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Sonntag, 21. September 2025

CHAD HAAG (DEUTSCH)

18.09.2025


Post from Chad A Haag Philosophy Channel
Chad Haag


Chad Haag (English)


Chad A. Haag ist ein US-amerikanischer Philosoph und Schriftsteller.

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LEBEN

Chad Haag hat an der University of Northern Colorado zuerst Philosophie im Hauptfach studiert. Dann erwarb er an der University of Colorado Boulder den Master in Vergleichender Literatur.

Haag interessierte sich früh für Philosophiegeschichte und für Technikkritik.

Chad Haag zog 2018 nach Indien und heiratete seine Frau Minu Haag. Laut US-Medien (vgl. CNBC, Okt. 2018) tat er dies auch, um der Zahlung seiner hohen Studiengebühren zu entgehen.
Das Paar lebt derzeit (2025) in Uchakkada in Kerala in Indien, wo Haag auch an der Universität lehrt.

Chad Haag hat zur Veröffentlichung seiner philosophischen Ansichten einen Youtube-Kanal eröffnet, der aber später gesperrt wurde. Dabei sind seinen Aussagen vom August 2025 zufolge über 700 Videos verlorengegangen (https://chadahaag.substack.com). Er selber habe diese Entwicklung nicht genau verfolgen können, da er aus Gründen der Fokussierung manchmal Medienpausen einlege.
In einigen Gesprächen und Vorträgen ist er aber wieder auf Youtube zu sehen.
Darunter sind auch Einführungen in die deutsche Sprache mit philosphischem Schwerpunkt.


WERK

Haag beschäftigt sich mit europäischer Philosophie in Antike, Mittelalter und Neuzeit und mit außereuropäischer Philosophie.
Schwerpunktthemen sind u. a. die Philosophie des Geistes von Hegel, die Hermeneutik, die Peak-Oil-Philosophie, die Tiefen-Ökologie (Deep Ecology) von Pentti Linkola  und die radikale Technikkritik von Denkern wie John Zerzan und Ted Kaczynski.
Die tödliche Gewalt des als "UNAbomber" bekannten Ted Kaczynski lehnt Haag aber trotz seiner Sympathien für dessen Gedanken ab.
Ähnlich wie Kaczynski vertritt auch Haag die Meinung, dass linke Aktivisten wie z. B. Professoren aufgrund ihrer Verbindungen zum System keine wirkliche Revolutionäre seien, sondern Angepasste, die unangepasst tun.

Die Werke Chad Haags werden unterschiedlich bewertet. Sie sind außerdem noch nicht so bekannt wie bei etablierten Philosophen.
Einerseits begrüßen Kritiker es, dass er die Schattenseiten der Technisierung der Welt aufzeigt und mit etablierten philosophischen Denkschemata (z. B. Deutscher Idealismus) verknüpft.
Andererseits gibt es auch Kritik daran, wie er das macht und dass er auch radikale Technikkritiker wie Ted Kaczynski und Pentti Linkola lobend erwähnt - ohne deren Gewalt zu verherrlichen. 
Kaczynski schreckte im Kampf gegen das technologische System und die Industriegesellschaft nicht vor Bombenanschlägen zurück, der Finne Linkola wurde im Verlauf seines Lebens immer radikaler und verbitterter und lobte bald alles, was die Anzahl der Menschen auf der Erde reduziert, einschließlich Krieg, Völkermord und Seuchen. 


VERÖFFENTLICHUNGEN (Auszug)

A Critique of Transcendental Memology: A Peak Oil Philosophy of Truth; 2018

The Philosophy of Ted Kaczynski: Why the Unabomber was Right about Modern Technology; 2019

Being and Oil: Volume One: Peak Oil Philosophy and the Ontology of Limitation; 2019

The Hermeneutics of Ecological Limitation: Ecophilosophy Beyond Environmentalism; 2019

Hermeneutical Death: The Technological Destruction of Subjectivity; 2020

The Later Philosophy of Pentti Linkola; 2020

Social Justice Madness; 2021


Sonntag, 14. September 2025

MEINUNG/KOMMENTAR: DIE WELTWEITE SICHERHEITSLAGE IM JAHRE 2025

14.09.2025


Geopolitik (pixabay.com; Vilius Kukanauskas)


In den deutschen Medien wird viel über die militärische Lage in Osteuropa gesprochen.
Gleichzeitig berichtet man über den immer weiter eskalierenden Krieg um Israel.

Über die permanenten Kriege in Teilen Afrikas wird wenig gesprochen.
Auch nicht über die aus unserer Sicht riesengroße Kriegsgefahr in Ostasien.

Es ist Zeit, das einmal kurz zu kommentieren.
Zuerst einmal zum Ukrainekrieg...


0. VON GROẞEN UND KLEINEN KRIEGEN

Nach dem Kalten Krieg sagten viele, die Zeit der Großen Kriege sei vorbei, jetzt sei die Zeit der kleineren Militäroperationen, quasi wie "Weltpolizeioperationen", wenn man an das Werk "Empire" von Hardt/Negri denkt. (Wenn man die Weltherrschaftsstruktur als einziges Empire sieht, dann sind Kriege Teil der Innenpolitik und damit Polizeiaktionen.)

Das war aber nur vorübergehend so und auch nur deshalb, weil die USA die einzige verbliebene Weltmacht waren.
Es deutet sich seit einigen Jahren an, dass wieder eine Zeit der Großen Kriege heranbricht.

Als Hauptakteure sehen wir die USA, Russland und China. Als Hauptkonfliktlinie sehen wir die (gesamte) Küste Ostasiens.
Denkbar ist aber auch eine große Explosion um Indien herum, also Südasien, oder eine weitere Eskalation des Krieges in Osteuropa.


I. DER UKRAINEKRIEG IN OSTEUROPA

Bezüglich des Ukrainekriegs wird nicht nur die Grausamkeit des Krieges angesprochen, sondern auch immer wieder die Schuldfrage kontrovers diskutiert.
In den Medien wird meist die Haupt- oder Alleinschuld bei Russland gesucht.
Im Internet gibt es nicht wenige, die die Schuld bei Washington und Kiew suchen.

Aus unserer Sicht haben Machtpolitiker in den USA UND Russland den Konflikt schon seit Jahren eskaliert. Dabei ist das nicht die gesamte Machtelite oder gar das gesamte Volk, sondern bestimmte Gruppen von Kriegstreibern in den jeweiligen Ländern.


Die US-Seite

In den USA sind die Vorantreiber einer imperialen Politik v. a. die Neocons, einige traditionalle Konservative und Geostrategen wie der 2017 verstorbene Zbigniew Brzezinski.

Das Ziel der US-Außenpolitik - und aus friedenspolitischer Sicht ihr Fehler - war, dass man nach dem Ende des Kalten Krieges 1990/91 nicht Ruhe gab, sondern Russland weiter provozieren und damit in Schach halten wollte.

Zbigniew Brzezinski hat das in aller Deutlichkeit in seinen Büchern, Artikeln und in Interviews gesagt:

In "The Grand Chessboard" (1997) hat Bzezinski schon vor fast 30 Jahren geschrieben, dass die USA zur Wahrung ihrer führenden geopolitischen Stellung nach dem Kalten Krieg Russland überall um das Land herum reizen müssten. Eine besondere Rolle komme dabei der Ukraine zu, über die Russland seine Kontrolle verlieren müsse.
Brzezinski sah Eurasien als geopolitisches Schachbrett (Buchtitel!), auf dem die kommenden Machtkämpfe ausgetragen würden. Auf diesem sah er Russland mehr als Gegner als China (was viele Strategen in den USA anders sehen).
Europa und Japan sah er politisch-millitärisch nur als semi-autonom und als von den USA abhängig an. Südamerika und Afrika widmete er nur wenig Beachtung.

Brzezinski war ein Hardliner, eine Art demokratisches Pendant zum Republikaner Kissinger.
Biographisch hatte er subjektiv Gründe dafür: Sein Vater war polnischer Diplomat und wusste, wozu die frühe Sowjetunion gegenüber Polen fähig war. Daher kam sein Russland-Hass.

Man kann durchaus sagen, das Brzezinski die US-Außenpolitik für polnische Zwecke umfunktionieren wollte, so wie es die Neocons für Israel tun.
Dies brachte ihm besonders die Kritik der isolationistische Rechte in den USA ein, nämlich dass US-Blut für ein anderes Land geopfert werde.
Auf Seiten der Linken hat dies Michael Moore benannt.

Brzezinski hat schon im Kalten Krieg die Idee propagiert (wenn auch nicht er alleine), um die Sowjetunion herum einen islamischen "Green Belt" zu legen (und das Land im Westen durch Solidarnocs im katholischen Polen zu provozieren), um es zu schwächen.

Diese Strategie hat im Sinne eines Zusammenbruchs der Sowjetunion zwar funktioniert, aber über eine Million Menschenleben gekostet, riesige Gebiete verwüstet und den USA den antikommunistischen Zauberlehring beschehrt, der danach in Form von Bin Laden und anderen gegen seinen Meister USA selbst ziehen und schließlich das World Trade Center zum Einsturz bringen sollte.
Schon als die Sowjets sich aus Afghanistan zurückzogen, skandierten einige Rebellen, jetzt werde man auch die USA angreifen.

Der späte Brzezinski hat die Fehler seiner Politik, zumindest den "Imperial Overstretch", wenigstens etwas erkannt und in seinem Buch "Strategic Vision: America and the Crisis of Global Power" (2012) fünf Jahre vor seinem Tod 2017 auch benannt.

Man kann es selber daran sehen, dass in Teilen der USA (nicht im ganzen Land) die Infrastruktur verkommt, während man gleichzeitig in fast jedes Land der Erde einmarschieren kann (ob man es halten kann, steht auf einem anderen Blatt).


Die russische Seite

Auch auf Russland gibt es Hardliner und Propagandisten einer imperialen Politik.
Der Kreis um Putin ist bekannt dafür.
Das geopolitische "Pendant" zu Zbigniew Brzezinski ist Alexander Dugin.

Der Punkt ist, dass Russland sich zwar einerseits durch die NATO-Erweiterungen bedroht fühlt, andererseits aber selber Provokationen inszeniert, um einen Kriegsvorwand zu haben.

Im Jahre 1999, als Putin noch Präsidentschaftskandidat und kaum bekannt war, explodierten in und um Moskau Wohnhäuser. Dadurch starben ungefähr 300 Menschen.
Zusätzlich kam es zu Zwischenfällen in Dagestan.
Putin wurde dadurch zum einen Präsident und hatte zum anderen einen vermeintlichen Kriegsgrund, Tschetschenien anzugreifen, dass nach dem vorangegangenen Ersten Tschetschenienkrieg zwar autonom, aber nicht unabhängig war.

Das Problem ist aber folgendes: Es bestehen größte Zweifel, ob die Anschläge auf Moskauer Hochhäuser und die Zwischenfälle in Dagestan wirklich von Tschetschenen ausgingen.
Folgendes ist zu beachten:

  • in einem Fall ging eine Hochhausbombe nicht hoch, weil ein aufmerksamer Anwohner drei Personen beobachtete, die Sprenggranulat in Säcken in den Keller des Hauses trugen;
    der Anwohner informierte die Polizei
  • die Polizei nahm aber keine Tschetschenen fest, sondern zwei Männer und eine Frau, die sich als Mitarbeiter des Geheimdienstes FSB herausstellten
  • die Sprengstoffgranulat-Säcke für die Hochhaussprengungen waren als Zuckersäcke gekennzeichnet (später auch "Ryazan Sugar" genannt);
    in Kasernen gab es Soldaten, die an diesen angeblichen Zuckersäcken naschten, das Granulat ausspuckten und dann im Labor untersuchen ließen;
    dadurch kam heraus, was es wirklich war
  • Alexander Litwinienko, der selber Insiderinformationen hatte und um sein Leben fürchtend nach Großbritannien flüchtete, veröffentlichte über diverse False-Flag-Operationen das Buch "Blowing Up Russia"
  • danach wurde er mit radioaktivem Polonium vergiftet 

Man sieht an solchen Dingen, dass auch Russland falsch spielt.
Es reagiert nicht nur auf ausländische Provokationen, sondern schafft selber welche, die dann als Vorwand dienen, in Nachbarländer einzuwirken (z. B. durch Bestechung, Bedrohung und Geheimdienstmorde) und notfalls auch einzumarschieren.









Sonntag, 7. September 2025

MEINUNG/KOMMENTAR: DIE MENSCHHEITSGESCHICHTE AN SICH

07.09.2025

pixabay.com (Piyapong Saydaung)


Wenn man sich die Menschheitsgeschichte anschaut, dann war es auch immer eine Geschichte der Instabilität.

Immer wieder wollten macht- und ruhmsüchtige Herrscher etwas erobern und an sich reißen. Manchmal gelang es, manchmal überschätzten sie sich dabei.

Das "einfache Volk" war manchmal unwillig, ihnen zu folgen, weil für die einzelnen Menschen und die Familien viel auf dem Spiel stand, manchmal ließ sich das Volk auch mitreißen.

Selten gelang es, einfach einen ruhig funktionierenden Status Quo zu halten.
Manchmal gelang es auf Zeit und in einer begrenzten Region.

Man mag auch an den berühmten Satz aus Blaise Pascals "Gedanken" denken:
"Alle Probleme der Weltgeschichte kommen nur daher, dass die Menschen nicht ruhig hinter ihrem Tisch sitzen können (in einem Zimmer bleiben)."

In großen Teilen Europas gab es nach dem Zweiten Weltkrieg ab 1945 eine lang anhaltende Friedensperiode, in der eine große Infrastruktur aufgebaut werden konnte.
Doch diese Phase des Friedens wirkte nicht übrerall:

  • auf den Zweiten Weltkrieg folgte der Kalte Krieg mit der ständigen Gefahr atomarer Zerstörung
  • weltweit gesehen war die Zeit nach 1945 keineswegs überall eine Friedenszeit
  • auch in Europa selbst herrschte nicht überall Frieden:
    in Teilen Osteuropas gingen die Kampfhandlungen nach 1945 weiter (ähnlich wie nach dem Ersten Weltkrieg);
    das Ende des Kalten Krieges wäre auch in Europa beinahe blutig geworden;
    nach dem Ende des Kalten Krieges brach auf dem Balkan der Yugoslawienkrieg aus

Insgesamt gesehen wäre es "normativ" besser, wenn man andere Ziele formulieren und angehen würde:

  • weltweite Verbesserung des Wohlstandes
  • Weiterentwicklung der Medizin zum Wohle aller
  • Vermeidung von "Modernisierungsfallen" wie Übertechnisierung, Überkomplexität, Entfremdung und unsinniger Beschleunigung
    (das bedeutuet nicht: Technikfeindlichkeit)
  • gegebenenfalls Besiedlung anderer Planeten oder Monde
  • Freibier für alle! 

 

Montag, 1. September 2025

MICHAEL ENDE

 01.09.2025 (01:13) - 31.12.2025


Michael Andreas Helmuth Ende (* 12.11.1929 in Garmisch; † 28.08.1995 in Filderstadt) war ein deutscher Schriftsteller. Er zählt zu den erfolgreichsten deutschen Jugendbuchautoren. Bücher wie Die unendliche Geschichte, Momo und Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer waren internationale Erfolge und wurden vielfach für Film, Fernsehen und Theater adaptiert. Endes Werke verkauften sich gemäß Verlagsangaben weltweit über 35 Millionen Mal und wurden in mehr als 50 Sprachen übersetzt.

LEBEN

Michael Ende war der Sohn des surrealistischen Malers Edgar Ende (1901–1965) und dessen Ehefrau Luise Bartholomä (1892–1973). Kurz nach seiner Geburt zogen die Eltern von Garmisch nach München, da der Vater sich dort bessere Erfolgsaussichten als Maler versprach. Edgar Ende war ein sehr kreativer Mensch, die finanziellen Engpässe aufgrund seines Berufes führten aber häufig zu Ehestreitigkeiten.

Die ersten Jahre seines Lebens verbrachte Ende in den heutigen Münchener Stadtteilen Pasing und Schwabing. Mitte der 1930er-Jahre geriet die Familie in eine Krise, als Edgar Endes Werke von der Reichskulturkammer (RKK) als entartete Kunst eingestuft wurden. Viele Freunde und Kollegen des Vaters, manche von ihnen Juden, wurden deportiert. Michael Ende lernte als kleines Kind, Außenstehenden gegenüber nichts von dem zu Hause Gehörten zu verraten. Ab 1940 besuchte Ende das Maximiliansgymnasium in München, wobei er nach eigenen Angaben ein schlechter Schüler war und die Schule verabscheute. 1943 wurde das Gymnasium evakuiert und Ende kam mit der Kinderlandverschickung in seinen Geburtsort Garmisch-Partenkirchen zurück.

Als der 15-jährige Ende wenige Wochen vor Kriegsende seinen Stellungsbefehl zur „Heimatverteidigung“ erhielt, zerriss er diesen und schloss sich der Freiheitsaktion Bayern an. 1948 absolvierte Ende das Abitur an der Waldorfschule in Stuttgart. 
Während der Zeit in Stuttgart unternahm er erste Schreibversuche, beeinflusst von der dadaistischen und expressionistischen Dichtung. Anschließend besuchte Ende bis 1950 die Schauspielschule Otto Falckenberg in München. Er wollte sich dadurch einen Ansatz für eine spätere Karriere als Theaterautor schaffen; eine Schauspielkarriere war nicht sein Hauptziel. Nach der Ausbildung agierte Ende als Schauspieler bis 1953 an verschiedenen Regionaltheatern, unter anderem mehrere Monate am Landestheater in Schleswig-Holstein. Während dieser Zeit verfasste er Texte für verschiedene politische Kabaretts. Von 1954 bis 1962 war er auch als Filmkritiker für den Bayerischen Rundfunk tätig, was erstmals ein festes Einkommen für ihn war.

Mit eigenen, meist dramatischen Theaterstücken blieb Ende erfolglos. 
Ende der 1950er-Jahre verfasste er sein Manuskript Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer: „Ich setzte mich also an meine Schreibmaschine und schrieb: Das Land, in dem Lukas der Lokomotivführer lebte, war nur sehr klein. Das war der erste Satz, und ich hatte nicht die geringste Vorstellung, wie der zweite heißen würde. 
Ich hatte keinerlei Plan zu einer Geschichte und keine Idee. Ich ließ mich einfach ganz absichtslos von einem Satz zum anderen, von einem Einfall zum nächsten führen. So entdeckte ich das Schreiben als ein Abenteuer. Die Geschichte wuchs und wuchs, immer mehr Gestalten stellten sich ein, Handlungsfäden begannen zu meinem eigenen Erstaunen sich durcheinander zu weben.“ Diese recht ungewöhnliche Arbeitsweise verglich Ende gerne mit der Arbeitsmethode eines Malers, der oftmals nur eine vage Idee habe, doch dann während des Arbeitsprozesses aus dem Material etwas viel Besseres entstehen lasse. Nach zehn Monaten Arbeit war Jim Knopf fertig. Das Manuskript wurde zunächst über eineinhalb Jahre von insgesamt zwölf Verlagen abgelehnt, etwa mit der Begründung, es sei zu lang für ein Kinderbuch. Erst 1960 wurde das Werk auf Betreiben der Verlegerin Lotte Weitbrecht in ihrem Thienemann Verlag in Stuttgart veröffentlicht. Jim Knopf gewann den Deutschen Jugendliteraturpreis und ist seitdem ein großer Erfolg. Im Thienemann-Verlag veröffentlichte Ende in den folgenden Jahrzehnten die meisten seiner Werke.

Der Erfolg von Jim Knopf machte Ende erstmals finanziell unabhängig. Im Jahr 1964 heiratete er die Schauspielerin Ingeborg Hoffmann. Zwischen den Jahren 1965 bis 1971 lebte Ende mit seiner Familie im Alten Schloss in Valley in der Nähe von München. Eine Enttäuschung für ihn war 1967 die erfolglose Inszenierung seiner Tragikomödie Die Spielverderber, die schlechte Kritiken bekam. Verschiedene Kritiker in Deutschland machten Ende, gerade seines Jim Knopf wegen, Eskapismus zum Vorwurf und warfen ihm vor, mit seinen positiven Märchen die Kinder nicht auf das richtige Leben vorzubereiten. Er wurde in der Kritik als „Schreiberling für Kinder“ abgetan. Unter anderem wegen dieser Eskapismus-Debatte zogen Ende und seine Frau Anfang der 1970er-Jahre nach Italien.
Sie ließen sich in Genzano di Roma, etwa 30 Kilometer südöstlich von Rom, in der Villa Liocorno (Einhorn) nieder. Michael Ende betonte, dass man in Italien im Gegensatz zu Deutschland nicht die strenge Unterscheidung zwischen realistischer und fantastischer Literatur mache, sondern es dort nur auf die Qualität des Geschriebenen ankomme.

„Man darf von jeder Tür aus in den literarischen Salon treten, aus der Gefängnistür, aus der Irrenhaustür oder aus der Bordelltür. Nur aus einer Tür darf man nicht kommen, aus der Kinderzimmertür. Das vergibt einem die Kritik nicht. Das bekam schon der große Rudyard Kipling zu spüren. Ich frage mich immer, womit das eigentlich zu tun hat, woher diese eigentümliche Verachtung alles dessen herrührt, was mit dem Kind zu tun hat.“

Michael Ende

In Italien entstand 1973 sein märchenhafter Roman Momo, der mit über sieben Millionen verkauften Exemplaren eines seiner weltweit erfolgreichsten Werke ist. Im Jahr 1985 war Ende auch einer der Autoren des Drehbuchs für die Verfilmung Momo unter Regie von Johannes Schaaf. In diesem Film übernahm Ende einen kleinen Gastauftritt als Zugpassagier. In den 1970er-Jahren hatte Ende in enger Zusammenarbeit mit dem Komponisten Mark Lothar bereits das Libretto zur Oper Momo und die Zeitdiebe geschrieben. Die Uraufführung fand 1978 am Landestheater Coburg statt. Ebenfalls ab 1978 arbeitete er regelmäßig mit dem Komponisten Wilfried Hiller zusammen. Aus dieser Partnerschaft entstanden zahlreiche Musiktheaterstücke, wie 1985 Der Goggolori oder das Hörspiel Norbert Nackendick oder das nackte Nashorn. Anfang der 1980er-Jahre veröffentlichte er mit dem Politiker Erhard Eppler und der Schauspielerin Hanne Tächl den Gesprächsband Phantasie/Kultur/Politik, der sich gegen das technokratische Denken in Politik und Wirtschaft aussprach.

Im Jahr 1979 schrieb Michael Ende seinen fantastischen Roman Die unendliche Geschichte. Das Buch verkaufte sich weltweit etwa zehn Millionen Mal und wurde in vierzig Sprachen übersetzt. In den 1980er-Jahren erreichte Endes Popularität einen Höhepunkt, und er dominierte mit mehreren Titeln die Bestseller-Listen in Deutschland. Die großangelegte Verfilmung der unendlichen Geschichte im Jahr 1984 durch den Produzenten Bernd Eichinger befürwortete Ende zunächst; als er den fertigen Film zu sehen bekam, war er aber entsetzt und bezeichnete ihn als „gigantisches Melodram aus Kitsch, Kommerz, Plüsch und Plastik“. Er kritisierte unter anderem, dass es dem Film an innerer Logik mangele und er die Grundbotschaften des Buches nicht mehr vermittle. Michael Ende ließ sich aus den Filmcredits streichen und prozessierte anschließend lange und letztlich erfolglos gegen die Filmemacher, dass sie entweder den Film umbenennen oder die Produktion stoppen sollten.

1983 erschien Endes Der Spiegel im Spiegel, eine surrealistische Geschichtensammlung, die sich vorwiegend an erwachsene Leser richtet. Mit seinen Werken versuchte Ende, sich nun auch als ernsthafter Autor für Erwachsene zu profilieren. Aber die deutsche Literaturkritik – weniger die ausländische – blieb Ende gegenüber weitgehend abweisend. Marcel Reich-Ranicki äußerte beispielsweise „Zum Phänomen Ende äußere ich mich nicht“, woraufhin Ende den Kritiker mit der Figur des scheußlichen, nutzlosen „Büchernörgele“ in seinem 1989 erschienenen Kinderbuch Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch aufs Korn nahm. Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch bedeutete erneut einen Erfolg für Ende und brachte ihm den Literaturpreis "La vache qui lit" ein. 
Nach weiteren Kinderbüchern Anfang der 1990er-Jahre erschien 1994 das Werk Zettelkasten, in dem Ende Skizzen und Notizen aus seinen Archiven veröffentlichte und auch erstmals direkt über sein eigenes Leben schrieb.

Nachdem seine erste Frau Ingeborg Hoffmann 1985 unerwartet verstorben war, kehrte Ende von Italien nach München zurück. Er heiratete 1989 die japanische Übersetzerin Mariko Satō (佐藤 真理子), die einige seiner Werke ins Japanische übersetzt hat. Zu Japan und seiner Kultur besaß Ende eine starke Zuneigung und besuchte dieses Land mehrmals. 1994 wurde bei Michael Ende Magenkrebs diagnostiziert, er starb an der Erkrankung am 28. August 1995 im Alter von 65 Jahren in Filderstadt. 
Seine letzte Arbeit, ein Libretto für eine musikalische Aufführung, blieb unvollendet.