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Donnerstag, 31. Dezember 2015
PHÄNOMENONOLOGIE
Die Phänomenologie ist nach allgemeiner Definition einfach die Lehre von den Erscheinungen (Phänomenen).
In der Philosophie bedeutet die Phänomenologie speziell den Ansatz für eine Theorie der Erscheinungen, die die Trennung von Wahrheit und Schein ermöglicht und dadurch das (alles) empirische Wissen fundiert. Sie wird damit eine den empirischen Wissenschaften vorausgehende Kategorienlehre.
Im speziellen Sinne meint Phänomenologie die von Edmund Husserl (nach Vorarbeiten) begründete Philosophie, die auf der Ausarbeitung des Konzepts der phänomenologischen Methode beruht.
Nach der phänomenologischen Methode gerät man erst durch eine Folge immer radikalerer Reduktionsschritte zu gültigen Aussagen.
In der Philosophie bedeutet die Phänomenologie speziell den Ansatz für eine Theorie der Erscheinungen, die die Trennung von Wahrheit und Schein ermöglicht und dadurch das (alles) empirische Wissen fundiert. Sie wird damit eine den empirischen Wissenschaften vorausgehende Kategorienlehre.
Im speziellen Sinne meint Phänomenologie die von Edmund Husserl (nach Vorarbeiten) begründete Philosophie, die auf der Ausarbeitung des Konzepts der phänomenologischen Methode beruht.
Nach der phänomenologischen Methode gerät man erst durch eine Folge immer radikalerer Reduktionsschritte zu gültigen Aussagen.
- Zu den Phänomenen selbst gelangt man durch die phänomenologische Reduktion (ἐποχή/epoché - Zurückhaltung). Das bedeutet die Enthaltung gegenüber einer "naiven Gegenstandsetzung der Welt".
Das Bewusstsein erweist sich jetzt als "Bewusstsein von..."
Der Stoff dieses Vorganges der Noese ist das Noema (;das Gedachte, der Denkinhalt). Das ist der am Bewusstsein aufweisbare und ihn ihm (durch Noese) erscheinende Gegenstand, mithin das "Reich der Phänomene".
[Das Reich der Phänomene enthält die vom Weltbezug befreiten Erlebnisse.]
- In der eidetischen Reduktion werden die bildhaften Vorstellungen (→ Eidos) ausgeklammert.
- In der transzendentalen Reduktion wird als dritter Schritt das Übersinnliche ausgeklammert. Welt und Sinn des Bewusstseins als konstituierender Funktion werden untersucht.
FOUCAULT, MICHEL
* 15.10.1926, in Poitiers
+ 25.06.1984, in Paris
Michel Foucault (Paul-Michel Foucault) war ein französischer Philosoph, der sich auch mit psychologischen, historischen, politischen und biologischen Themen auseinandersetzte.
Von 1970 - 1984 war er Inhaber des Lehrstuhls für die "Geschichte der Denksysteme" am Collège de France in Paris.
Wirkmächtig wurden seine Theorien auch dadurch, dass er die damals populären Ideen von Karl Marx mit denen von Friedrich Nietzsche verband und somit zu einer kritischen Analyse von Machtstrukturen fand.
JUGEND
Foucault wuchs in den 1920er- und 1930er-Jahren in der Gegend von Poitiers auf und stammt aus einer Familie mit hohen Bildungsansprüchen. Sein späterer Wunsch, Philosophie und Psychologie zu studieren und nicht Medizin traf bei seinem Vater auf wenig Gegenliebe.
1940 bekam er den Krieg mit dem Deutschen Reich mit und die darauf folgende Etablierung des Vichy-Régimes im sog. État Francais. In der Schule wurden Juden und andere jetzt unerwünschte Gruppen schikaniert und Loblieber auf den neuen Staatschef, Marschall Pétain, gesungen ("Marechal, nous voila").
Michel Foucault (Paul-Michel Foucault) war ein französischer Philosoph, der sich auch mit psychologischen, historischen, politischen und biologischen Themen auseinandersetzte.
Von 1970 - 1984 war er Inhaber des Lehrstuhls für die "Geschichte der Denksysteme" am Collège de France in Paris.
Wirkmächtig wurden seine Theorien auch dadurch, dass er die damals populären Ideen von Karl Marx mit denen von Friedrich Nietzsche verband und somit zu einer kritischen Analyse von Machtstrukturen fand.
JUGEND
Foucault wuchs in den 1920er- und 1930er-Jahren in der Gegend von Poitiers auf und stammt aus einer Familie mit hohen Bildungsansprüchen. Sein späterer Wunsch, Philosophie und Psychologie zu studieren und nicht Medizin traf bei seinem Vater auf wenig Gegenliebe.
1940 bekam er den Krieg mit dem Deutschen Reich mit und die darauf folgende Etablierung des Vichy-Régimes im sog. État Francais. In der Schule wurden Juden und andere jetzt unerwünschte Gruppen schikaniert und Loblieber auf den neuen Staatschef, Marschall Pétain, gesungen ("Marechal, nous voila").
1945 bekam Foucault mit, wie plötzlich viele, die eben noch Pétainisten waren, zu Gaullisten oder Kommunisten wurden und behaupteten, im Widerstand gewesen zu sein.
Foucault unterschied sich auch dadurch von der Norm, dass er homosexuell war. Dies bereitete ihm lange Probleme bis hin zu Selbstmordversuchen.
UNIVERSITÄTSLAUFBAHN
Foucault unterschied sich auch dadurch von der Norm, dass er homosexuell war. Dies bereitete ihm lange Probleme bis hin zu Selbstmordversuchen.
UNIVERSITÄTSLAUFBAHN
Werke
Foucault entschied sich nach der Schule für eine philosophische-psychologische Universitätslaufbahn und publizierte 1961 seine erste größere Studie mit dem Titel "Folie et déraison. Histoire de la folie à l'âge classique" (dt. "Wahnsinn und Gesellschaft"). Dieses ca. 500-seitige Werk, das auch seine Doktorarbeit war, befasst sich mit der Thematisierung und Problematisierung des Wahnsinns in den modernen, abendländischen Vernunftgesellschaften.
Im Jahr 1966 erlangte er internationale Aufmerksamkeit mit seinem Werk "Les Mots et les choses" (dt. "Die Ordnung der Dinge") und ging ab September '66 an die Universität Tunis.
Es folgten 1969 die "Archäologie des Wissens", 1975 "Surveiller et punir" (dt. "Überwachen und Strafen") sowie 1976 der erste Band der "Histoire de la sexualité" (dt. "Sexualität und Wahrheit").
Dieser erste Band namens "La volonté de savoir" (dt. "Der Wille zum Wissen") führt auch den später berühmten Begriff der "Biomacht" ein (vgl. Giorgio Agamben).
Denksysteme
Foucault widmete sich in seinen Werken nicht nur philosophischen, sondern auch historischen, psychologischen und später politischen Fragen. In seiner Lehrzeit war es unter französischen Intellektuellen üblich ("in"), kritisch bis radikal-kritisch aufzutreten. Foucault schloss sich dem auf seine Weise an, war aber nur kurz Mitglied der Kommunistischen Partei Frankreichs.
Er präsentierte in seiner Kritik aber nicht nur zeitgeistigen Einheitsbrei, sondern kombinierte z. B. auf spannende Art Marx mit Nietzsche, was ihm in seinen Analysen der Macht half.
Er betrachtete gewisse Rationalitäten und Grunderfahrungen der "westlichen Gegenwartsgesellschaften" kritisch. Begriffe wie Wissen und Wahrheit hinterfragte er genauer. Foucault verwendete mit der Zeit das Wort "Wahrheitsspiele".
In den 1960er-Jahren erforschte er gesellschaftliche Diskurse mit der Methode der Wissensarchäologie, später auch Diskursanalyse genannt.
In den 1970er-Jahren wendete er sich zunehmend der Untersuchung der Wirkungsweisen der Macht zu.
1976 entwickelte er am Ende von "La volonté de savoir" (1. Bd. der "Histoire de la séxualité") den Begriff der "Biomacht", den er aber nicht mehr ganz genau ausführen konnte.
Nach Foucault lebte der Begriff der Biomacht weiter (z. B. Agamben) und wurde mit ihm verbunden.
Kurz gesagt trennte Foucault den Begriff in "anatomische Politik" (Individuum) und "Bio-Politik" (Bevölkerungsregulierung) und führte ihn in den Zuständen und Prozessen Geburtenrate, Alterskurve, Gesundheitszustand etc. aus.
In seinen späten Arbeiten entwickelte und verwendete Foucault zahlreiche Verfahren zur Machtanalyse.
Viele stammten von ihm. Diese "Werkzeuge" ("Werkzeugkisten") waren z. B. die an Nietzsche angelehnte gegenwartskritische Genealogie, der Begriff des Dispositivs und das Konzept der modernen Gouvernementalität.
Foucault wurde häufig dem Poststrukturalismus zugeordnet, obwohl er sich und sein Werk nicht gerne einordnen ließ.
Politischer Aktivismus
Foucault wollte jedoch nicht nur über politisch-philosophische Fragen theoretisieren, sondern sich auch direkt in den politischen Diskurs und die Praxis einmischen. In den frühen 1970er-Jahren setzte er sich mit Jean-Paul Sartre und anderen Intellektuellen für eine Liberalisierung des Gefängniswesens ein.
(In diesem Jahrzehnt gelang auch dem französischen "Superkriminellen" Jacques Mesrine, der durch die chaotische Nachkriegszeit und den Algerienkrieg brutalisiert worden war, die spektakuläre Flucht aus einem Hochsicherheitsgefängnis, bis er am Ende des Jahrzehnts in eine ihm gestellte Falle im Straßenverkehr geriet und von Kugeln durchsiebt wurde.)
1977 unterzeichnete Foucault gemeinsam mit weiteren französischen Intellektuellen – darunter Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir, Louis Althusser, Roland Barthes und Jacques Derrida - eine Parlamentspetition, die eine Legalisierung pädosexueller Kontakte bei einem niedrigen Schutzalter forderte.
Später wurde diskutiert, ob Foucault in seinem Leben selber heimlich - z. B. in Nordafrika - pädophilen Neigungen nachgegangen sein könnte. Dies gilt aber als nicht bewiesen. In den 1970ern-Jahren hatten neben vielen französischen Linksintellektuellen und Alternativenbewegungen auch die entstehenden deutschen Grünen ein aus heutiger Sicht erstaunlich laxes Verhältnis zur Pädophilie.
1978 besuchte er auf Einladung von "Corriere de la Serra" den Iran und spürte die bevorstehende Revolution, mit der er anfangs auch sympathisierte. Aus heutiger Sicht erscheint das kurzsichtig.
In den frühen 1980er-Jahren engagierte Foucault sich mit Pierre Bourdieu für die polnische Gewerkschaft "Solidarnosc".
Sexualität und Tod
Foucault litt wie erwähnt unter der in seiner Zeit noch weit verbreiteten Tabuisierung von Homosexualität und unternahm Selbstmordversuche.
Durch die von den Küstengebieten der USA ausgehende sexuelle Befreiung seit den späten 70ern fühlte er sich angesprochen. Anfang der 1980er-Jahre lehrte er sogar an der Universität von Kalifornien in Berkeley, die damals als besonders rebellisch galt. Nach den Vorlesungen genoss er die größeren sexuellen Freiheiten aktiv in San Francisco.
Leider dauerte für Foucault die Phase der sexuellen Freiheit nicht lange an. Anfang der 80er-Jahre begann sich die auf dem HI-Virus basierende Immunschwächekrankheit AIDS (anfangs: GRID) explosionsartig auszubreiten. Foucault erkannte die Gefahr nicht oder tat sie sogar als amerikanische Hysterie ab.
Dies wurde sein Todesurteil. Er infizierte sich mit dem HI-Virus, bekam AIDS, kehrte Ende 1983 nach Frankreich zurück, hielt im März 1984 seine letzte Vorlesung am Collège de France und wurde dort in das berühmte Pariser Krankenhaus "Hôpital de la Salpêtrière" eingeliefert, über das er vorher geschrieben hatte.
Im Juni 1984 starb Foucault.
Kurz vor seinem Tod sind noch der zweite und der dritte Band von "Sexualität und Wahrheit" erschienen. Der vierte und letzte Band von "Les aveux de la chair" (dt. "Die Geständnisse des Fleisches") wurde sogar erst 2018 herausgegeben.
QUELLEN/LITERATUR:
Wiki
-
Rowohlt-Monographie über Foucault
(NEU)LATEIN IM INTERNET(-ZEITALTER)
| Antiker Computer (Mechanismus) von Antikytheria, wahrscheinlich zu astronomischen Berechnungen eingesetzt |
Es wurde schon viel gestritten über die Bedeutung von Latein. In der Antike war es eine gesprochene Sprache, wobei das klassische Latein nur in einer bestimmten Phase gesprochen wurde und auch dann eher von einer gehobenen Schicht. Das Volk sprach tendenziell verschiedene Arten von Vulgär- und Provinzlatein. Das klassische Latein konnte aber wegen seiner Ausstrahlung noch lange nach seinem Tod verstanden werden.
Als Sprache der Gebildeten hielt sich Latein bis in die frühe Neuzeit. Entsprechend entwickelte sich also aus dem antiken Latein ein Mittellatein und dann ein Neulatein, das aber schon lange keine gesprochene Sprache mehr war, wenigstens keine Volkssprache.
Mit fortschreitender Neuzeit wurde die Bedeutung des Lateins immer wieder kritisch hinterfragt und spätestens mit Beginn des 20. Jhd.s ganz in Frage gestellt.
Hier liegt auch das Problem der Sprache: Wenn man Latein als "Antikenveranstaltung" betracht, wie es viele Anhänger der Sprache tun, verblasst die Bedeutung immer mehr - einmal durch die wachsende zeitliche Distanz und dann durch die zunehmende Ökonomisierung der Gesellschaft.
Eine Lösung wäre, wenn man überhaupt Latein als "aktive" Sprache bewahren wollte, diese als vereinfachte Verkehrssprache einzusetzen, also ein vereinfachtes Neulatein inklusive Internetvokabeln zu schaffen.
Die andere Alternative wäre, es einfach sterben zu lassen.
Ein Hauptproblem neben den genannten - Fortschreiten der Geschichte und Ökonomisierung der Gesellschaft - ist auch die Abgehobenheit vieler seiner Fachvertreter. Latein galt lange Zeit als Sprache der Gebildeten, mithin der Eliten, quasi als "Krone des Abendlandes". Und genau das ist sie nicht mehr!
In der heutigen Zeit kann man die meisten Ziele im Leben ganz ohne Latein erreichen. Und diejenigen, die Latein in der Schule noch wählen, machen es auch nicht mehr aus Liebe zum Fach, sondern weil sie es für ihr Studium nachweisen müssen oder aber, weil man ihnen eingeredet hat, dass sie das müssten.
In Wirklichkeit kann man in den meisten europäischen Ländern Arzt und Anwalt werden, ohne Latein nachweisen zu müssen, vielleicht bis auf einige kleine Ausnahmen.
Bei den modernen naturwissenschaftlich-technischen Fächern ist die Lage noch viel extremer. Viele Menschen dort haben noch nie einen lateinischen Satz gehört oder gelesen.
In den USA ist der Niedergang des Lateinischen noch viel extremer, in den Ländern Asiens findet Latein oft nicht einmal statt.
Wäre Latein notwendig, um ein erfolgreicher Mensch zu sein, wäre der Aufstieg vieler asiatischer Länder nicht erklärbar.
In diesem Zusammenhang sind auch die vielen "Lateinermythen" zu kritisieren, die immer wieder benutzt werden, um Schüler bzw. deren Eltern für den Lateinunterricht zu gewinnen. Da wird behauptet, Latein fördere das logische Denken und deshalb seien Lateiner auch in Mathematik besser oder wer Latein könne, könne automatisch auch die romanischen Sprachen in Windeseile lernen. Empirische Tests haben diese Aussagen widerlegt.
De facto dienen auch diese pseudo-idealistischen Argumentationen materialistischen Zwecken: Die humanistischen Bürokraten fürchten um ihre Planstellen!
Wenn man denn Latein in der Moderne "nutzbar" machen wollte, müsste man also auf ein Vokabular und eine Grammatik zurückgreifen können. Dazu liegen Arbeiten des Vatikans vor, auf die auch säkular gesinnte Lateinfreunde zurückgreifen. Man sollte das Vokabular aber stärker auf das Weltliche und stärker auf die Computerwelt hin orientieren. Trotzdem sind gewisse Ansätze in diese Richtung gemacht.
z. B.
bomba atomica - Atombombe
computator/computatrum - Computer, Rechner
ex rete prehendere - herunterladen, "downloaden"
pagina domestica - Homepage, Heimseite
partes programmationis - Software
plagiarius electronicus - Hacker
(auch: effractarius e.)
Tela Totius Terrae - World Wide Web
Wichtig ist auch, dass man eine (im Vergleich zum klassischen Latein) deutlich vereinfachte Grammatik verwendet. Konjunktionalsätze mit ..., daß ... sollten ähnlich wie im Mittellatein auch mit ..., ut... wiedergegeben dürfen und nicht nur mit dem AcI. Wer natürlich einen AcI verwenden will, der darf das gerne tun.
Problematisch ist auch die Schreibweise das Lateinischen. Üblicherweise verwendet man heute die Kleinschreibung und bei Eigennamen die Großschreibung des ersten Buchstabens. Umstritten ist auch die Handhabung ("Handling") von Halbvokalen wie [v] und [j]. Während "videre" (sehen) nämlich mit v- geschrieben wird, wird "eius" mit -i- geschrieben, obwohl es [j] gesprochen wird. In lateinischen Urtexten steht/stünde VIDERE ([u] und [v] beide V geschrieben) und EIVS.
QUELLEN/LITERATUR
Davidova, Tatiana: Vorsicht Latein(!). Latein, wie es wirklich gesprochen wurde
Fink, Gerhard: Laetare Latine. Spaß mit Latein
Traupman, John C.: Conversational Latin for Oral Proviciency
-
Sabine Etzold: Das Latein der Zukunft (ZEIT ONLINE)
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| Forum Romanum (Computer Aided Design/CAD) |
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