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Montag, 1. Januar 2018

SENECA, EPISTULA 8, 1-2

SENECA PHILOSOPHUS hat "seinem" LUCILLIUS den kostenlosen Ratschlag erteilt, die große (fast immer blöde) Masse zu meiden (consentio!) und für sich zu bleiben. Allerdings scheint er sich eines Selbstwiderspruchs bewußt zu sein, da er auch gelehrt hat, bis zum bitteren Ende tätig zu sein (Einwandvorwegnahme). SENECA versucht den scheinbaren Widerspruch, wie folgt, zu beseitigen: Er habe sich vor der schnöden Welt zurückgezogen, um desto mehr philosophisch Interessierten (also nicht gerade der Majorität) sich nützlich (utilis) zu erweisen. Also von wegen Müßiggang. Sogar nachts widmet er seine Zeit den gelehrten Studien.
Er habe sich also von allen Angelegenheiten zurückgezogen, um für die Nachwelt zu arbeiten (wo es ja noch viele geben wird, die sich für Philosophie interessieren; also wenn man die jeweils wenigen zusammenrechnet). Sein Blick ist ergo nicht wie der der Alltagsmenschen auf das Jetzt gerichtet, sondern auf die Zukunft (was auch immer diese bringen wird). So will er heilsame Ratschläge und Rezepte fürs Leben niederschreiben, die Frucht der eigenen Erfahrung sind und mit denen er seine eigenen Fehler ("Wunden") einzudämmen sucht
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