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Samstag, 30. Dezember 2023
JEROME DAVID (J. D.) SALINGER
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| J. D. Salinger, 1950 (Lotte Jacobi) |
LEBEN
Jerome David Salinger wurde am Neujahrstag 1919 in New York City geboren.
Sein Vater war Solomon Salinger und stammte aus einer jüdischen Familie litauischer Abstammung. Der Nachname geht eigentlich auch auf Salomon zurück.
Vater Salinger war zuerst Rabbiner in einer Synagoge in Louisville, Kentucky und verkaufte dann koscheren Käse.
Der Großvater väterlicherseits war 1860 in Tauroggen geboren worden und wurde ebenfalls Rabbiner.
Salingers Mutter Marie Jillich kam aus Atlantic, Iowa. Sie hatte schottische, deutsche und irische Vorfahren. Nach der Heirat mit Solomon Salinger nannte sie sich Miriam und definierte sich als Jüdin.
Salinger erfuhr erst zu seiner Bar Mitzwa, dass seine Mutter nicht jüdischer Abstammung war.
Die einzige Schwester Salingers war Doris (1911 - 2001).
Salinger besuchte die private McBurney School in Manhattan.
Von 1934 - 1936 besuchte er die Valley Forge Military Academy in Wayne, Pennsylvania.
Er unternahm schon jetzt erste schriftstellerische Gehversuche in der Kadettenzeitschrift "Crossed Sabres" (z. B. Filmkritiken).
1937 ging Salinger für fünf Monate nach Europa und absolvierte dort in Wien eine Ausbildung in einem Schlachtereibetrieb. Hier sollte auf Wunsch seines Vaters Fertigkeiten im Bereich der Lebensmittelwirtschaft lernen. Dort lernte er scharfen Antisemitismus kennen.
Nach der (unautorisierten) Biographie von Ian Hamilton betrieb Salinger in Polen familiäre Ahnenforschung.
Im Jahre 1938 immatrikulierte Salinger sich am Ursinus College in Collegeville im Montgomery County, Pennsylvania.
Wieder arbeitete er wieder für eine Zeitschrift, diesmal für Ursinus Weekly (Kolumnen und Theaterkritiken). Gleichzeitig absolvierte er einen Kurs in kreativem Schreiben mit Schwerpunkt Kurzgeschichten.
Der (unautorisierten) Biographie von Ian Hamilton zufolge ging er in Polen dem Stammbaum seiner väterlich-jüdischen Ahnen nach. In Wien soll er Schikanen gegen Bewohner des jüdischen Viertels miterlebt haben. 1938 immatrikulierte er sich am Ursinus College, in Collegeville im Montgomery County (Pennsylvania), daneben arbeitete er als Theaterkritiker und Kolumnist des Ursinus Weekly. In dieser Zeit nahm er an einem Kurs für das Schreiben von Kurzgeschichten teil. 1939 wechselte er an die Columbia University, New York, und veröffentlichte in dem einflussreichen Story-Magazin 1940 seine erste Kurzgeschichte. Insgesamt verfasste er in diesem Jahr zwei Kurzgeschichten, Die jungen Leute und Geh zu Eddie, die beide erst 2014 veröffentlicht wurden. Das College verließ Salinger ohne Abschluss.
Im Sommer 1941 führte Salinger eine kurze Beziehung mit Oona O’Neill, die ihn jedoch für Charlie Chaplin verließ, den sie später heiraten sollte. Seine Beziehung mit O’Neill beeinflusste die Darstellung der Beziehungen zu Frauen in Salingers späterem Werk.[8] O’Neill galt als Salingers „große Liebe“.[9] Noch Jahrzehnte später äußerte sich Salinger öffentlich und abfällig über O’Neills Ehe mit Chaplin.[10] In der Zeitschrift The Young Folks veröffentlichte er 1941 eine weitere Geschichte.
Im darauffolgenden Jahr trat Salinger in die US-Armee (in das United States Army Signal Corps und in das Counter Intelligence Corps) ein und nahm seit Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg bis Kriegsende an fünf Feldzügen in Frankreich teil, so war er auch bei der Schlacht im Hürtgenwald im Herbst 1944 beteiligt. Zuvor, 1943, wurde er nach Maryland versetzt, im folgenden Jahr nach Devon (England), wo er im Rahmen der CIC-Einsatzplanung für die Ausschaltung feindlicher Sender zuständig war. Am 6. Juni 1944 nahm er als Spezialagent des 12. Infanterieregiments an der Landung in der Normandie teil. In dieser Zeit schrieb er die Geschichte Einmal in der Woche bringt dich schon nicht um, die erst 2014 veröffentlicht wurde. Bei seinem anschließenden Aufenthalt in Paris begegnete er dem damaligen Kriegskorrespondenten Ernest Hemingway, der ihm ein „verteufeltes Talent“ bescheinigte.
Wahrscheinlich besuchte Salinger das KZ-Außenlager Kaufering IV – Hurlach kurz nach dessen Befreiung am 27. April 1945, wohl am 28. April, da er in seinem militärischen Dienst der Einheit der 4th Infantry Division zugeordnet war.[11] Diese Einheit befand sich damals in der Nähe des durch die 12th Armored Division befreiten Konzentrationslager Kaufering IV.[12] J. D. Salinger äußerte sich nie öffentlich zu seinen Erlebnissen in jener Zeit. Doch soll er nach dem Krieg eine Zeit lang wegen eines „front shock“ in psychotherapeutischer Behandlung gewesen sein. Seine Tochter, Margaret Salinger, veröffentlichte im Jahr 2000 einen Ausspruch ihres Vaters: You never really get the smell of burning flesh out of your nose entirely, no matter how long you live. („Du bekommst nie wirklich den Geruch von brennendem Fleisch aus deiner Nase, egal wie lange du lebst.“)[13] Von der Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert gesammelte und u. a. durch deren Vorsitzenden Anton Posset veröffentlichte historische Dokumente legen nahe, dass J. D. Salinger das Konzentrationslager Kaufering IV kurz nach dessen Befreiung besuchte.[14] Im Lager Kaufering IV wurden nicht gehfähige Insassen, die nicht auf einen Todesmarsch geschickt werden konnten, vor dem Heranrücken der alliierten Streitkraft bei lebendigem Leib verbrannt.[15]
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Salinger, der gut Deutsch sprach, im fränkischen Gunzenhausen tätig, wo er nach seinem Ausscheiden aus der Armee als Zivilist für eine Abteilung des Nachrichtendienstes arbeitete. Möglicherweise schrieb er bereits in Gunzenhausen Teile seines Romans Der Fänger im Roggen.[16] In Deutschland war er kurze Zeit mit einer deutschen Ärztin namens Sylvia Welter (Salinger selbst nannte sie „Saliva“) verheiratet.[17] Kurze Zeit hielten sich die beiden in den USA auf; da seine Ehefrau sich aber dort nicht wohl fühlte, kehrten sie nach Deutschland zurück. 1946 veröffentlichte die Zeitschrift The New Yorker seine einige Jahre zuvor eingesandte Kurzgeschichte Slight Rebellion Off Madison, in der erstmals die Figur Holden Caulfield auftaucht, der später der Protagonist in Der Fänger im Roggen werden sollte.[18] Am 31. Januar 1948 erschien A Perfect Day for Bananafish.
Im Jahre 1950 lernte Salinger die Tochter des britischen Kunstkritikers R. Langton Douglas, Claire, kennen. In dieser Zeit begann er, sich mit den Lehren von Ramakrishna Paramahamsa zu beschäftigen. Das scheint aber zunächst ohne größere Auswirkungen auf sein schriftstellerisches Schaffen gewesen zu sein. Denn in dem dann im Juli 1951 fertiggestellten Roman The Catcher in the Rye, der nach dem Gedicht Comin’ Thro’ The Rye von Robert Burns benannt wurde, lassen sich keine Bezugspunkte zu Auffassungen von Paramahamsa finden.[19] Im folgenden Jahr bereiste er Florida und Mexiko und bezog dann 1953 ein eigenes Haus in Cornish. Hier arbeitete er zurückgezogen mit seiner Lebensgefährtin. Im Februar 1955 heiratete Salinger die 19-jährige Psychologiestudentin Claire Douglas, mit der er zwei Kinder hatte: Margaret (* 1955), die ihre Erinnerungen an ihren Vater unter dem Titel Dream Catcher veröffentlichte, und Matthew (* 1960), der als Schauspieler und Autor mit seiner Familie in Connecticut lebt.
Nach einer längeren Pause gab Salinger im September 1961 eine Kurzgeschichte und eine Novelle als Franny und Zooey in Buchform heraus. Zwei Jahre später erschienen zwei weitere Novellen als Raise High the Roof Beam, Carpenters and Seymour: An Introduction (dt. Hebt den Dachbalken hoch, Zimmerleute und Seymour wird vorgestellt bzw. Hebt an den Dachbalken, Zimmerleute und Seymour, eine Einführung). Seine letzte eigenhändige Veröffentlichung war die Geschichte Hapworth 16, 1924, die am 19. Juni 1965 im New Yorker erschien. Wurde den vorhergehenden Büchern immerhin noch ein gewisses Interesse seitens der Presse zuteil, so blieb Salingers letzte Geschichte größtenteils unbeachtet. Wie alle seine Veröffentlichungen nach Der Fänger im Roggen handelt sie von der Glass-Familie. Aufsehen erregte Hapworth 16, 1924 lediglich durch die Querelen um eine Veröffentlichung des Werkes in Buchform, von der immer wieder die Rede war, die letztlich aber von Salinger verhindert wurde.[20] Angeblich existieren weitere unveröffentlichte Romanmanuskripte von Salinger.[21]
Zwei Jahre später ließ Salinger sich scheiden und hatte 1972 eine zehn Monate dauernde Affäre mit der jungen Yale-Studentin Joyce Maynard, die über diese Affäre später ihre Memoiren (At Home in the World) veröffentlichte. Ende der 1980er Jahre heiratete Salinger in dritter Ehe die Krankenschwester Colleen O’Neill.[22] Im Jahre 1992 brannte sein Wohnhaus in Cornish ab.[23] Am 27. Januar 2010 verstarb J. D. Salinger im Alter von 91 Jahren nach kurzer Krankheit in Cornish.[24][25]
Samstag, 2. Dezember 2023
KARTENSPIELE
Ein Kartenspiel ist ein Spiel, bei dem die Spielkarten der alleinige oder der wesentliche Bestandteil des Spielmaterials sind.
Kartenspiele liegen ein einer Vielzahl von Variationen vor, weil es entweder verschiedene Spielregeln und Spielziele gibt oder ähnliche Spielregeln unterschiedlich kombiniert werden können. Neben den Regeln können auch die Kartensätze (Decks) variieren.
Kartenspiele gibt es in vielen Teilen der Welt. International bekannt ist das Französische Blatt/Bild. Es gibt aber auch ein Deutsches Blatt/Bild mit mehreren Untervarianten oder ein Spanisches Blatt, das auch das Italienische Blatt beeinflusst hat (im Süden Italiens wird aus historischen Gründen auch mit Spanischem Blatt gespielt).
Das Kartenspiel kam (erst) im Spätmittelalter aus Asien nach Europa. Hier wurde es zwar begeistert aufgenommen, aber auch immer wieder von Gesetzgebern - wie das Würfelspiel - bekämpft. Puritaner sahen das Kartenspiel als "Gebetbuch des Teufels".
Heute wird diese radikale puritanisch-antihedonistische Denkweise meist nicht mehr geteilt. Allerding kann das Kartenspiel in der Tat süchtig machen und in Kombination mit dem Spiel um Geld auch arm.
Kartenspielen kann aber auch positive Fähigkeiten trainieren: Hier sind v. a. die Kombinatorik und das Kurzzeitgedächtnis zu nennen.
GESCHICHTE
| Chin. Spielkarte von ca. 1400. |
Das Kartenspiel stammt aus Asien, wahrscheinlich aus Ostasien. Dort war bedrucktes Papier schon seit ungefähr Christi Geburt verfügbar. In China und Korea sind Karten seit dem 12. Jahrhundert nachweisbar. Diese frühen Karten waren meist länglicher als heutige Karten.
Von China aus kamen Karten vermutlich nach Indien, Persien und Arabien. In Indien spielt man auch mit runden Karten. Von Asien aus gelangte das Kartenspiel nach Südeuropa (Italien, Frankreich) und dann bald ins übrige Europa.
Nachweisbar sind Spielkarten seit dem späten 14. Jhd. Dichter dieses Jahrhunderts wie Francesco Petrarca, Giovanni Boccaccio und Geoffrey Chaucer erwähnen sie aber noch nicht. Erwähnung findet das Kartenspiel oft in Spielverboten, die heute als wichtige Quelle dienen.
Johannes von Rheinfelden (ca. 1340 - ?) beschrieb und bewertete das Kartenspiel. Radikale Gegnerschaft erfuhr es von Bernhardin von Siena (1380 - 1444), Johannes Capistranus (1386 - 1456) und Girolamo Savonarola (1452 - 1498).
Einmal in Europa angekommen, verbreiteten Spielkarten sich schnell, und es wurden auch Eigenentwicklungen möglich. Bereits im 15. und 16. Jhd. konnten sich die Grundlagen der heutigen Spielkartenblätter herausbilden.
Erst Ende des 18. Jhd.s entstanden doppelköpfige Karten. Seit dem 19. Jhd. wurden auch die Rückseiten bedruckt. Jetzt entstanden Spiele wie Skat, Whist und Bridge, im frühen 20. Jhd. Canasta und Rommé.
SPIELKARTEN
Europäische Karten sind rechteckig und bestehen aus Karton, karton-ähnlichen Materialen oder aus Plastik. Sie haben eine Vorderseite (Avers) mit Wertangaben und Symbolen (Farben) und eine Rückseite (Revers). Die Zahlenwerte reichen bei einem vollen Kartensatz meist von 1 - 13, die Farbzeichen sind 4. Ein voller Kartensatz besteht daher aus 52 (4 * 13) Karten. Manchmal kommen noch 3 Joker hinzu. Ein "Teilsatz" kann z. B. 32 Karten enthalten (z. B. Skat, Schafkopf).
Spieltheoretisch wirkt das Mischen der Karten wie ein Zufallsgenerator, das Verdecktsein vieler Karten wirkt als imperfekte Information.
Moderne Karten sind oft punktsymmetrisch und weisen ihre Informationen an mehr als einer Ecke aus (2 oder 4). Die Größe beträgt ungefähr 6 * 9 cm (bei einigen Spielen aus Platzgründen auch geringer).
Ältere Spielkarten höherer Wertigkeit waren von talentierten Malern handbemalt und befanden sich häufig in adeligen Händen. Das Stuttgarter Kartenspiel (um 1430) zeigt als Farben z. B. Ente, Falke, Hund und Hirsch auf Goldgrund im Format 19 * 12 cm.
Günstigere Karten wurden durch die Holzschnitttechnik verfügbar (z. T. noch vor Johannes Gutenbergs Buchdruck mit beweglichen Lettern). Ein Beispiel wäre das "Hofämterspiel" um 1450.
Einige günstige Spielkarten sind auch deshalb erhalten geblieben, weil Fehldrucke z. T. in Buchrücken eingebunden wurden.
Frühe deutsche Kartenmacherinnungen bestanden in Nürnberg, Augsburg, Ulm und Straßburg.
ALLGEMEINE REGELN UND EIGENSCHAFTEN
Manche Faktoren haben fast alle Kartenspiele gemeinsam.
Man kann z. B. nach festgelegten Methoden auslosen, wer wo sitzt oder wer als erster gibt.
Die Karten müssen natürlich zuerst gemischt und dann abgehoben werden. Gegeben wird grundsätzlich einzeln, der Kartengeber (Teiler) bedient sich als letzter.
Die Spieler müssen meistens mit dem Aufnehmen warten, bis das Geben abgeschlossen ist. Die Karten werden dann verdeckt gehalten (wenige Ausnahmen). Je nach Spiel ist es sinnvoll, die Karten in der Kartenhand (Stecken) erst einmal zu sortieren. Dabei muss man aufpassen, keine Informationen durch das Sortieren an den Gegner zu verraten.
Die Reihenfolge der Spieler ist unterschiedlich. Heute wird meistens im Uhrzeigersinn gespielt, früher und bei älteren Spielen war/ist das umgekehrt. Auch bei spanischen oder italienischen Spielen wird oft gegen den Uhrzeigersinn gespielt. Canasta wird je nach Weltregion mit oder gegen den Uhrzeigersinn gespielt.
Bei Spielen im Uhrzeigersinn beginnt meist der Spieler zur Linken des Gebers (Vorhand). Bei Bridge eröffnet der Geber.
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