Fachbereiche: Geschichte, Sowi, Philosophie; Sprachen; Wirtschaft, Recht; Nawi, Biologie, Technik und Blödsinn.
Dieser Universal-Blog ist aus einer Seite für Geschichte, Politik (und Realienkunde) hervorgegangen, die sich dann in Richtung Humanwissenschaften weiterentwickelt hat.
Sprachen: Englisch, Französisch, Spanisch; Latein, Altgriechisch; Russisch, Japanisch, Chinesisch; Mittelägyptisch etc.
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Sonntag, 30. September 2012

PLAUTUS, TITUS MACCIUS

* 254/0 v. Chr. Sarsina
+ 184 v. Chr. Rom

Plautus war ein römischer Dramatiker und als solcher neben Terenz der berühmteste. Komödiendichter. Er war bereits zu Lebzeiten populär.



Plautus wurde 250 v. Chr. in Sarsina (bei Cesena) in Umbrien geboren. Als Jugendlicher soll er nach Rom gegangen sein, um seinen Lebensunterhalt am Theater zu verdienen. Er etablierte sich als Komödiendichter in der Zeit um den Zweiten Punischen Krieg. Wir besitzen von Plautus 20 Komödien von ursprünglich ca. 100.
Plautus hatte diverse griechische Vorbilder: Menander, Philemon, Diphilus etc (vgl. "neue Komödie"). Die Dramen spielen auch in Griechenland, erfuhren inhaltlich gedoch einige Abänderungen. Plautus setzte auf Gesangs- und Tanzeinlagen. Plautus schrieb umgangssprachliches Latein und thematisierte in seinen Stücken Verwechslungs- und Intrigengeschichten. Die Figuren des Plautus sind der Schmarotzer (Parasit), Kuppler, Krieger, Sklave oder die verliebte Alte.
Plautus berühmteste Komödien sind: Mostellaria, Amphitruo, Rudens, Menaechmi, Aulularia, Miles gloriosus, Casina, Captivi, Trinummus.

Plautus ist nicht nur durch die Verwendung von umgangssprachlichem Latein sprachgeschichtlich interessant, sondern auch, weil er die punische Sprache seiner Zeit an einer Stelle im Poenulus (Der kleine Punier) verballhornt wiedergegeben hat. Das ist eine der wenigen Semi-Belege für diese neophönizische und damit nordwestsemitische Sprache.



WERKE:

Hier werden alle ganz oder fragmentarisch erhaltenen Werke aufgezählt.

- Amphitruo
- Asinaria
- Aulularia
- Bacchides
- Captivi
- Casina
- Cistellaria
- Curculio
- Epidicus
- Menaechmi
- Mercator
- Miles Gloriosus
- Mostellaria
- Persa
- Poenulus
- Pseudolus
- Rudens
- Stichus
- Trinummus
- Truculentus
- Vidularia


QUELLEN UND LITERATUR:

Wikipedia
Microsoft Encarta
-
Friedrich Wilhelm Ritschl: Plautus (4 Bde.); Leipzig 1871-1894

PROKOPIOS VON CAESAREA ("PROKOP")

* ca. 500 n. Chr.
+ 565 n. Chr.

Prokopios von Kaisareia war ein byzantinischer Geschichtsschreiber, dessen Schriften wertvolle Quellen zur Herrschaftszeit Kaiser Justinians I. sind.

Prokopios war zunächst als Rechtsgelehrter in Konstantinopel tätig. 527 wurde er der Sekretär des byzantinischen Feldherrn Belisar, den er auf den Feldzügen gegen die Perser (527-531), gegen die Wandalen in Afrika (533/34) und gegen die Ostgoten in Italien (536-540) begleitete. 542 war Prokopios wahrscheinlich wieder in Konstantinopel, denn er schrieb detailliert über die Pest, die die Stadt in jenem Jahr heimsuchte. 562/63 hatte er wohl das Amt des Präfekten von Konstantinopel inne.

Prokopios schrieb in griechischer Sprache. Sein Hauptwerk sind die Historiai, lateinisch Bella in acht Bänden. Die ersten beiden Bände umfassen die Perserkriege Justins I. und Justinians I. (bis circa 550), die nächsten beiden beschreiben die Kriege in Afrika (532-546), die folgenden drei den Krieg gegen die Ostgoten (536-552), und der letzte Band beinhaltet die Ereignisse bis 554. Daneben verfasste Prokopios die Anekdota, lateinisch Historia arcana (Geheimgeschichte), einen überaus kritischen und lästerlichen Kommentar über Justinian I., dessen Ehefrau Theodora und den byzantinischen Hof, der wahrscheinlich erst nach Prokopios’ Tod veröffentlicht wurde; sowie, im Auftrag Justinians, Peri ktismaton, lateinisch Aedificia (6 Bde., verfasst ca. 553 bis 555), ein schmeichelhaftes Werk über die ausgedehnte Bautätigkeit Justinians in und um die byzantinische Hauptstadt Konstantinopel.


QUELLEN UND LITERATUR:

Wikipedia
Thomas Paulsen: Geschichte der griechischen Literatur; Stuttgart 2005
-
Otto Veh: Prokopios von Caesarea; München 1961-1977


Samstag, 15. September 2012

KELTISCHE OPPIDA


DEUTSCHLAND UND UMGEBUNG


Michelsberg (Alkimoennis) (BY)


Pfostenschlitzmauer

Dornburg (HE)

Datei:Wilsenroth Luft.JPG
Oppidum rechts oben


Dünsberg (HE)




Erkenbrechtsweiler (Heidengraben) (BW)




Fentbach-Schanze (BY)




Finsterlohr (Burgstall) (BW)














Glauberg (HE)

Keltischer Grabhügel auf dem Glauberg


Heidetränk (HE)




Manching (BY)




Martberg (RLP)




Menosgada (BY)




Milseburg (HE)




Otzenhausen ("Hunnenring") (Saarland)

Ringwall von Otzenhausen


Riesenburg (HE)



Steinsburg (Gleichberg) (TH)




Oppidum Ubiorum (keltisch-germanisch) (Köln) (NRW)




MUSASHI, MIYAMOTO

* 1584
+ 13.06.1645

Miyamoto Musashi war ein japanischer Samurai, der durch seine Schwertkampftechnik sowie seine philosophischen und künstlerischen Arbeiten berühmt wurde.





Holzschnitte von Kuniyoshi, 19. Jhd.


Musashi wurde 1584 im Dorf Miyamoto in der Provinz Mimasaka geboren. Sein Vater war der Samurai Hirata Munisai, der nach der Heirat mit seiner Frau Omasa Shinmen Munisai hiess. Die Familie seiner Frau leitete sich vom Klan Fujiwara ab.

Mit 16 verliess er seine Heimat, um durch Japan zu ziehen und Duelle zu suchen. Sein erstes tödliches Duell hatte er aber schon mit 13.
Einige Forscher sprechen von "Kriegerwallfahrt". Erst jetzt nannte er sich selbst Miyamoto Musashi.
Durch die kriegerische Zeit, in der er aufwuchs, nahm er auch an grossen Kriegen und entscheidenden Schlachten teil. Dazu gehört die Schlacht von Sekigahara.

Musashi entwickelte dabei seinen eigenen Schwertkampfstil und wurde damit berühmt. Er verwendete manchmal statt einem zwei Schwerter oder setzte Waffen aus Holz ein.
Seine Schule nannte man Niten-Ichiryú, also "zwei Himmel ein (Stil)".
Musashi legte sich bei seinem Abenteuerzug durch Japan sowohl mit Vertretern führender Schwertschulen als auch mit Vertretern anderer Waffenarten an. Einige Herausforderer wurden gezielt von Fürsten geschickt, um ihn zu töten. Musashi entschied aber fast alle - meist tödlich endenden - Kämpfe für sich. Er selbst überlebte jedesmal. Einmal soll er von Killern sogar in einem Badehaus eingeschlossen und gekocht worden sein, konnte aber ausbrechen und rächte sich.


Ausbruch aus einem heissen Badehaus


Musashi besiegte u. a. den Kettensichel-Experten Shishido Baiken, Speer-Experten, Stock-Experten Schwertmeister der Yoshioka-Schule und den Schwertkämpfer Sasaki Kojiro.
Nach eigenen Angaben hat er bis zum 28 Lebensjahr 60 Duelle bestritten.

Der Kojiro-Kampf (1612) war dadurch berühmt, dass Musashi zum Kampf ruderte und aus dem Ersatzruder des Bootes ein Schwert schnitzte. Kojiro selbst war bekannt für seine Langschwert-Techniken mit dem Nodachi und seinen "Schwalbenschwanz-Konter" (Tsubame-gaeshi = Schwalben-Konter).
Musashi erschien durch das Schnitzen seiner Waffe verspätet zum Kampf und wurde dann sofort vom wütenden Kojiro angegriffen. Dieser konnte ihn aber mit seinem Nodachi nur leicht streifen und erhielt dann einen Volltreffer auf den Kopf. Als der liegende Kojiro noch einmal versuchte, mit seinem Schwert Musashis Oberschenkel zu erwischen, wurde er durch einen weiteren Hieb auf den Brustkorb getötet.

Als Musashi aufgehört hatte, sich zu duellieren, gründete er Schulen und Tempel und betätigte sich als Handwerker, Künstler und Philosoph. Musashi war ein Meister der Kalligraphie, bemalte Wandschirme, stellte Metallarbeiten her und fertigte speziell Tsubas (Stichblätter). Am Ende seines Lebens zog er sich zurück, um das "Buch der fünf Ringe" (Gorin no Sho) zu schreiben. Dies brachte ihm bleibende Berühmtheit ein.


Selbstbildnis, Naturbild



Tsuba

Musashi erteilt darin Ratschläge für den Schwertkampf in Kombination mit allgemeinen Lebensweisheiten.
Das Buch ist in 5 "Unterbücher" unterteilt, dem "Buch der Erde" (Weg des Kriegers), "Buch des Wassers" (Grundlagen), "Buch des Feuers" (Gefecht), "Buch des Windes" (andere Schulen), "Buch der Leere" (Intuition und intellektuelles Regellernen).
Manchen Kritikern sind diese Ratschläge zu allgemein, aber Musashi hat es so erreicht, dass sein Werk post mortem Einfluss in berühmten Managementlehren, Lebenshilfesystemen und Strategiebüchern fand.
Musashi starb kurz nach der Abfassung des Buches 1645.

Sein Leben beeinflusst auch die moderne Medienwelt. Neben Ausgaben seines Werkes ist der an sein Leben angelehnte Roman "Musashi" von Eiji Yoshikawa bekannt, der später auch die Manga-Reihe "Vagabond" beeinflusste. Im Filmbereich entstand von 1954 - 56 die Trilogie "Samurai" mit Toshiro Mifune.


QUELLEN/LITERATUR/WERKE/KREATIVES:

Wikipedia
-
De Lange, William: The Real Musashi. Origins of a Legend; 2010
Habersetzer, Roland: Die Krieger des alten Japan. Berühmte Samurai, Ronin und Ninja; 2008 (quellenbasierte erzählerische Darstellung) 
-
Musashi, Miyamoto: Das Buch der Fünf Ringe (Gorin No Sho). Mit einer Biografie; Hgg. Ralf Löffler/Gitta Peyn 2007

-
Yoshikawa, Eiji: Musashi; 2000 (mehrfach aufgelegt)




Freitag, 14. September 2012

IMMANUEL KANT



* 22.04.1724 in Königsberg
+ 12.02.1804 in Königsberg

Kant war ein deutscher Philosoph der Aufklärung und gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der europäischen Philosophie.



der 1724 im preussischen Königsberg geboren wurde. Er stammte aus einem pietistischen Elternhaus und war Sohn eines Sattlers.

Von 1740 - 45 studierte er, vermutlich ohne Abschluss. 1746 - 55 war er Hauslehrer. 1755 war er Privatdozent. 1766 - 72 war er Unterbibliothekar an der königlichen Schlossbibliothek. Seit 1770 war er dann Professor für Logik und Metaphysik in Königsberg. Kants Leben verlief somit sehr ortsfest.

Bei Kants philosophischer Entwicklung unterscheidet man eine vorkritische und eine kritische Periode.


VORKRITISCHE ZEIT:

Zu beginn orientierten sich Kants Schriften zu Mathematik, Physik und Kosmologie stark an Newton. Er entwickelte eine Theorie der Entstehung astronomischer System und eine neue Definition des Wesens der Materie als "Kraft" (Energie).
Kant orientierte sich philosophisch zunächst am Rationalismus, v. a. von Leibniz und Wolff.
Sein Thema waren Vernunftsätze ohne Zuhilfenahme der Erfahrung bzw. die Frage, ob Metaphysik möglich ist.
Kants Neuorientierung begann um 1760 durch den Einfluss des britischen (englischen?) Empirismus, v. a. von Locke und Hume. Dieser liess nur die Erfahrung als Erkenntnisquelle gelten. Metaphysik war für ihn unmöglich.
Kant beschäftigte sich jetzt neben der Frage der Möglichekit der Metaphysik auch mit den Fragen nach den Grenzen der menschlichen Vernunft. Damit näherte er sich ab 1770 der kritischen Philosophie, mit der er die Aufklärung vollendete und gleichzeitig überwand.


KRITISCHE ZEIT:

In der "Kritik der reinen Vernunft" (1781/87; Erkenntnistheorie) behandelt Kant die Grundfrage nach der Möglichkeit einer Metaphysik als Wissenschaft. Genauer gesagt geht es um die transzendentale Analyse erkenntniskonstitutiver Handlungen (i. e. Kritik) des menschlichen Erkenntnisvermögens (i. e. reine Vernunft). Es geht dabei im Kern um die Frage, ob synthetische Urteile a priori möglich sind. An die "Kritik der reinen Vernunft" schliessen sich die "Prolegomena (1783)" an, die versuchen, den Inhalt der ersten Ausgabe der KrV vereinfacht darzustellen.
Nach Kant besteht Erkenntnis aus einer anschaulich-rezeptiven (a.-sinnlichen) und einer gedanklich-spontanen Komponente (Denken und Verstand).
Nach Kant sind Gedanken ohne Inhalt leer. Stattdessen verlangt er einen Bezug gegenständlicher Erkenntnis auf die Anschauung. Anschauung ist danach die durch sinnliche Wahrnehmung vermittelte Präsenz von Gegenständen. Die Anschauung ihrerseits ist ohne Begriffe leer ("blind"). Sie stellt noch keine Erfahrung oder naturgesetzlichen Zusammenhang her.
Jede Anschauung wird durch die "reinen Anschauungsformen" Raum und Zeit und die apriorischen Bedingungen jeder Erfahrung, die Kategorien bestimmt.
Das Problem der Verbindlichkeit der synthetischen Urteile a priori (Anwendungen der K. auf Erscheinungen) löst Kant durch die Vermittlungen in transzendentalen Schemata. Die "reine Anschauung" benötigt also Regeln oder Konstruktionsverfahren.
Durch diese einschränkende Theorie werden Begriffe wie Gott, Welt, Seel u. a. als "Dinge an sich" (unabhängige Gegenstände) nicht mehr verwendbar. Die Begriffe haben als Ideen nur einen regulativen und praktischen Charakter als Aufforderungen zur systematischen Einheit theoretischer Überlegungen.
Als Postulate der praktischen Vernunft sichern sie nach Kant die Existenz Gottes, der menschlichen Freiheit und der Unsterblichkeit der Seele.

In der "Kritik der Urteilskraft" (1790; ästhet. Urteil und Teleologie) untersucht Kant die Begriffe "Zweck" bzw. "Zweckmässigkeit" und deren Folgen für die theoretische Philosophie. Er befasst sich dabei auch mit Natur und Kunst.
Man kann demnach nach der Kritik der reinen Vernunft im Bereich theoretischer Erfahrungen nicht von "objektiven Zwecken" reden. Dieser Bereich ist durchgehend kausal determiniert (und nicht final).
Aber im Sinne der Kritik der reinen Vernunft ist der durch die teleologische Urteilskraft vermittelte finale Naturzusammenhang eine regulative Idee. Nach Kant wird so durch die Urteilskraft zur Vermittlung des mechanistischen Erfahrungsbereich mit dem "vernünftige Zwecke aus sich setzenden Bereich" des freien Willens des Menschen beigetragen.

In der "Kritik der praktischen Vernunft" (1788; Moralphilosophie) versucht Kant, ein oberstes Begründungsprinzip für Handlungen und Normen aufzustellen. Zur praktischen Philosophie Kants gehören auch Schriften wie "Grundlegung zur Metaphysik der Sitten", "Die Metaphysik der Sitten" und "Die Religion innerhalb der Grenzen der blossen Vernunft".
Kant analysiert in seiner Kritik die Unterscheidung von Seins- und Sollens-Sätzen. Wenn etwas ist, muss es nicht notwendigerweise sein sollen. Das Prinzip der Begründung von Handlungen oder Normen kann daher nicht empirisch sein. Das Bestehen von Normen ist kein Grund für ihre Befolgung.
Man muss weiterhin Zweck und Mittel unterscheiden. Das oberste moralische Begründungsprinzip soll das Prinzip der besten Zwecksetzung sein, nicht das Prinzip der besten Mittelwahl bei gegebenen Zwecken. Es kann daher nicht hypothetisch, sondern muss kategorisch sein, so dass die Handlungen oder Zwecke "an sich" (und nicht als Mittel) als begründet beurteilt werden können.
Daraus ergibt sich für Kant als oberstes Begründungsprinzip der Moral der kategorische Imperativ. Diesen nutzt er auch zur Aufstellung eines Systems von Rechts- und Tugendpflichten. Kant behandelt ausserdem die Vorstellung von der Existenz Gottes und die Religion als Hilfen bei der Befolgung des Prinzips und der Pflichten. Der Glaube an Gott als Garanten und an die Unsterblichkeit der Seele und die Freiheit motivieren zur Befolgung des kategorischen Imperativs.


WERKE:

Allgemeine Naturgeschichte und Theorie Theorie des Himmels (1755)
Physikalische Monadologie (1756)
De mundi sensibilis atque intelligibilis forma et principiis (1770)
Kritik der reinen Vernunft (1781/87)
'Prolegomena' zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können (1783)
Kritik der praktischen Vernunft (1788)
Kritik der Urteilskraft (1790)
Die Religion innerhalb der Grenzen der blossen Vernunft (1793)


QUELLEN UND LITERATUR:

Wikipedia
Meyers Großes Taschenlexikon
-
Baumgartner, H. M.: Kants "Kritik der reinen Vernunft", Freiburg 1985
Daniel, Claus: Kant verstehen; Frankfurt/M. 1983
Funke, Gerhard: Von der Aktualität Kants; Bonn 1979
Geier, Manfred: Kants Welt. Eine Biographie; Reinbek/Hamburg 2003
Gerlach, Stefan: Immanuel Kant; Tübingen 2011
Grondin, Jean: Kant zur Einführung; Hamburg 2004
Heidegger, Martin: Kant und das Problem der Metaphysik; Frankfurt/M. 1973
Höffe, Otfried: Immanuel Kant; München 2007
Horster, Detlef: Kant zur Einführung; Hamburg 1985
Jaspers, Karl: Kant. Leben, Werk, Wirkung; München 1985
Kühn, Manfred/Martin Pfeiffer: Kant. Eine Biographie; München 2007
Römpp, Georg: Kant leicht gemacht; Köln/Weimar 2007
Vorländer, Karl: Immanuel Kants Leben; Hamburg 1986
Schmid, Karl Christian Erhard: Kant-Lexikon; Darmstadt 1980 (Nachdruck)
Schultz, Uwe: Immanuel Kant; Reinbek/Hamburg 2003



Mittwoch, 12. September 2012

MITTELALTERMÄRKTE: ORTE

Wir haben seit ungefähr der Jahrtausendwende etliche Mittelaltermärkte besucht und beschrieben.
Der Schwerpunkt lag in Südwestdeutschland. Hier wollen wir einige Orte zusammenfassend beschreiben.
Die illustrierenden Fotos stammen von uns oder sind im Internet allgemein erhältlich (z. B. über Wikipedia).
Sollte jemand daran Eigentumsrechte beanspruchen, mag er uns das höflich im Kommentar schreiben.
Die Bilder werden dann umgehend entfernt. 


ANGELBACHTAL






Angelbachtal ist ein Ort und gleichzeitig ein grosses Tal mit einem Flüsschen, das von Baumreihen gesäumt wird. Dadurch und durch den Veranstaltungsmonat August hat man meistens gewährleistet, dass einerseits viel Sonne scheint, aber andererseits man nicht bei brütender Hitze auf freiem Feld wandeln muss.
Die Mittelalterfeste in Angelbachtal gehören zu den frühesten, die wir besucht haben. Obwohl der Ort auf dem Land gelegen ist, kann man ihn recht gut erreichen, wenn man von Heidelberg aus die nächste Abfahrt hinter Wiesloch-Rauhenberg (kennt man v. a. aus Radiodurchsagen) abfährt, und dann immer geradeaus in Richtung Angelbachtal den Schildern hinterherfährt. Einmal trifft man auf der Landstrasse auf eine Gabelung, an der beide Richtungen nach Angelbachtal ausgeschildert sind, aber es ist das beste, man wählt den geraden Weg (beide führen aber zum Ziel).

Am Angelbachtal gibt es nicht nur Mittelalterfeste, sondern auch Kulturfeste und Highlandgames. Diese Festivitäten sind allerdings nicht ganz billig. Dafür bekommt man aber auch ein grosses Gelände mit vielen Händlern und Veranstaltungen geboten. Zusätzlich befinden sich dort einige schöne historische Gebäude.
Beim Mittelalterfest sind entlang des Tales viele Stände und am anderen Ende des Tales (vom Haupteingang aus gesehen) befindet sich ein abgesperrtes Feld für kleine Ritterturniere. Diese sind eine zusätzliche Attraktion.


BEILSTEIN

Die Mittelalterfeste in Beilstein sind/waren eher kleinere Feste, die auf der Burg Hohenbeilstein im südlichen Landkreis Heilbronn stattfinden/stattfanden. Wir machen diese Einschränkung im Sprachduktus, weil die Feste offiziell nicht mehr stattfinden dürfen, weil sich Anwohner beschwert haben.
Allerdings konnte 2012 wieder zum Jubiläum der Burgfalknerei ein Burgfest stattfinden, was als "Fest der Sinne" gekennzeichnet war, aber nur noch bedingt mittelalterlichen Touch hatte. Immerhin fand wieder etwas statt, da wir auch in den Festen zu Beilstein schon recht früh zugegen waren.
Damals traten auf der Bühne Gruppen wie Fabula Aetatis und Cradem Aventure auf und als Fechtgruppen Brachmanoth und die Kraichgau Highlanders.

Die Burg liegt sehr gut am Hang in den Weinbergen. In den Bereichen der Vorburg sind die Stände und die Bühne für Darbietungen. Hoch zum Zentrum der Burg kommt man an der Greifvogelwarte vorbei - die man auch besuchen kann - und im Innenhof finden dann diverse Ritterfeste statt. Auch die dortige Restauration ist gut. Als Gipfel des Anstiegs im wörtlichen Sinne kann man noch den Burgfried begehen und hat von dort eine herrliche Aussicht auf das Umland.


KARLSRUHE

Die Mittelaltermärkte in Karlsruhe finden im Park vor dem Karlsruher Schloss statt. Sie werden von "Spectaculum" veranstaltet.
Der Park ist gross genug, um vielen Händlern Platz zu bieten. Trotzdem kann für die nicht-mittelalterbegeisterte Bevölkerung noch ein grosser Teil samt See für ihre sportlichen Aktivitäten abgetrennt werden. Leider haben wir es aber erlebt, dass es manchmal zu Reibereien zwischen beiden Bereichen kam, die oft von intoleranten Parkbesuchern der unhistorischen Zone ausgingen.
Neben den weitläufigen Ständen und sonstigen Angeboten ist meist auch ein grosses Bühnenangebot vorhanden.

MANNHEIM



Der Mittelaltermarkt in Mannheim ist ein Hallenmarkt und findet schon früh im Jahr statt.
Austragungsort ist die Halle am Herzogenriedpark, wobei inzwischen immer grössere Gebiete immer grössere Bereiche des Parks in die Veranstaltung einbezogen werden.
Die Halle hat inzwischen schon einige Lenze auf dem Buckel, wurde dafür aber etwas renoviert. Interessant ist ihre Netzkonstruktion, die es ermöglicht, auf mehreren Ebenen Mittelalterstände zu besuchen. Die Festivitäten und die Restauration wurden aber zunehmend aus der Halle hinausgelegt.
Im Vorfeld der Halle sieht man des öfteren auch Nutztiere fressen.


RONNEBURG



Die Ronneburg liegt bei Ronneburg östlich von Frankfurt am Main und ist eine schöne spätmittelalterliche Hangburg. Neben den Burgveranstaltungen finden übrigens oft Flugveranstaltungen statt, was einen historischen Kontrast bietet ("Flugmaschinen über der Burg"). Die Ronneburg zeichnet sich dadurch aus, das ihre Veranstaltungen über das ganze Jahr verteilt sind. Der mittelalterliche Abschlusstermin ist meistens der 3. Oktober, also der Tag der Deutschen Einheit und das Wochenende davor.
Die Ronneburg ist berühmt für ihren schönen Aussichtsturm, einen extrem tiefen Brunnen, in den man zur Probe Wasser schütten kann, gute Restauration und eine ebenso gut ausgestattete Folterkammer.


SATZVEY (MECHERNICH)



Die Burg Satzvey ist eine Wasserburg in Mechernich bei Euskirchen in der Eifel.
Hier finden mehrmals im Jahr Mittelalterfeste statt. Auf einigen gibt es auch Turnierdarbietungen.
Berühmt war die Burg aber auch als Austragungsort für die "FantasyDays" 2007 und 2008, die danach aber verlegt wurden und jetzt leider nicht mehr stattfinden. Obwohl diese Fantasy-Veranstaltungen zu einigen Reibereien geführt hat und man sich im Internet lange stritt, ob sie gut oder weniger gut besucht war, brachte sie dennoch in Deutschland im Fantasybereich Neues.
Schon bei der Ankunft sah man im Wassergraben um die Burg Fantasyanspielungen auf dem Wasser schwimmend. Auf dem Fest fand man neben den Marktständen allerhand "Gestalten" aus vielen Fantasy-Zyklen. Es gab Riesen, Monster, Blaulinge, Orks, Wolfbrothers, Piraten und viele mehr. Auch ein schöner Bühnenplatz mit Sitzrängen war vorhanden. Im Burginnenhof fanden währenddessen diverse Konzertveranstaltungen bei guter Restauration und mittelalterlichem Schilderschmuck statt, an denen auch ein Spinn-Off der Kelly Family mitwirkte.
Von der Burg weg erwies sich das Gelände als weitläufig und es gab Gelegenheiten, sich im Fechten und Bogenschiessen zu üben. Uns haben v. a. die im Vergleich zu Mittelaltermärkten etwas anderen Marktangebote fasziniert, so dass wir unsere Bogenausrüstung verbessern konnten.

TRIER

Die Mittelaltermärkte in Trier sind ähnlich denen in Mannheim frühe Hallenmärkte. Sie finden in der Industriehalle statt. Äusserlich mag das nicht so mittelalterlich stimmen, es ist aber für den Austragungszeitpunkt (der früher noch früher im Jahr gelegen war) sinnvoll.
Der Trierer Markt ist klein und übersichtlich, aber er hat vor und in der Halle interessante Händler, Mittelaltergruppen und Essensstände. Im Inneren der Halle begegnet man wohlgeordneten Standreihen und einem offenen Bereich, in dem Bänke und genügend Platz für Darbietungen zu finden sind.
Eine Besonderheit, die leider trotz Beschilderung viele übersehen sind die Vorträge im 1. Stock des Gebäudes. Dort werden interessante Referate über Ritter, Randgruppen im Mittelalter, Armenfürsorge, Musik und andere Themen gehalten.


Zu Besuchen: Mainz, Schloss Maxlrain, Stuttgart.

MITTELALTERMARKT: TRIER 2012 (TR)


Der Mittelaltermarkt TR 2012 kann als Erfolg gewertet werden. Das Fotoequipment, das im Jahr davor erstmals vor Ort getestet wurde, war komplett einsatzbereit. 
Das Wetter war zwar diesig, aber insgesamt passte die Stimmung und der Markt war gut besucht.
Vor der Halle waren viele Mittelaltergruppen mit ihren Zelten und in der Halle war ein grosses Angebot von Händlern und Gauklern. Wir sahen auch eine Frau mit Greifvogel und trafen einen Amerikaner samt Gattin, der sich sehr für das Fechten interessierte (vgl. SCA) und dem Bier schon kräftig zugesprochen hatte. Leider schrieb er uns trotz Ankündigung nicht zurück. Im ersten Stock waren dazu noch interessante Vorträge über Musik. Da wir an einem Samstagtermin da waren, konnten wir noch den beleuchteten nächtlichen Markt sehen.