plus, I kept getting the eerie feeling that my father was going to rise up from the grave to find out what the hell was causing all the commotion. He never did like a lot of commotion. But he didn't rise up from the grave. Not ever.

Barbara Kalinowski has a new boyfriend now. The last I heard, they were getting married. As for me, my meager settlement money's just about gone. I probably ought to be thinking about getting another job, but I've decided to conserve what little money I have left and take a stab at writing this book I've been threatening to write for longer than I can remember. I'm not exactly starting from scratch. I've started what amounts to the same book on and off for the last thirty years or so and have, in the process, accumulated a little stack of stuff I thought might come in handy someday—the oldest surviving scrap goes back to the spring of 1960. I also have a bunch of old letters and things—part of a diary, a few pictures, a Valentine's card from Wendy when she was around ten—but, basically, the book's about four people, Elliot Felton, Virginia Good, Melanie and me, and what we all tried to do with each other back in the summer of 1972.

I suppose I need to start with Ginny. She was the first hippie, in case anyone's ever wondered. That tidbit of information probably never made its way into any history books, but it's true. I have proof, documentary evidence. She was also the older sister of Sandra Good, the same Sandra Good who used to be one of the chicks in the so-called Manson Family. Sandy's still one of the chicks in the so-called Manson Family. I saw her on TV a while ago, talking about how she and Squeaky had set up a website to show what a bum rap poor Charlie got. When I get my sister to stick this all up on the Internet for me, I'll have her link it to the Charlie Manson site.

I'm pretty sure I still have a letter Ginny sent me about her sister and the so-called Manson Family back before anyone had ever heard of them. I've got all kinds of letters and things, stuff I haven't looked at in years. I think I'll go ahead and start with a biography of sorts—just write down whatever I vaguely recollect Ginny telling me about what happened to her before I met her. I always used to tell her I was going to write a book about her someday. That was probably partly why she even liked me in the first place. Oh, well. Better late than never.



Mittwoch, 16. Mai 2012

KAMPFSPORT: KUMDO


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Kumdo (auch Gumdo oder Geomdo; 검도 ) ist ein koreanischer Schwertkampfsport. Historisch stammt er vom Kendo ab, obwohl einige koreanische Patrioten ihn gerne als heimische Traditionssportart deklarieren würden.

Korea war längere Zeit von Japan besetzt. Gegen Ende des 19. Jhd.s wurde ein Vorläufer des Kendo (Gekiken) in Korea eingeführt. In den frühen 20er Jahren des 20. Jhd.s bekam er dann den Namen Kumdo. Mit dem Ende der japanischen Besatzung 1945 entwickelte man zunehmend eigene Ideen.

Die Trefferflächen auf der Rüstung (Hogu; jap. Bogu) sind ähnlich wie beim Kendo (Stirn/homyun, Bauchflanken/gab, Handgelenke/howan), allerdings sieht man im sportlichen Wettkampf den Stich zum Hals als problematisch an.

Die Begriffe für die Techniken sind andere als im Kendo und meistens tragen die Kumdo-Kämpfer weisse Anzüge statt indigoblauen (Dobok, Keikogi). Die Ausrüstung ist auch etwas vereinfacht und modernisiert. Die Trefferflächen sind ähnlich wie beim Kendo (Stirn, Bauchflanken, Handgelenke), allerdings sieht man im sportlichen Wettkampf den Stich zum Hals als problematisch an.

Es gibt wenig eigene Formen (Katas), deshalb werden auch die Kendokatas geübt.
Kumdo-Kämpfer treten oft auch bei Kendo-Wettbewerben an.