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| Yann Piat |
Yann Piat war eine rechte französische Politikerin, die wahrscheinlich aufgrund ihres Kampfes gegen Korruption und organisierte Kriminalität im Februar 1994 erschossen wurde.
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Piat war eine rechte französische Politikerin aus einer Militärfamilie. Sie wurde am 12.06.1949 in der Noch-Kolonie Französisch-Indochina geboren. Ihr Vater ist unbekannt.
Piat engagierte sich nach der Unabhängigkeit Indochinas in der französischen Politik und war zunächst für den rechten Front National unter Jean-Marie LePen aktiv und stieg mit seiner Hilfe bis in die Nationalversammlung auf.
Nach einigen Hardcore-Äußerungen von Jean-Marie LePen (u. a. zum Holocaust) wechselte sie vom FN zu den bürgerlichen Rechten der UDF, stieß dort aber auch auf Korruption und Vetternwirtschaft.
Insgesamt war Piat von 1986 - 1994 Abgeordnete in der frz. Nationalversammlung.
1988 wurde sie aus dem FN geworfen oder trat selber aus (je nach Sichtweise).
Piat galt als Nationalistin und als entschiedene Gegnerin krimineller Machenschaften.
Ihre politische Karriere führte sie mit der Zeit in den Süden Frankreichs an die Côte d'Azur. Piat baute sich im Département Var eine Machtbasis auf, die aber nie unumstritten war.
Sie wollte im Département Var mit Korruption und Mauscheleien aufräumen, besonders im Bausektor. Zwischen Marseille und Nizza war die sog. "Var-Mafia" stark. Piat war auch gegen einen Ausbau des Flughafens Toulon-Hyères.
In Südfrankreich kam zum Einfluss der einheimischen OK (Organisierten Kriminalität) der Einfluss der italienischen OK (Mafia, Camorra usw.) hinzu.
Piat fühlte sich bedroht und wurde es auch. Sie beantragte Polizeischutz, was sich aber bürokratisch hinzog.
Am 25. Februar 1994 wurde sie dann in ihrem Kleinwagen in voller Fahrt erschossen - wahrscheinlich von einem oder zwei Motorradschützen.
Zwei Tage vorher hatte sie noch einen Brief für den Fall ihres Ablebens hinterlegt. Sie dachte v. a. an einen inszenierten Suizid oder Unfall, nicht an den dann durchgeführten Hit auf der Straße.
Der Text enthält die Formulierung "J'accuse..." (Ich klage an...) und nennt dann Namen.
Er sollte offensichtlich an die berühmte Schrift von Émile Zola erinnern.
In dem Dokument nannte Yann Piat konkret fünf einflussreiche Namen aus Politik, Wirtschaft und der Unterwelt des Départements Var:
- Maurice Arreckx: Der damalige mächtige Senior und Präsident des Generalrats des Departements Var.
- Jean-Louis Fargette: Ein berüchtigter Pate der lokalen Unterwelt. Fargette war zwar bereits 1993 im italienischen Exil ermordet worden, aber schon auf seinem Grab fanden sich Racheschwüre gegen Piat, die Nachfolger wie Gérard Finale umgesetzt haben könnten.
- Bernard Tapie: Der bekannte Geschäftsmann und Politiker, der in der Region geschäftliche Interessen verfolgte.
- Ferner waren noch zwei weitere lokale Akteure genannt.
Piat sah sich durch ihren Kampf gegen illegale Immobilien-Spekulationen, Geldwäsche und korrupte Vergabeverfahren an der Côte d’Azur massiv bedroht. Die kriminellen Netzwerke waren in- und ausländischer Natur.
Nach Piats Erschießung am 25. Februar 1994 führte der Brief zu einem politischen Erdbeben in Frankreich. Er lenkte den Fokus sofort auf eine politisch-mafiöse Verschwörung.
Es kam zu Festnahmen, die aber im Kern den Anschlag auf Piat selber betrafen. Lucien Ferri soll der/ein Todesschütze gewesen sein. Wahrscheinlich wurde der Hit in der "Macama-Bar" geplant (oder an weiteren Orten).
Hintermänner aus Politik und Wirtschaft wurden zwar verdächtigt, ihnen konnte aber nichts Konkretes nachgewiesen werden.
Investigative Journalisten wurden eingeschüchtert oder starben unter mysteriösen Umständen. Aufzeichnungen verschwanden.

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