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Dienstag, 11. Juni 2024

GESCHICHTE DER SOZIOLOGIE


Die Soziologie erforscht das Verhalten des Menschen in der Gesellschaft.

Es ist schwer, bei der Geschichte der Soziologie einen Anfangspunkt zu setzen. Die Soziologie als selbständige Disziplin unter diesem Namen entstand erst spät, grob der Psychologie vergleichbar.
In religiösen Vorstellungen und in der Philosophie gab es jedoch schon sehr lange soziologische Aspekte und Überlegungen.

(...)

Soziologie: Personen
Geschichte der Politikwissenschaft (Politologie)


PHILOSOPHIEN MIT PROTO-SOZIOLOGISCHEN INHALTEN

Aus heutiger Sicht soziologische Inhalte hatte schon die Philosophie der Alten Griechen, wenn nicht schon bei den Weisheitslehren Ägyptens und Mesopotamiens, Indiens und dem frühen China.
Griechische Philosophen lösten sich schrittweise von mythischen Weltbildern, beschäftigten sich aber anfangs noch hauptsächlich mit der Naturphilosophie (z. B. Thales von Milet; ca. 624/23 - 548/44 v. Chr.). Es war v. a. Sokrates (469 - 399 v. Chr.), der den Focus der Philosophie auf den Menschen und die menschliche Ethik lenkte. Viele von Sokrates' Schülern brachten es ebenfalls zu Berühmtheit und/oder gründeten eigene Schulen: Platon (428/27 - 348/47 v. Chr.), Aristoteles (384 - 322 v. Chr.), Antisthenes (445 - 365 v. Chr.), Aristippos (435 - 355 v. Chr.) usw.
Später wurde das Denken über das Verhalten des Menschen in der Gesellschaft immer mehr ausgebaut. Der Bezugsrahmen war aber nach den Eroberungen Alexanders des Großen nicht mehr so sehr die Polis (= Stadtstaat), sondern das jeweilige Königreich oder gleich der ganze Kosmos. Dies schlägt sich v. a. in der Philosophie des Hellenismus nieder: Hier seien die Akademiker (Schule nach Platon), Peripatetiker (Schule nach Aristoteles), Stoiker (Schule nach Zenon von Kition) und Epikureer (Schule nach Epikur) genannt.
Im antiken China dachten Denker wie Konfuzius und Menzius über richtige Staats- und Gesellschaftsordnungen nach oder über individuelle Moralfragen wie Mo oder Yang Zhu. Lao Zi spielte auch eine große Rolle.
Denker wie Han Fei vertraten dagegen eine rigide Machtpolitik und -philosophie.

Im europäischen Mittelalter das das proto-soziologische Denken sehr stark durch den christlichen Glauben bestimmt. Es gab zwar auch Rückgriffe auf die an sich heidnische Antike, aber deren Denker - wenn sie überhaupt bekannt waren - wie Platon oder noch mehr Aristoteles wurden christianisiert gedacht und interpretiert.

In der frühen Neuzeit brachte die Renaissance - zumindest in einigen Schichten - eine Rückbesinnung auf die Antike und eine erneute Wertschätzung des Individuums.
Diese Entwicklung und die folgende Zeit der Frühaufklärung um das 17. Jhd. herum, steigerten das Bedürfnis, den Menschen und seine Handlungen und Interaktionen mit anderen Menschen nicht nur aus Tradition oder Religion heraus zu erklären, sondern aus seinen eigenen Mechanismen.
Spinoza ging bei solchen Analysen oft mit mathematisch-geometrischer Präzision vor.
In der Zeit der Aufklärung, ungefähr während des 18. Jhd.s wollte man sich generell von Traditionen lösen, wenn sie nicht wie die Philosophien der Antike zu wirklicher Erkenntnis führten. Der Mensch wurde genau erforscht und Denkblockaden aufgehoben.
Voltaire war bekanntermaßen einer der Vorreiter dieser Bewegung.
LaMettrie war noch radikaler und privat im Zwist mit Rousseau. Er entwarf in "L'homme machine" (Der Mensch als Maschine) ein biologistisch-materialistisches Menschenbild.
Ein wichtiger Philosoph ist Jean-Jacques Rousseau, dessen Naturalismus bzw. Naturverherrlichung und Zivilisationskritik jedoch auch wieder Kritiker hervorriefen.



DIE ENTSTEHUNG DER SOZIOLOGIE AUS DER PHILOSOPHIE (ca. 19. Jhd.)

August Comte



Man kann leicht sehen, dass die Soziologie unterschwellig schon lange in der Philosophie existierte. 

Der Begriff "Soziologie" entstand aber erst durch Auguste Comte (1798 - 1857) in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Comte war ein Mathematiker und positivistischer Philosoph und ein Schüler von Henri de Saint-Simon (1760 - 1825), einem aufgeklärten Adeligen und (laut seiner Schüler) Frühsozialisten.
Der Terminus Soziologie setzt sich aus dem lateinischen "socius" (Genosse) und dem griechischen "λόγος/logos" (Wort, Sinn; Ratio...) zusammen.
Comte stellte sich darunter eine Art positive ("gesetzte", tatsachenorientierte) Naturwissenschaft des Sozialen vor, quasi eine Art "soziale Physik". Der Begriff Soziologie blieb bestehen, auch wenn Comtes Ideen nur bedingt Anklang fanden.

Wenigstens war damit der Grundstein gelegt, das Gesellschaftliche genauer zu erforschen. Ähnlich wie in der Psychologie setzte sich mit der Zeit die Überlegung durch, dafür Lehrstühle an Hochschulen einzurichten. Dies geschah in vielen Teilen Europas und in Nordamerika gegen Ende des 19. Jhds.





DIE BEGRÜNDUNG UND FESTIGUNG DER SOZIOLOGIE ALS AKADEMISCHE DISZIPLIN
(2. Hälfte 19./1. Hälfte 20. Jhd.)

In führenden Industriestaaten kämpfte die Soziologie an der Wende zum 20. Jhd.  um ihre Etablierung als Wissenschaft.


Die Begründung der Soziologie in Großbritannien
und ihre Entwicklung bis 1945


In Großbritannien wurde 1895 die London School of Economics gegründet. Sie kann als Durchbruch für eine Theorie und Faktenforschung integrierende Gesellschaftslehre gelten. In den USA wurde 1892 an der Universität Chicago das erste Department für Soziologie geschaffen. Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie wurde 1909 gegründet.

Der Brite Herbert Spencer war Philosoph und Autodidakt, der sich neben soziologischen Aspekten sehr stark für die Welt der Naturwissenschaften interessierte und in seinem späteren Werk Erkenntnisse der zeitgenössischen Biologie in die Soziologie integrierte. Das half ihm auch bei seinen Jobs als Techniker und Journalist, bis er durch ein reiches Erbe unabhängig wurde. Später versuchte er sich an einem "System der synthetischen Philosophie".
Im 20. Jhd. hinderte eine starke Sozialanthropologie (Ethnosoziologie) die Soziologie in Großbritannien allerdings am Wachstum.


Die Begründung der Soziologie in Frankreich
und ihre Entwicklung bis 1945

Französische Philosophen und Soziologen haben einen großen Beitrag zur Entwicklung der Soziologie geleistet.

Émile Durkheim erlebte als Franzose die militärischen Niederlage seines Landes 1870/71 und besuchte anschließend das Deutsche Reich, um die Ursachen der Stärke des damaligen Deutschlands zu erforschen.
Berühmt wurde Durkheim auch für seine Studien über den "Selbstmord", den er u. a. auf "Anomie" zurückführte. Der Anomie-Begriff spielte heute noch eine Rolle in der Kriminoloigie.

Der Einfluss von Emile Durkheim war so groß, dass es fähige Soziologen wie Gabriel Tarde (1843 - 1904) und Arnold van Gennep (1973 - 1957) schwer hatten, sich Gehör zu verschaffen.
Tarde war auch Jurist und Kriminologe und untersuchte anders als Durkheim kleine psychologische Wechselbeziehungen zwischen Individuen (Nachahmung, Innovation).
Van Gennep war Deutsch-Franzose und bekannt für seine ethnologischen Studien, in denen er u. a. Übergangsriten untersuchte.

Später wurden Marcel Mauss (1872 - 1950; auch Ethnologie und Religion) und Maurice Halbwachs (1877 - 1945; Kollektives Gedächtnis) bedeutend. Halbwachs starb im KZ Buchenwald.


Die Begründung der Soziologie in den USA
und ihre Entwicklung bis 1945


In den USA war die Soziologie also auch schon um 1900 aktiv. Hier entwickelten sich diverse Theorieansätze und Denkschulen.
Einige Soziologen wollten gezielt "sozial-verbessernd" und sozialarbeiterisch wirken und beschäftigten sich z. B. mit dem Schicksal von Arbeitern und Schwarzen, die damals noch Neger genannt wurden. Dies galt besonders für die frühen Projekte in Chicago.
Thorstein Veblen betrieb eine noch bis heute bekannte Elitenforschung und befasste sich mit dem Thema "Luxus". Hier gab es gewisse Überschneidungen mit dem Deutschen Werner Sombart, der aber politisch recht viel "wanderte" zwischen Nationalismus, Sozialismus, nationalem Sozialismus und anderen Ansätzen.


Die Begründung der Soziologie in Deutschland
und ihre Entwicklung bis 1945

Als fachliche Begründer der Soziologie im Deutschen Reich gelten Ferdinand Tönnies, Georg Simmel und Max Weber.

SIC: in Frankreich Émile Durkheim und in Großbritannien Herbert Spencer.


Ferdinand Tönnies (Wiki: Ferdinand Urbahns)

In Deutschland gilt die 1887 erschienen Studie von Ferdinand Tönnies "Gemeinschaft und Gesellschaft" als Begründung des modernen Faches Soziologie.

Ferdinand Tönnies gilt zusammen mit Georg Simmel und Max Weber als Begründer der deutschsprachigen Soziologie und war bis 1933 erster Präsident der "Deutschen Gesellschaft für Soziologie".

Georg Simmel war ein Kulturphilosoph, Stadt- und Konfliktsoziologe. Er systematisierte viele Begriffe und verfasste z. B. eine Philosophie des Geldes.

Der Jurist Max Weber galt als typischer Wissenschaftler des aufstrebenden Zweiten Deutschen Kaiserreiches. Er war zwar etwas liberaler als viele der damals rechtskonservativen Professoren, aber durchaus national gesinnt und unterstützte den Erwerb von Kolonien. Weber erforschte Bürokratien genauer und untersuchte in ihnen Routinen und Machtgefälle.

Die erste ordentliche Soziologie-Professur hatte seit 1919 Franz Oppenheimer inne (Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main: Lehrstuhl für Soziologie und theoretische Nationalökonomie).
Die erste "Nur-Soziologie-Professur" hatte ab 1925 Hans Freyer inne (Universität Leipzig).

Die Soziologie im beschriebenen Sinne konnte in Nazideutschland nicht mehr weiterbestehen. Viele Forscher waren Juden und wurden von ihren Lehrstühlen entfernt, aber selbst der alte Ferdinand Tönnies musste gehen.
Von den jüdischen Forschern wanderten viele in die USA aus. Karl Mannheim, der selber das Thema Ideologie erforschte, wurde vor dem NS gewarnt, ging aber weiter seiner Lektüre nach und nahm Hitler lange nicht ernst. Vielen passierte der gleiche Fehler (eine Ausnahme ist z. B. der Philosoph Günther Anders).
Solche Ereignisse werfen immer wieder die Frage von Forscherleben und Realitätsbezug auf.
Wer nicht in die USA floh, floh z. B. in die Schweiz, nach Skandinavien (Theodor Geiger; Theorie der sozialen Schichtung), in die Türkei oder nach Neuseeland.
Wer es aber nicht ins Exil schaffte, war direkt vom Tode bedroht.
Die Soziologin Hanna Meuter wies darauf hin, dass sehr viele der im NS schikanierten Soziologen 1948 nicht mehr am Leben waren.

Die Nazis stellten aber die Soziologie nicht völlig kalt, sondern erschufen die "Deutsche Soziologie". Es ist also nicht wahr, wenn manche behaupten, im NS habe es keine Soziologie gegeben. Die Soziologie hatte von da an nur klaren machtpolitischen und ideologischen Zielen zu dienen - dasselbe galt für ihre empirischen Studien.
Einige Lehrstühle wurden auch umbenannt, so z. B. in Philosophie (Arnold Gehlen), Politische Wissenschaften (Hans Freyer) o. ä.
Viele der verbliebenen oder neu hinzugekommenen Soziologen waren NSDAP-Mitglieder und/oder Mitglieder von NS-Unterorganisationen.
Ähnlich wie bei Juristen, Philosophen, Historikern, Sozialhistorikern usw. setzten einige Forscher ihre Studien nach 1945 fort, änderten nur ab und zu ein paar verfängliche Begriffe ab.
Von Gehlen überlebte z. B. die "Institutionentheorie" den Regimewechsel von 1945. Interessant ist, dass er aber nach dem Zweiten Weltkrieg von Österreich als Ausländer ausgewiesen wurde, obwohl sich viele Österreicher vor 1945 noch als Deutsche gesehen und kollaboriert hatten.


Sonstige

Weitere wichtige Soziologen der Frühzeit waren: Der jüdische "Österreich-Ungar", Deutsche, Brite und Weltbürger Karl Mannheim (* 1893), der Italiener Vilfredo Pareto, dessen Eliten- und Ideologietheorien ihn in die Nähe des Faschismus führten, die Polen Ludwig Gumplowicz und Bronislaw Malinowski uvam.


DIE SOZIOLOGIE NACH 1945


USA

Ein berühmter Soziologe, der die verschiedenen Ansätze vereinheitlichen wollte, war Talcott Parsons (1902 - 1979). Parsons versuchte unter Heranziehen von Konzepten von George Herbert Mead und Alfred Schütz eine allgemeine Handlungstheorie aufzustellen.
Da Parsons ursprünglich aus der Biologie kam, kannte er die dortigen Systeme/Regelkreise und wollte sie auch auf die Soziologie anwenden. Methodologisch ist das aber umstritten.
Parsons Ansatz nannte man auch struktur-funktionalistisch. In den Struktur-Funktionalismus gingen auch Erkenntnisse der britischen Sozialanthropologie ein.
Ein deutscher Jurist, der sich auch für soziologische Fragen interessierte, Niklas Luhmann, hörte Parsons bei einem Bildungsaufenthalt in den USA und übernahm viele von dessen Ideen für seine funktional-strukturalistische Theorie bzw. Systemtheorie.
Parsons in den USA und Luhmann in der BRD mussten beide mit heftigem Widerspruch leben.
Einmal gab es in den 1960er-Jahren Konkurrenz durch kommunikationstheoretische Ansätze und Theorien des symbolischen Handels, andererseits deutete sich der Neomarxismus der '68er an.

Die US-Soziologie des 20. Jhd.s, insbesondere seiner zweiten Hälfte, war jedoch nicht nur durch Talcott Parsons berühmt.
Auch durch die Chicagoer Schule immer wieder Meilensteile gesetzt, z. B. von Robert Ezra Park.
Robert K. Merton (1910 - 2003) lehre an mehreren renommierten Universitäten. Er war ein Schüler von Talcott Parsons und von Pitirim Sorokin, neigte aber anders als Parsons nicht zu "gigantischen" Makro-Theorien sondern zu Theorien mittlerer Reichweite.

Sehr bedeutsam war auch die Theorie der rationalen Entscheidung, die stark an ökonomischen Grundsätzen orientiert wer.

Eine weitere starke Theoriefamilie war die des Symbolischen Interaktionismus und der Ethnomethodologie. Beide beeinflussten auch das Denken in Deutschland stark.
Bisweilen war der Einfluss aber beidseitig: Talcott Parsons und Charles Wright Mills waren in ihren Anfängen stark von der deutschen Soziologie beeinflusst worden, insbesondere vom Max Webers Herrschafts- und Bürokratietheorie.

Eine eigenständige, aber dennoch sehr wirkmächtige Richtung nachm die Weltsystemtheorie an, die eng mit einem ihrer Begründer, dem US-Soziologen Immanuel Wallerstein (1930 - 2019) verbunden ist. Diese Theorie sieht die ganze Welt als Kapittalistisches Weltsystem, das durch Ausbeutungs- und Abhängigkeitsverhältnisse zwischen Zentrum, Semi-Peripherie und Peripherie gekennzeichnet ist.
Theoretisch kombiniert diese Großtheorie Ansätze der Annales-Schule um Fernand Braudel und von Karl Marx und Friedrich Engels mit weiteren Ansätzen.
Wallerstein wollte außerdem die Sozialwissenschaften "unthinken" (kaputtdenken?) und auf postmoderne Ansätze wie Genderfragen, Multipolarismus und Methodenpluralismus (nomothetische und idiographische Ansätze) eingehen.
Die Weltsystem reibt sich ein bisschen mit der ebenfalls verbreiteten Dependenz-Theorie (bzw. Dependencia-Theorie), die die Abhängigkeit des "globalen Südens" von den kapitalistischen Zentren der Welt beschreibt und analysiert.
Einige Dependenz-Theoretiker wie André G. Frank sind aber zur Weltsystemtheorie "übergelaufen" (1929 - 2005).



Deutschland

Die Soziologie hatte es bis in die 1960er-Jahre schwer Lehrstühle zu etablieren und Institute auf- und auszubauen. Auch in der Bevölkerung traf man nur auf wenig Gegenliebe. Das Fach galt als nicht klar umgrenzt und es wurde nach seinem Nutzen für die Allgemeinheit gefragt.
Das änderte sich in den 1960er-Jahren bis zu einem gewissen Grad, weil im Zusammenhang mit der beginnenden 68er-Bewegung soziale Ungerechtigkeiten und Konflikte ("Spannungen") thematisiert wurden. Mit der Großen Koalition und besonders mit der Rot-Gelben-Koalition (sozialliberal) wurde das Thema Bildungsgerechtigkeit und Bildungsexpansion ein Thema. So kam es zu zahlreichen Lehrstuhl- und Institutsgründungen.
Kritiker hielten dagegen, dass es damals nur Mode wurde, wortreich irgendwelche vermeintlichen oder wirklichen sozialen Missstände anzuprangern ohne wirklich Abhilfe zu schaffen und sich dies noch vom Staat und damit der Allgemeinheit bezahlen zu lassen.
So oder so: Das Fach Soziologie wurde in den späten 1960ern plötzlich "in".

Ein Vorreiter der Expansion der Soziologie wurde an der neugegründeten Universität Bielefeld Helmut Schelsky, der allerdings politisch ein mehrfacher Seitenwechsler war.
In der Nazizeit war er durchaus auf Linie, dann hatte er eine relativ liberale Phase und dann in der Auseinandersetzung mit der Studentenbewegung wieder einen Rechtsdrift.

In der DDR wurde auch Soziologie betrieben, die aber sehr stark einem (angeblichen) Klassenstandpunkt unterzogen wurde. Die etablierte Soziologie musste marxistisch-leninistisch sein. Infolge des Linksdralls von 1968 wirkte dieser ML-Trend sogar nach Westdeutschland hinein!

Insgesamt waren für die nationale und internationale soziologische Debatte Soziologen wie Helmut Schelsky bedeutsam (Leipziger Schule), René König und im Verlauf der 1960er-Jahre die Frankfurter Schule, die eigentlich schon nach dem Ersten Weltkrieg gegründet worden war. Nach Vertretern der "Ersten Generation" wie Max Horkheimer und Theodor W. Adorno wurden Jürgen Habermas einflußreich, Oskar Negt und Alex Demirovic.
In Opposition zur Frankfurter Schule stand oft die bereits erwähnte Systemtheorie von Niklas Luhmann.


Frankreich

Nach dem Krieg wurden in Frankreich Soziologen wie Pierre Bourdieu und (Sozial-)Philosophen wie Jean Baudrillard und Michel Foucault berühmt.

Bourdieu (1930 - 2002) machte sich einen Namen, soziale Ungleichheit genauer zu erforschen und die Mechanismen, die sie erhalten. Er verwendet Leitbegriffe wie: Habitus, sozialer Raum, soziales Feld, Kapital und Klasse.
Nach seiner Habitus-Theorie haftet Menschen entsprechend dem Milieu, aus dem sie stammen, ein bestimmter Habitus an. Es ist sehr schwer, diesen durch eigene Faktoren wie Motivation und Fleiß positiv zu beeinflussen, sofern er unvorteilhaft ist.
Bourdieu fasst auch den Begriff des Kapitals weiter und spricht z. B. von ökonomischem Kapital, sozialem Kapital, symbolischem und kulturellem Kapital.
Kritisch sah er die Begeisterung einiger französischer Intellektueller für deutsche Philosophen wie Heidegger, deren Nationalismus und Rassismus er klar herausstrich.
Bourdieu, der gerne sportlich auftrat und praktisch-empirische Beispiele einsetzte, verwendete seinen eigenen Vater Albert, der aus einfachen Verhältnissen kam und als Bauer und als Postbote arbeitete und immer ein Kleinbürger blieb.
Sein Schüler Loic Wacquant führte die Forschungen Bourdieus fort und neigte auch zu praktischen und "aktionsgeladenen" Studien, an denen er bisweilen selber Teilnahm:
So trainierte er z. B. Boxen und schleuste sich verdeckt in das Boxermilieu ein, um die dortigen Verhaltensweisen und Ausgrenzungsmechanismen zu studieren.


Großbritannien

In Großbritannien machten sich Max Gluckman und Anthony Giddens einen Namen.

Max Gluckman (1911 - 1975) stammte aus Südafrika und führte viele ethnosoziologische Studien auf dem afrikanischen Kontinent durch. Seine akademische Karriere führte ihn nach Großbritannien.

Anthony Giddens (1938 - ) hat die "Theorie der Strukturierung" (auch: Strukturationstheorie) entwickelt, die einen Mittelweg zwischen einer Fokussierung auf das Individuum und einer Fokussierung auf soziale Systeme finden will.
Giddens untersucht dabei insbesondere das Handeln über Raum und Zeit und hier wiederum insbesondere das oft unbewusst gesteuerte Alltagshandeln.
Für ihn bildet sich das Handeln in sozialen Systemen ab, was beide Bereiche als eng verbunden erscheinen lässt.

In der politischen Soziologie fordert Giddens schon länger einen Mittelweg zwischen Kapitalismus und Sozialismus - sowohl vor als auch nach dem Fall des "Eisernen Vorhanges".

Auch zu Diskussionen über Themen wie Moderne/Modernisierung und Globalisierung hat Giddens sich rege beteiligt. Die Globalisierung hat er anhand von Kategorien wie Risiko, Tradition und Demokratie erörter.


Brasilien


Gilberto Freyre.



Welt

Heute ist die Soziologie nicht mehr so umstritten wie in ihren Anfängen und noch Jahrzehnte danach. Das fach gilt inzwischen als weltweit institutionalisierte Wissenschaft. Es gibt eine International Sociological Association (ISA) und diverse Weltkongresse. Man blickt über die nationalstaatlichen Grenzen hinaus und diskutiert über Begriffe wie Weltgesellschaft und Globalisierung. Allerdings sind solche Begriffe manchmal schon zu Floskeln verkommen und einige Sozialforscher sprechen von einer Renationalisierung.

Auch wenn die Soziologie als Fach langsam vom ihren Zentren aus in die Peripherien drängt, sind soziologische Publikationen aus Ländern wie Indien noch nicht so verbreitet.


QUELLEN UND LITERATUR:

Wiki
-
Kaesler, Dirk: Klassiker der Soziologie I. Von Auguste Comte bis Alfred Schütz; München (C. H. Beck) 2020
Kaesler, Dirkl: Klassiker der Soziologie II. Von Talcott Parsons bis Pierre Bourdieu; München (C. H. Beck) 2020
Kaesler, Dirk: Aktuelle Theorien der Soziologie. Von Shmuel N. Eisenstadt bis zur Postmoderne ; München (C. H. Beck) 2020
Korte, Hermann: Einführung in die Geschichte der Soziologie; Stuttgart (UTB) 2000
Treibel, Annette: Einführung in Soziologische Theorien der Gegenwart; Stuttgart (UTB) 2000




Donnerstag, 31. August 2023

MEINUNG: SCHULE, ERZIEHUNG UND BILDUNG


 
 
In Deutschland wird immer wieder erzählt, dass das Bildungssystem nicht richtig funktioniert. Das geht jetzt schon seit einigen Jahrzehnten so.

Und wie es im heutigen Deutschland üblich ist, werden Probleme besprochen, aber nicht gelöst. Man erfindet gerne sogar neue Vokabeln für bekannte Probleme, um sie noch besser beschreiben zu können, bringt aber nichts voran. Wir können da an Martin Walsers Begriff vom "soziologischen Bezeichnungsunfug" denken.


1. Zuerst müssen wir einmal klären: Warum lernen wir? (v. a. in der Schule)
Das ist nämlich nicht so klar, wie es scheint. Es gibt mehrere Möglichkeiten - auch Vermischungen dieser.
  • ich kann als Schüler für die Schule lernen (Schule als Selbstzweck)
    (Motto: "schola discimus" = für die Schule lernen wir);
    weil ich es muss, weil es die Eltern sagen, weil es sonst nicht weiter geht...
  • ich kann für mich lernen, um Allgemeinbildung zu erlangen
    (Motto: "vita discimus" = für das Leben lernen wir);
    um schlauer zu werden, die Welt (Mensch und Natur) besser zu verstehen...
  • ich kann für mich lernen, um mich auf einen späteren Beruf vorzubereiten
    (Motto erneut: "vita discimus" = für das Leben [Berufsleben] lernen wir);
    hier sind Fächergruppen wie B - J - T (-M) vorne: BWL, Jura, Technik (, Medizin)
  • Systemtheoretiker sagen - nicht zu Unrecht - dass auch die Schule ein "autopoietisches System" ist, also eines, das sich selbst erhält (wie auch die Justiz): Es gehe ihr daher nicht ausschließlich um ihre ursprüngliche/eigentliche Aufgabe, die Bildung, sondern um ihre Eigeninteressen;
    Menschen wollen Geld verdienen, Aufgaben haben, sich wichtig machen, verharren usw.
  • Psychoanalytiker und Antipädagogen sehen die Gefahr, dass Erziehung manchmal nur eine Rationalisierung (Tarnung) für den Sadismus der Erzieher ist

Das Problem: Die klassische Schule bezieht sich auf sich selbst.
  • Die meisten Lehrer lieben nur ihre 1 - 3 Fächer und tun so, als seien die der Nabel der Welt.
  • Die Lehrer lehren also nicht zwangsläufig das, was gebraucht wird, sondern das, was sie können und mögen.
  • Die klassische Schule bringt einen Wust an überflüssiger Bürokratie mit sich, die nicht der Bildungssache dient.
  • Die Schule beschäftigt sich nicht ausreichend mit der Frage, wie man autonom lernen kann, also selbstbestimmt mit Hilfe von Büchern, digitalen Dateien und eigenem Nachdenken.
  • Manche Schüler projizieren Lehrer als Hassobjekt, obwohl diese keine leichte Aufgabe haben.
    Das ist in der Form zwar irrational, aber trotzdem ist manche Kritik berechtfertigt.
    Es gibt bei Lehrern deutliche Subjektivismen wie Vorurteile, Launen, politische Ideologien, die man zwar haben kann, aber nicht Schülern aufzwingen sollte oder eine schlechtes Themen- oder Zeitmanangement bei der Prüfungsvorbereitung.
    Schule ist also nicht so formell und objektiv, wie sie tut!
  • Das Thema Ideologie ist auch verknüpft mit der Systemfrage:
    Wir hatten im 20. Jhd. in Deutschland 5 verschiedene Systeme. Und jedes dieser Systeme hatte seine Anhänger. Auch Lehrer haben das Kaiserreich, die Republik, den Nationalsozialismus, die DDR und die BRD unterstützt und dieses Denken an die Schüler weitergegeben.
    Wo herrscht da Objektivität, wenn man bei jedem System hinten reinkriecht?
  • Prüfungen in der Schule erheben meistens den Leistungsstand zu einer bestimmten Zeit.
    Bei schwächeren Schülern bewerten sie Schwächen, zeigen aber keine Abhilfestrategien auf.
    Der familiäre Hintergrund der Familie: fördernde Eltern, überfordernde Eltern, gleichgültige Eltern, Säufer usw. wird in einer Prüfung überhaupt nicht berücksichtigt.
    Wichtig wären dagegen 1. Erfolg, 2. Anwendbarkeit, 3. langfristige Wirkung.

Das Problem: Die Lehrer werden nicht klar "analysiert".
  • Die klassische Schule bewertet von oben nach unten, üblicherweise vom erwachsenen Lehrer zum nicht-erwachsenen Schüler. Aber wie kam der Lehrer überhaupt an seine Rolle?
  • Einige Lehrer wurden Lehrer, weil sie gerne Bildung an Jugendliche weitervermitteln.
  • Einige Lehrer wurden (nur) Lehrer, weil sie an der Uni nicht genommen wurden oder ihre Fächerkombination auf dem freien Arbeitsmarkt zu wenig durchschlägt.
    Die Gefahr: Der Minderjährige bekommt dann thematisch ausgerechnet das, was die Erwachsenen nicht wollen (als "Resteverwertung").
  • Einige Lehrer lassen sich möglichst immer ähnliche Klassenstufen geben, so dass sie 10 Jahre oder mehr fast dasselbe unterrichten können. Dann sagen sie Schülern, für die das Thema eine "Premiere" ist Sätze wie: Was ist daran bitte schwer?
  • Bei schwächeren Schülern verlieren Lehrkräfte oft die Geduld, obwohl diese Schüler eigentlich mehr Energie und Hilfe benötigen

2. Zweitens müssen wir klären : Wo & wie lernen wir?

Auch das ist nicht so einfach.
  • klassisch bietet sich dafür die Schule an, weil sie dafür gedacht ist;
    Schule ist aber nicht immer geeignet: die Stundentaktung geht wenig auf Interessen ein und reißt Zusammenhänge auseinander, Schüler stören, es gibt bürokratisches "Gehampel"
  • man kann auch zu Hause oder im ruhigen Garten lernen:
    bei einem ruhigen Haus ist die Ablenkung geringer als an der Schule, in einer chaotischen Familie oder Nachbarschaft aber nicht,
    ferner braucht man eine gewisse Selbstdisziplin und darf nicht zu schnell abschalten
  • man kann auch mit Computern/Robotern lernen:
    noch ist die Entwicklung nicht so weit, aber theoretisch und wohl bald auch praktisch kann dann jeder nach seinen Bedürfnissen und in seinem Tempo unterrichtet werden

3. Drittens müssen wir klären: Was lernen wir?
  • Allgemeinbildung:
    • Mathematik
    • Deutsch
    • Fremdsprachen
    • GGG/GEG: Geschichte, Geographie/Erdkunde, Gemeinschaftskunde
    • Naturwissenschaften: Physik, Chemie, Biologie
    • Kreatives: Musik und Kunst
    • IT (auch beruflich)
    • Ethik und Religion
  • Berufliche Bildung:
    • Wirtschaft (BWL, VWL, Wirtschaftsmathe)
    • Jura (Öffentliches Recht mit Strafrecht, Privatrecht) 
    • Technik (Mechanik, IT)
    • Medizin (Gesundheitswesen)
  • Gesundheitserziehung und Sport
  • Umsetzen der Bildung: Staat, Firmen, Publikationswege

4. Viertens müssen wir klären: Wer hat die Oberaufsicht?

Es gibt seit längerem Querelen, wer bei der Erziehung die Macht haben sollte, wobei auch wieder ideologische Vorstellungen mit hineinspielen. Dabei sollte dies ein "Machtdreieck" entscheiden, bei dem die Kinder zuerst weniger Macht haben und diese dann kontinuierlich gesteigert wird.
  • Eltern: sie haben die Kinder gezeugt;
    ihre Rolle kann aber problematisch sein:
    • dumme Eltern fördern ihre Kinder nicht adäquat
    • kleinbürgerliche Eltern verlangen von ihren Kindern, dass sie das erreichen, was sie selber nicht geschsafft haben (Stellvertreterkrieg), helfen aber nicht bei Klausuren
    • zu bildungsaffine Eltern überfordern ihre Kinder oder machen sie weltfremd
    • viele Eltern reden gerne über allgemeine Themen, aber nie über spezielle, die meist geprüft werden
    • manche Eltern fordern nur, schreiben aber selbst keine Klausuren (wäre ein gutes Beispiel)
  • Schule: sie ist offiziell für die Bildung gedacht
    • sie kann bilden
    • sie kann aber auch frustrieren (Lehrerschikane, Schülermobbing, Chaos)
  • Kinder: sie haben (noch) nicht immer den Überblick, wohin das Leben sie führen wird, aber man sollte sie schrittweise an den Punkt heranführen, an dem sie ihr eigenes Leben führen können

5. Ideologische Kämpfe/Glaubenskämpfe:

Die Pädagogik ist seit jeher ein Schlachtfeld für ideologische Kämpfe. Es geht immerhin um das Heranziehen künftiger Generationen. Schon a. a. O. haben wir geschrieben, dass es in Deutschland im 20. Jhd. 5 verschiedene Systeme/Regimes gab und jedes seine Lehrer hatte, die es unterstützten.

Viele Grabenkämpfe - der berühmteste ist zwischen "schwarzer Pädagogik" und "roter Pädagogik" bringen aber wenig. Man kommt so nur von einem Extrem - Lust an der Repression Schwächerer, Bildungsbürokratismus - zum anderen Extrem - Bildungsignoranz und Chaos.

Sicher sind "konservative" Werte wie Fleiß und Disziplin nicht per se falsch. Sie sollten aber nicht bürokratisch-hierarchistischer Selbstzweck sein ("analer Charakter"), sondern der Sache und dem Vorankommen des Schülers dienen.
Bildung soll solange Spaß machen, wie das möglich ist.
Man kann den "Lernschmerz" auch durch Lernspiele reduzieren, allerdings sollten diese durchdacht sein und nicht nur planlose/unüberlegte Spielereien.








Sonntag, 23. Juli 2023

MEINUNG: HOMOSEXUALITÄT

Rainbow



Da zur Zeit in der Öffentlichkeit wieder ein Pro- und Contra-Kampf zum Thema Regenbogenflaggen und LGBT läuft, sehen wir uns genötigt, das Thema Homosexualität zu erörtern, auch wenn man sich mit so etwas gerne in die Nesseln setzt.

Aus unserer Sicht wird bei dieser Pro-Contra-Debatte ständig am Kern vorbei diskutiert.
Das Problem von Homosexualität sollte NICHT sein, dass sie verboten gehört.
Aus unserer Sicht ist die Sexualität eines Menschen im Normalfall Privatsache - es gibt aber Ausnahmen.
Das Problem gerade männlicher Homosexualität ist, dass sie gesundheitliche Risken birgt.
Diese werden in den Medien oft als Vorurteile abgetan, aber das stimmt nur bedingt.
Außerdem sollte die moderne Wokeness - frei nach arte - kein zur Intoleranz mutierter Progressivismus sein.
Man sollte weiterhin auch die klassische Familie achten, weil v. a. diese neben anderen Faktoren den dringend benötigten Nachwuchs bringt.


POSITIVE SEITEN DER LEGALISIERUNG VON HOMOSEXUALITÄT

Der Hauptvorteil der sogenannten Homosexuellenbefreiung ist natürlich ein Zugewinn an persönlicher Freiheit. Menschen können zu dem stehen, was und wie sie sind. Es muss zu keinen Unterdrückungshandlungen oder Heimlichkeiten und Doppelleben mehr kommen.

Ein weiterer Punkt ist auch ein Machtfaktor: Wenn Homosexualität "egal" ist, dann ist sie kein wirksamer Erpressungsfaktor mehr.
Im Kalten Krieg ging eine Menge an Informationen an die Gegenseite verloren, weil Entscheidungsträger mit ihrem homosexuellen Doppelleben erpresst werden konnten. In der Wirtschaft gab und gibt es solche Erpressungen auch.
Einige Verteidiger der Stonewall-Razzien, die heute als Keimzelle der Homobewegung gelten, führen an, dass es dabei nicht um eine Homosexuellenunterdrückung ging, sondern darum, dass Banker mit ihren Neigungen erpresst wurden und deshalb Firmengeheimnisse preisgaben.


NEGATIVE SEITEN/GEFAHREN MÄNNLICHER HOMOSEXUALITÄT

Es sollte in der Debatte um Homosexualität nicht um das Erlaubt-Sein gehen, sondern um etwas anderes: Gerade männliche Homosexualität hat auch negative Seiten, die nicht bestritten werden sollten.
Es geht im Kern darum, dass bei männlicher Homosexualität Krankheiten leichter verbreitet werden.
Das ist kein "Vorurteil", das ist Fakt. Es hängt damit zusammen, dass die Darmschleimhaut eine aufnehmende Schleimhaut ist und die Vaginalschleimhaut eine abstoßende Schleimhaut.
Möglicherweise ist ein weiterer Faktor, dass homosexuelle Beziehungen weniger stabil sind als heterosexuelle, aber das müsste man noch genauer erforschen.

Deshalb ist auch die extreme Verbeitung von AIDS, Hepatitis und anderer Krankheiten in den 1970er-Jahren kein Zufall, sondern das Ergebnis der sog. Schwulenbefreiung dieser Zeit.
Wenn ein Mann einen Mann liebt, ist das die eine Sache, wenn aber ein Mann wissentlich einen anderen ansteckt (und damit bei einem Doppelleben auch dessen Ehefrau) ist das eben nicht mehr seine Privatsache oder sein Bürgerrecht.
Das Risiko einer Ansteckung mit HIV ist bei homosexuellen Männern um ein Mehrfaches höher als bei heterosexuellen.

In den 1970ern haben sich Homosexuelle in liberalen Gegenden Nordamerikas und Europas in Kneipen, Saunas und Schwimmbädern "maximal ausgelebt", weil sie ihre neue Freiheit genießen wollten. Viele hatten ungeschützt mehrere Sexualpartner pro Tag!
Da darf man sich nicht wundern, wenn eine derartige Seuche sich rasant ausbreitet. Das ist dann nicht mehr eine Frage des "Vorurteils", sondern eine Frage der Gesetze der Medizin und der Statistik.
Man hat zu lange geglaubt, Geschlechtskrankheiten seien medizinisch überwindbar und daher eine Kleinigkeit.
Interessant ist auch, dass diese Branche "kapitalistisch" organisiert war, also eigentlich das, was die Linken sonst ablehnen. Dies hatte fatale Folgen:
  • die kapitalistische Gier heizte die Verbreitung der Krankheiten noch weiter an,
    als es die Biologie alleine hätte tun können
  • die Unternehmer von Schwuleneinrichtungen waren wichtige Anzeigenkunden für Schwulenmagezine, und übten so Druck auf, dass z. B. keine (oder kaum) kritischen Artikel über die Zusammenhänge von Bädern und AIDS erscheinen konnten. So konnten die Bäder zunächst nicht geschlossen werden.
So mussten bis heute Millionen Menschen sterben. Die Forderung nach Regenbogen-Toleranz hat also auch ihre Schattenseite, wenn man sich die Fakten anschaut. Zumindest sollten homosexuelle Männer IMMER geschützten Sex haben.


DER FALL DUGAS UND SEINE PSEUDO-REINWASCHUNG

Ein klassisches Beispiel dafür ist der franko-kanadische Steward Gaetan Dugas (20.02.53 - 30.03.84).
Er spielte eine Rolle zu Beginn der AIDS-Epidemie. In Nordamerika ist sein Fall bekannter als in Europa.
Einige Regenbogenaktivisten ("Regenbogen-Kultur-Lobby") versuchen immer noch, Dugas "freizubeweisen" von jeglicher Schuld.
Fakt ist: Dugas hat nicht - wie zunächst von einigen vermutet - als Patient Zero AIDS in die USA gebracht. Man vermutet, dass das HI-Virus zwischen 1966 und 1971 in die USA kam.
Fakt ist aber auch: Dugas hat in 10 Jahren Sex mit ungefähr 2500 Männern gehabt und das meistens ungeschützt.
Auch zu einem Zeitpunkt, als AIDS bereits bekannt war, auch wenn man das HI-Virus noch nicht genau analysiert hatte, steckte er wissentlich seine Sexualpartner mit einer wahrscheinlich tödlichen Krankheit an - und damit potenziell deren Partner und im Falle eines Doppellebens vielleicht auch noch deren Ehefrauen. Gaetan machte weiter wie bisher. Er berief sich dabei auf seine Bürgerrechte und (pseudo-)argumentierte, jemand habe den Erreger ihm gebracht, also dürfe er ihn auch an andere übertragen.
Dies berichtet die Ärztin und AIDS-Forscherin Dr. Selma Dritz, diverse Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden (CDC) und darauf deuten auch Anrufe in damaligen AIDS-Hotlines hin, in denen Homosexuelle panikartig berichtet haben, sie hätten mit einem Stewart mit französischem Akzent geschlafen, der danach auf die Mutationen (Karposi-Sarkom) auf seiner Haut zeigte und meinte, das sei Schwulenkrebs und der Partner würde es vielleicht auch bekommen.

Inzwischen ist auch eine Videoaufnahme von einer öffentlichen Informationsveranstaltung der frühen 1980er-Jahre zum Thema AIDS bekannt, in der sich (wahrscheinlich) Dugas aus dem Publikum zu Wort meldet und die offiziellen AIDS-Theorien negiert und auf absurde Erklärungsmuster zurückgreift.

Wenn beispielsweise die Doku "Killing Patient Zero" von Laurie Lynd Dugas entlasten will, basiert dies nur im Punkt "Patient Zero" (Patient Null; eigentlich Patient Out of Califormia) auf Tatsachen.
Seine Schuld bleibt weiter bestehen.



Sonntag, 20. Mai 2018

JUNG, CARL GUSTAV "C. G."

C. G. Jung (Quelle: Wiki)




* 1875, Kesswil
+ 1961, Küsnacht (Zürich) 

Carl Gustav Jung war ein Schweizer Nervenarzt, Psychoanalytiker, Analytischer Psychologe und Tiefenpsychologe.

Freud, Sigmund



Jung stammte aus einem Schweizer Pfarrhaus. Er studierte Medizin in Basel und arbeitete unter E. Bleuler als Psychiater in Zürich. Jung betrieb dort in Burghölzli experimentelle Assziationsstudien und versuchte damit, "Komplexe" zu analysieren (Diagnostische Assoziationsstudien, 1906). 1905/06 habilitierte er sich. Jungs Interessen entwickelten sich weiter und er war als Pfarrerssohn immer mehr bestrebt, das Medizinisch-Materielle mit dem Geistigen zu kombinieren.

So kam es, dass er sich bald der Psychoanalyse S. Freuds zuwendete, den er dann 1907 aufsuchte. Die Beziehung zu Bleuler verschlechterte sich dagegen und Jung eröffnete in Küsnacht am Zürichsee eine Privatpraxis.
Freund und Jung hatten anfangs viele Gemeinsamkeiten.
Freud sah zunächst in Jung eine Art Guru, Apostel o. ä. seiner Lehre. Jung galt nach damaliger Lesart als "Arier", was für die noch junge und als jüdisch angesehenen Psychoanalyse sehr wichtig war. Freud wollte so nach außen hin mehr Vielfalt ausstrahlen. Freud hatte selber zunächst mit einer akademischen Karriere geliebäugelt, die aber blockiert wurde. Freud machte Jung 1911 sogar zum Präsidenten der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung.

Bereits 1913 trennten sich ihre Wege schismatisch (S. Freud, C. G. Jung, Briefwechsel, 1974). Die Ursachen lagen in ihren Charakteren und ihren Denkgebäuden.
Eine der Lehrdivergenzen betraf die Natur der Libido, der Triebenergie, deren ausschließlich sexuelle Auffassung Jung verwarf. Er entwickelte mit der Zeit seine eigene Lehre und eine damit verknüpfte therapeutische Praxis, die er einfach Analytische Psychologie nannte.
In "Wandlungen und Symbole der Libido" (1911/1912) umriss Jung seine Libido-Theorie genauer. Er definierte libido als allgemeine seelische Energie und führte den Begriff Imago für einen schematischen Erfahrungsniederschlag ein. Neben dem persönlichen Unbewußten postulierte er ein vererbtes kollektives Unbewußtes, das Erfahrungen der Phylogenese des Menschen in kollektive imagines oder Archetypen kondensiert enthält.
Privat unterhielt C. G. Jung Beziehungen zu einigen seiner Patientinnen, darunter Sabina Spielrein und Antonia "Toni" Wolff. 
Mit "Psychologische Typen" (1921) verfaßte er die wohl bekannteste Darstellung seiner Lehre, führte die Ausdrücke Introversion und Extraversion ein und stellte sein auf Archetypen und polaren Gegensätzen fußendes Modell der Persönlichkeit vor, das erheblich auf die spätere Differentielle Psychologie (z. B. H.-J. Eysenck) einwirkte. Mit dem kollektiven Unbewußten und seinen Archetypen entstand ein Werkzeug, das Jung zur Deutung unterschiedlichster psychischer, gesellschaftlicher, kultureller und religiöser Erscheinungen einsetzte. Seine Deutungsfreude kannte aber irgendwann kaum noch Grenzen und betraff so unterschiedliche Felder wie Astrologie, spätantike Gnosis, mittelalterliche Alchemie, Tibetanisches Totenbuch oder chinesisches Wurforakel "I Ging". Manchem Betrachter erschien diese Erklärungswut als ungehemmt. Neben seinem Hang zu Spiritismus und Mythologie in Kollektiven (Polemik: "Kollektivgeraune") sahen einige eine Tendenz zu rassistischen, judenfeindlichen und misogynen Einstellungen.
In den dreißiger Jahren ist eine gewisse Nähe zu völkischen Doktrinen erkennbar. Diese hat allerdings dem heute noch vorhandenen weltweiten Einfluß seiner Lehren wenig Abbruch angetan.
Man darf aber nicht übersehen, dass Jung in der von ihm gegründeten Vereinigung eine Balance suchte zwischen der (auch seiner) Zentralmacht und der deutschen Sektion, die immer stärker durch die Ideen des Nationalsozialismus beeinflusst wurde und immer bestimmender auftrat.
Jung sah in den Deutschen der 30er die Verkörperung des Archetyps "Wotan".


Archetypische Motive:

Die archetypischen Motive machten für Jung die Struktur des kollektiven Unbewussten aus. Dafür erforschte er viele Mythen, bspw. der Ägypter, Griechen, Römer, Germanen, Kelten und des Buddhismus'.

- das Selbst 
- Anima und Animus
- Gegensätze und ihre Aufhebung (Sonne und Mond)
- Kind
- Mädchen (Kore)
- Mutter
- Engel
- Schlange
- Drache
- Kreuzstruktur
- das Mandala
- Trickster
- Wotan
- Trinität (Christentum)
- Baum


Die Ideen und Ansätze C. G. Jungs und insbesondere seine Archetypen-Lehre findet in der Welt der Sozialwissenschaften immer wieder Anhänger.
Einer davon ist z. B. Joseph Campbell. 



QUELLEN UND LITERATUR

Wikipedia
Spektrum
-
Lück, Helmut Ekkehart: Geschichte der Psychologie. Strömungen, Schulen, Entwicklungen; Stuttgart 1991
Jacobi, Jolande: Komplex, Archetypus, Symbol; 1957
Wehr, G.: Carl Gustav Jung; München 1985 (Kösel)
McLynn, F.: Carl Gustav Jung; New York 1997 (St. Martin's Press)


Mittwoch, 26. Dezember 2012

SOZIOLOGIE: PERSONEN

Soziolgie


Hier ist eine kurze Liste der wichtigsten Soziologen. 

Die kursiv geschriebenen Personen kamen über Nebenlinien zur Soziologie.
Die fett geschriebenen Personen sind besonders wichtige Vertreter der Soziologie.
Diese Einteilung ist natürlich Abwägungssache.
-
Der Begriff Soziologie bedeutet gleichzeitig die Wissenschaft wie auch das Untersuchungsprojekt wie z. B. die "Soziologie des Geldes". Eine Soziologie des Witzes hat aber noch niemand geschrieben. 
-
Francois Quesnay (1694 - 1774)
-
Condorcet (1743 - 1794)
Comte de Saint-Simon (1760 - 1825)
[Claude-Henri de Rouvroy] 
Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770 - 1831)
Auguste Comte (1798 - 1857)
-
Karl Marx (1818 - 1883)
Friedrich Engels. (1820 - 1895)
Herbert Spencer (1820 - 1903)
Vilfredo Pareto (1848 - 1923)
Ferdinand Tönnies (1855 - 1936)
Georg Simmel (1858 - 1918)
Emile Durkheim (1858 - 1917)
George Herbert Mead (1863 - 1931)
Max Weber (1864 - 1920)
Robert E. Park (1864 - 1944)
Alfred Weber (1868 - 1958)
Robert Michels (1876 - 1936)
Leopold von Wiese (1876 - 1969)
Marcel Mauss (1872 - 1950)/ 
Maurice Halbwachs (1877 - 1945)
Theodor Geiger (1891 - 1952)
Karl Mannheim 
Norbert Elias
Max Horkheimer. (1895 - 1972)
Herbert Marcuse (1898 - 1979)
Alfred Schütz (1899 - 1959)
-
Erich Fromm (1900 - 1980)
Paul Lazarsfeld (1901 - 1976)
Talcott Parsons (1902 - 1979)
Theodor W. Adorno (1903 - 1969)
Hans Freyer (1887 - 1969)/ 
Arnold Gehlen (1904 - 1976)/ 
Helmut Schelsky (1912 - 1984)
Raymond Aron (1905 - 1983)
René König (1906 - 1992)
Robert K. Merton. (1910 - 2003)
C. Wright Mills (1916 - 1962)
George C. Homans (1919 - 1989)
Erving Goffman (1922 - 1982) 
Shmuel N. Eisenstadt (1923 - 2010)
Zygmunt Bauman (1925)
Alain Touraine (1925)
Michel Foucault (1926 - 1984)
Niklas Luhmann (1927 - 1998)
Thomas Luckmann (1927)
Jean Baudrillard (1929 - 2007)
Ralf Dahrendorf (1929 - 2009)
Jürgen Habermas (1929)
Pierre Bourdieu (1930 - 2002)
Immanuel Wallerstein (1930)
Hartmut Esser (1943)
Richard Sennett (1943)
Ulrich Beck (1944)
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Sonstiges: Neuere Historische Soziologie, Soziologische Netzwerkanalyse, Soziologischer Neoinstitutionalismus, Postmoderne Theoretiker der französischen Soziologie
-
LITERATUR:
Kaesler, Dirk: Klassiker der Soziologie/Aktuelle Theorien der Soziologie
Korte, Hermann: Einführung in die Geschichte der Soziologie



Samstag, 22. Dezember 2012

SOWI-POOL

Sozialwissenschaften

Dieser Pool enthält Links über die Sozialwissenschaften.
Darunter sind Soziologie, Sozialpsychologie und Psychologie (inkl. Tiefenpsychologie).
Politikwiss./Politologie und Wirtschaftswiss./Ökonomie sind ausgegliedert.


Fachgeschichte
Soziologie
Geschichte der Soziologie


Gesellschaften und Bünde
Soziologie
Deutsche Gesellschaft für Soziologie
GESIS

Psychologie
DGPs
Kritische Psychologie
Forum Kritische Psychologie


Zeitschrift
Soziologie
Zeitschrift für Soziologie

Psychologie
Psychologie Heute



Dienstag, 11. Dezember 2012

JUGENDSEKTEN (NEUE RELIGIÖSE BEWEGUNGEN)




"Osho Drive" des Bhagwan

Der Begriff Jugendsekte, Jugendreligion oder Neue Religiöse Bewegung beschreibt meist pejorativ autoritäre weltanschaulich-religiöse Gruppierungen, die noch nicht sehr lange existieren und meist junge Menschen ansprechen. Diese Sekten verbinden oft christliche mit asiatischen Ideologemen (Synkretismus).
An sich gibt es viele Religionen, die zu unterschiedlichen Zeiten gegründet wurden. Mit Jugendsekte oder NRB meint man aber kleine, manipulative Gruppen, die sozusagen "Bauernfängerei" betreiben. Ihr Ziel sind gerne aber nicht ausschliesslich junge Menschen. Einen Boom erfuhren die Kulte in Folge der Hippiebewegung und der Suche nach Alternativen zu bürgerlichen Lebensentwürfen. Einige Jugendsekten wie Scientology existierten aber schon vorher.


Children of God/The Family International

Alternativnamen: Family of Love
Gründung: 1968/69
Gründer: David "Moses/MO" Berg
Information: Die Kinder Gottes wurden in den späten 60er-Jahren in Kalifornien in Folge der Hippiebewegung (Gegenkultur) gegründet.
Die Kinder Gottes wurden nicht nur durch die Armut und Leichtgläubigkeit ihrer Anhänger Zielscheibe öffentlicher Kritik, sondern auch durch die Anwerbung von Mitgliedern mit sexuellen Methoden (Flirty Fishing) und ihre dubiose Haltung gegenüber Pädophilie. Ein Medienskandal wurde 2005 ausgelöst, als das ehemalige Familienmitglied Ricky Rodriguez seine ehemalige Erzieherin und dann sich selbst umbrachte.
Zur Familie gehörten auch die Schauspieler Joaquin Phoenix und River Phoenix (+ 1993).
Sitz: Montreal (Kanada)
Ziel: Vorbereitung auf das Weltende


Scientology Kirche

Alternativnamen: Sea Organization
Gründung: 1954
Gründer: Lafayette Ronald "Ron" Hubbard
Information: Scientology wurde vom Science-Fiction-Autor Ron Hubbard gegründet und kann als Psychokult eingeordnet werden, der sich auch religiösen Inhalten widmet. Dadurch erhält die Kirche auch in vielen Ländern Steuerbefreiung.
Der Gruppierung wird vorgeworfen, äussert rabiat gegen Andersdenkende und Kritiker vorzugehen.
Viele berühmte Hollywood-Schauspieler sind Scientologen, darunter Tom Cruise und John Travolta.
Sitz: Saint Hill Manor, Sussex (England)
Ziel: absolute Freiheit durch Bewusstseinsklärung ("clearing")


Vereinigungskirche (Mun-Sekte)

Alternativnamen: Tongil Gyo Vereinigungsbewegung,
Neue Mitte, Neue Aktivität, Föderation für Weltfrieden und Vereinigung,
The Holy Spirit Organization for the Unification of World Christianity
Gründung: 1954
Information: Die Vereinigungskirche verbindet christliche und ostasiatische Inhalte und ist für ihren strammen Antikommunismus bekannt. Sie hat entsprechend Verbindungen zu rechten Politikern in den USA und zum Front National in Frankreich. Die Studentengruppierung CARP hat nach dem Linksruck von 1968 gegnerische Studentengruppierungen beobachtet.


The Process Church of the Final Judgement

Alternativnamen: The Process, Process Church; später Foundation Faith und Best Friends Animal Society
Gründung: ca. 1965
Gründer: Robert DeGrimston (Moor), Mary Anne DeGrimston (MacLean)
Information: The Process ist im Ursprung eine Abspaltung von Scientology und damit ein Psychokult. In Yucatan in Mexiko entwickelte die Gruppe aber ihre eigene Theologie und gründete dann Dependancen in Nordamerika. Der Gruppe wurden Verbindungen zur Manson Family nachgesagt.
1974 wurde Robert DeGrimston von seinem Posten an der Spitze des Kultes entfernt. Er versuchte, einen ebenso starken neuen Kult aufzubauen, scheiterte darin aber. The Process änderte daraufhin mehrfach seinen Namen (u. a. Foundation Faith) und nannte sich ab 1984 Best Friends Animal Society.
Die BFAS entstand aus einem Rückzugsposten von Foundation Faith in Arizona und änderte die Ausrichtung stark in Richtung Tierschutz. Dafür ist die Gruppe inzwischen weithin anerkannt.
Sitz: New Orleans (USA) u. a.
Ziel: Erkenntnis der Vierheit Christus - Jehova - Lucifer - Satan


Hare-Krishna

Alternativnamen: Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein (ISKCON)
Gründungsjahr: 1966
Gründer: Swami Prabhupada (+ 1977)
Sitz: Mayapur (Indien)
Ziel: Verehrung des Gottes Krischna, Vegetarismus


Transzendentale Meditation (TM)

Gründungsjahr: 1957/58
Gründer: Maharischi Mahesch Jogi
Sitz: Seelisberg (Schweiz) u. a.
Ziel: Errichtung eines Weltzeitalters der Erleuchtung







Divine Light Mission (DLM)

Gründungsjahr: 1960
Gründer: Guru Maharaj Ji
Sitz: Denver (Colorado)
Ziel: Verehrung des Gurus als Herrn des Universums


Quellen:
Wikipedia
Meyers Großes Taschenlexikon
Internet