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Dieser Universal-Blog ist aus einer Seite für Geschichte, Politik und Realienkunde hervorgegangen und hat sich in Richtung Humanwissenschaften weiterentwickelt.
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Mittwoch, 22. Oktober 2014

BIOLOGIE (GARTEN): ERLEBNISBERICHT - ERSTER GARTEN (2000ER; EXTERN)




Gartenarbeit kann sehr erfüllend, aber auch sehr anstrengend sein.
Wenn ein Garten erst einmal funktioniert, kann er neben der Arbeitstherapie/Ergotherapie auch einen ästhetisch grundierten Raum zur Einkehr bieten (Meditation, Kontemplation). Das wissen wir bereits seit der Antike. Denn nicht umsonst nannte man die Philosophenschule des Epikur nach dem Ort, an dem man sich traf "Kepos/κηπος", also Garten.
Da wir früher nur selten größere Grundstücke zur Verfügung hatten, haben wir uns in den späten 2000ern ein externes Gartengrundstück angemietet ("Schrebergarten"). Dieses war von Hecken eingerahmt und verlief ungefähr nördlich etwas keilförmig zu einem Zaun hin, von dem es abgeschlossen wurde.
Da wir aber nur das tiefer gelegene, nördliche Gebiet in Zaunnähe bepflanzt haben, war die Pflanzfläche dort ungefähr rechteckig mit der breiten Seite nach Norden zum Zaun hin.
Auf dem größeren Rest des Gartens befanden sich Rasen, ein Gartenhäuschen mit Brennofen (Bieraufguss!), ein kleines Häuschen für Generator und Werkzeuge und ein steinerner Rundgrill.
Das hölzerne Gartenhäuschen haben wir mit Technik versehen.


VORARBEITEN

Zunächst einmal muss der Boden grob vom Gras und anderen Gewächsen getrennt werden. Bei ebenen Böden reicht dafür ein Rasenmäher, in härteren Fällen greift man zur Sichel. Dabei achte man auch auf das Entfernen von Steinen oder anderen störenden Gegenständen.
Wenn man es mit einem Lehmboden zu tun hat, dann muss unter Umständen der Boden auch durchgepflügt werden. Dazu reicht ein kleiner Handpflug, z. B. von agria.
Man kann auch radikaler vorgehen und eine obere Bodenschicht abtragen. Das nann den Boden zwar für Pflanzen attraktiver machen, allerdings muss man wissen, das man sich damit auf intensive und langwierige Arbeiten einstellen kann.
Wenn der Schneckenbefall in der Region hoch ist (v. a. Nacktschnecken), dann muss man sich auch darum kümmern. Schneckengift und ggf. Alkoholfallen sorgen vorerst halbwegs für Ordnung.


BEETPLÄNE

Dann müssen natürlich noch die berühmten "Beetpläne" her. Dazu differenziert man erst die verschiedenen Arten von Beeten und überlegt sich dann, welche Pflanzreihen man im einzelnen erstellen will.

Merke: Bei der Bestückung von Beeten - das gilt besonders für Nutzbeete, ist es wichtig, darauf zu achten, dass man Pflanzen wählt (und richtig kombiniert), die sich nicht gegenseitig im Wachstum stören und die möglichst noch mögliche Fressfeinde abhalten. 

Grundmuster: Das Grundmuster sollte zunächst einmal aus Rechtecken oder Quadraten bestehen. Mit etwas mehr Erfahrung kann man dann auch "krumme" Wege in das Beet einbauen, damit es variantenreicher wirkt. 
Im Extremfall kann man sogar einen Labyrinthgarten anlegen.

Einfassung: Neben dem Grundmuster ist natürlich die Einfassung wichtig. Wir haben durch die Lage an einem Zaun an der Nordseite an diese Grenze eine Hecke (mit Rankstäben und Drähten; alternativ Rankstäbe mit 20 - 30 cm breiten Drahtkreisen) angelegt. Zur den Flanken haben wir wilde Beete angelegt. Im Süden befand sich der Rasen.
Grundsätzlich eignen sich zur Einfassung natürlich Hecken. Diese können gerne auch so nützlich sein wie die Nutzbeete. Man nehme dann Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren o. ä.
Man kann aber auch auf normalen Rasen oder aber Wildbeete (Ökobeete) setzen.

Anzucht: Das Hauptproblem ist, die Pflanzen erst einmal auf eine angemessene Größe zu bekommen. Anfangs sind wir ganz basal daran gegangen, uns Tütensamen im Markt zu kaufen und separat in Torftöpfen mit Planzerde anzuzüchten. Das ist zwar eine sehr gründliche Vorgehensweise, aber auch arbeitsintensiv und nicht gerade platzsparend. Geld kann man so auch nicht wirklich sparen.
Stattdessen empfiehlt es sich, wenn dies möglich ist, kostengünstige Setzlinge zu kaufen. So spart man sich eine Menge Arbeit. Bei speziellen Wünschen geht das natürlich nicht.

Zusatzelemente:
Neben dem Beet und seiner Einfassung kann man noch weitere gestaltende Elemente verwenden. Dazu gehören kleine Bäumchen - man muss dann aber sehen, dass man ihr Wachstum unter Kontrolle hält - Ranken samt Substrat oder Sträucher wie z. B. Rosensträucher.


Beet-Optionen:

  • Nutzbeet 1:
    Zwiebeln
    Möhren
    Tomaten
    Möhren
    Zwiebeln
  • Nutzbeet 2:
    Kohl
    Salat und Rettich
    Bohnen (z. B. Stangenbohnen)
    Salat und Rettich
    Mangold (oder freilassen)
  • Nutzbeet 3:
    Erbsen
    Lauch
    Kartoffeln
    Spinat
    Gurken
  • Nutzbeet 4:
    Mangold
    Rüben
    Kohl
    Rüben
    Mangold
  • Kräuterbeet:
    Basilikum
    Bohnenkraut
    Dill
    Kerbel
    Majoran
    usw.
  • Blumenbeet/Zierbeet (bei den Blumenbeeten sind fast beliebige Kombinationen möglich. Man kann aber auch auf Mischungen setzen):
    Wiesenblumen (Mischung)
    Schattenblumen (Mischung)
    Mohnblumen
  • Moorbeet (Vorsicht: saure Erde in Zusatztöpfen oder -wannen anlegen oder mit Folie abtrennen! sinnvoll ist die Kombination mit Hölzern und Steinen! Moorbeetpflanzen sind kalkempfindlich!):
    Rhododenren
    Hortensien (beliebte Zierpflanzen!)
    Orchideen (einige Arten)
    Lavendelheide
    Heidekraut
    Preiselbeeren
    Irische Glockenheide
    Nadelgehölze
  • Hecken (kein Beet im eigentlichen Sinne, aber gut zur Einfassung;
    man denke an die üblichen Gartenhecken):
    Zypressen
  • Nutzhecken:
    Brombeere (stärkerer Wuchs als Himbeeren, auch dornenlos)
    Rubus
    Himbeere (empfindlich für bestimmte Krankheiten, Farbvarianten inkl. gelb)
    Rubus idaeus
    Taybeeren (Kreuzung aus Brombeere und Himbeere)
    Johannisbeere (Farbvarianten)
    Ribes
    Heidelbeere (liebt saure Böden, mag auch große Höhen)
    Vaccinium
    z. B.
    Vaccinium myrtillus (Blaubeere), Vaccinium corymbosum (Amerik. Heidelbeere)



Wir haben auch einen Beetplan erstellt, der im Kern einem 4x4-Muster entsprach. Umrandet war dieser Beetkern auf der Rückseite von Hecken (Brombeere, Himbeere, rechts außen Johannisbeere), links von einem Brunnen und einigen Pflanzen, rechts von Rasen (potenzielle Zusatzbeete) und auf der Frontseite auch von Rasen, der später in zwei Zusatzbeete mit Blütenstauden und Gewürzpflanzen umgewandelt wurde (Konzept: Beetplan 1 (Variante C)).

Einiges an der Planung änderte sich während der Umsetzung. Einiges blieb auch Zukunftsmusik.
Die Blumen- bzw. Zierbeete blieben Stückwerk, einige Nutzbeetreihen wurden unregelmäßig gegossen und entwickelten sich nicht wie gewünscht (Gruppenorganisation!), die Wildkraut- und Schneckenbekämpfung war härter als gedacht, die Planung von Rankpflanzen an einem Grenzbaum wurde nur im Ansatz umgesetzt und speziell die Planung neuer Kleinbäume wurde gar nicht mehr umgesetzt.
Das Ende vom Lied war, dass das Projekt aufgegeben wurde und sich die Beteiligten stärker um die Gärten in ihrem Eigenheim kümmerten.





Samstag, 11. Oktober 2014

GEFÄHRLICHER SM IM ALTEN ROM: DER FALL MNESTER

Bei einer Verschwörung gegen den scheinbar vertrottelten Kaiser  CLAUDIUS (+54 n. Chr.; 4 Frauen; Nr. 4: IULIA AGRIPPINA) wurden weit über 100 Personen festgenommen. Unter ihnen war auch der Schauspieler MNESTER, ein Buhlknabe der MESSALINA:
"MNESTER beteuerte, daß er völlig unschuldig sei. Er erinnerte mich daran, daß ich ihm selbst den unmißverständlichen Befehl gegeben habe, meiner Frau in allem dienstbar zu sein, und daß das Befolgen dieses Befehls ihm sehr schwer geworden sei, abgesehen davon, daß er noch große Qualen deshalb habe aushalten müssen. Er entblößte seinen Rücken und zeigte mir kaum vernarbte Peitschenstriemen. 'Das bekam ich von Messalina, weil meine angeborene Bescheidenheit mich davon abhielt, ihren Befehlen so ausgiebig zu gehorchen, wie sie es wünschte.' Mir tat MNESTER leid. Durch seine Geistesgegenwart hatte er nach der Ermordung CALIGULAS ein großes Blutbad verhindert. Und welchen Maßstab soll man schließlich an einen Schauspieler anlegen? Aber NARCISSUS sagte: 'Verschonen Sie ihn nicht , Caesar. Sehen Sie sich die Narben genau an: Das Fleisch ist nicht aufgerissen, sondern nur gestreift. Jeder, der seine Augen im Kopf hat, muß sehen, daß diese Art Peitschenhiebe nicht gedacht war, einen Menschen zu verletzen, vielmehr gehörten sie zu jener Art Liebe, die im neuen Palst gepflegt wurde.' MNESTER hörte das mit an, verbeugte sich elegant vor den aufmarschierten Soldaten-es war seine letzte Verbeugung-und sprach sein übliches Schlußwort: 'Wenn ich euch jemals gefallen habe, so ist das meine schönste Belohnung. Wenn ich euch beleidigt habe, so erbitte ich eure Verzeihung.'
Diese Worte wurden mit völligem Schweigen aufgenommen. Dann wurde MNESTER zum Tode geführt."
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ROBERT VON RANKE GRAVES: ICH, CLAUDIUS, KAISER UND GOTT, dtv/ List, München 1983, S. 339.
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Wieder ein Schmierenkomödiant weniger! Das kommt davon, wenn man SM nicht richtig macht!
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Claudius (Kaiser und Gott)

Montag, 6. Oktober 2014

FREEWARE: ANDROID (2014)



Android ist ein Betriebssystem für mobile Computer (auch anders einsetzbar), das auf Linux beruht. Es ist von der Firma Google angepasst und hat seine Programmierzeile (CLI) meist verborgen.
Die Firma Canonical bereitet 2014 die Veröffentlichung eines eigenen Linux-Systems für tragbare Computer vor, Ubuntu Touch.

Mobile Geräte haben zwar inzwischen die Möglichkeit, Eingaben per Tastatur anzunehmen, aber zur intensiven Tastatureingabe sind die meisten nicht geeignet. Deshalb setzt man auf leicht bedienbare Kleinprogramme, sogenannte Apps.

Da Apps inzwischen weit verbreitet und sehr bekannt sind, werden sie hier nur kurz gestreift.


FERNSEHEN
Schöner Fernsehen

KOMMUNIKATION (inkl. Instant Messenger und IRC):
WhatsApp Plus
-
IM+
imo
BeejiveIM
-
XFMobile - IM für Xfire.
-
AndroIRC

KARTENPROGRAMME
(Google) Maps

SPIELE
Angry Birds - Ein Neoklassiker der mobilen Spieleszene.
Chinesisches Schach - Ein Programm für Xiangqi, das sog. Chinesische Schach. 
GOdroid - Ein GO-Programm. 
Doublemill - Ein Mühleprogramm (nomen est omen). 
Schach - Ein Schach-Programm.
Tiki Kart 3D - Ein Kart-Rennprogramm. Gut, kommt aber nicht an Klassiker wie Mario Kart und Crash Nitro Kart heran. 

STORES (Programmsammlungen):
GooglePlay Store

SICHERHEIT
AVG AntiVirusFree

VIDEOBÖRSEN
PlayTube Free
FREEdi YouTube Downloader

WERKZEUGE
Towelroot - Towelroot verschaft dem Nutzer Zugriffe auf den Root-Bereich (Root-Rechte). 
                                   Er kann damit besser in das System eingreifen (für Samsung: Framaroot). 

WETTERPROGRAMME
Yahoo! Wetter

WISSEN
Tiere und Pflanzen bestimmen - Biologie
Krankheiten - Eine App zur Bestimmung von Pflanzenkrankheiten. Die App wird allerdings von Bayer herausgegeben.
Free Guitar Tuner
Lebensnahe Gitarre Kostenlos - Eine umfangreiche Gitarren-App mit dem Schwerpunkt Akustikgitarre. 
GChord - Akkord-Datenbank für Gitarren.




Montag, 15. September 2014

RÖMISCHE KAISER IM 1. UND 2. JHD.

Die römischen Kaiser führten verschiedene Titel und Bezeichnungen, weshalb der Kaiserbegriff so schwer fassbar erscheint.
Das hängt damit zusammen, dass Rom für lange Zeit stolz war, eine Republik (Res publica) zu sein und man nicht von einem König (Rex) regiert werden wollte. Die Kaiser führten deshalb mehrere Titel und Beinamen wie Imperatores, Principes und Caesares, die alle einen etwas anderen Bedeutungsgehalt hatten. 
Außerdem liebten die Römer Titel an sich.

Den ersten Schritt hin zur neuen Ordnung machte Gaius Iulius Caesar, der auch bei Sueton als erster der "Caesaren" genannt wird. Als erster Kaiser nach gemeiner Ansicht gilt aber sein Großneffe Gaius Octavi(an)us, genannt Augustus.
Caesar hatte für sich bereits den Titel Dictator perpetuus (also auf Lebenszeit) erworben, obwohl das Diktatorenamt nur für Notzeiten und auf kurze Zeit gedacht war. Daneben trug er den Imperator-Titel, was eigentlich Feldherr, aber allgemein auch Befehlshaber bedeutete. Man warf ihm vor, auch nach dem Titel Rex zu streben.
Diese recht offen angestrebte Machtfülle brach Caesar nicht nur symbolisch das Genick: Er wurde an den Iden des März 44 v. Chr. erdolcht.
Sein Nachfolger Augustus ging deshalb geschickter vor und tat so, als ob er die Republik wiederhergestellt hätte, wobei er gleichzeitig Titel wie Imperator, Princeps und Caesar führte bzw. weiterführte. Der Senat wurde zwar nicht abgeschafft, erhielt aber nur die Kontrolle über einige Provinzen, während Augustus die der anderen innehatte. Augustus sorgte natürlich dafür, dass seine Provinzien die mit den stärkeren Militäreinheiten waren.    
Mit der Zeit änderte sich die Herrschaftsstruktur des Römischen Reiches (Imperium Romanum) mehrfach. Ein deutlicher Einschnitt war die Neuordnung gegen Ende des 3. Jhd.s durch Diokletian, die angesichts der gestiegenen äußeren Bedrohung - z. B. durch Germanen und Perser - und durch innere Streitigkeiten notwendig erschien. Forscher sprechen auch von einer Reichskrise des 3. Jhd.s. Diokletian wendete äußerste Zwangsmaßnahmen an, die politisch und ökonomisch wenigstens einige der Instabilitäten auf Zeit beheben konnten.
In der Folge wurde die Regierung des Reiches auf 2 bzw. 4 Machtzonen aufgeteilt. Die Forscher nennen dieses System heute Dominat (im Ggs. zum Principat seit Augustus).



AUGUSTUS (Gaius Octavius)



27 v. - 14 n. Chr.

  • 63 v. in Rom geboren
  • Mutter: Nichte Caesars, Vater: Ritter, Statthalter von Mazedonien
  • von Caesar als Haupterbe adoptiert 
  • verkündet nach langem Bürgerkrieg Frieden im Römischen Reich
  • erster Kaiser nach de facto Abschaffung der Republik (Princeps, Imperator);
    de iure will er die Republik wiederhergestellt haben



TIBERIUS (Tiberius Claudius Nero)



14-37

  • 42 v. in Rom geboren
  • Julisch-Claudisches Haus (wie Caligula, Claudius, Nero)
  • verheiratet mit Julia, der Tochter des Augustus (erzwungen)
  • Verbannung wegen umstrittener Lebensweise und wohl auch wegen Intrigen
  • stand unter starkem Einfluss des Prätorianerpräfekten Sejan
  • trotzdem ein relativ klarer Blick für das innen- wie aussenpolitisch Erreichbare
  • gegen Ende seines Lebens liess Tiberius dissidente römische Aristokraten hinrichten und zog sich aus Rom zurück
  • laut Sueton schwere sexuelle Perversionen



CALIGULA (Gaius Iulius Caesar [Germanicus])



37 - 41

  • 12 n. Chr. vermutlich in Antium (Anzio) geboren 
  • als Kind Liebling der Soldaten (Spitzname "Caligula" von caliga, dem Soldatenschuh/-stiefel)
  • wurde nach langer Krankheit verrückt und grausam 
  • 39 kam es zur Niederschlagung einer Militärrevolte am Rhein 
  • 41 durch den Prätorianertribun Cassius Chaerea ermordet 



CLAUDIUS (Tiberius Claudius Drusus/T. C. Nero Germanicus)



41 - 54

  • 10 v. Chr. in Lugdunum (Lyon) geboren 
  • Onkel des Caligula
  • von Prätorianern zum Kaiser erhoben (einziger des Kaiserhauses) 
  • hässlich und schwach: hinkte, wackelte mit dem Kopf und stotterte 
  • Eroberung Mauretaniens, Thrakiens und teilweise Britanniens 
  • 54 von 3. Frau Agrippina vergiftet, Sohn Britannicus von Nachfolger Nero getötet 



NERO

54 - 68

  • 37 n. Chr. in Antium geboren 
  • Sohn Agrippinas (der Frau des Claudius) 
  • nach vielversprechendem Anfang galt Nero als einer der schlimmsten Tyrannen Roms
  • ließ seinen Halbbruder, seine Mutter und seine Frau ermorden 
  • verfolgte Christen wegen des Brandes von Rom (64);
    danach ließ er Teile der Stadt neu aufbauen (z. B. Domus Aurea) 
  • beging nach Abfall der Prätorianer und der Ächtung durch den Senat 68 Selbstmord





GALBA

OTHO

VITELLIUS

VESPASIAN

TITUS

DOMITIAN

NERVA

TRAJAN

HADRIAN

ANTONINUS PIUS

MARK AUREL

LUCIUS VERUS

COMMODUS

PERTINAX

DIDIUS JULIANUS (JULIAN)

PESCENNIUS NIGER

SEPTIMIUS SEVERUS







Mittwoch, 3. September 2014

ARYAN BROTHERHOOD


 
Die Aryan Brotherhood ist eine weiße Gefängnisgang, die ihrem Selbstverständnis nach rassistische Ziele verfolgt, in der Praxis aber vor allem kriminellen Aktivitäten wie Drogenhandel, Diebstahl, Prostitution, Raub und Gewaltkriminalität nachgeht.
Die Aryan Brotherhood verwendet gerne germanische oder keltische Symbole und verwendet oft Abkürzungen oder Tarnnamen wie AB, 12/One-Two, The Brand, Alice Baker u. ä.
Oft werden FBI-Analysen zitiert, nach denen nur 0,1 % der Häftlinge AB-Mitglieder sind, von ihnen aber 18 % der Morde ausgehen. Diese Zahlen sind aber umstritten.


DIE GRÜNDUNG IN DEN 60er-JAHREN

Auf jeden Fall entstammt die Aryan Brotherhood einer Situation der 60er-Jahre und hat sich danach verselbständigt. In den 60er-Jahren kamen in den USA immer mehr nicht-Weiße in die Gefängnisse und waren immer besser organisiert, während gleichzeitig die Forderung erhoben und umgesetzt wurde, wie überall im Land die Rassentrennung aufzuheben.
Das hatte zur Folge, dass weiße Gefangene, die zuvor die Oberhoheit hatten und z. B. durch bestimmte Schübe wie in Wirtschaftskrisen und nach Kriegen die Gefängnisse stark popularisiert hatten, in die Minderheit zu geraten drohten. Das bedeutete, dass die AB am Anfang sogar defensiven Charakter hatte, danach aber schnell in die Offensive überging.
Entstanden sein soll die AB im Jahre 1967 im Staatsgefängnis St. Quentin in Kalifornien. Einige Quellen datieren sie auch noch früher (z. B. 1964).
An der Gründung waren aber nicht nur angelsächsische Weiße beteiligt, die einen "Germanenkult" betrieben, sondern auch Iren, die einen "Keltenkult" mitbrachten. So wurde auch das irische Kleeblatt und das Keltenkreuz neben Nazisymbolen wie Hakenkreuz (Swastika) und SS-Runen bzw. -Blitzen Erkennungszeichen der AB.
Namentlich ging die frühe AB auf die Blue Bird Gang zurück, die v. a. aus irischstämmigen Rockern bestand. Da das ganze damals noch nicht in geregelten Bahnen verlief, waren zunächst Namen wie Diamond Tooth Gang und Nazi Gang im Gebrauch.


DIE KONSOLIDIERUNG DER 70er-JAHRE

Die Aryan Brotherhood gewann durch ihre gute Organisation und ihre Härte in den Gefängnissen schnell an Einfluss. Durch erste Haftentlassungen fasste sie auch außerhalb der Gefängnisse schnell Fuß.

Weiterhin begann etwas, das man später nicht mehr so sah und was einen aufgrund der klassischen Links-Rechts-Verhältnisse wundert: In den frühen 70er Jahren gab es eine Zeit lang Verknüpfungen zwischen teilen der linken Gegenkultur und Gefangenengangs, die meist rechts standen und z. B. für den Vietnamkrieg waren.
Das kam daher, dass die politische (Neue) Linke damals immer frustrierter mit der Gesellschaft wurde und nicht mehr auf friedliche politische Veränderungen hoffte. Außerdem glaubte man, dass die Arbeiterklasse, wenigstens die weiße, zu systemfreundlich geworden sei, und dass man daher auf soziale Randgruppen setzen müsse. Eine Untermauerung dieser Vorstellungen lieferten die Theorien von Herbert Marcuse.
Umgekehrt standen die eigentlich rechten Brüder auf die rebellische Musik der linken Protestkultur dieser Tage. Und nicht zuletzt der Drogenhandel erreichte durch die "Couter Culture" ein ungeahntes Ausmaß. Neben dem allgemeinen Zeitgeist wirkten speziell Filme wie "Easy Rider" nachfragefördernd.

In der Praxis zeigte sich aber, dass Gefangenengangs wenig Interesse an sozial-progressiven Ideen haben. 
Einige AB-Veteranen, die diese Zeit noch erlebt haben, berichteten später wortreich über diese Zeit der bedingten Koalitionen.

Ein besonderer Vertreter dieser rebellischen Zeit war Charles Manson mit seiner sog. Family. Manson selber (Jahrgang 1934) hatte schon vor seiner Politisierung Knasterfahrung gesammelt. Daher wusste er, dass mit den Black Panthers und ähnlichen Gruppen in den Zellen nicht zu scherzen war. Manson schloss also einen vorübergehenden Pakt mit der Aryan Brotherhood, der ihn im Gefängnis vor Schikanen schützen und die AB-Mitglieder außen mit Waren und Frauen versorgen sollte. Diese Allianz brachte der Family jedoch auch Probleme ein. Kenneth Como von der AB erwies sich als äußerst Machtbewusst und zog einige Anhänger der Family zu sich herüber (Spaltung in Comoites und Mansonites).
Schließlich kam der endgültige Bruch dadurch, dass Manson sich weigerte, einfach nur als Loyalitätsbeweis einen Schwarzen umzubringen (Quelle: Lynette Fromme).

Die Aryan Brotherhood kümmerte dieses Intermezzo wenig. Sie erhielt dadurch ein wenig Popularität, kümmerte sich an sonsten aber vor allem um die Drogengeschäfte, die inzwischen äußerst blutig ausgetragen wurden. Es kam bei Drogenkämpfen zu vielen Toten auf seiten verschiedener Gangs und der Polizei.
Aus taktischen Gründen konnte man aber auch mit ideologischen Feinden zusammenarbeiten, wie z. B. mit der mexikanischen Gang "La Eme".
Erbitterte Feinde über lange Zeit waren und sind aber die Kämpfer der "Black Guerilla Family". 


DIE NEUSTRUKTURIERUNG DER 80er-JAHRE

Die Konsolidierung der Machtstrukturen wirkte bis in die 80er-Jahre. Die Aryan Brotherhood hatte inzwischen ein Netz fast über die ganzen Vereinigten Staaten gespannt und war jetzt in Chapter aufgeteilt. Die Zusammenarbeit zwischen Untergruppen innerhalb und außerhalb der Gefängnisse funktionierte inzwischen auch prächtig. Neben dem Drogenhandel waren der Überfall auf Geldtransporte und Geldfälschungen "Highlights" der Verbrecherorganisation.
Die Organisation drängte auch zunehmend in den Waffen- und Sprengstoffhandel vor, was aber erst in den 90er-Jahren und später deutliche Auswirkungen hatte. 

Trotz der bisherigen Erfolge musste man aufgrund der gewonnenen Größe und aufgrund der neuen Herausforderungen seine innere Struktur anpassen. Die Aryan Brotherhood teilte sich intern in eine Gruppe für Bundesgefängnisse und eine Gruppe für Staatsgefängnisse (der Einzelstaaten). Die Aryan Brotherhood wurde jetzt von einem Dreiergremium gelenkt.
Nach außen hin versuchte die Aryan Brotherhood, Kontakte zu White-Supremacy-Gruppen wie der Aryan Nation herzustellen. In einigen Fällen gelang das und traf auf Gegenliebe, in anderen Fällen war die Reaktion ablehnend.


WEITERE ENTWICKLUNG: 90er-JAHRE, 00er-JAHRE


Die Aryan Brotherhood setzte im folgenden ihren Kurs fort und intensivierte ihn noch. In den 90er-Jahren kam es nicht nur zu einer langen Reihe von Straftaten, Machtkämpfen und Morden im illegalen Geschäftsleben, sondern auch zu ideologisch motivierten Morden an Nicht-Weißen. Berühmt wurde ein Fall in Jasper (Texas), in dem drei Ex-Häftlinge den Schwarzen James Byrd (Jr.) am Heck ihres Pick-Ups zu Tode schleiften.

Auch der Handel mit Waffen und Sprengstoff wurde intensiviert. Das FBI deckte 2000 auf, dass die AB nicht nur mit Sprengstoff handele, sondern sogar Anschläge auf Bundesbehörden in großem Stil plane.

Gleichzeitig gelangen den Behörden aber auch einige Erfolge gegen führende Mitglieder der AB. Sie konnten einige aus der Zelle (Isolationshaft!) geschmuggelte Kassiber entschlüsseln und so den Führern der AB Mordabsichten nachweisen. Damit waren viele der Anführer in Schwierigkeiten.
Im Jahre 2002 wurden in einer Großaktion viele AB-Köpfe abgegriffen und auf der Grundlage des RICO-Aktes angeklagt. 
In einer Reihe von Großprozessen ab 2006 konnte zwar die Todesstrafe abgewendet werden, aber viele der Gefangenen müssen nun für immer hinter Gittern bleiben. In einigen Fällen macht die Haftverlängerung aber nichts mehr aus, weil die Häftlinge sowieso schon lebenslänglich ohne Chance auf Bewährung haben.
Zum Leidwesen der AB sagten auch einige ihrer Bundesbrüder gegen die Führung aus. Motive mögen einerseits in Haftminderung gelegen haben, andererseits aber auch darin, dass die Führung der AB nicht nur einzelne Mordaufträge erteilt hat, sondern gleich ganze Familien ausrotten wollte.
Da bekamen selbst einige erfahrene Killer Gewissensbisse (z. B. Michael Thompson).
Die Verfolgungsmassnahmen des Staates trafen insbesondere Barry Byron Mills und Tyler "The Hulk" Bingham. 



Im Juni 2005 gingen die Fahnder auch gegen den verbündeten "Order of the Blood" vor, der besonders in Ohio Hauptquartiere unterhielt.

Ein weiteres Problem ist die Aryan Brotherhood of Texas (ABT). Dabei handelt es sich um eine Abspaltung von AB-Anhängern, die vom Führungsgremium der AB nicht in der Organisation geduldet wurde - aus welchen Gründen auch immer.
Neben ihren Bandenkriegen machte die Gruppe Anfang 2014 von sich reden, als sie aller Wahrscheinlichkeit nach für Morde an Staatsanwälten verantwortlich war.
Im Januar 2014 erschoss sie Mark Hasse (Leitender Oberstaatsanwalt) und im März Mike McLelland (Bezirksstaatsanwalt) und seine Frau Cynthia.
Unklar ist, ob auch ein Zusammenhang mit dem Mord am Gefängnisdirektor Tom Clement aus Colorado besteht. Der mutmassliche Täter Evan Ebel starb 2 Tage später in Dallas bei einer Schießerei mit Polizisten.