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Montag, 14. Mai 2012

CUGNON

In Cugnon gibt es zwei keltische Sehenswürdigkeiten: Das Camp gaulois des Trinchis und die Grotte Saint-Remacle.

Le camp gaulois des Trinchis ist eine Befestigung aus der Späthallstatt- und der Latènezeit. Die Hochzeit der Festung wird auf 250 v. Chr. geschätzt. Aber auch eine spätere frührömische Nutzung ist belegt.

ANFAHRT
Die Ortschaft Cugnon gehört zur Gemeinde Bertrix und damit zur belgischen Provinz Luxemburg. Sie liegt im Südosten des Landes und gehört topographisch noch zum Plateau der Ardennen, das sich zur französischen Grenze hin jedoch schon abflacht.

Leider ist dieser Ort etwas schwer zu erreichen. Laut Plan ist er am besten über die Brücke zwischen Cugnon und Mortehan und über die Rue de Thibeauroche zu erreichen.
Dabei ist aber zu beachten, dass man die geschlängelte Strasse ab Mortehan nicht zu weit in den Wald hineinfährt, sondern direkt hinter Mortehan schräg rechts in einen Feldweg abbiegt. Dieser Feldweg wird nach einer Sternkreuzung an einem Hof immer schmaler. Deshalb empfiehlt es sich, den Wagen gleich an diesem Hof mit ausreichend Parkmöglichkeit abzustellen. Von dort aus kann man das Ziel zu Fuss nach einigen Minuten erreichen. Man muss dazu wissen, dass sich der Fundort auf einer weitgehend umzäunten Weide befindet. Diese liegt an der linken Seite des Feldweges. Deshalb muss man darauf achten, dass man einen möglichst direkten Weg über die Weide zum Ziel findet, weil man sonst wieder durch die Wälder irren kann.
Alternativ wird noch der Weg über eine Hürdenbrücke empfohlen, der aber nur ab Frühjahr möglich ist.
Der Weg über Mortehan ist jedoch sicherer, wenn man wie erwähnt daran denkt, dass man direkt nach Mortehan einbiegen muss.

LAGE UND GESCHICHTE
Das camp gaulois ist eine Rückzugsfestung, in die die Menschen aus den angrenzenden Orten v. a. bei Kriegsgefahr flohen. Die Festung wird von vielen Archäologen als typisch-keltisches Oppidum eingeordnet.
Der Begriff bedeutet eigentlich Stadt (oft ohne Stadtrecht), oft auch befestigte Stadt oder Schanzanlage und ist für die keltische Latène-Zeit typisch. Damals entstanden frühe stadtartige Siedlungen, die zunehmend vernetzt waren und Handel trieben und in denen sich mit der Zeit eine differenzierte Infrastruktur entwickelte.
Oft liegen sie an schwer zugänglichen Orten und sind um Heiligtümer gruppiert.
Caesar hat solche Oppida im "Gallischen Krieg" beschrieben.

Auch das Camp gallois liegt erhöht über einem schwer zugänglichen Flusstal und ist nach mehreren Seiten hin durch Hänge geschützt. Von der Festung sind noch Wälle und ein befestigter Eingang zu sehen. Von diesem ist ein Teil auf ca. 50 m rekonstruiert.
Der Wall wird dem Typ Altkönig-Preist zugeordnet. Diese Bezeichnung stammt daher, dass Befestigungen dieser Art zuerst am Berg Altkönig im Taunus und in Preist in der Eifel erforscht wurden.
Dieser Wall-Typ kennzeichnet im Prinzip eine Pfostenschlitzmauer. Dabei handelt es sich um eine trockene Mauer, die durch Holzpfosten von ungefähr einem Meter Abstand stabilisiert wurde. Über die Jahre verrotteten dann diese Pfosten, weswegen man von Schlitzen spricht. Dieser Wall ist auch im Innern durch ein Holzgitter stabilisiert. Während an der Aussenfront noch steinernes Mauerwerk (Verschalung) zu finden ist, wird der Wall innen mit Schutt und Geröll aufgefüllt.
Durch diese Bauweise reagierte die Mauer bei Belagerungen elastischer, allerdings verrotteten die Holzpfosten auf längere Sicht. Diese Bauweise ist in Mittel- und Westmitteleuropa verbreitet und grob verwandt mit dem Murus Gallicus, der v. a. in Westeuropa zu finden ist. Die innere Struktur der beiden Walltypen unterscheidet sich aber. Die Mauertypen sind selbst noch einmal in Subtypen unterteilt, die oft nach Ausgrabungsorten benannt sind, wie z. B. Typ Altkönig-Preist oder Typ Kelheim.


Die Datierung der Festung ist unterschiedlich. Einige legen die Anfänge der Festung schon in die Späthallstattzeit (s. o.), andere mehr in die Latènezeit und sehen ihre Hochzeit um 250 v. Chr..






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