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Samstag, 30. Dezember 2017

LUHMANN, NIKLAS

Bildergebnis für Luhmann Wiki
Niklas Luhmann (Wiki)


* 1927
+ 1998

Luhmann war ein deutscher Soziologe und Jurist.


Luhmann wurde 1927 in die Familie eines Brauereibesitzers in Lüneburg geboren und besuchte dort das altsprachliche Gymnasium Johanneum.
Seine Schulzeit traf fast voll in die Nazizeit und es ist klar, dass viele Menschen damals mit dem System sympathisierten, obwohl sie dies nach 1945 leugneten.
Luhmann will aber durchaus in einigen Punkten kontroverse Ansichten vertreten zu haben. (Es ist nicht klar, inwieweit das wahr ist oder eine spätere Schutzbehauptung.) So will er während des spanischen Bürgerkriegs entgegen dem damaligen deutschen Zeitgeist mit den Republikanern sympathisiert haben und nicht mit Francos Truppen.
Im Jahre 1944 wurde er als 16jähriger offiziell als Luftwaffenhelfer eingezogen, obwohl er schon vorher dort tätig war. Er war auch spätes Mitglied der NSDAP, wobei umstritten ist, ob er nicht das "Opfer" einer Sammelanmeldung später HJ-Jahrgänge wurde.


Im Jahre 1944 geriet Luhmann auch in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Seine Behandlung beschrieb er später als "... - gelinde gesagt - nicht nach den Regeln der internationalen Konventionen."

Luhmann kam aus einer bürgerlichen Familie, auch wenn er in einigen Punkten nicht mit dieser übereinstimmte. So studierte er nach dem Weltkrieg zunächst das bürgerliche Fach Jura. Von 1946 - 1949 studierte er Rechtswissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg (Schwerpunkt: Römisches Recht), dann war er bis 1953 Referendar in Lüneburg. Von 1954 - 1962 war Luhmann Verwaltungsbeamter in Lüneburg und von 1954 - 1955 Assistent des Präsidenten am Oberverwaltungsgericht Lüneburg.
In dieser Zeit zeigte sich, dass Luhmann neben seinem bodenständigen Studium noch weitere Interessen hatte und ausbauen wollte. Er begann mit dem Aufbau seiner später so berühmten Zettelkästen. Im Jahre 1960/61 erhielt er ein Fortbildungs-Stipendium für die Harvard-Universität und wurde dafür beurlaubt.
In Harvard war für Niklas Luhmann der Kontakt zu Talcott Parsons prägend. Parsens hatte, von der Biologie kommend, die strukturfunktionale Systemtheorie aufgebaut.
Danach war Luhmann von 1962 - 1965 Referent an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer und von 1965 - 1968 Abteilungsleiter


Nach seiner Tätigkeit als Referent an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenshaften Speyer von 1962 bis 1965 war er von 1965 bis 1968 Abteilungsleiter an der Sozialforschungsstelle an der Universität Münster in Dortmund. Nachdem er im Wintersemester 1965/66 für Soziologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster eingeschrieben war, wurde er dort im Februar 1966 zum Dr. sc. pol. (Doktor der Sozialwissenschaften) promoviert mit seiner in Speyer entstandenen Schrift "Recht und Automation in der öffentlichen Verwaltung. Eine verwaltungswissenschaftliche Untersuchung" (Gutachter: Dieter Claessens und Helmut Schelsky). Fünf Monate später habilitierte er sich bei Dieter Claessens und Heinz Hartmann mit dem bereits 1964 erschienenen Buch "Funktionen und Folgen formaler Organisation". Seine Berufung 1968 an die Universität Bielefeld machte Luhmann nicht nur zum ersten Professor an dieser Neugründung, sondern ließ ihn in der Folge auch entscheidend am Aufbau der ersten soziologischen Fakultät im deutschsprachigen Raum mitwirken. Hier lehrte und forschte er bis zu seiner Emeritierung 1993.
Luhmann verfasste in seiner Zeit als Professor viele Werke. Als bahnbrechend kann man das Werk "Soziale Systeme" von 1984 bezeichnen, in dem er aber nicht wenige seiner früheren Hypothesen verwarf. 
Viele Präzisierungen kreisten um den für die Systemtheorie so wichtigen Begriff Autopoiesis, der das Streben eines Systems nach Selbsterhaltung meint. In den 90er-Jahren griff Luhmann dann "in die Vollen" und untersuchte viele Teilaspekte der Gesellschaft bzw. in eigenen Worten deren Subsysteme. So entstanden viele Werke über Wissenschaft (der Gesellschaft), Recht (d. G.), Wirtschaft, Kunst, Religion, Erziehungssystem, Moral, von denen einige erst postum erschienen sind.
Niklas Luhmann äußerte sich neben seinen großen theoretischen Werken auch in Interviews zu zeitaktuellen Fragen und kritisierte des öfteren die Medien. Seiner Meinung nach könnte eine Zeitung schon deshalb nicht objektiv schreiben, weil sie eine bestimmte Blattmenge zu füllen habe, obwohl die Anzahl und Bedeutung der Ereignisse ständig variierten. 





Man kann mit Fug und Recht sagen, dass Luhmann in Bielefeld eine eigene Schule aufbaute. Hier beeinflusst wurde auch Helmut Willke. Nur dass dieser stärker auf Einwirkungsmöglichkeiten über die Systemgrenzen hinweg einging (Kontextsteuerung).

Luhmann heiratete 1960 Ursula von Walter. Aus der Ehe gingen eine Tochter und zwei Söhne hervor. Seine Ehefrau starb 1977; danach zog er seine Kinder allein groß.


QUELLEN:

Wikipedia
-
Störig: Kleine Weltgeschichte der Philosophie


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